Verbreiteste SPICE-artige Software?

Liebe Mitleser,

immer wieder höre ich an meiner Hochschule das Argument, PSPICE sei die am meisten verbreitete Simulationssoftware für Analog/Digitale Schaltungen in der Industrie und würde deshalb auch in der Lehre bevorzugt.

Meiner Meinung nach kann das nicht ganz stimmen, denn im profesionellen Bereich dominiert doch nach wie vor Unix, oder?

Wie sieht es nun aus? Welches ist im Profibereich wirklich die verwendete EDA software? Es wird doch vermutlich etwas umfassenderes als PSPICE sein, oder? Es muss doch auch einen Grund geben, warum Firmen wie Infineon, LGS, National Seminconductors etc. zu ihren Bauelementen die Parameter unter anderem immer SPICE2 kompatibel anbieten …

Meiner Meinung nach sollte man anstatt der Bedienung von PSPICE lieber nach wie vor den Umgang mit SPICE an sich, das Erstellen von Netzlisten und die Parametrierung eigener Modelle lehren. So ist gewährleistet, dass man als fertiger Elektrotechniker nicht als Depp dasteht, wenn die Firma eben nicht PSPICE einsetzt.
Was meint ihr dazu?

Gruss

Jens

immer wieder höre ich an meiner Hochschule das Argument,
PSPICE sei die am meisten verbreitete Simulationssoftware für
Analog/Digitale Schaltungen in der Industrie und würde deshalb
auch in der Lehre bevorzugt.

Stimmt.

Meiner Meinung nach kann das nicht ganz stimmen, denn im
profesionellen Bereich dominiert doch nach wie vor Unix, oder?

Und? Unix ist ein BS, Spice eine Software fuer Simulationen. Spice ist ein Standart, weil es in den 70ern erst Spice gab, und dann nach und nach erweitert wurde. Irgendwann mal hiess es dann Spice2. Die meisten Simulationsproggis bauen darauf auf.

Wie sieht es nun aus? Welches ist im Profibereich wirklich die
verwendete EDA software? Es wird doch vermutlich etwas
umfassenderes als PSPICE sein, oder? Es muss doch auch einen

Ist Spice nicht umfassend genug? Was soll da noch alles rein? Die Resultate jedenfalls sind ja nur errechnete Werte; in der Praxis gibt es immer Abweichungen.

Grund geben, warum Firmen wie Infineon, LGS, National
Seminconductors etc. zu ihren Bauelementen die Parameter unter
anderem immer SPICE2 kompatibel anbieten …

Weil’s eben Standart ist in dem Bereich. Warum werden soviele Dokumentationen im Word-Format ausgetauscht (wobei hier die Sache mit der Kompatibilitaet/Austauschbarkeit mal aussen vor bleiben muss)? Wenn schon die gelieferten Parameter zu den Bauteilen so erschoepfend ist, wie bei Spice, warum was neues erfinden und nicht mit den gegebenen Daten ein Proggi zusammenbauen?

Meiner Meinung nach sollte man anstatt der Bedienung von
PSPICE lieber nach wie vor den Umgang mit SPICE an sich, das
Erstellen von Netzlisten und die Parametrierung eigener
Modelle lehren. So ist gewährleistet, dass man als fertiger
Elektrotechniker nicht als Depp dasteht, wenn die Firma eben
nicht PSPICE einsetzt.

Wenn die Firma nicht Spice-kompatibele Proggis einsetzt, ist die Firma m.E. der Depp. Natuerlich kann man vorgeworfenes Futter ignorieren und sich selber auf die Suche begeben, aber letztenendes bleibt man auf der Strecke.

Li

[…]

Meiner Meinung nach kann das nicht ganz stimmen, denn im
profesionellen Bereich dominiert doch nach wie vor Unix, oder?

Und? Unix ist ein BS, Spice eine Software fuer Simulationen.
Spice ist ein Standart, weil es in den 70ern erst Spice gab,
und dann nach und nach erweitert wurde. Irgendwann mal hiess
es dann Spice2. Die meisten Simulationsproggis bauen darauf
auf.

Ja, aber ich sprach nicht von SPICE sondern von PSPICE (von Microsim), das nun einmal nur für „klicki-bunti“ zu haben ist und auf richtigen Betriebssystemen nicht verfügbar ist.

[…]

Weil’s eben Standart ist in dem Bereich. Warum werden soviele
Dokumentationen im Word-Format ausgetauscht (wobei hier die
Sache mit der Kompatibilitaet/Austauschbarkeit mal aussen vor
bleiben muss)?

Das frage ich mich auch. Word ist zu sich selbst schon inkompatibel, von verschiedenen Versionen wollen wir mal gar nicht erst anfangen. Über Ländergrenzen hinweg klappt es schon gar nicht. Ich konnte ein Word-Dokument von polnischen Freunden nicht öffnen, mit der Begründung, ich müsse die asiatische Version von Office installieren … und Microschrott sei’s gedankt kann man solche Dateien mit einem ASCII-Editor nur als Masochist anschauen. Dabei habe ich dann die üblichen Reste aus vorangegangenen email Konversationen und den vorherigen 10 Word Dokumenten gefunden. Kurzum, nur beinahe gehinrtote Menschen versenden Word-Dateien über die Firmengrenze hinweg. Meistens wird in PDF oder PS umgewandelt, um Lesbarkeit zu garantieren. Aber ich schweife ab … :wink:

[…]

Meiner Meinung nach sollte man anstatt der Bedienung von
PSPICE lieber nach wie vor den Umgang mit SPICE an sich, das
Erstellen von Netzlisten und die Parametrierung eigener
Modelle lehren. So ist gewährleistet, dass man als fertiger
Elektrotechniker nicht als Depp dasteht, wenn die Firma eben
nicht PSPICE einsetzt.

Wenn die Firma nicht Spice-kompatibele Proggis einsetzt, ist
die Firma m.E. der Depp.

Du hast mich offenbar komplett falsch verstanden. Ich bin sogar sehr FÜR den Standard und lehne es genau deshalb so stark ab, Studenten nur auf eine bestimmte, proprietäre, Software (MicroSim PSPICE) abzurichten.

Natuerlich kann man vorgeworfenes
Futter ignorieren und sich selber auf die Suche begeben, aber
letztenendes bleibt man auf der Strecke.

Ich selbst arbeite mit dem Berkeley Spice3f5 bzw. der leicht abgewandelten und erweiterten Form ng-spice und bin mir verdammt sicher, dass ich damit nicht auf der Strecke bleibe. Im Gegenteil, ich habe den Kommilitonen, die „Schematics“ mit SPICE gleichsetzen sicher etwas voraus. Ich finde es einfach schade, dass einem die Hintergründe von SPICE komplett vorenthalten werden und man sich nur noch mit der Bedienung der Software auseinandersetzen darf. Zum Glück kann man das zu Hause selbst nachholen.

Trotzdem wiederhole ich meine Anfrage:

Stimmt es, dass PSPICE die am meistens verbreitete SPICE-Software is, oder stimmt meine Vermutung, dass dem nicht so ist. HSpice wäre meiner Meinung nach ein besserer Kandidat, weil Spice aus der Grossrechner-Ecke kommt.

Gruss

Jens