Verdienen Makler so viel?!

Hallo,

da ich bisher wenig umgezogen bin, fiel mir das erst jetzt auf, als ich für einen Bekannten mal nach Wohnungen via Internet suchte. Bei einigen Wohnungsangeboten standen Makler dahinter, und sie verlangten in der Regel zweimal die monatliche Kaltmiete plus 16% Mehrwertsteuer. Mein Bekannter wollte kalt 300 Euro ausgegeben, und ginge eine Vermittlung über einen Makler, wären das ja 696 Euro!
   Das erstaunte mich schon sehr. Hmm, muss der Makler 60% an wohltätige Einrichtungen oder den Staat „spenden“, oder vermittelt der Makler nur zwei, drei Wohnungen im Monat? Nein, im Ernst: Weshalb sind diese Vermittlungsgebühren so hoch?

Marco

jein

Hallo,

der aufwand, eine wohnung zu vermieten, ist bei einem serioesen makler zwar nicht enorm, aber ganz ohne arbeit geht das auch nicht.
wenn er glueck hat, dann bekommt er das objekt als alleinauftrag vom eigentuemer angeboten, der normalfall ist jedoch muehsame recherche in tageszeitungen etc. nachdem das objekt gefunden worden ist, muss er dem eigentuemer klarmachen, dass die maklervermittlung der geeignete weg ist, die immobilie an den mann/die frau zu bringen.
dann muss er sich die wohnung ansehen und ein exposée erstellen, damit er das objekt auch dem interessenten genau beschreiben kann.
er sitzt nun nicht da und wartet, dass sich interessenten melden, sondern er annonciert auf seine kosten in zeitungen.
dann kommen die termine = treffen mit interessenten vor ort, und nicht jeder interessent nimmt die wohnung… geh mal davon aus, dass der ueberwiegende teil der wohnungen, die ueber makler angeboten werden, als „schwierig“ zu vermitteln anzusehen sind… die „selbstgaenger“ vermieten sich von alleine, und dafuer braucht man keinen makler.
ein erfahrungswert besagt, dass der arbeitsaufwand fuer eine normale abwicklung 10 stunden betraegt. davon gehen dann ab:
anzeigengebuehren, fahrtkosten zum objekt, kleine kosten fuer exposée, telefongebuehren , und seine kosten fuer die bueroraeume und ggfls personal muss er auch auf die einzelnen objekte umlegen.

von den 600.- ( die 96.- ust gehen ja nicht in seine tasche ) verbleiben ihm nach abzug der kosten also ca 300.- brutto - das entspricht also einem bruttolohn von 30.- /stunde.
davon verbleiben ihm nach abzug aller abgaben als selbststaendiger maximal 15.-/h netto
kennst du irgendeinen kfz-mechaniker, klempner oder schluesseldienst , der fuer diese peanuts antritt?

ich bin ganz bestimmt kein lobbyist der makler, aber sie erfuellen eine sinnvolle funktion im dienstleistungsbereich, genauso, wie partnervermittlungen, reisebueros, etc.

und ihr gesellschaftliches ansehen der „unbeliebtheit“ teilen sie mit zahnaerzten und rechtsanwaelten ganz unten auf der skala.

o.k., sie verdienen auch manchmal gut: beim verkauf von immos fallen 5.25% provision an, und wenn sie 'ne huette im vordertaunus fuer 3 mio verkloppen, bleiben erstmal 157.500 brutto haengen, aber solche deals laufen auch nur bei serioesen firmen mit erheblichem personal- und arbeitsaufwand. und taeglich laeuft so was sowieso nicht…
gruss
khs

Hallo Marco,

die Höhe der Maklerprovision bei der Vermittlung von Wohnraum ist gesetzlich auf zwei Monatsmieten zgl. Mehrwertsteuer begrenzt. Für Sozialwohnungen, andere öffentliche Förderungen,
selbst verwaltete Wohnungen darf keine Kaution verlangt werden. Unter gewissen Voraussetzungen kann aber auch eine Maklerprovision wegfallen, wenn der Makler wirtschaftlich zu eng in eine andere Interessenkollision kommt.

da ich bisher wenig umgezogen bin, fiel mir das erst jetzt
auf, als ich für einen Bekannten mal nach Wohnungen via
Internet suchte. Bei einigen Wohnungsangeboten standen Makler
dahinter, und sie verlangten in der Regel zweimal die
monatliche Kaltmiete plus 16% Mehrwertsteuer. Mein Bekannter
wollte kalt 300 Euro ausgegeben, und ginge eine Vermittlung
über einen Makler, wären das ja 696 Euro!
   Das erstaunte mich schon sehr. Hmm, muss der Makler 60% an
wohltätige Einrichtungen oder den Staat „spenden“, oder
vermittelt der Makler nur zwei, drei Wohnungen im Monat? Nein,
im Ernst: Weshalb sind diese Vermittlungsgebühren so hoch?

Natürlich muss er das Geld nicht spenden. Er muss es im Normalfall versteuern. Deshalb wird ein seriöser Makler nie ohne Rechnung mit fortlaufender Nummer oder Zahnungsbeleg ( auch durchnumeriert) oder mit der Weigerung, seine Bankverbindung zu nennen, arbeiten.

Für sein Einkommen muss der Makler selbstverständlich seine eigene Sozialversicherung neben der Steuer zahlen, hat Kosten für die Unterhaltung eines Büros, Kosten für Besichtigungen, usw. Also wenn nach Abzug aller Massnahmen und nach Steuern ein Stundenlohn von 50 EURO übrig bleibt, ist das nicht zuviel.

Gruss Günter

Tippfehler?

Für Sozialwohnungen, andere öffentliche Förderungen,
selbst verwaltete Wohnungen darf keine Kaution verlangt
werden.

Hallo Günter,

ich nehme an, du meinst hier „Provision“ statt „Kaution“?

Freundliche Grüße

wolle

Danke wolle,

selbstverständlich muss es Makler-Provision heissen.

Gruss Günter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Günter!

Also wenn nach Abzug aller Massnahmen und nach Steuern ein
Stundenlohn von 50 EURO übrig bleibt, ist das nicht zuviel.

Hm, 50 Euro pro Stunde bei einem Fünf-Stunden-Tag und einem 20-Tage Monat entspräche 5000 Euro netto, und das scheint mir doch sehr viel zu sein.

Marco

Hallo Karl-Heinz,

danke für Deine Ausführungen. Ein bisschen kritisch möchte ich es trotzdem sehen.

er sitzt nun nicht da und wartet, dass sich interessenten
melden, sondern er annonciert auf seine kosten in zeitungen.
dann kommen die termine = treffen mit interessenten vor ort, und
nicht jeder interessent nimmt die wohnung… geh mal davon aus,
dass der ueberwiegende teil der wohnungen, die ueber makler
angeboten werden, als „schwierig“ zu vermitteln anzusehen
sind…

Ich kann natürlich jetzt nur von meiner erwähnten Suche ausgehen, und diese Wohnungen galten für mich nicht unbedingt als schwierig, und wenn eben die Maklerprovision nicht gewesen wäre, als durchaus interessant. Auch muss der Makler nicht stets sich selbst auf der Suche nach Wohnungen machen, sondern es kommen ja sicherlich ebenso Verkäufer/Vermieter auf ihn zu.

von den 600.- ( die 96.- ust gehen ja nicht in seine tasche )
verbleiben ihm nach abzug der kosten also ca 300.- brutto - das
entspricht also einem bruttolohn von 30.- /stunde.
davon verbleiben ihm nach abzug aller abgaben als
selbststaendiger maximal 15.-/h netto
kennst du irgendeinen kfz-mechaniker, klempner oder
schluesseldienst , der fuer diese peanuts antritt?

Dass die Kosten 50% betragen, möchte ich anzweifeln, und 15.-/h würde ich nicht gerade als Peanuts ansehen, zumal man dann bei den anderen von Dir genannten Berufen auch noch die Kosten abziehen müsste.

Ich habe mal eben eine kleine Rechnung aufgemacht: Der Makler vermittelt zehn 300-Euro-Wohnungen, und es bleiben ihm nach Deiner Rechnung 1500 Euro davon übrig. Dafür hätte er fünf Stunden täglich in einem Arbeitsmonat gearbeitet, also weniger als die übliche tägliche Arbeitszeit beträgt. Und hier waren es nur die sich am unteren Rand bewegenden Wohnungen für 300 Euro.

und ihr gesellschaftliches ansehen der „unbeliebtheit“ teilen
sie mit zahnaerzten und rechtsanwaelten ganz unten auf der
skala.

Naja, was ich von dem erfahren habe, der ursprünglich die Wohnung sucht, gibt es da einige, die merkwürdige Machenschaften betreiben. Beispielsweise wurde er von der in der Anzeige angegebenen Nummer weitergeleitet, die ihm etwas von Mehrkosten für dieses Telefonat sagte, oder eine Anzeige suggerierte, es handele sich um ein privates Angebot, doch es stand ein Makler dahinter. (Letzteres habe ich bei Autoverkäufen selbst erlebt.)
   Gerade in Bereichen, in denen preiswerte Wohnungen nicht üppig gestreut sind, ist in meinen Augen ein Makler eher hinderlich, wenn man neben der Wohnungskaution auch noch eine nicht geringe Provision aufbringen muss.

Marco

Hallo Marco,

Also wenn nach Abzug aller Massnahmen und nach Steuern ein
Stundenlohn von 50 EURO übrig bleibt, ist das nicht zuviel.

Hm, 50 Euro pro Stunde bei einem Fünf-Stunden-Tag und einem
20-Tage Monat entspräche 5000 Euro netto, und das scheint mir
doch sehr viel zu sein.

Ich meine schon, dass ein Makler dies in einer Stunde haben muss, denn Deine Rechnung geht insoweit nicht auf, dass der Makler letztlich wohl kaum im Durchschnitt am Tag fünf Stunden
und an zwanzig Tagen tätig ist. Ich kenne Makler, die verdienen kaum mehr als 3000 EUR ( vor Steuern) und machen weiter nichts als Mietverträge ausfertigen und solche. Im Bereich von 5000 EUR sind dann aber Makler, die bei Aufträgen anteilig nach Stundenaufwand durchaus für Inserate, Vorgespräche, Besichtigungen, Mietverträge und Wohnungsübergaben teilweise mehr als 50 EUR pro Stunde verdienen. Zu berücksichtigen ist, dass diese Makler grundsätzlich mindestens zwei Monatsmieten verlangen. Ich gebe Dir in einem Recht, es ist nicht die Mwehrheit der Makler, der Rest verdient je nach Einsatz weniger und mancher kann alleine aus der Wohnungsvermittlung nicht leben.

Gruss Günter

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Hallo Marco,

Hm, 50 Euro pro Stunde bei einem Fünf-Stunden-Tag und einem
20-Tage Monat entspräche 5000 Euro netto, und das scheint mir
doch sehr viel zu sein.

Nicht vergessen, 30 Tage Urlaub, 5% Krankheit sowie 5% Weiterbildung sowie ca. 11 Feiertage abzuziehen. Es bleiben dann ca. 200 AT p.a. übrig. Davon gehen noch ca. 20% für Verwaltung ab, so dass er an ca. 160 AT „richtig“ arbeiten kann.

Daraus ergibt sich ein (maximales) Jahresgehalt von 64.000 Euro. Da heute schon viele Angestellte in der Nähe von ca. 50.000 Euro sind, halte ich den Mehrverdienst eines Selbstständigen für gerechtfertigt.

Grüsse

Sven

Daraus ergibt sich ein (maximales) Jahresgehalt von 64.000
Euro. Da heute schon viele Angestellte in der Nähe von ca.
50.000 Euro sind, halte ich den Mehrverdienst eines
Selbstständigen für gerechtfertigt.

Hallo Sven,

50.000 netto scheint mir für Angestellte doch sehr optimistisch gedacht zu sein.

Marco

Hallo Marco,

50.000 netto scheint mir für Angestellte doch sehr
optimistisch gedacht zu sein.

Ich habe mich mit meiner Angabe eines maximalen Jahresgehalts (unter Berücksichtigung der Jahresarbeitszeit abzgl. Urlaub usw.) von 64.000 € auch auf ein Bruttogehalt bezogen, während Du von 50.000 € netto gesprochen hast.

Dementsprechend habe ich die 64.000 € brutto des Selbstständigen auch mit 50.000 € brutto des Angestellten verglichen und nicht mit den theoretischen 50.000 € netto nach Deiner Rechnung, die ich für zu hoch halte.

Grüsse

Sven

Hallo Marco,

Hast Du ein Problem damit, was ich schreibe, Kalle, oder
weshalb fängst Du so völlig unmotiviert zu „schreien“ an?

Ich vermute, dass es ihn einfach auf die Palme bringt, wenn Angestellte (ich unterstelle mal einfach, dass Du einer bist) über das „hohe“ Einkommen von Selbstständigen sprechen, ohne genau zu wissen, welche Kosten u. Risiken mit einer Selbstständigkeit verbunden sind (nicht umsonst gehen z.Zt. so viele Firmen Pleite).

Man hat in diesem Fall einfach das Gefühl, dass man es einem Selbstständigen nicht gönnt. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, sich selbstständig zu machen und genausoviel oder -wenig zu verdienen.

Tatsache ist, dass es viele Selbstständige gibt, die gut verdienen (dafür aber noch mehr arbeiten), es aber auch viele Selbstständige gibt, die am Existenzminimum leben.

Grüsse

Sven

Hallo Marco,

Hast Du ein Problem damit, was ich schreibe, Kalle, oder
weshalb fängst Du so völlig unmotiviert zu „schreien“ an?

Ich vermute, dass es ihn einfach auf die Palme bringt, wenn
Angestellte (ich unterstelle mal einfach, dass Du einer bist)
über das „hohe“ Einkommen von Selbstständigen sprechen, ohne
genau zu wissen, welche Kosten u. Risiken mit einer
Selbstständigkeit verbunden sind (nicht umsonst gehen z.Zt. so
viele Firmen Pleite).

Man hat in diesem Fall einfach das Gefühl, dass man es einem
Selbstständigen nicht gönnt. Dabei bleibt es jedem selbst
überlassen, sich selbstständig zu machen und genausoviel oder
-wenig zu verdienen.

Tatsache ist, dass es viele Selbstständige gibt, die gut
verdienen (dafür aber noch mehr arbeiten), es aber auch viele
Selbstständige gibt, die am Existenzminimum leben.

Grüsse

Sven

Hallo Sven,

D A N K E.

Mich hat man dafür gelöscht weil ein Hirni beleidigt war und hier offensichtlich Leute ähnlich denken und den Rest einfach nicht verstehen wollen.

Kalle