Hi Marvin,
die entscheidende Frage dürfte erstmal sein, ob er überhaupt was ändern mag. Es klingt wenigstens so an, da Du schreibst, er würde seine Eltern nun selbst mehr klären lassen.
Es scheint als hättest Du sein Wohl mehr im Auge als er selbst. Vielleicht kannst Du ihn auch unterstützen in dem Du ihm einfach Fragen stellst, möglichst neutral. Es sollte nichts „dahinter stecken“ im Sinne von weiteren „Forderungen“ oder „Vorwürfen“.
Ein Chef dürfte sich in aller Regel über ein Arbeitstier freuen. Doch was macht der Chef, wenn sein „bestes Pferd im Stall“ mal ausfällt? Wie lange, wenn überhaupt, würde der Chef das hinnehmen?
Wie schon geschrieben, ich weiß nicht was seine Glaubenssätze sind. Er hat herauszufinden, weshalb er so wenig delegieren will oder auch delegieren kann. Wieviel sind die beteiligten Personen haben zu wenig soziale / berufliche Kompetenz Konflikte zu lösen und wieviel will er möglicherweise auch gar nicht, dass Menschen selbständig ihren Job machen? Sicherlich können beispielsweise auch Eltern durch ihre Kinder etwas lernen oder auch Kinder mal vermitteln, doch je nach Maß der Vermittlertätigkeiten, kann ein Mensch sich hier auch missbrauchen lassen.
Was will er von seinem Leben? Was davon lebt er, was nicht? … Wenn er mal nicht arbeitet, nicht vermittelt, kein Mitarbeiter aus der Firma anruf, was tut er denn sonst noch? Es klingt nicht so, als hätte er da noch viel Zeit für sich und seine Interessen, so er diese überhaupt entwickelt hat.
Ich finde es sehr berührend, wenn ein Mensch hilfreich und gebend ist, doch es darf nicht auf die eigenen Kosten gehen. Meiner Meinung nach, wenn ein Mensch in seinem Geben stimmig ist, dann wird ihm auch gegeben, vielleicht nicht von den Menschen denen er selbst gegeben hat oder von denen er es sich wünscht, doch auch er sollte was zurück bekommen. Anders verhält es sich meiner Meinung nach jedoch, wenn ein Mensch mehr gibt als er im Grunde geben will, gibt z.B. weil er Verlustangst hat, nicht nein sagen kann, darin seine Existenzberechtigung sieht, Macht gewinnen möchte oder was auch immer da in so einem Menschen vorgeht…
Klar, es gibt Menschen die sich selbst aufopfern, für sich wenig bis nichts verlangen und andere danken es nicht einmal. Und sie fühlen sich dabei noch glücklich, so sie teils behaupten. Ich weiß nicht wie ehrlich diese Menschen dann zu sich selbst sind.
Wie wäre es mal mit Familienurlaub? Was würde passieren, wenn er mal für eine Zeit X sagen würde, dass er für Problemlösungen und Vermittlungen nicht zur Verfügung steht?!
Ich kenne Euch nicht. Ich hoffe jedoch, dass er Dich nicht austrickst. Sprich er mag es vermutlich auch Dir recht machen. Manche tricksen dann, und sagen sie machen nichts, machen jedoch heimlich. Wenn er es jedoch zunehmend schafft, sich rauszuhalten, dann ist das doch erfreulich und ein Schritt mehr in die richtige Richtung.
Was sind denn seine Gedanken, wenn er mal Nein sagt? Was denkt er was die anderen dann dächten bzw. was dann passieren könnte?
Ich werde mal versuchen, ob ich dazu bringen kann, sich
zunächst seiner Hausärztin anzuvertrauen. Die ist ganz
vernünftig und kann bestimmt sagen, wie man da weiter vorgeht,
Richtung Psychotherapie etc.
Das ist ja der Punkt. Du kannst ihn hinführen, doch er muss es auch wirklich wollen. Schlimmstenfalls macht er Therapie, damit er vor Dir seine Ruhe hat, doch öffnet sich nicht wirklich. Wie gesagt, die Frage ist, wie er sein Leben sieht, und was er will?
Ciao,
Romana