Hallo,
wie ist das eigentlich:
Ich habe also eine Hausbank. Dort habe ich meine Girokonten (kostenlos), ein Depot (fast nichts drin, aber auch kostenlos) und den Kredit für unser Haus (nicht kostenlos
)
Nun habe ich einen Betrag, den ich anlegen könnte, und mein Bänker will mich diesbezüglich beraten. Ich wüsste nun gerne, was es dem bringt, wenn er mich überzeugt/überredet, mein Geld bei meiner Hausbank und nicht woanders anzulegen. Woran verdient er? Woran verdient er am meisten? Ich wüsste das gerne, damit ich einschätzen kann, ob seine Beratung vor allem seinem Verdienst dient oder eben nicht. Weiß das jemand?
Danke,
Matilda
Es müssen immer 3 verdienen!
Hallo Matilda,
da eine Bank an einer langfristigen Kundenbeziehung interessiert ist, kann es auf Sicht nur funktionieren, wenn alle drei Parteien gewinnen.
- Die Bank
- Der Kunde
- Der Mitarbeiter
Ob der Mitarbeiter über sein Gehalt oder über direkte Provision aus dem einzelnen Geschäft verdient ist dabei sekundär.
Thilo
Hallo Thilo,
ich stimme Dir prinzipiell zu, wobei der Kunde (sofern nicht vermögend und evtl. einflussreich bzw. Werbeträger) im Allgemeinen hintenansteht.
Das sage ich jetzt nicht, weil ich irgendwelche Neidgefühle hätte oder den Kommunismus möchte, nein, es ist ganz einfach:
Eine Bank ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen und damit zuerst seinen Anteilseignern gegenüber verpflichtet, ausreichend Gewinn zu erwirtschaften.
Dazu benötige ich als Unternehmen Mitarbeiter, die ich ausreichend motivieren muss, damit sie meine Produkte verkaufen (motivieren = Gehalt, jedoch nicht ausschließlich !!!)
Den Kunden muss ich davon überzeugen, dass er bei mir kauft. Das ist bei einem Oligo-/Monopol recht einfach. Sofern Konkurrenz besteht, muss ich ihn davon überzeugen, dass er bei mir mehr bekommt, als bei der Konkurrenz. Ist sich der Markt allerdings relativ einig, dem Kunden nur einen Bruchteil des Möglichen zu gebgen und gibt es keinerlei Dumping-Konkurrenz, dann gewinnt der Kunde nicht.
Da Banken im Allgemeinen recht groß sind (also keine Tante-Emma-Läden und somit fast schon Oligopole) und der Endkunde einen sehr geringen Anteil des Umsatzes ausmacht (also keinerlei Einfluß hat), sehe ich zumindest den kleinen Endkunden nicht als Gewinner.
Grüsse
Sven
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Bundeswertpapiere / Bundesschatzbriefe
Hallo,
eine Bank verdient immer wenn sie ihre ‚hauseigenen‘ Produkte (Sparpläne, Zertifikate,…) verkauft. Oder es gibt da noch Produkte von befreundeten Partnerunternehmen aus ihrer Finanzgruppe, wofür sie dann Provision bekommt.
Auch wird es meist nicht so deutlich welches Risiko und Möglichkeiten diese Angebote beinhalten. Ob man 100% Kapitalgarantie hat, so zumindest das eingesetzte Kapital am Ende der Laufzeit noch da ist.
Oder ob man schnell wieder an das Geld kommt oder Zahlpausen machen kann.
Meist (ich glaube es gar Pflicht) wird in Rahmen einer Beratung eine Risikobewertung des Kunden vorgenommen, in der dieser seine finanzielle Risiko-Bereitschaft nennt.
Ob diese Einstufung dann mit dem angebotenen Produkt übereinstimmt, das wird dann die Frage sein.
Nur eine 100%ig richtige Risikoberatung hilft zu einer passenden Produktauswahl.
Denn selten wird auf Bundesschatzbriefe aufmerksam gemacht, denn diese haben keine Kosten für den Kunden. Auch werfen die keine Provisionen für die Bank ab. Und trotzdem -oder gerade deswegen- können sie mit den anderen Bankprodukten mithalten.
Gerade sind die Zinsen wieder gestiegen. Und flexibel und sicher ist man mit den Papieren auch.
Verkaufen und Anbieten müssten die Banken die Bundeswertpapiere trotzdem.
Link (Konditionen - pdf-Datei): http://www.bwpv.de/dokumente/konditionen_buscha_fisc…
Schatzbriefrechner (Excel-Datei): http://www.bwpv.de/dokumente/schatzbriefrechner_21a5…
Aber meist bieten sie nachgeahmte Papiere an, wofür sie wieder Gebühren erheben.
Olaf
Hallo Matilda,
Dein Banker wird in aller Regel ein Festgehalt beziehen. In sofern ist es erstmal unerheblich, welches Produkt er Dir verkauft.
Banken verdienen in der Regel bei Investmentfonds oder Zertifikaten mehr als bei Direktanlagen (Aktien, Obligationen). Also hat die Bank ein Interesse, das der Berater eben Innvestmentfonds oder Zertifikate verkauft. Die Leistung eines Beraters wird unter anderem daran gemessen, vieviel Ertrag er für die Bank erwirtschaftet, was sich langfristig auf sein Gehalt und seine Weiterkommensmöglichkeiten auswirken kann.
Aber nun zur Kundeseite: Ein Produkt, was der Bank mehr einbring (und bei dem der Kunde mehr zahlt) muss nicht zwangsläuig für den Anleger schlecht sein. Nach meinen Beobachtungen ist der Nutzen einer strukturierten (und höherpreislichen) Anlage in Fonds oder Zertifikaten für den Anleger im Sinne von langfristig höheren Ertrag
oder einem geringeren Risiko wahrscheinlich.
Ein guter Indikator für die Güte einer Beratung ist die Qualität der Anlegeranalyse. Diese muss die Aspekte der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, der Kenntnisse und Erfahrungen des Anlegers, seine Anlageziele und seine Risikobereitschaft abdecken. Nur so kann eine fundierte Anlageempfehlung gegeben werden. Wird ein Angebot ohne diese Analyse unterbreitet besteht tatsächlich die Gefahr, das man was bekommt, was für die Bank besser ist als für den Kunden.
Beste Grüsse aus dem Süden
Roland
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Hallo,
Ein guter Indikator für die Güte einer Beratung ist die
Qualität der Anlegeranalyse. Diese muss die Aspekte der
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, der Kenntnisse
und Erfahrungen des Anlegers, seine Anlageziele und seine
Risikobereitschaft abdecken. Nur so kann eine fundierte
Anlageempfehlung gegeben werden.
Dies ist jedoch eine Dienstleistung, die ihren Preis hat. Also wenn ich als Kunde mich gut beraten fuehle und mein Geld verdient, ist es mir egal, wenn andere „mitverdienen“. Wenn ich schon ein kostenloses Girokonto und Depot, eine gute Beratung etc. bekomme, muessen Bank und die Mitarbeiter irgendwo die Hand aufhalten duerfen.
Gruss,
Alfred
Danke, ihr habt mir schon geholfen! (o.w.T.)
.
Hallo,
da mag wohl keiner mit der Wahrheit rausrücken.
Ich habe vor einiger Zeit einmal einen Bankausdruck in die Hand bekommen, auf dem es (sinngemäß) ein Feld gab mit der Beschriftung „Bonus für Mitarbeiter“. Und das werden die nicht ohne Grund gemacht haben. Mehr weiss ich aber auch nicht.
Gruss
Andreas
2 Sachen aus deinem Artikel „sinngemäß“ und „mehr weiss ich auch nicht“ - das sind nicht unbedingt verlässliche Angaben.
Bei meinen bisherigen Arbeitgebern gab es nix extra.
Und abgesehen von Bausparverträgen und KLVs gibts auch kein Produkt bei dem ich mir sowas vorstellen könnte.
Gruss Ivo
Grundsätzlich fließt bei jeder Geldanlage / Transaktion eine Provision (sei es Kontoeröffnung, Investmentfonds, Kreditvermittlung usw…)–die Frage ist, wer sie bekommt…selten der (beratende) Banker…
Allerdings bekommen die Banker Vorgaben: xx Millionen Euro Versicherungssumme Lebensversicherungen oder 100 Stück Kfz-Haftpflicht oder xx Millionen Bausparverträge usw…und das ist eigentlich die Gefahr für den Anleger!