Nach einem Gespräch kam die Frage auf: wie ist das mit der Vergebung der Sünden? Die Katholen sollen zur Beichte gehen, dann wird ihnen vergeben. Wie machen es die Evangelen? Bekennen sie vor Gott im Gebet ihre Sünden und es wird ihnen vergeben? Ich bin katholisch und finde persönlich nicht oft den Weg in den Beichtstuhl. Im Gebet fände ich dies auch leichter. Haben es die Evangelen dann nicht einfacher und können es die Katholen nicht auch so machen? Enni
Hallo, Enni,
die Ohrenbeichte gibt es auch bei den Protestanten, nur ist sie dort m.W. nicht nicht in dem Maße verpflichtend wir bei den Katholiken.
Bei den Protestanten soll der Gläubig seine Sünden selbst erkennen und vor sich selbst eingestehen und sie bereuen.
Gruß
Eckard
Hallo,
hier kann ich wieder mal nur sagen, wie ich es persönlich sehe/halte:
Auch ich bin seit meiner Firmung nicht mehr in der Beichte gewesen. Obwohl ich
mich danach, wenn ich mich recht erinnere, immer recht gut und befreit gefühlt
habe, weil ich mir endlich mal alles von der Seele reden konnte ohne Angst haben
zu müssen, dass es mir irgendwer nochmal irgendwann vorhält. Und darin besteht
glaube ich auch der wirkliche Sinn: es geht nicht darum, sich selber zu geißeln
oder die Neugierde des Priesters zu befriedigen, sondern darum, tatsächlich
jemanden vor sich zu haben, der einem zuhört und dem man auch das sagen kann, was
man vielleicht nichtmals seinem allerbesten Freund erzählen würde.
Andererseits: je älter ich wurde desto schwieriger fand ich es, anderen Menschen
die wirklichen Verfehlungen zu gestehen, auch wenn ich sie wirklich bereue. Nun,
ich gehe von Zeit zu Zeit in einen Selbstdialog, der manchmal auch gnadenlos
ehrlich sein kann - da das mehr oder minder aber auch ein Dialog mit Gott ist,
nimmt das für mich persönlich einen ähnlichen Stellenwert wie die Beichte ein,
wenn ich mir meine Fehler gestehe, sie bereue und versuche, mich zu ändern.
Nur: auch ich kann diesen Dialog nicht immer führen und ich glaube dass es sehr
viele Menschen gibt, die mit sich selber überhaupt nicht zurecht kommen und
dementsprechend auch nicht auf diese Weise in sich gehen können. Gerade für sie
ist es dann eine unheimliche Erleichterung und auch ein, wie ich finde, tollen
Angebot, zur Beichte gehen zu können.
Viele Grüße
Christian
Hallo Enni
Ich bin katholisch und finde persönlich nicht oft
den Weg in den Beichtstuhl. Im Gebet fände ich dies auch
leichter. Haben es die Evangelen dann nicht einfacher und
können es die Katholen nicht auch so machen?
An DIESER Stelle, finde ich, haben es die Katholen eigentlich leichter. Der Beichtstuhl ist schon eine sehr spezielle Art, in echtem Dialog (zumindest sitzt da ein echter Zweiter nd hört zu) über seine Gefühle und Probleme zu sprechen. Das haben die Evangelen in der Form nicht. Die dürfen dann aber immerhin zu mir auf die Couch, was ja gar nicht so weit entfernt ist vom Beichtstuhl.
In beiden Settings kann der Patient bzw. der Beichtende nicht direkt das Antlitz des Therapeuten bzw. Beichtvaters sehen, was ja auch sinnvoll ist, damit er frei sprechen kann, ohne von der Mimik des Anderen beeinflusst zu werden.
Gruß,
Branden
Beichtgespräch
Hallo,
In beiden Settings kann der Patient bzw. der Beichtende nicht
direkt das Antlitz des Therapeuten bzw. Beichtvaters sehen,
was ja auch sinnvoll ist, damit er frei sprechen kann, ohne
von der Mimik des Anderen beeinflusst zu werden.
Nicht unbedingt. Es gibt auch die, gerade bei Kindern und Jugendlichen bevorzugte, Methode des Beichtgespräches, das in einem größeren Raum, bei normalem Licht (vielleicht noch parallel Kerzen an, das entspannt) durchgeführt wird. Das habe ich auch als weit angenehmer empfunden als den dunklen, beklemmenden Beichtstuhl mit seinem harten Holzbänkchen.
Ob das jeder Priester anbieter weiß ich nicht - aber ich denke, wer es verwehrt ist auch nicht dafür gemacht 
Viele Grüße
Christian
Hallo Enni,
Bitte erkläre mir, was denn „Sünde“ ist. Da ich aus der Kirche ausgetreten bin, ist für mich dieser Begriff nicht so leicht zu verstehen.
Mit Gruss: hardy
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Hallo Enni,
der Teufel möchte uns immer mit unseren Sünden fertig machen und uns am liebsten auf ewig daran erinnern, damit wir uns schlecht fühlen und denken: ach, ich bin so schlecht, ich hab dies und das gemacht und ich komme doch niemals in den Himmel…
Jesus sagt: ich vergebe Dir und werde deine Sünden danach wie wieder gedenken. …
Wenn Du z.B. einmal gelogen hast, dann denke ich, dass er ausreicht, im Glauben zu bitten, dass Jesus Dir verzeiht.
Hast Du aber etwas viel schlimmeres getan z.B. Mord oder Ehebruch u.a.
(für jeden ist die Gewichtung ja verschieden), dann wäre es besser, wenn du mit einem christlichen Seelsorger erzählen kannst. Das macht einen frei, weil er Dir dann nochmal bestätigen kann, dass Gott dir tatsächlich vergeben hat und der Satan hat dann keine Chance, dich noch weiter mit der begangenen Sünde fertig zu machen…
…also ich mache es so: wenn ich sündige, und bei Gott um Verzeihung bitte, aber danach immer noch nicht so sicher bin, ob es mir vergeben wurde, dann beichte ich es einem anderen Christen, der wirklich geistlich sehr erfüllt und stark ist und mich aufbauen kann…
Wenn du aber für Dich alleine betest und bei Jesus um Verzeihung bittest, dann glaube daran, dass es Dir vergeben wurde und lass Dich nicht mehr durch böse Gedanken fertig machen…
ich wünsche Dir Gottes reichen Segen!!!
Lina
Bitte erkläre mir, was denn „Sünde“ ist. Da ich aus der Kirche
ausgetreten bin, ist für mich dieser Begriff nicht so leicht
zu verstehen.
Hallo Hardy,
ich denke erst einmal, daß Sünde all das ist was gegen die 10 Gebote verstößt. Aber dann gibt es sicherlich noch zig Zwischenarten, die auch dazugehören. Für mich ist es manchmal schon Sünde, wenn man etwas tut und sich danach schlecht fühlt. Gruß Enni
Es gibt auch die, gerade bei Kindern und
Jugendlichen bevorzugte, Methode des Beichtgespräches, das in
einem größeren Raum, bei normalem Licht (vielleicht noch
parallel Kerzen an, das entspannt) durchgeführt wird. Das habe
ich auch als weit angenehmer empfunden als den dunklen,
beklemmenden Beichtstuhl mit seinem harten Holzbänkchen.
Nun ja, das Bänkchen sollte natürlich gepolstert sein.
Auch ich mag nicht lange auf harten Bänken sitzen. Es gibt einem unnötigerweise das Gefühl eines Delinquenten.
.
Das ist übrigens dann ein wirklich eminenter Unterschied zu den weichen, bequemen Couches, die wir in unseren Sprechzimmern haben.
Aber dass man nicht dauernd angestarrt wird, ist schon wichtig. War dem ollen Freud schon wichtig. Die Patienten kontrollieren ständig: Was drückt sich jetzt in seinem Gesicht gerade aus?
Und sie kommen garnicht emehr dazu, ihren eigenen Gefühlen nach zu spüren.
Gruß,
Branden