Die knochen-Alveolen bei meinen oberen schneidezähnen sind immer wieder mal verdickt und druckempfindlich. Momentan ist es so stark, dass ich es schon merke, wenn ich zb die Lippen zu pfeifen spitze. Es tut richtig weh, wenn ich dagegen komme. Kann man irgendetwas tun, damit die Verdickung zurückgeht und nicht immer wieder kommt?
Servus Thaliel,
der Knochen selbst kann es nicht sein, der diese Volumenänderungen macht. Knochen kann zwar durch Entzündung oder Überbelastung weniger werden,
http://www.dr-dr-wolf-mkgpraxis.de/parotherhf.html
aber „dicker“ wird er dann nicht wieder. Also muss etwas anderes dahinter stecken. Mit den üblichen Einschränkungen zur Ferndiagnostik sind zwei Ursachen denkbar:
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Du hast eine Parodontitis marginalis.
Das heißt, daß in dem Graben zwischen Zahnfleisch und Wurzel (oder im fortgeschrittenen Fall: zwischen Knochen und Wurzel) Bakterien sitzen, die eine chronische Entzündung mit akuten Schüben verursachen. Die Bakterien können auf verschiedenste Weisen bekämpft werden. Oft gelingt es, den Vorgang anzuhalten oder stark zu verlangsamen. Selbst der Wiederaufbau von Knochen kann gelingen. Raucher und Diabetiker haben schlechtere Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung. Nur Praxen, die neben den verchiedenen Formen der Parodontitis-Behandlung auch professionelle Zahnreinigung anbieten, kommen in die engere Wahl. Auch ein organisierter ‚Recall‘ (aktive Betreuung der Patienten durch systematische Termin- erinnerung und -vereinbarung) ist ein Qualitätsmerkmal. -
Du hast eine Parodontitis apicalis.
Hier liegt der Entzündungs’herd’ im Bereich der Wurzelspitze. Voraussetzung ist, daß der Zahn’nerv’ entweder abgestorben ist, oder eine Wurzelbehandlung nicht erfolgreich war. Dann sitzen die Bakterien im Wurzelkanal und veranlassen von dort aus den Körper zu entzündlichen Reaktionen. Auch hierbei können die klinischen Erscheinungen schubweise verlaufen. Sehr oft zeigen sich im Röntgenbild umschriebene Dichteverluste des Knochens um die Wurzel herum. Die Therapie zielt auf die Bekämpfung der Bakterien durch
- Wurzelbehandlung
- Revision von erfolglosen Wurzelfüllungen
- operative Ausräumung des entzündeten Gewebes um die Wurzelspitze (Resektion) mit Versiegelung der Wurzelkanäle von ‚hinten‘. (retrograde Wurzelfüllung).
Wie Du aus meinen präzisen Schilderungen
ersehen kannst, wirst Du ohne gute ZahnärztInnen nicht weit kommen. Nachdem Du in einer Universitätsstadt lebst (ViKa), könntest Du es ja mit den Kollegen von der Zahnmedizin versuchen. Dort muss man zwar Zeit und etwas Geduld mitbringen, hat aber den Vorteil der systemimmanenten Qualitätssicherung - oft in mehreren Instanzen.
Gruß
Kai Müller