Hallo,
an die Sprachwissenschaftler: Wisst Ihr eigneltich was genau eine Vereinbarung ist, im Gegensatz zu einer Anweisung oder Vorgabe? Zum Beispiel wenn mein Chef sagt, „Machen Sie dies und das.“ und ich sage ja. Ist das dann eine Vereinbarung oder eine Anweisung oder gar eine Vorgabe. Wo liegen die Unterschiede?! Gibt es für so etwas irgendwelche Bücher, Zeitschriften, (oder Internet), indenen das diskutiert wird, bzw. so etwas erklärt wird.
Vielen Dank für die Hilfe!!
Hallo Klucken,
ich versuche es mal:
Eine Vorgabe ist etwas Vorgegebenes, als ein Ziel, das zu erreichen ist oder eine Bedingung, die erfüllt werden muß.
Beispiel: 12 5 Umsatzrendite sind zu erreichen. Das kannst Du nicht befeheln, also ist es keine Anweisung, das kannst Du auch nicht vereinbaren. Es ist vorgegeben, so soll es sein. es geht aber nicht immer.
Eine Anweisung ist ganz einfach ein Befehl: machen Sie mir die Vorlage fertig, und zwar bis morgen, gehen Sie den Hof fegen, kommen Sie nächste Woche eine Stunde früher!
Und eine Vereinbarung ist - das Wort sagt es schon - eine Vereinbarung oder Übereinkunft zwischen mehreren Partnern, die in diesem Fall mindestens einigermaßen gleichberechtigt sind.
Einen Termin kann man vereinbaren, wenn beide seiten die Möglichkeit haben, dem Vorschlag des anderen zu widersprechen und wenn man sich am Ende auf ein gemeinsames Datum einigt.
Einen Termin kann man natürlich auch anordnen, das ist dann eine Anweisung.
Es gibt Chefs, die es schaffen, jede Anweisung wie eine Vereinbarung aussehen zu lassen. Manche halten das für gut - aber das ist ein anderes thema.
Gruß - Rolf
an die Sprachwissenschaftler: Wisst Ihr eigneltich was genau
eine Vereinbarung ist, im Gegensatz zu einer Anweisung oder
Vorgabe? Zum Beispiel wenn mein Chef sagt, „Machen Sie dies
und das.“ und ich sage ja. Ist das dann eine Vereinbarung oder
eine Anweisung oder gar eine Vorgabe. Wo liegen die
Unterschiede?!
Ich bin zwar kein Sprachwissenschaftler, lasse aber trotzdem mal meine ganz persönliche Meinung da:
Allen drei Begriffen ist zunächst gemeinsam, dass sie eine Erscheinung oder ein Ereignis bezeichnen, aus der bzw. dem sich Verhaltensgebote und -regeln ergeben. Dabei unterscheiden sich die Begriffe wie folgt:
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Bei einer Vereinbarung ergibt sich die Verhaltensregel daraus, dass sich die Beteiligten darüber einigen, dass eine bestimmte Verhaltensregel zwischen ihnen gelten soll. Eine Vereinbarung ist daher ein mehrseitiger Akt, ein Akt also, der zwingend die Mitwirkung mehrerer erfordert, um die Verhaltensregel zustandezubringen. Im einfachsten Fall geschieht das dadurch, dass der eine Teil eine Vereinbarung mit einem bestimmten Inhalt vorschlägt und der andere Teil die Vereinbarung durch seine Zustimmung schließlich entstehen läßt. Die Vereinbarung ist daher der typische Weg, auf dem sich einander gleichgestellte Subjekte Verhaltensregeln geben.
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Bei der Anweisung entsteht die Verhaltensregel dadurch, dass ein Beteiligter sie schlicht anordnet. Die Anweisung ist daher eine einseitige Angelegenheit, ihr Empfänger ist Befehlsempfänger. Anweisungen sind dementsprechend nur zwischen Subjekten denkbar, die im Verhältnis zueinander über- bzw. untergeordnet sind. Denn der Übergeordnete ist von der Notwendigkeit befreit, für die Geltung der Verhaltensregel die Zustimmung seines Untergebenen einholen zu müssen (er kann es natürlich nichtsdestotrotz tun - was dann zu einer Vereinbarung führt).
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Während die Begriffe Vereinbarung und Anweisung die Art des Zustandekommens einer Verhaltensregel thematisieren, beschränkt sich der Begriff Vorgabe darauf auszusagen, dass eine bestimmte Verhaltensregel schlicht vorhanden ist. Ein Bedeutungselement, das sich mit dem Zustandekommen oder der Urheberschaft der Verhaltensregel befasst, enthält der Begriff nicht.
Das bedeutet, wenn der Chef sagt „Machen Sie das“, dann ist das eine Anweisung, weil ein Über- bzw. Unterordnungsverhältnis zwischen den Beteiligten besteht und der Chef das Entstehen seines Verhaltensgebots ersichtlich nicht davon abhängig machen will, ob der Untergebene zustimmt oder nicht. Wenn der Untergebene dann dazu „ja“ sagt, ist das nichts weiter als eine Empfangsbestätigung - der „Einlieferungsbeleg“ sozusagen.
Das bedeutet, wenn der Chef sagt „Machen Sie das“, dann ist
das eine Anweisung, weil ein Über- bzw.
Unterordnungsverhältnis zwischen den Beteiligten besteht und
der Chef das Entstehen seines Verhaltensgebots ersichtlich
nicht davon abhängig machen will, ob der Untergebene zustimmt
oder nicht. Wenn der Untergebene dann dazu „ja“ sagt, ist das
nichts weiter als eine Empfangsbestätigung - der
„Einlieferungsbeleg“ sozusagen.
ups, ich vergaß zu erwähnen, dass es das natürlich auch eine Vorgabe ist, denn der Begriff Vorgabe schert sich ja nicht darum, wie das Verhaltensgebot zustande gekommen ist.
Also wäre nach Deiner Theorie jede Zielvereinbarung auch eine Zielvorgabe. Aber nict jede Zielvorgabe eine Zielvereinbarung. 
Oder?!
Was ist aber, wenn der Chef sagt: „Machen Sie 12 % mehr Umsatz“ und der Mitarbeiter sagt einfach Ja (um jetzt kein Stress zu haben oder so); Es findet aber strenggenommen ja kein Austausch statt oder?!
Also wäre nach Deiner Theorie jede Zielvereinbarung auch eine
Zielvorgabe. Aber nict jede Zielvorgabe eine Zielvereinbarung.-)
Oder?!
Jo, das wär’ wohl so.
Was ist aber, wenn der Chef sagt: „Machen Sie 12 % mehr
Umsatz“ und der Mitarbeiter sagt einfach Ja (um jetzt kein
Stress zu haben oder so); Es findet aber strenggenommen ja
kein Austausch statt oder?!
Bei einer Vereinbarung muß nicht zwingend ein Austausch oder eine Verhandlung stattgefunden haben. Entscheidend ist allein, dass die Möglichkeit dazu bestanden hätte. Ob das so war, kann man zumindest vermuten, indem man sich fragt, was wohl passiert wäre, wenn der Mitarbeiter „nein“ gesagt hätte. Hätte der Chef dann gesagt, „Ok, dann machen Sie halt 5%“ oder „Was schlagen Sie denn vor?“, dann dürfte es eine Vereinbarung sein. Hätte der Chef jedoch gesagt „Sie machen trotzdem 12%“, dann ist es eine Anweisung.