Vergangenes verherrlichen

hallo liebe www’ler

im laufe der letzten jahre ist mir aufgefallen, daß die menschen (egal ob männlein oder weiblein) die vergangenheit oft verherrlichen/verschönen…

konkretes beispiel: die letzte beziehung mit einem partner.

solange man keinen neuen partner hat, scheinen viele die beziehung mit dem ehemaligen partner sehr einseitig, meist viel zu positiv zu sehen.
ich verstehe nicht, warum.
es hilft nicht gerade abstand zu erhalten.
und sobald diese menschen dann einen neuen partner haben,
sehen sie plötzlich auch die negativen seiten des vorigen partners (vielleicht, weil sie was „schöneres“ erleben?)

in meinem konkreten fall weiß ich garnicht, wie ich einem freund helfen soll, außer ihm ständig auch die negativen seiten immer wieder durch lange gespräche ins hirn zu hämmern.
das empfindet er dann auch jedesmal als hilfreich.
aber allein schafft er das nicht.

ich frage mich, warum das oft so ist.
warum ist das „von der natur“ (ein anderer ausdruck fällt mir nicht ein) nicht anders eingerichtet. warum sieht der-/diejenige nicht auch die negativen seiten? ich spreche auch nicht von menschen, die kürzlich erst verlassen wurden, sondern von 2-3 jahren.

wißt ihr gründe?

gruß trinity

Hallo Trinity,

ich weiss nicht, ob dir das wirklich hilft: aber dieses Phaenomen findest du in vielen Bereichen.
Es betrifft mich selbst - wenn ich meine Jungs anschaue und versuche an die Babyjahre zurueckzudenken, oder die Trotzphase — und dann Briefe von damals lese (die ich geschrieben habe) und merke, wie ich wirklich die schlimmen Seiten vergessen habe.
Oder meine Schwester: sie hat voellig verdraengt, wie schlimm es manchmal bei uns zuhause zwischen unseren Eltern zuging (trotz der guten Zeiten und Seiten), aber sie will das einfach nicht mehr wahrhaben.
Ich koennte viele dieser Beispiele bringen.
WARUM das so ist, wuesste ich eigentlich auch gerne, vielleicht hat ja jemand eine Antwort, vielleicht sogar ein Studierter MIT Lebenserfahrung (sorry, das hat nix mit hier zu tun, ich komme gerade aus dem Religionsbrett…)

Tschuess + Gruesse,
Elke

Hallo Yvonne!

im laufe der letzten jahre ist mir aufgefallen, daß die
menschen (egal ob männlein oder weiblein) die vergangenheit
oft verherrlichen/verschönen…

Nicht nur verschönern, sondern Menschen biegen sich oft Situationen (vergangen, gegenwärtig oder zukünftig) in ihrer Wahrnehmung so hin, daß sie am besten mit ihren gegenwärtigen Einstellungen in Übereinstimmung stehen.

konkretes beispiel: die letzte beziehung mit einem partner.

Ein gutes Beispiel, weil partnerschaftliche Beziehungen sehr stark mit Emotionen verbunden waren / sind.

solange man keinen neuen partner hat, scheinen viele die
beziehung mit dem ehemaligen partner sehr einseitig, meist
viel zu positiv zu sehen.
ich verstehe nicht, warum.

Ist doch relativ einfach, es sich plausibel zu machen. Wenn man keinen Partner hat UND gern wieder einen hätte, dann „erinnert“ man sich an die schönen Seiten der vorangegangenen - damit man einen Grund hat, wieder einen Partner zu suchen. Denn, wenn man frühere Partnerschaften im schlechten Licht sehen würde, warum sollte man dann nach einer neuen streben?

es hilft nicht gerade abstand zu erhalten.

Muß man auch nicht unbedingt. Sozial kompetente Menschen schaffen es auch, sich noch nach Ende einer Partnerschaft „Guten Tag“ zu sagen.

und sobald diese menschen dann einen neuen partner haben,
sehen sie plötzlich auch die negativen seiten des vorigen
partners (vielleicht, weil sie was „schöneres“ erleben?)

*lach* Na klar! Das ist alles mit der Dissonanztheorie zu „erklären“. Wenn Menschen sich für eine von mehreren Möglichkeiten (hier: potentiellen Partnern) entscheiden müssen, dann sammeln sie Informationen darüber, was die beste Entscheidung ist. Sie treffen schließlich ihre Entscheidung und werten die nicht-gewählten Möglichkeiten ab, damit die gewählte in „strahlendem Glanz“ erscheint. Denn: Stell´ Dir vor, Du würdest nach der Entscheidung anders denken: „Scheiße, ich hätte doch den anderen nehmen sollen.“ Nein, Dissonanz als das Gefühl, daß sich Einstellungen widersprechen und die getroffene Entscheidung nicht richtig war, mag der Mensch nicht. Gott sei Dank, gibt es Dissonanzreduktion. Aber Gott sei Dank, läßt sich Dissonanz nicht immer vollständig reduzieren.

in meinem konkreten fall weiß ich garnicht, wie ich einem
freund helfen soll, außer ihm ständig auch die negativen
seiten immer wieder durch lange gespräche ins hirn zu hämmern.

Du liebe Güte! So etwas ist meistens vergebliche Liebesmüh. Da ist ´was Stärkeres am Werk als Du.

das empfindet er dann auch jedesmal als hilfreich.
aber allein schafft er das nicht.

Du wirst sehen, was passiert, wenn er eine neue Partnerin findet. Dann geht´s ganz schnell, daß er die alte Partnerschaft deutlich weniger rosig sieht. Yvi, Du bist Don Quichotte im Kampf gegen Windmühlen. Laß der Psyche in diesem Fall ihren Willen.

warum ist das „von der natur“ (ein anderer ausdruck fällt mir
nicht ein) nicht anders eingerichtet.

„Von Natur aus“ ist treffend. Es ist so, weil Menschen das Gefühl brauchen, daß ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen in Übereinstimmung stehen. Daß sind sie zwar oft nicht, aber wenn dies jedem dauernd bewußt wäre, könnten wir nicht mit unseren alltäglichen Verhaltensweisen weitermachen. Von der Natur ist es so eingerichtet, damit wir überleben. Derjenige, der über seine Inkonsistenzen grübelt, ist weg von der Fortpflanzung.

ich spreche
auch nicht von menschen, die kürzlich erst verlassen wurden,
sondern von 2-3 jahren.

In der Zwischenzeit gab es keine neue Partnerin: „Ich möchte sooo gern wieder eine Partnerin haben. Das war sooo schön damals.“ Da treibt Mutter Natur in Form von Motivation an, auf Partnersuche zu gehen.

Gruß,

Oliver Walter

Hallo Oliver,

schoen zu wissen, dass diese Phaenomen auch einen wissenschaftlichen Namen hat :wink:

Wnn Menschen sich für eine von mehreren
Möglichkeiten (hier: potentiellen Partnern) entscheiden
müssen, dann sammeln sie Informationen darüber, was die beste
Entscheidung ist. Sie treffen schließlich ihre Entscheidung
und werten die nicht-gewählten Möglichkeiten ab, damit die
gewählte in „strahlendem Glanz“ erscheint. Denn: Stell´ Dir
vor, Du würdest nach der Entscheidung anders denken: „Scheiße,
ich hätte doch den anderen nehmen sollen.“ Nein, Dissonanz als
das Gefühl, daß sich Einstellungen widersprechen und die
getroffene Entscheidung nicht richtig war, mag der Mensch
nicht. Gott sei Dank, gibt es Dissonanzreduktion. Aber Gott
sei Dank, läßt sich Dissonanz nicht immer vollständig
reduzieren.

Ich beobachte das auch in einem ganz anderen Kontext. Viele Leute, die hier in Saudi leben zaehlen im Gespraech immer die guten Seiten des Lebens hier auf (ich gehoere auch meist dazu…), kaum steht aber das Ende des Arbeitsvertrags in Sicht und die Entscheidung zum Umzug ist gekommen, meckern sie bloss noch, alles, was sie bisher laechelnd ertragen oder vielleicht sogar genossen haben, ist jetzt Mist und kaum auszuhalten. Sie muessen sich eben ihre eigenen Entscheidung immer wieder selbst bestaetigen. Wahrscheinlich braucht man das, um mit seinen eigenen Entscheidungen leben zu koennen.

Danke fuer die Erklaerung (auch wenn ich gar nicht gefragt hatte),
Gruesse,
Elke

Hallo Elke!

schoen zu wissen, dass diese Phaenomen auch einen
wissenschaftlichen Namen hat :wink:

Ooch, wir Psychologen sind selten verlegen, wenn´s ums Erfinden von neuen Namen für altbekannte Tatsachen geht *g*

Ich beobachte das auch in einem ganz anderen Kontext. Viele
Leute, die hier in Saudi leben zaehlen im Gespraech immer die
guten Seiten des Lebens hier auf (ich gehoere auch meist
dazu…), kaum steht aber das Ende des Arbeitsvertrags in
Sicht und die Entscheidung zum Umzug ist gekommen, meckern sie
bloss noch, alles, was sie bisher laechelnd ertragen oder
vielleicht sogar genossen haben, ist jetzt Mist und kaum
auszuhalten. Sie muessen sich eben ihre eigenen Entscheidung
immer wieder selbst bestaetigen. Wahrscheinlich braucht man
das, um mit seinen eigenen Entscheidungen leben zu koennen.

Genau. Die Dissonanztheoretiker nennen das „Hinzufügen von konsonanten Kognitionen“. Wenn man sich entschlossen hat, in Saudi-Arabien zu bleiben, dann fügt man „Argumente“ zu den bisherigen dazu, warum man bleibt. Wenn man sich aber entschlossen hat, zu gehen, dann fügt man „Argumente“ hinzu, warum man geht. In Falle des Bleibens sind „Argumente“ für das Bleiben „konsonant“, im Falle des Gehens „Argumente“ für das Gehen. Wieso sollte man auch dissonante „Argumente“ hinzufügen, also welche, die gegen die getroffene Entscheidung stehen? Das würde nur dazu führen, daß man sich dauernd mies fühlt. Also läßt man´s bleiben. So einfach ist das mit dem menschlichen „Geist“. *g*

Natürlich will ich nicht verschweigen, daß es nicht immer so ist. Wenn es wirklich unübersehbare und wichtige Gründe dafür gibt, daß eine Entscheidung nicht richtig war, dann funktioniert es nicht so. Das war der Hinweis, daß Dissonanzreduktion - Gott sei Dank - nicht immer und vollständig klappt.

Danke fuer die Erklaerung (auch wenn ich gar nicht gefragt
hatte),

Gern geschehen.

Herzliche Grüße in den Nahen Osten von

Oliver Walter

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…Sozial kompetente Menschen schaffen es auch, sich noch nach Ende einer Partnerschaft „Guten Tag“ zu sagen…

klingt gut!

…Sozial kompetente Menschen schaffen es auch, sich noch nach
Ende einer Partnerschaft „Guten Tag“ zu sagen…

klingt gut!

Ist aber - wie wir beide wissen - sogar im Falle einer weniger engen sozialen Beziehung nicht so einfach. Wünschte, es wäre nicht so gelaufen.

Grüße,

Oliver

Dazu noch eine Frage
Hallo Oliver (und wer es sonst noch weiß),

danke für die Infos - auch wenn ich nicht gefragt habe :wink:

Ich habe irgendwo im Hinterkopf ein Experiment vergraben, das ungefähr so ging: Studenten wurden unmittelbar nach Pearl Harbour gebeten, aufzuschreiben, was sie an diesem Tag gemacht hatten.

X Jahre später sollte sie noch einmal ihre Erinnerungen an Pearl Harbour notieren. Es gab wohl große Differenzen. Besonders interessant war, dass die Studenten mehrheitlich darauf bestanden, die neuere Variante sei die Wahrheit.

War das so ? Gibt es das online ? Oder Literatur für Laien dazu, ich finde das nämlich seeeeehr interessant !

Danke vorab und viele Grüße von

Sylvia - die manchmal schon vergißt, was letzte Woche war - aber schön war’s :wink:

…Wünschte, es wäre nicht so gelaufen…

dito!

gruß yvonne

Hallo Zusammen!

Wieso sollte man auch dissonante „Argumente“
hinzufügen, also welche, die gegen die getroffene Entscheidung
stehen?

Um sich hinterher nicht den Vorwurf der Selbsttäuschung machen zu müssen!

Das würde nur dazu führen, daß man sich dauernd mies
fühlt. Also läßt man´s bleiben. So einfach ist das mit dem
menschlichen „Geist“. *g*

Dieses dauernde miesfühlen kann sich eben auch empirisch einstellen!
So einfach der menschliche Geist hier auch dargestellt wird, kommt er an den Erfahrungswerten des Lebens nicht vorbei und es bilden sich schliesslich auch Lerneffekte.

Natürlich will ich nicht verschweigen, daß es nicht immer so
ist. Wenn es wirklich unübersehbare und wichtige Gründe dafür
gibt, daß eine Entscheidung nicht richtig war, dann
funktioniert es nicht so. Das war der Hinweis, daß
Dissonanzreduktion - Gott sei Dank - nicht immer und
vollständig klappt.

Na Gottseidank! So einfach scheint mir das wirklich nicht zu sein. Eher eine Versimplifizierung.

Gruss
HC

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Hallo!

Hast Du den Absatz „Natürlich will ich nicht verschweigen …“ überlesen?

Gruß,

Oliver Walter

hallo,

ich hab die anderen postings (noch) nicht gelesen: aber es schien mir so offensichtlich meine erfahrungen mitzuteilen.

ich vergesse schlechtes unendlich schnell! und z.t. auch wirklich vollkommen, d.h. selbst wenn mir jemand davon erzählt weiss ich es z.t. selbst dann bei grösster anstrengung nicht mehr ! umsoschlechter dessto grösser ist die wahrscheinlichkeit dass ich mich nicht mehr erinnere (meist jetzt auf sachen beziehung bezogen, aber nicht nur).

gutes hab ich immer (meist *g*) in erinnerung! zum glück! erinnerungen an das gute tun gut! daran bin ich gewachsen, kann mich erbauen. erinnerungend an das schlechte wenn zuviel würden zerstören. denk nur an all die (hoffentlich meist vergessenen) sachen wo du im elternhaus unzufrieden warst, wenn du dich nur an das wirklich an all das unangenehme was im leben passiert erinnern würdest… du fändest du hättest bis jetzt nur katastrophen erlebt, auch wenns eigentlich schön war im ganzen. (vorausgesetzt es war so, wenn nicht entschuldige und ersetze das beispiel durch etwas anderes wo’s so war).

das nur als allgemeines am anfang.

nach ende der beziehung, war es für mich enorm wichtig SIE wiederzusehen. nicht dass sie mir schlechtes erzählt !! gar nicht, denn ich wollte das was wir hatten nicht schlecht machen, es war schön, gut; nur eben mal vorbei; gegen schluss nicht mehr alles schön.

aber vor allem in der anfangsphase (z.t. jetzt in schwachen momenten noch, fasst 1,5 jahre her) hab ich für mich ein perfektes bild von IHR aufgebaut, so wie sie war wo es noch perfekt war und hab darüber gelitten. kaum sah ich sie (in guter freundschaft wie wir waren und sind) hab ich gesehen was sie und ich heute sind, und sofort wieder gesehen warum und dass es heute eben einfach nicht mehr passt. gar nicht dass wir uns heute nicht verstehen! nur eben DAS isses nicht mehr. und auch gar nicht dass sie mir (wie du meintest) die schlechten sachen an den kopf zu werfen brauchte, das wäre erniedrigend für uns und unsere zeit.
aber eben ich brauchte diese erinnerungs-hilfen, da ich sonst in mir ein perfektes traumbild (ist ja nicht utopisch, war ja mal so) aufbaute. eben weil ich mich an das gute erinnerte.

es ist gut die guten erinnerungen zu behalten! denn das war dein leben, hat dich geprägt und es wäre unwürdig für diese erfahrung sie zu vergessen oder einen lebensabschnitt, der auch gutes hatte wegen der schlechten dinge abzutun, zu verleugnen oder schlecht zu machen. lerne aus dem schlimmen, aber erinnere dich an das gute!
es ist auch gut die fehler zu sehen im nachhinein (was du ev. meinst mit dem: beim nächsten partner) um nicht dieselben fehler zu begehen, um sich zu schützen vor gleichen dingen.

ich jedenfalls finds prima, dass wir so gebaut sind (die meisten): bsp: nach einem tag mit viel schönem und ein paar schlechten sachen (z.b. schöner tag, stundenweise schön aber am schluss hats geregnet und alles wurde nass…) will ich mich lieber an das schöne erinnern als später nur noch die nassen sachen in erinnerung zu haben.

meine meinung
ba

Hallo Oliver!

Hast Du den Absatz „Natürlich will ich nicht verschweigen …“
überlesen?

Nein, aber es würde zu komplex. Es ist natürlich schwer hier dem Anspruch des www einerseits und der themabedingt nötigen Einfühlsamkeit andererseits, gerecht zu werden. Vor allem so wie sich diese Seite entwickelt hat.
Zwischem kritisch-analytischem und kreativ-innovativem Denken müßte man aber schon differenzieren. Stammen solche Gedanken aus einem Resümee oder sind sie wie du erwähnt hast, Beginn einer Innovation.
Hat der Betreffende die Beziehung beendet oder die Partnerin oder beide einvernehmlich? Viele Paare finden sich auch wieder, weil die Trennung ein Fehler war. War es eine 6 monatige Beziehung oder aber eine 30 -jährige Ehe. Ist die/der Berteffende emanzipiert oder lebt in sozialer oder soziologischer Abhängigkeit, je nach individueller Situation erfahren solche Gedanken natürlich eine ganz andere Bedeutung. Und eine Analogie zu einem zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag sehe ich dann doch eher skeptisch.
Die negativen Seiten, die die Posterin dem Betreffenden ins Hirn rammen will, muß dieser auch nicht unbedingt so negativ wie diese empfinden. Den Idealpartner gibt es ohnehin nicht, den müßte man sich schon selbst schnitzen und dazu müßte man ersteinmal selbst ideal sein, damit das Ganze auch funktioniert!:wink: Die Menschen sind doch sehr verschieden und die Seele bleibt unergründlich.

Gruß
HC

und die Seele bleibt unergründlich …

wie immer alles unergründlich bleibt, was es so nicht gibt.

Gruß,

Oliver Walter

wie immer alles unergründlich bleibt, was es so nicht gibt.

Was meinst du mit „so nicht gibt“ ?

Für den Aussenstehenden meinte ich natürlich! :smile:

Gruß,
HC

Die Psyche ist nach der griechischen Mythologie die Gemahlin des Eros.
War er nun verheiratet oder nicht? Eine wichtige Frage an die empirisch herangegangen werden muesste, leben Kuppler eher mit einer Gefaehrtin als die Grundgesamtheit?
Was ist der Unterschied zwischen Platonischer Liebe und Pythagoräischer Freundschaft?
Das unser Gedaechtnis durch seine Unzulaenglichkeit uns vor der Katastrophe schützt, scheint mir klar und das Beispiel Maennlein-Wieblein ficki-ficki wird im allgemeinen überschätzt.
Mir faellt dazu auch Adenauer ein: "Was interessiert mich mein dummes Geschwaetz von gestern? Wie auch immer dem sei, wir haben uns die Geschichte nicht bloss eingebildet;
oder fuehlt sich noch jemand wie ich manchmal in der Trueman-Show oder diesem 80er Jahre Song „I always feel like, somebodys watching me“???

WARUM das so ist, wuesste ich eigentlich auch gerne,
vielleicht hat ja jemand eine Antwort, vielleicht sogar ein
Studierter MIT Lebenserfahrung (sorry, das hat nix mit hier zu
tun, ich komme gerade aus dem Religionsbrett…)

Tschuess + Gruesse,
Elke

Hy Elke,
ich bin 32,m,Dipl-Psych.
Warum-Fragen sind fuer Wissenschaftler ja immer interessant…
Gefuehlsmäßig wuerde ich sagen, dass es ueberlebensnotwendig ist, dass uns unser Gedächtnis bescheisst, wir muessten sonst zweifellos wahnsinnig werden. Unsere Vergleiche mit anderen Menschen fielen so katastrophal aus, dass wir in die Selbsttötung fliehen muessten oder in komatösen Zuständen verloren gingen. Man hat herausgefunden, das „depressive“ Menschen die realistischste Selbsteinschätzung und Zukunftserwartung haben. Es gibt natuerlich kein One-size-fits-all aber ich glaube manchmal, jeder nimmt sich von dieser Wahrheitsflasche soviel wie er vertragen kann. Niemand ist perfekt und wenn man Menschen näher kennenlernt merkt man auch wo Tabu-Themen sind. Man möchte natuerlich selbst auch, dass seine eigenen Tabus respektiert werden und nicht immer jemand Salz in die Wunde streut. Über sich selbst lernen kann man nur im Selbstbild-Fremdbild-Abgleich. „Wie wirke ich auf meine Umgebung?“ Allerdings gilt eben auch, dass man den Balken im eigenen Auge nicht erkennt und den Splitter im Auge des anderen umso größer. An sich selbst immer weiter feilen, sich kritisch immer wieder in Frage stellen und beobachten, vieleicht gute Bücher lesen, Bilder kucken, Musik hören kann uns vieleicht auch ein wenig weiter bringen, ansonsten glaube ich, man kann sich gar nicht unwichtig genug nehmen; was Glaube und Religion anbelangt, wir duerfen nicht predigen, wir muessen uns alle benehmen, Toleranz; und grundsätzlich genuegt eine linsengroße Menge…

Peter

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