Liebe ExpertInnen,
eine Ärztin, nebenbei Schauspielerin, beschreibt eine Szene aus La Traviata und lässt dabei Violetta in Alfredos Armen verenden. Ist das eine Deformation professionelle oder ist die gute Frau einfach nur blöd?
Gruß Ralf
Liebe ExpertInnen,
eine Ärztin, nebenbei Schauspielerin, beschreibt eine Szene aus La Traviata und lässt dabei Violetta in Alfredos Armen verenden. Ist das eine Deformation professionelle oder ist die gute Frau einfach nur blöd?
Gruß Ralf
Lieber Ralf,
eine Ärztin, nebenbei Schauspielerin, beschreibt eine Szene
aus La Traviata und lässt dabei Violetta in Alfredos
Armen verenden. Ist das eine Deformation professionelle oder
ist die gute Frau einfach nur blöd?
vorab - ich bin natürlich für dieses Brett keine Expertin.
Aber: wir sind mit la Traviata im 19. Jahrhundert.
Es gab damals
daraus folgt, dass die arme (fiktive) Frau in der Oper tatsächlich unter Qualen ohne medizinische Hilfe sterben musste.
Das mit Verenden zu bezeichnen, mag heute political nicht mehr correct sein, beschreibt aber den Vorgang meiner privaten Meinung nach exakt.
viele Grüße
Geli
Hi Ralf,
Ist das eine Deformation professionelle
als Ärztin oder als Schauspielerin? 
Von der schauspielerischen Seite her finde ich es - wie Geli - ok. Mich würde die Inszenierung interessieren: Vielleicht sind die ja betont naturalistisch und deine Freundin wollte sehr deutlich beschreiben, was sie darstellen wollen.
Es gibt halt Dinge, denen mit salonfähiger Sprache einfach nicht beizukommen ist.
Gruß,
Beate
Neuer Versuch
Liebe ExpertInnen,
meine erste Frage führte wohl in die Irre, deshalb bitte ich um eine zweite Chance:
Eine gelernte Ärztin und Nebenerwerbsschauspielerin kündigt auf einem Fest eine Szene aus La traviata an und lässt bei der Ankündigung Violetta in Alfredos Armen verenden. Mir war verenden bislang nur im Zusammenhang mit Tieren bekannt; wenn ich drastisch werden wollte (was dieser Szene aber kaum angemessen wäre), würde ich von verrecken sprechen. Die Sprecherin lebt durchaus im Hier und Jetzt; von historischen Bezügen war da keine Rede. Mir scheint, die Dame hat sich sehr im Ton vergriffen, deshalb frage ich mich, wie es dazu kommen kann.
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
ich habe da eine ganz komplexe Antwort, hoffe Du kommst damit zurecht:
Konfrontiere doch einfach die Sprecherin deines Satzes mit deiner Meinung und versuche den Begriff zu klären.
Wenn Du zu feig dafür bist, dann lass es doch einfach sein.
*kopfschüttelnd*,
Roland
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Lieber Roland,
es gibt Dinge auf der Welt, die wohl weit außerhalb Deines Vorstellungsvermögens liegen: Die Dame ist dermaßen prominent, dass ich bestenfalls von ihrer Agentur ein dämliches Blabla zurückbekäme, aber keine ernsthafte Antwort.
Gruß Ralf
ps: Kopfschütteln ist immer hilfreich, dann schwappt das bisschen Masse auch mal in die Ecken.
Liebster Ralf,
es gibt Leute die schon seit vielen Jahren ohne Fernseher leben.
Roland
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Lieber Roland,
es gibt Dinge auf der Welt, die wohl weit außerhalb Deines
Vorstellungsvermögens liegen: Die Dame ist dermaßen prominent,
dass ich bestenfalls von ihrer Agentur ein dämliches Blabla
zurückbekäme, aber keine ernsthafte Antwort.
Noch was allerliebster Ralf,
ich würde es erst einmal bei der Agentur versuchen, bevor vermute, dass ich eine Antwort erhalte die meinen Erwartungen entspricht.
Gruß Ralf
ps: Kopfschütteln ist immer hilfreich, dann schwappt das
bisschen Masse auch mal in die Ecken.
Korrekt. Und eine andere Meinung zu akzeptieren ist äußerst schwer,
äußerst liebende Grüße,
Roland
Hallo Ralf,
Mir scheint, die Dame hat sich sehr im Ton vergriffen, deshalb
frage ich mich, wie es dazu kommen kann.
Wie soll dir hier einer diese Frage beantworten? Oder soll man spekulieren?
Mir war verenden bislang nur im
Zusammenhang mit Tieren bekannt;
Ist es wohl den meisten Leuten. Möglicherweise sollte hier ja die Assoziation eines geschossenen verendenden Rehes hervorgerufen werden. Dass dieser Begriff aus Versehen angewandt wurde, glaube ich auch eher nicht.
Die Sprecherin lebt durchaus im
Hier und Jetzt; von historischen Bezügen war da keine Rede.
Aber La Traviata ist doch nicht heute und jetzt geschrieben worden. Wenn man über diese Oper spricht, dann hat man doch automatisch, auch ohne es zu erwähnen, einen historischen Bezug.
Viele Grüße
Thea
Moin, Thea,
Wie soll dir hier einer diese Frage beantworten? Oder soll man spekulieren?
das wäre der Psychologie doch nicht sooo fern, oder?
Möglicherweise sollte hier ja die Assoziation eines geschossenen
verendenden Rehes hervorgerufen werden.
Für ein Hascherl, das an Schwindsucht stirbt? Hm.
Dass dieser Begriff aus Versehen angewandt wurde, glaube ich auch eher nicht.
Ich auch nicht, ich vermute eher mangelnde Bildung. Aber da sind wir schon wieder beim Spekulieren…
Aber La Traviata ist doch nicht heute und jetzt geschrieben worden.
Wenn man über diese Oper spricht, dann hat man doch automatisch, auch
ohne es zu erwähnen, einen historischen Bezug.
Das ist möglich, darf aber kein Grund sein, einen Menschen verenden zu lassen. Wegen dieses Begriffs könnte ich ja mal im Deutschbrett nachhaken; dass er jemals auf Menschen angewandt wurde, bezweifle ich.
Dank & Gruß
Ralf
Eine gelernte Ärztin und Nebenerwerbsschauspielerin kündigt
auf einem Fest eine Szene aus La traviata an und lässt
bei der Ankündigung Violetta in Alfredos Armen
verenden. Mir war verenden bislang nur im
Zusammenhang mit Tieren bekannt; wenn ich drastisch werden
wollte (was dieser Szene aber kaum angemessen wäre), würde ich
von verrecken sprechen.
Also ich finde zB „verrecken“ wesentlich vulgärer als „verenden“…
LG
Stuffi
Hallo Ralf,
Eine gelernte Ärztin und Nebenerwerbsschauspielerin kündigt
auf einem Fest eine Szene aus La traviata an und lässt
bei der Ankündigung Violetta in Alfredos Armen
verenden. Mir war verenden bislang nur im
Zusammenhang mit Tieren bekannt; wenn ich drastisch werden
wollte (was dieser Szene aber kaum angemessen wäre), würde ich
von verrecken sprechen. Die Sprecherin lebt durchaus im
Hier und Jetzt; von historischen Bezügen war da keine Rede.
Mir scheint, die Dame hat sich sehr im Ton vergriffen, deshalb
frage ich mich, wie es dazu kommen kann.
Ich denke, Du verwirrst uns alle mit Deiner Frage, denn vermutlich ist keinem klar, mit welcher Antwort wir Dir helfen könnten.
Dass „verenden“ sicher ein Begriff in Zusammenhang mit dem Tod von Tieren ist, ist jedem klar. Dass Sprache manchmal eher assoziativ als wörtlich korrekt eingesetzt wird - vor allem im Bezug zu Literatur und Kunst, ist meiner Meinung nach ebenfalls klar, oder?
Welchen Beweggrund die Dame hatte, ein offensichtlich rein sprachlich betrachtet „falsches“ Wort einzusetzen, wirst Du wohl tatsächlich bestenfalls mit ihr persönlich klären können.
Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man sich mit so einem „einfachen“ Wort in einem solchen Zusammenhang „vergreift“. Und wenn, wäre das für mich weniger psychologisch zu klären, als ggf. in der sprachlichen Vergangenheit der Dame zu suchen (lebt sie lange im Ausland oder ist mehrsprachig und dementsprechend sprachlich „unpräzise“ o.ä.)
Also: Welche Antwort erwartest Du von uns in diesem Zusammenhang, um derart ungeduldig mit uns als Community umzuspringen? Was treibt Dich(!) hier an?
Grüße
Jürgen
[ot] Hi J.!
Hi Jürgen,
Also: Welche Antwort erwartest Du von uns in diesem Zusammenhang, um derart :ungeduldig mit uns als Community umzuspringen?
Ungeduldig? Community?! Erwacht hier eine neue Instanz von M. / R.S. / F.aD und wie sie alle heißen, diese Fetzen einer multiplen Person?
Was treibt Dich(!) hier an?
Wissbegier. Im Gegensatz zu manch anderen Postern, die anderen Postern erzählen möchten, wie sie zu fragen hätten.
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
vielleicht wäre es hilfreich gewesen, das Originalzitat zur Hand zu haben. Dann hätte man ggf. darüber spekulieren können, ob sie den unbestreitbar jämmerlichen Tod der Protagonistin absichtlich als „verenden“ bezeichnete - also viehische Assoziationen wecken wollte, oder ob es lediglich eine sprachliche Fehlleistung war, der ihr einen falschen Begriff für „verrecken“ (was angesichts der literarischen Umstände sicher angebracht und angemessen wäre) auf die Zunge legte.
So wird das sicher nicht zu klären sein.
Mir passiert es auch gelegentlich, dass ich mangels des eigentlich passenden Wortes Zuflucht zu einem Wort aus einem benachbarten Kontext nehmen muss. Oder dass mir statt des an und für sich angebrachten Begriffes der Hochsprache ein eher dem Gassenjargon verhaftetes Synonym herausrutscht. (die Jahre auf See waren der gepflegten Umgangssprache doch eher abträglich. Einerseits erweiterten sie zwar meinen Wortschatz beträchtlich, andererseits aber eher im niederen Bereich 
Ich stimme dir zu, dass der Künstlerin allem Anschein nach hier ein sprachlicher Missgriff unterlief. Ob sie allerdings damit eine Absicht verfolgte oder ob es tatsächlich ein Ausrutscher war …
Grüße
Eckard
Hi Eckard,
aus Tonfall und Mimik war jedenfalls nichts zu entnhemen, was auf Ironie / absichtliche Grobheit / sonst etwas hätte schließen lassen - völlig ungerührt, als wäre das Hochsprache, wie es dem feierlichen Anlass angemessen war. Das Publikum hat aber sichtbar gezuckt.
So wird das sicher nicht zu klären sein.
damit werde ich leben können. Hat mich allerdings gewundert, dass Du Dich gerade hier eingeklinkt hast - Du zählst aber nicht zu diesen ominösen Inkarnationen, oder?
Gruß Ralf
Hallo.
eine Ärztin, nebenbei Schauspielerin, beschreibt eine Szene
aus La Traviata und lässt dabei Violetta in Alfredos
Armen verenden. Ist das eine Deformation professionelle oder
ist die gute Frau einfach nur blöd?
Ich denke mal ganz unvoreingenommen, dass es der Versuch war, eine geistreiche Bemerkung vom Stapel zu lassen. Violetta fällt ja bekanntermaßen nicht einfach tot um, sondern ihr Tod wird in melodramatischer Form dargestellt.
Ich versuche mal, eine Analogie zu konstruieren. Im Western wird der Duellant erschossen. Er fällt nicht einfach um (wie sich das gehört *g*), sondern stöhnt, grunzt und rezitiert ein ellenlanges Gedicht. Nach einigem Zucken und Zappeln schließlich erfolgt ein letzter Seufzer. Wie wirkt das wohl? Lächerlich sicher.
In der Oper ist dagegen das dramatische Element vorherrschend, so dass die Agonie nicht unbedingt lächerlich wirken muss. Frau Dr. hat aber wohl dieses Empfinden bei Violettas Todesszene, so dass sie in die Humorkiste griff - genau daneben. „Violetta kneift den *PIEP* zu - kratzt ab - geht von hinnen - segnet das Zeitliche - krepiert - verreckt - gibt den Löffel ab - kauft nicht mehr bei Aldi …“ : für nichts Anderes gibt es so viele, vulgäre, schwülstige, drastische, was auch immer, Metaphern.
Und an der falschen Stelle originell sein zu wollen, kann der Beinkleidung ästhetische Qualität gelegentlich gar heftiglich versaubeuteln (wie dieser Satz eigentlich hätte bewiesen haben müssen gesollt hat).
Das ist auch der Grund, weshalb so wenige den schmalen Grat zwischen einer geistreichen Bemerkung und einem Holzhammerwitz sicher erkennen können. Ein letztes Beispiel (von Heinz Erhardt, leider nur aus dem Gedächtnis zitoren) : „dann geht der Schnürsenkel auf, man stolpert und fällt aufs … Antlitz“. Der alltägliche Vorgang und dann das ungewöhnliche Wort (jeder erwartet „Maul“) - was bei dem Genie aus Riga funktionor, ist bei der Ärztin eben in den Wald gelaufen.
Gruß Eillicht zu Vensre
Besternten Dank!
Hi,
so eine Antwort ist Balsam für die Galle: Ohne mir zu erklären, wie eine derartige Frage viel schöner gestellt werden könnte, Gedanken zu den möglichen Gründen für diesen Lapsus. Mehr will der Mensch doch gar nicht.
Gruß Ralf