Hallo erstmal,
über den Sinn und Unsinn, einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen als Gutachter zu beauftragen, und über die Qualität der Gutachten wird gerne gestritten. Fakt ist aber, dass angesichts der Tatsache, dass nur die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen gezwungen sind, einer offiziellen Stelle gegenüber ihre Eignung nachzuweisen, man nur bei diesen ein objektives Kriterium zur Hand hat, an dem man sich als unerfahrener Laie orientieren kann.
Natürlich kann auch ein öffentlich besteller und vereidigter Sachverständiger Mist erzählen, aber die Gefahr ist hierbei auf jeden Fall geringer, als wenn man an jemanden gerät, der noch nie gegenüber irgendjemand seine Qualifikation nachweisen musste, und sich einfach das Schild an die Tür geklebt hat. Das ist mit Gutachtern nicht anders als mit allen anderen geregelten Berufen auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit nachgewiesener Qualifikation einen guten Job macht, ist einfach höher, als wenn man sich „auf freien Feld“ bewegt.
Besser ist es aber noch, wenn man sich persönliche Empfehlungen von Leuten aus der Branche geben lassen kann. D.h. da ich viel mit entsprechenden Dingen zu tun habe, kenne ich in meinem Beritt inzwischen einige Gutachter, und weiß, wer etwas taugt und wer nicht. Als ich mal mit der Nachlassabwicklung angefangen habe, habe ich mich bei Notaren, Bauunternehmern, Komunen, … erkundigt, wer dort jeweils vor Ort einen guten Ruf hat, und bin nicht enttäuscht worden.
Was man aber nie übersehen sollte: Der Immobilienmarkt ist lange nicht so homogen wie der Markt für Milchin Tüten. D.h. das nach rein objektiven, wertbildenden Maßstäben und nach bestem Wissen und Gewissen gemachte Gutachten, ist keine Garantie dafür, dass sich kurzfristig auch genau der Interessent für das Objekt findet, der bereit ist, diesen Preis zu zahlen. Kommt jemand, der dringend ein Objekt braucht, und genau bei diesem Objekt ein oder zwei für ihn ganz wichtige Kriterien erfüllt sieht, ist das Gutachten nicht deshalb besser, weil man dann genau den dort angegebenen Preis erzielt. Kommt derjenige nicht, und man verkauft angesichts der laufenden Kosten dann nach einem Jahr an den ersten, der sich überhaupt mit dem Haus anfreunden könnte, wenn es denn entsprechend billig weggeht, dann ist das Gutachten deshalb noch lange nicht falsch gewesen.
Gruß vom Wiz