Verdauungsprobleme: Darmspiegelung? Ernährung?

Liebe Experten,

seit mehr als einem halben Jahr muss ich oft aufstoßen/rülpsen, seit mehreren Monaten habe ich regelmäßig Durchfall bzw. recht weichen Stuhl, seit ca 2 Wochen rumort mein Bauch sehr und dies ist unangenehm und tut auch weh. Blähungen habe ich auch.
Vor ein paar Tagen war ich deswegen beim Gastroenterologen. (Ich weiß, hätte ich schon früher machen sollen.) Ich beschrieb ihm das obige und ohne viele weitere Fragen ordnete er sofort eine Darmspiegelung an, die in 1 1/2 Wochen stattfinden soll.
Mich hat gewundert, dass er nicht viel weiter nachfragte. Meine Großeltern haben Diabetis, meine Mutter hatte mit Pilzen Probleme und in meiner Familie existieren viele Allergien. Einen Allergietest auf Nahrungsmittel oder eine Stuhluntersuchung wurde bei mir nicht durchgeführt. Auch hat der Arzt mir keine Hinweise gegeben, ob ich mich irgendwie speziell ernähren soll und er hat mir für jetzt keine Medikamente verschrieben.
Ich fühle mich für die Zeit bis zu der Darmspiegelung alleingelassen mit den Beschwerden. Können Sie mir helfen?
Was kann ich solang tun? Auf welche Nahrungsmittel sollte ich ggf verzichten?
Ist es normal sofort eine Darmspiegelung zu machen?
Ich würde mich sehr über hilfreiche Antworten freuen!
PS: Ich bin 22 Jahre alt, 1,83 groß und ca 83 kg schwer (das hatte der Arzt gefragt).

Hallo Dominian,
aufgrund der Symptome muß bei Ihnen eine chronische Darmentzündung ausgeschlossen werden.Das geht nur mittels Darmspiegelung. Die Untersuchung ist relativ harmlos, trotzdem muss der Arzt über Sinn,Zweck und Risiken aufklären.
MfG R. Fricke

Liebe Experten,

seit mehr als einem halben Jahr muss ich oft
aufstoßen/rülpsen, seit mehreren Monaten habe ich regelmäßig Durchfall bzw. recht weichen Stuhl…

Lieber Dominian,
bis zum Beginn der Darmspiegelung, die vielleicht etwas überengagiert, aber trotzdem sinnvoll ist, könnten Sie auf Lebensmittel verzichten, die Laktose enthalten (laktosefreie Milch und Joghurt - siehe auch den Wikipedia-Artikel über Laktoseintoleranz)
Durch die Darmspiegelung können weitere Krankheiten (wie z. B. M. Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie) ausgeschlossen werden. Wenn keine organischen Ursachen gefunden werden, dann sollte auch daran gedacht werden, dass privater oder beruflicher „Stress“ die geklagten Symptome hervorrufen kann.
Doch zunächst einmal sollte jetzt die Darmspiegelung gemacht werden.
Mit freundlichen Grüßen
R. Becker

Hallo,
dieses Vorgehen ist in der Tat etwas „spärlich“. Normalerweise gehört so eine Vorgeschichte natürlich auch erfragt, um eventuell die Ursachen besser einzugrenzen. Was die Untersuchungen angeht, kommt man aber bei diesem Beschwerdebild nicht um die Darmspiegelung herum, und sie soll aus pragmatischen Gründen auch möglichst am Anfang stehen, weil sie die meisten relevanten Ursachen zeigt oder eben ausschließt. Eine mikrobiologische Stuhluntersuchung wird man eventuell auch noch machen, bei so einem langen Verlauf ist eine infektiöse Ursache aber eher unwahrscheinlich. Weitergehende Stuhluntersuchungen oder Allergietests kommen dann in der Regel erst, wenn bis dahin keine Ursache gefunden wurde.
Ohne vernünftige Ursache würde ich auch keine Medikamente empfehlen, denn es macht jetzt zB keinen Sinn, den Durchfall künstlich zu stoppen. Was Sie gut noch in der verbleibenden Zeit testen können, ist der Verzicht auf Milch und Milchprodukte, denn die so genannte Lactose-Intoleranz ist von den selteneren Ursachen die häufigste, und man kann sie auch ohne Untersuchung schon indirekt vermuten, wenn die Beschwerden durch Verzicht auf Milch zurückgehen.
Gute Besserung!
TS

Liebe Fragestellerin(?),

ja, Du bist mit Deinen Beschwerden alleine gelassen, da Dein Arzt wenig Empathie und diagnostischen Fleiß gezeigt hat. Natürlich sind die meisten Deiner Beschwerden mit einer psychosomatischen Ursache erklärbar, aber das sind Auschlussdiagnosen. Ursächlich sind tatsächlich oft Unregelmäßigkeiten in der Nahrungsaufnahme, Stress oder veränderte Nahrungsgewohnheiten.

Also entschleunigen, prüfen, was einen „belastet“, zunächste einmal blähende Lebensmittel austesten (weglassen), viel stilles Wasser trinken und viel Sport treiben und viel Schlafen.

Die Darmspiegelung ist okay, wenn es Entzündungszeichen, Blut im Stuhl, Krämpfe, unklare Gewichtsabnahme, subfebrile Temperaturen und Nachtschweiß in der Anamnese gibt.

Also bitte nachfragen, mit welcher Indikation gespiegelt werden soll. Wenn diese nachvollziehbar ist, ist tatsächlich die Darmspiegelung eine sehr aussagekräftige Untersuchungsmethode.

Alles Gute

Hallo Dominian,
vielen Dank für ihre Anfrage!
Bevor ich ihnen irgendwas empfehlen kann, muss ich ihnen zunächst ein paar wichtige Fragen zur differenzialdiagnostischen Abklärung stellen:

  1. Beschreiben Sie ihre Beschwerden genau. Welchen Charakter haben ihre Schmerzen? Sind sie stechend, krampfartig, dumpf etc.? Wo tut es genau weh (ganzer Bauch? oder eine ganz bestimmte Stelle? wo?), Sind die Beschwerden mit einer bestimmten Aktivität verbunden (z.B. nach Nahrungsaufnahme? nach sportl. Betätigung? auf nüchternen Magen? nach Alkoholgenuss? etc.), Wann tut es am meisten weh (welche Tageszeit? auch nachts?), Wechselt ihr Stuhlgang seine Konsistenz (z.B. von weich auf Verstopfung?), Welche Farbe hat ihr Stuhlgang? Haben Sie bemerkt, ob ihr Stuhlgang anders riecht als sonst? Haben Sie in letzter Zeit ihre Essgewohnheiten umgestellt (z.B. Diät)? Haben Sie Blut im Stuhl bemerkt? Haben Sie auch vermehrt Sodbrennen? Welchen Beruf üben Sie aus (viel Stress?)? Und nicht zuletzt: Sind Magen-/Darmerkrankungen in der Familie bekannt? Wenn ja, welche? Sind Autoimmunerkrankungen in der Familie bekannt? Welche Allergien sind bekannt? Wurden Sie als Säugling gestillt oder mit Ersatzmilch gefüttert?
    So das sind zunächst ein paar Fragen, die ich Ihnen als ihr Arzt bei Erstvorstellung stellen würde, bevor ich mich zu einer Prozedur bzw. weiterführenden Diagnostik entscheiden würde. Ich hoffe ich habe Sie nicht überfordert mit meiner Fragerei.
    Warte auf Ihre Rückantwort(en)!!!
    viele Grüsse, mkay

Hallo zurück,
das ist nicht ganz mein Spezialgebiet aber ein par kurze Erläuterungen.
Ein Allergietest ist auf jedenfall sinnvoll. Als erstes sollte man eine Lactoseintolleranz ausschließen.
Lactose ist ein Milcheiweiß welches häugfig nicht so gut vertragen wird. Vorkommen in Deutschland 15%, also nicht selten! Manachmal ist eine vererbte Variante, manchmal eine erworbene durch anderer Dünndarmerkrankungen. Die Ausprägung ist unterschiedlich bei den betroffenen, entsprechen aber typischerweise den geschilderter Beschwerden.
Am einfachste ist ein Auslassversuch, leidet man an einer Lactoseunverträglichkeit bessern sich die Beschwerden innerhalb kürzester Zeit. Also alles was Milch/Milcheiweiß enthällt weglassen für mind. mal eine Woche und dann kann man, sollte eine Besserung der Beschwerden eintreten mal wieder Milch probieren und merkt dann auch ganz schnell das die Beschwerden wiederkommen.
Das würde ich als erstes machen: Also keine Milchprodukte, d.h. Käse, Milch, Quark, Milch in Schokolade, Milch in Back- und Wurstwaren… oft steht ein Vermerk im Inhalt: enthällt Lactose.
Man könnte auch eine H2-Atemtest durchführen.
Nach Ausschluß dieser häufigen und für die geschilderte Symptomatik passende Diagnose, kann dann weiter gesucht werden. Ich antworte dann erneut, je nach Befinden.
Eine Magenspiegelung ist sinnvoll bei chronischen Magen-Darmbeschwerden, aber ich denke in Ihrem Fall momentan nicht wirklich richtungsweisend. Die Komplikationsrate ist jedoch gering, fragen Sie den Gastroenterologen welche Diagnose er vermutet und wie er das mit eine Magenspiegelung feststellen möchte und wieviele andere Diagnosen infrage kommen, die man mit eine Magenspiegelung nicht feststellen kann.
Auf jeden Fall sind Milchprodukte bei Magen-Darmbeschwerden, ebenso gebratenes und stark gewürztes Essen nicht sinnvoll.
Gegen Blähungen hilft ein wenig Lefax.
Gute Besserung

Bei diesen Beschwerden ist eine Darmspiegelung sicher eine sinnvolle Untersuchung. Es gibt Erkrankungen, die bei dieser Symptomatik in Frage kommen und nur durch Darmspiegelung sinnvoll abgeklärt werden können.

Sie haben vermisst, dass der Arzt genauer nachgefragt hat. Das kann ich verstehen, weil es das Gefühl vermittelt, dass er sich nicht richtig kümmert. Aber der Diabetes der Großmutter oder die Pilze der Mutter haben vermutlich mit Ihren Beschwerden nicht viel zu tun.
(Ich selbst bin ein Arzt, der auf eine sorgfältige Anamnese großen Wert legt. Aber je länger ich in diesem Beruf bin, um so gezielter frage ich, und es gibt auch Krankheitsbilder, bei denen mir eine kurze Anamnese reicht, weil man sich da von apparativer Diagnostik mehr Aufschluss versprechen kann.)

Die Darmspiegelung ist sicher sinnvoll. Was ich aber zusätzlich noch empfehlen würde, ist eine Untersuchung auf Laktoseintoleranz. Das ist häufig und würde Ihre Beschwerden gut erklären.

Gute Besserung, mit freundlichen Grüßen,

Dr. J. Ammon

Hallo,
Die Darmspiegelung sollte schon durchgeführt werden. Aber, es muss auch nach anderen Problemen geschaut werden wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten: z.B. Laktose, Gluten u.a. Der Arzt sollte auf jeden Fall eine gute Befragung und Untersuchung machen. Viel Erfolg!
BZ.

Also im Prinzip hat dein Gastoenterologe recht. Die Beschwerden sollte man sicher abklären.Dabei sollten chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ausgeschlossen werden.
Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen und eine Magenspiegelung veranlassen. Hier sollten chronische Speisenröhrenentzündung, Magenschleimhautentzündung oder seltenere Krankheiten wie Zöliakie, M. Whipple etc. ausgeschlossen werden.
Bis zu der Untersuchung zunächst einmal ruhe bewahren, meistens sind die Beschwerden auf Stress und unregelmäßiges Essen zurück zuführen (Reizdarm Syndrom). Was hilft ist bei Durchfällen eher ballaststoffarme Kost.
Gruß Kurosh

Hallo und schöne Feiertage,
mich würde interessieren, wie es ihnen geht und ob eine Darmspiegelung und mit welchem Ergebnis durchgeführt wurde.

MfG