Verdauung

hallo an alle…! :smile:
ich würd gern einmal wissen, was dran ist an der behauptung, es sei ungesund abends spät zu essen.
soviel ich weiss arbeitet der magen-darm-trakt bzw. die verdauung nachts um einiges mehr, als tagsüber.
es müsste doch dann das gegenteil der fall sein…oder?!

liebe grüße heli

hallo an alle…! :smile:
ich würd gern einmal wissen, was dran ist an der behauptung,
es sei ungesund abends spät zu essen.

Es kommt darauf an wann Du ins Bett gehst, bzw. wieviele Stunden zwischen Essen und zu Bett gehen sind.
Und dann ist es auch entscheidend was Du isst - an einem großen Teller Rohkostsalat, Vollkornbrot mit Schinken und Käse oder einen Nudelauflauf mit Hackleisch hat der Magen länger und mehr zu tun als bei gedünstetem Gemüse, Fisch, Huhn oder einer Suppe.

soviel ich weiss arbeitet der magen-darm-trakt bzw. die
verdauung nachts um einiges mehr, als tagsüber.

Das kann sein (weiss ich nicht) - nur nachts soll der Magen eben nicht arbeiten - er soll sich ausruhen - sonst ist der Schlaf eben nicht so erholsam.

es müsste doch dann das gegenteil der fall sein…oder?!

Vielleicht kommen ja noch kompetentere Antworten, aber das fiel mir auf die Schnelle dazu ein.

Viele Grüße

Moin, heli,

soviel ich weiss arbeitet der magen-darm-trakt bzw. die
verdauung nachts um einiges mehr, als tagsüber.

für dieses Gerücht gibt es keinen vernünftigen Grund. Die Verdauung arbeitet, wenn sie was zum Verdauen hat, sonst nicht. Oder warum sollte der leere Magen sich selber walken?

Mit vollem Ranzen schläft sich’s nicht gut, mit allzu leerem allerdings auch nicht. Da muss schon jeder sein Mittelmaß finden.

Gruß Ralf

Morgen!

nur nachts soll der Magen
eben nicht arbeiten - er soll sich ausruhen - sonst ist der
Schlaf eben nicht so erholsam.

Das kannst du doch sicher irgendwie belegen?

Gruß
Stefan

Also es ist so das der Mensch nachts verdaut, aber langsamer. Und man kann auch Abends essen, aber es ist sinnvoll eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen und z.B. keinen rohen Salat, da dieser grundsätzlich schlechter verdaubar ist.

Kann mir vorstellen, dass dadurch das man zuviel gegessen hat, man nachts schlechter schläft, weil das Essen schwer im Magen liegt, eben weil man halt langsamer verdaut…

Genauer weiß ich es aber auch nicht

Ahoi!

Mit vollem Ranzen schläft sich’s nicht gut, mit allzu leerem allerdings auch nicht.

Genau!

Da muss schon jeder sein Mittelmaß finden.

Und das ist das wichtigste.

Ich find’s schrecklich, das bei solchen Sprüchen immer irgendwie alle Menschen über einen Kamm geschoren werden müssen.

Ich selber werf abends um elf oder halb zwölf noch eine Lasagne ein und schlaf dannach wie ein Baby. Wenn ich nach dem „normalen“ Abendessen so gegen acht nicht nochmal was ordentliches in den Magen bekomme, steh ich spätestens um vier in der Früh mit knurrendem Magen am Kühlschrank - und weil man dann mit Vorliebe Nutella direkt aus dem Glas löffelt, dürfte das langfristiger eher ungesünder sein, als spät Abends nochmal ordentlich was zu futtern.

Solange man dadurch nicht schlechter schläft, versteht sich . . .
Versuch macht kluch!

lg, mabuse

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nur nachts soll der Magen eben nicht arbeiten - er soll sich ausruhen -
sonst ist der Schlaf eben nicht so erholsam.

Das kannst du doch sicher irgendwie belegen?

Wie viel Nachtruhe der deutsche Durchschnittsmagen braucht, kann ich nicht sagen. Für Leute, die gelegentlich oder regelmäßig unter Sodbrennen leiden, besteht immerhin ein gewisses Risiko, dass sich die Beschwerden verschlimmern, wenn zwischen der letzten Tagesmahlzeit und dem Zubettgehen eine zu geringe Zeitspanne liegt.

Ach so, Quelle, ja natürlich:
http://www3.interscience.wiley.com/journal/118681760…

Bones

[ot] Bist Du Dir bei der Erklärung Deines Vikafotos sicher? Das sieht mir eher aus wie die innere Magenschleimhaut mit Blick auf des Ende der Speiseröhre… Aber ich bin kein Gastroenterologe. Nee, vergiss es.

Hallo,

im Grunde kann das doch jeder machen wie er will! Du kannst Abends zwei volle Teller Nudeln mit Knoblauchsosse essen, einen Rohkostsalat, ein Paar Bier dazu, Chips und Du kannst jeden Tag eine Schachtel Zigaretten rauchen, Bier trinken und viel Süßes essen - und Du hast keine Beschwerden. Das ist super und so geht es wahrscheinlich den meisten Menschen. Es geht mir doch gut, warum sollte ich etwas ändern? Das Ergebnis des schlechten Lebenswandels wird sich nicht morgen oder in zwei Jahren niederschlagen, sondern vielleicht erst mit 50, 60 oder 70 - in Form von Darmerkrankungen, Herz und Gefässkrankheiten usw usf. Und man kommt durch diese Trägheit nie in den Genuss des Gefühls wie es ist, wenn man sich gesund (=bewusst) ernährt und regelmässig Sport treibt. Wer sich gesund ernähren möchte und einen Anspruch hat sich wohler und aktiver zu fühlen, der sollte kurz vor dem Schlafen eben gehen kein üppiges Mahl zu sich nehmen. Belege / Beweise - gibt es etliche. Frag mal Google, deinen Hausarzt (sofern er sich mit Ernährung auskennt) oder einen Fitnessberater.

Die radikalste Erklärung findest Du hier:

Unser Verdauungsorgan unterliegt einem gewissen Rhythmus. Die beste Verdauung erfolgt am späten Vormittag, lässt gegen Nachmittag nach und ist am Abend kaum noch effektiv. Aus diesem Grunde ist das zu spät am Abend Essen Gift für den Körper, da die Verdauung dreimal so lange benötigt um die Speisen zu verarbeiten. Die Nahrung bleibt zu lange im Darm, das führt zu Fäulnis – und Gärungsprozessen.

(Meyer)

Ausserdem wird auch beim Erwachsenen Nachts das Wachstumshormon Somatotropin gebildet - allerdings nur bei einer Unterzuckerung (die ja beim Schlafen nicht stören sollte).

Der alte und verstaubte Satz „Frühstück wie ein König, Mittagessen wie ein Bürger und Abendessen wie ein Bettler“ hat nach wie vor Gültigkeit.

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Hi,

Die radikalste Erklärung findest Du hier:

Unser Verdauungsorgan unterliegt einem gewissen Rhythmus. Die
beste Verdauung erfolgt am späten Vormittag, lässt gegen
Nachmittag nach und ist am Abend kaum noch effektiv. Aus
diesem Grunde ist das zu spät am Abend Essen Gift für den
Körper, da die Verdauung dreimal so lange benötigt um die
Speisen zu verarbeiten. Die Nahrung bleibt zu lange im Darm,
das führt zu Fäulnis – und Gärungsprozessen.

(Meyer)

Dies ist biologischer Unsinn! Wenn Speisebrei in den Darm gelangt, wird er auch verdaut (sofern die Person gesund ist).

Im Gegenteil, wenn der Köper auf Aktivität eingestellt ist (z.B. Stress, Sport, etc.) dann verdaut er langsamer als in Ruhe (z.B. Schlaf).

Ein paar Links:
http://www.zeit.de/stimmts/1999/199904_stimmts_abendess
http://www.relax-guide.com/newsletter/nl12/luege_43.pdf

Gruß,

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Hallo,

naja, als Blödsinn würde ich es nicht deklarieren - Deine Links finde ich ebenfalls nicht Blödsinnig - nur widerlegen sie nicht dass was ich geschrieben habe. In den Reportagen Deiner Links geht es um Gewichtsabnahme und dazu habe ich nichts geschrieben. Natürlich wird auch nachts im Unterbauch gearbeitet und verdaut - die Frage ist nur wie und welche „Nebenprodukte“ (Säure und Gase) dabei entstehen - aber da findest Du sicher reichlich Literatur drüber.

Die Ursprungsfrage war ja auch nicht: werde ich dick wenn ich abends esse, sondern es ging um die Verdauung und die ist abends/nachts weniger produktiv.

Die Medien und Popularliteratur schreiben gerne, dass abends essen nicht dick macht und schreiben aber nicht über den gesundheitlichen Aspekt - das ist wahrscheinlich auch gut so, denn die meisten Menschen werden erst nach der Arbeit die Zeit für ein geselliges Essen haben.
Dass der deutsche Staat derweil pro Jahr 70.000.000.000 Euro für die Kosten jener Erkrankungen ausgeben, die auf Fehlernährung zurückzuführen sind ist haaresträubend - gleichzeitig ist die Ernährung kein nennenswerter Bestandteil des Medizinstudiums… verkehrte Welt.

Hallo Chili,

klasse. In mancherlei Hinsicht.

Gruß
Der Franke

Hi,

Die Ursprungsfrage war ja auch nicht: werde ich dick wenn ich
abends esse, sondern es ging um die Verdauung und die ist
abends/nachts weniger produktiv.

Genau diese Aussage ist falsch, die Verdauung arbeitet NICHT langsamer nachts.

Gruß,

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Hi,
vielleicht kannst Du das auch irgendwie belegen - ich finde dazu sehr unterschiedliche Aussagen.
Auf die Gewichtszunahme / oder Abnahme hat das fette Abendessen keinen Einfluss - darauf können wir uns auf jeden Fall einigen.

Hi,

vielleicht kannst Du das auch irgendwie belegen - ich finde
dazu sehr unterschiedliche Aussagen.
Auf die Gewichtszunahme / oder Abnahme hat das fette
Abendessen keinen Einfluss - darauf können wir uns auf jeden
Fall einigen.

Ich bin kein Arzt, sondern Biochemiker, daher möchte ich es von der biologischen Seite her erklären:

Der Nervus vagus steuert/moduliert die Darmtätigkeit und ist der zehnte Hirnnerv. Er ist der größte Nerv des Parasympathikus und an der Regulation der Tätigkeit fast aller inneren Organe beteiligt.

Parasympathikus und Sympathikus steuern die meisten Organe und wirken antagonistisch, was eine äußerst feine Regulation der Organtätigkeit ermöglichen.

Der Sympathikus hat in diesem System eine ergotrope Wirkung, das heißt, dass er die Leistungsfähigkeit des gesamten Körpers erhöht.

Der Parasympathikus wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet, da er dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven dient (trophotrope Wirkung). Er sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung.

Kurz gesagt:
Bei Anstrengung, Stress und Sport ist der Sympatikus aktiv und unterdrückt die Organe die dabei stören und aktiviert andere Organe, die dabei nützlich sind. Der Parasympatikus wirkt auf diese Organe genau umgekehrt.

Man könnte das Sympatikus-System auch vereinfacht als Fluchtsystem beschreiben, mit dem der Körper früher sichergestellt hat, dass alle Organe, die für die Flucht oder die Jagd wichtig sind aktiviert werden.

Der Parasympatikus ist das Gegenteil. Er ist in der Ruhe aktiv und stimuliert alle Organe, die in Ruhezeiten „gebraucht“ werden.

Der Verdauungstrakt besitzt zwar ein eigenes Nervensystem, das enterische Nervensystem, dessen Wirkung wird jedoch durch das vegetative Nervensystem modulierend beeinflusst.

Die parasympathische Komponente fördert dabei generell die Verdauung durch eine Erhöhung der Peristaltik und der Sekretion von Verdauungsenzymen. Im Magen und Darm wird zudem der Tonus (Spannungszustand) der glatten Muskulatur erhöht und die Sphinkter (Schließmuskeln) werden durch die Wirkung von Stickstoffmonoxid entspannt.

Weiterhin sorgt das enterische System durch eine positive Rückkopplung dafür, dass eingedrungener Speisebrei („Bolus“) weitertransportiert und die Verdauung aktiviert wird.

Dies ist/war biologisch sinnvoll, da der Körper dann seine gesamte „Energie“ (sprich z.B. Blutversorgung etc.) auf die Verdauung richtet, wenn von außen keine Gefahr droht (weil z.B. der Höhlenmensch in Ruhe am Lagerfeuer sitzt). Umgekehrt wäre es viel nachteiliger gewesen, wenn zu Zeiten der Flucht/Jagd - in denen man z.B. durchblutete Muskeln brauchte - der Köper sich gleichzeitig der Verdauung hätte widmen müssen.

Kurzum:
Wir haben ein Körpersystem für Aktivität und eines für die Ruhe.
Die beiden funktionieren in weiten Teilen entgegengesetzt (antagonistisch). In Ruhe ist der Parasympatikus aktiv, der die Darmtätigkeit (aber auch Galle, Harnblase, etc.) positiv beeinflusst. Hinzu kommt das Darm-eigene Nervensystem, dass zusätzlich erkennt, wann der Darm gefüllt und eine Verdauung notwendig ist.

Hinzu kommt noch, dass eine komplette Verdauung einer ausgewogenen Mahlzeit ohnehin durchschnittlich 24 Stunden dauert. Die Nahrung bleibt zunächst vier Stunden im Magen*, passiert anschließend innerhalb von sechs Stunden den Dünndarm* und durchläuft in sechs bis sieben Stunden den Dickdarm*. Nach einer ebenso langen „Zwischenstation“ im Mastdarm werden die unverdaulichen Nahrungsreste ausgeschieden.

Wenn also nur tagsüber verdaut würde, hätten wir ohnehin schlechte Karten.

(*Dies sind natürlich nur Durchschnittszeiten - die Verdauung einer Mahlzeit hängt immer von ihrer Zusammensetzung, von der körperlichen Bewegung und der psychischen Verfassung ab.)

Gruß,

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Liebe Helena,
Wie Du schon vermutet hast, die Verdaung ist am Tag sehr Aktiv
da man sich auch ausreichend bewegt.Unser Körper kann die Nahrung in Energie umwandeln und verbrennen.
Am oder zum Abend hin, sollte man leichtere Kost zu sich nehmen.
Da unser Körper seine aktivitäten zur Nacht hin reduziert und sich auf Erholung einstellt.

Liebe grüße

Miss Maple