Vergewaltigung

Hallo Nina

was ist los sag? so unfeinfühlig habe ich dich bisher nie
wahrgenommen. du steigst gar nicht auf das problem ein sondern
reduzierst es wie ich finde auf dinge, die nicht von der
vorgeschichte zu trennen sind, da ja ein unmittelbarer
zusammenhang besteht.

Sicherlich spielen da viele Gründe mit hinein, warum ich so relativ kühl und knapp war.
Das Ursprungsposting war ja recht dornröschenhaft umrankt, es fing schon an mit jenem „ich schreib ier im Auftrag von jemand anders“, es folgte dann so eine kindlich-trotzige Schrotschussladung, die mir wie ein verhinderter Brief an die Eltern vorkam, so dass meine „Gegenübertragung“ momentan eher abgekühlt wurde.
Man könnte viel dazu sagen und schreiben; ich hatte mich auf eine knappe Form von Intervention beschränken wollen, aber offenbar führt das zu Missverständnissen und Miss-Stimmung hier im Thread, und nun „zwingst“ Du mich also doch aus meiner knapp-kühlen resevierten Haltung heraus.
Ich habe trotzdem das Gefühl, das all diese Antworten hier im Thread (auch meine natürlich) von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind. Das liegt wohl an der -eben schon angedeuteten- Ausgangssituation.
Wir alle wurden gleichsam -übertriebene Metapher!- entweder zu Vergewaltigern oder von der Posterin vergewaltigt. Und wenn es auch nur zum Antworten in einer bestimmten Gefühlslage ist. Darin steckt eine Art tragischer Wiederholungszwang, wenn Du so willst.
Gruß,
Branden

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noch viel wichtiger zu wissen wäre m.E. ob diese deutliche
Bevorzugung des Sohnes vor der Tochter erst seit dem
„Gespräch“ oder schon zuvor bestand bzw. zumindest von der
Tochter schon zuvor als solche erlebt wurde.

Diese Antwort - ist zu befürchten - könnte aber sehr subjektiv (wenn auch unbewusst) ausfallen… wenn du verstehst, was ich meine…

Grüße
Demenzia

Hallo Nathalie,

mir setzt die Geschichte richtig zu, muss die Hölle sein. Die Eltern sind total überfordert, ihre Kommentare hahnebüchen. So wird das nix; das Mädel wird sich noch mehr Schrammen holen, tief verletzt werden.

Ob sie heute eine erwachsene Frau ist, spielt - denke ich - keine Rolle, sie ist noch genauso unfähig wie damals, mit dem Übergriff umzugehen. Ob ihre Eltern das schlimm finden, wie Aussenstehende das sehen, spielt keine Rolle, denn für SIE ist es schlimm! Und bevor das zu Hause ausartet, sollte sie sich da raus ziehen und Hilfe von außen Suchen.

„Gerechtigkeit“ von den Eltern zu erwarten und dass sie Partei ergreifen, oder auf eine Reaktion des Bruders zu hoffen? Da meine ich, kann sie lange warten. Auch wenn es so aussieht, als würde sie den Kürzeren ziehen wenn sie jetzt auszieht: Vielleicht gibt ihr das die Ruhe und Kraft, sich erst mal der eigenen Entwicklung und Heilung zu widmen! Natürlich könnte sie das auch von zu Hause aus versuchen. Aber das muss sie selbst wissen.

Ich könnte mir vorstellen, dass es mit räumlichen Abstand einfacher für sie ist. Den Eltern gegenüber würde ich die Brücken nicht abbrechen, auch wenn es vielleicht schwer fällt. Tja, was den Bruder angeht, wieso der als 19jähriger auf solche Ideen kommt, ob er das alles vergessen oder verdrängt hat? Was sie von ihm erwartet? Wir wissen es nicht. Aber all diese Fragen kann sie sich viel besser stellen, wenn sie selbst sich damit auseinander setzen konnte und wieder Boden unter den Füssen hat. Es ist Zeit, dass sie sich um sich selbst kümmert. Ich würde das Thema recherchieren, eine entsprechende Stelle kontaktieren, mich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich habe gute Erfahrungen mit BodyTalk gemacht, jeder muss seinen Weg finden. Was mich mit Entsetzen erfüllt ist die Vorstellung, in diesem Dampfdruckkochtopf zu Hause zu bleiben. Wie manch ein Geschwür geöffnet werden muss, um abheilen zu können, so glaube ich auch, dass diese Geschichte an „die Luft“ muss, sonst schwärt sie ewig.

LG
Truxalis

hi

Wenn die Eltern akzeptieren würden, daß Tochter keine Lust
hat, käme es gar nicht zum Streit.

was meiner bescheidenen Meinung nach wiederum mit dem Ursprungsposting an sich nichts zu tun hat, und den Eltern auch nicht unter diesem Aspekt unterstellt werden sollte

Es ist eher ein prinzipielles Problem zwischen diesen Eltern und der Tochter, dass die Eltern das Recht auf eigene Meinung ihrer Tochter nicht akzeptieren - das sehe ich aber losgelöst von der „sexuellen Nötigung durch den Bruder“

Meine Mutter hat das auch lernen müssen, dass ich mich von Ihr emotional nicht (mehr) erpressen lasse - dass ich nur dann zu Besuch komme wenn ICH das will - dass ich auch wieder gehe wenn ICH das will und dass ich nur anrufe wenn ICH das will …

Und wenn ich keine Lust drauf habe sie zu sehen, sage ich das und begründe es nicht (weil eine Begründung eine Entschuldigung wäre und warum soll ich mich für „keine Lust dich zu sehen“ entschuldigen ?)

Sie muss es einfach so akzeptieren - genauso wie Freunde es akzeptieren wenn ich sage dass ich auf ein Treffen keine Lust habe

Gruß H.

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Schade…
… dass man nur ein Sternchen geben kann :wink:

Klasse geschrieben und auch für Laien nachvollziehbar - danke !

Viele Grüße,
Inselchen

huhu,

der fall kann nicht mehr so behandelt werden, wie als wenn es gestern gewesen waere.

wenn ich mich nicht verrechnet habe, ist die betroffene jetzt 29. sie hat ihr leben also selbst in den haenden. sie ist erwachsen und hat die verantwortung fuer sich selbst. wenn sie also aus irgendwelchen gruenden ploetzlich abneigung gegen ihren bruder entwickelt, die eltern das aber nicht stoert, dann sollte sie sich meiner meinung nach von der familie entfernen, sonst wird sie wohl immer wieder daran erinnert werden.

vielleicht sollte sie auch einen psychologen zurate ziehen - die ploetzliche abneigung kann auch noch andere ursachen haben.

was in den eltern und den betroffenen vorgeht, ist fuer einen aussenstehenden nur schwer hachvollziehbar, denke ich.

mfg:smile:
rene

Nein, das glaube ich nicht. Da wird nicht von geredet, der
Bruder wird mit offenen Armen empfangen. Durch die drei
Enkelkinder kommt er auch sehr oft, und das Verhältnis würde
die Mutter niemals aufs Spiel setzen. Außerdem geben sie die
Schuld an dem „krank werden“ ausschießlich der Tochter, da die
nicht so funktioniert wie die Eltern es gerne hätten. Mit dem
Sohn ist ja alles „normal“.

Genau hier kommt, nach meiner laienhaften Meinung, die Ursache des ganzen Dramas endlich ans Licht. Wie ich es von Anfang an vermutet habe, unterschwellige Eifersucht unter Geschwistern!
Was nun leider wieder wie eine Schuldzuweisung an die Schwester selbst aussieht, es aber keineswegs ist!
Psychologische Prozesse spielen sich im Unterbewusstsein ab und sind vom Betroffenen kaum zu beeinflussen.

mfg Nemo

Hi Nathalie,

Haben die Eltern wohl nicht gemacht. Aber ich glaube, das
möchte die Tochter auch gar nicht. Weil ihr das peinlich ist,
dem Bruder -der das sicher schon alles vergessen hat- zu
erzählen, daß sie darunter leidet. Sie wollte das ihren Eltern
auch gar nicht erzählen, das kam nur so, weil die Eltern sie
gelöchert haben, warum die Tochter manchmal so abweisend zum
Bruder ist, darauf hin hat sie das dann nur erzählt.

gut, ist so passiert, kann man nicht ändern. Wenn die Eltern damit leben können. Ich könnte es nicht. Wenn das mein Sohn wäre, auch wenns 30 Jahre her wäre, ich würde dem Kerl ordentlich die Hölle heisse machen. Dann hoffe ich einfach dass es wirklich nicht weiter getragen wird, wenn der Junge der Sunnyboy der Familie ist, dann würde der sicher ausrasten, wenn das herauskommt.

Ja, genauso ist es.
Was sie denken weiß ich ja nicht und die Tochter auch nicht,
aber erst seit dem sie es ihren Eltern erzählt hat, kommt sie
da erst so schlecht klar mit.

Wieso das? Weil sie nicht das Feeback erhielt das sie erwartete? Oder weil sie sich nun, bloßgestellt, irgendwie verantwortlich macht, schämt?
Oder verhalten sich die Eltern ihr gegenüber anders?
Wenn die Eltern sie um jeden Preis zurück zum normalen „Happy Family“ Leben bringen wollen, ihre Probleme als „Zickigkeit“ oder als überempfindliches Verhalten bezeichnen und ihr vorwerfen, sollte deine Freundin ihre Eltern fragen ob sie sowas wie Mitgefühl überhaupt besitzen und wieso man sie so in die Zange nimmt.

Meine Meinung ist ja, wenn das Bruder da nicht zur Rede gestellt wird, wird das eine ewige Eitelbeule sein.

Die geben ihr irgendwie das
Gefühl, als ob es das normalste von der Welt ist, was in jeder
anderen Familie auch vorkommt, Z.b. durch Erklärungsversuche
vom Vater, daß der Sohn sich sicher nichts dabei gedacht hat,
der wollte schließlich auch mal ne Frau (er hatte mir seinen
damals 19 Jahren noch nie ne Freundin).

*nachLuftschnapp*

Okay, sagen wir mal die waren auch so geschockt das hier die Verdrängung zuschlägt. Das ist für die zwei so unglaublich, dass sie es irgendwie erklären wollen. Vielleicht sogar glauben die Schwester habe sich das nur eingebildet (weil Mädchen in dem Alter, ihr kennt ja diese Sprüche…).

Ganz ehrlich, Respekt dass deine Freundin ihrem Vater bei dem Spruch nicht an den Hals ging. Ich hätte warscheinlich sofort das Haus verlassen und alles hinter mir abgebrochen. Ist die Schwester die „Notstandshure“ des Bruders oder was?

Also ich sehe da ganz dringenden Klärungsbedarf. Am besten inkl. Therapeut mit der ganzen Familie, einzeln, oder alle. Ich bin kein Fachmann, das kann sicher Methapher besser vorschlagen.

Ich glaube für die Tochter wäre es besser gewesen, wenn sie
niemals mit ihren Eltern darüber geredet hätte.

Na ja, ist passiert. Besser wäre es sicher erst nach einer Therapie und in „Begleitung“.

Nein, das glaube ich nicht. Da wird nicht von geredet, der
Bruder wird mit offenen Armen empfangen. Durch die drei
Enkelkinder kommt er auch sehr oft, und das Verhältnis würde
die Mutter niemals aufs Spiel setzen. Außerdem geben sie die
Schuld an dem „krank werden“ ausschießlich der Tochter, da die
nicht so funktioniert wie die Eltern es gerne hätten. Mit dem
Sohn ist ja alles „normal“.

Also wenn ich mir vorstelle ich darf meinen lieben Bruder, den Sunnyboy der mir mal seinen Dödel in den Mund stopfte vor 15 Jahren, alle paar Tage unter Jubel der Familie im Haus wissen, ich wollte da nur raus wollen.

Vielleicht wäre sowas auch das Beste, ausziehen um die Wunden mal offenzulegen, Ruhe zu finden und sie langsam heilen lassen.

Grüsse
Helena

PS - wegen einigen Fragen zu „was hat deine Freundin denn für ne Reaktion erwartet“, oder „wie soll da ne Familie überhaupt reagieren“.

Auch wenn man als Mutter/Vater damit überfordert ist (andererseits - wo leben die denn? Lesen die nie Zeitung? Passiert sowas immer nur Anderen?), eine Reaktion a la „ja mei, der arme Junge wollt halt mal ausprobieren wie das ist, das ist ganz normal meine Kleine“, die bringt mich zum würgen.

Jedes Kind darf und kann erwarten ernst genommen zu werden, angehört zu werden, getröstet zu werden und geliebt zu werden. Solche Sprüche sind das letzte als Eltern! Dieses festkrallen am „normalen Familienleben“, dieses „so tun als ob nix ist“ oder das „alte Leichen sollten besser ruhen, nicht ausgegraben werden“ ist für mich Mord am eigenen Kind. Mag extrem klingen, ist für mich aber so.

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Hi Nemo,

sorry, ich verstehe nicht das du meinst. Es ist keine Schuldzuweisung? Was dann? Lob? Und was meinst du mit der Eifersucht? Glaubst du diese Schwestern hat das aus Eifersucht erfunden?

Danke für Aufklärung (und sorry wenn ich so doof frage).

Grüsse
Helena

Hallo Helena,

für wie einfach gestrickt hältst Du mich eigentlich?
Wir sprechen hier, mal einfach gesagt, von so genannten Gefühlen!
Gefühle entstehen von innen heraus aus dem Unbewussten und können deshalb weder gelobt noch getadelt werden! Niemand kann etwas für seine Gefühle und deshalb gibt es dafür auch keine Schuld- oder Unschuldzuweisung.
Nein, ich glaube nicht, dass die Schwester das erfunden hat!
Was mich allerdings von Anfang an stutzig gemacht hat, ist das Alter der beiden Beteiligten und das jahrelange Schweigen.
Meine Theorie ist ganz einfach folgende:
Die Schwester empfindet, vielleicht schon lange, eine gewisse, wahrscheinlich sogar berechtigte Eifersucht gegenüber ihrem Bruder!
Diese längst verdrängte Eifersucht wird durch den ständigen „Erfolg“ ihres Bruders, (siehe 3 Enkel) bei den Eltern allmählich schlimmer und letztendlich vom Neid zum Hass.
Ihr Bewusstsein kann aber Eifersucht als Grund für den Hass nicht zulassen, weil sie dadurch automatisch wieder auf ihr scheinbares Versagen zurückgeführt wird. (Meine Eltern haben mich weniger lieb als meinen Bruder, also bin ich ein Versager!) Deshalb sucht sich das Bewusstsein einen anderen Grund und da kommt die alte Geschichte von damals gerade recht!
Womit ich nun -Gott ist das kompliziert- keinesfalls diesen sexuellen Missbrauch rechtfertigen oder beschönigen will. Aber die Schwester ist ja bisher ganz gut damit fertig geworden.
Schuld im Sinne von bewusstem Falschhandeln, könnte man lediglich bei den Eltern suchen!

Ich hoffe sehr, dass ich mich einigermassen verständlich ausgedrückt habe.

mfg Nemo.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hi,

die Frage

„was hat deine Freundin denn für ne Reaktion erwartet?“

bedeutet genau das, was sie aussagt, nämlich

„was hat deine Freundin denn für ne Reaktion erwartet?“

Das empfinde ich als eine durchaus relevante Frage.

Gruß,

Malte

Hi,

Aber
die Schwester ist ja bisher ganz gut damit fertig geworden.

Hast du Metaphers Posting gelesen?
Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass sexuelle
Übertretungen, die in der Jugend stattfanden, über Jahre
hinaus verdrängt wurden.
Wer sagt denn, dass sie bislang damit gut fertig geworden ist?

Gruß
Elke

Nochmal, weil Du weiter unten leider nicht drauf geantwortet
hast:

Was für ein Verhalten erwartet sich die Tochter denn von ihren
Eltern?

Das weiß ich nicht. Kann ich nichts zu sagen. Weiß nicht ob sie ein bestimmtes Verhalten erwaret hat. Sie fühlt sich einfach nur unverstanden. Wie gesagt: Sie hatte nicht die Absicht es überhaupt den Eltern zu erzählen, daß kam eben irgendwie so raus. Und sie bereut es, glaube ich. Die Eltern werden ja sicher jetzt auch darunter leiden. Und das war das letzte was sie wollte.

Und: Hat sie das auch geäußert, dass sie das erwartet?

Keine Ahnung. Glaube ich nicht. Ich weiß es im Moment nicht so genau.

MOD: Die Wahrheit
Hi,

ich hatte gerade das Vergnügen diesen Artikelbaum in der Form
zu bearbeiten, dass die Beleidigungen nebst Folgeartikeln
gelöscht wurden, die grundsätzliche Kritik an den jeweiligen
Interpretationen jedoch halbwegs erhalten bleibt.

Bitte berücksichtigt bei Euren Stellungnahmen, dass die Tiefe
der Fallschilderung mit Sicherheit nicht genügt, zu einer
richtigen Beurteilung zu gelangen. Da sich Menschen im Umgang
und der Bewältigung mit traumatisierenden Situation
unterscheiden, sich darüber hinaus auch die Situationen
selbst unterscheiden, ist es kaum möglich hier im Brett zu
der einzigen und richtigen Wahrheit zu gelangen. Daher bitte
ich Euch auch in Eurer Kritik sach- und inhaltsorientiert zu
bleiben. Ein jeder hier analysiert und interpretiert diesen
Fall letztenendes nur vor seinen eigenen individuellen
Erfahrungen und seinem stets begrenzten Hintergrundwissen.

Da wir hier also alle genauso richtig wie auch falsch liegen:
Vertragt Euch! Finden hier weiterhin persönliche
Herabsetzungen statt, schliesse ich den Artikelbaum ab.

Gruß
Thomas

Hi,

Aber
die Schwester ist ja bisher ganz gut damit fertig geworden.

Hast du Metaphers Posting gelesen?
Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass sexuelle
Übertretungen, die in der Jugend stattfanden, über Jahre
hinaus verdrängt wurden.
Wer sagt denn, dass sie bislang damit gut fertig geworden ist?

Na das sagt sie doch deutlich selber!
Oder sollte ich neuerdings des Lesens nicht mehr mächtig sein?

Gruß
Elke

Hallo Elke,
natürlich habe ich´s gelesen, mehrfach, und es klang mir allmählich ein bisschen zu sehr nach der gerade modernen Schulmeinung. Zu sehr auswendig gelernt um es mal so zu sagen.
Und dann hab ich Natalies Posting gelesen, auch mehrfach! Über den sexuellen Übergriff verliert sie gerade mal einen Satz. Sie hätte sich doch eigentlich sagen müssen, daß da manchen Leuten etwas komisch dran vorkommt und die sich fragen, warum sie sich das gefallen ließ, ohne sich zumindest sofort hinterher bei ihren Eltern zu beschweren. Dass da also ein gewisser Erklärungsbedarf besteht.
Ich denk da grad an meine eigenen Töchter, die jüngste etwa so alt wie Natalie. Das hätte bei denen mal jemand versuchen sollen!
Aber nein, sie erklärt nichts, sie verlässt sich eben voll auf die gerade moderne Ansicht, daß die Männer sowieso immer die Bösen sind. Meines Erachtens tut sie das wohl auch sich selbst gegenüber. Und diese Meinung wird ihr durch Metapher ja auch voll bestätigt!
Der Rest des Schreibens ist eigentlich, auch von der Gewichtung her, eine einzige Anklage gegen ihre Eltern.
Warum tun die Eltern das, warum sind die Eltern so, warum stellen die Eltern sie als die Böse hin? Soll sie eventuell ausziehen um etwas Abstand zu gewinnen? Natürlich sollte sie das, ganz klar, aber das will sie ja gar nicht, weil sie eben immer noch diesen aussichtslosen Kampf gegen ihren Bruder gewinnen will. Sie hat ihre stärkste Waffe gezogen und die war, voraussehbar, stumpf und die Loslösung von den Eltern wäre die endgültige Niederlage; sich selber einzugestehen, dass sie ganz einfach „versagt“ hat. Das ist es, womit sie sich nicht abfinden kann!
Natürlich haben in Wirklichkeit die Eltern versagt, aber diese Erkenntnis nützt ihr momentan auch nichts! Sie will die Liebe und Anerkennung durch ihre Eltern und die bekommt sie einfach nicht und wenn sie sich auf den Kopf stellt.
Sie ist zu bedauern, so oder so und sie braucht dringend therapeutische Hilfe, sonst wird sie das ihr Leben lang belasten!

Das ist, grob zusammengefasst, meine endgültige Meinung über diesen Fall, den man noch endlos weiter diskutieren könnte.
Das würde aber alles auf Natalies Rücken geschehen und das ist, wahrscheinlich das letzte was sie braucht.

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hallo branden,

dass du dich nun zu einer antwort gezwungen fühltest, tut mir leid.
aber ich bin froh, dass du es getan hast. ich danke für den einblick.
dieser ist sicher nicht nur für mich hilfreich gewesen zu verstehen.

LG
nina

Ja, genauso ist es.
Was sie denken weiß ich ja nicht und die Tochter auch nicht,
aber erst seit dem sie es ihren Eltern erzählt hat, kommt sie
da erst so schlecht klar mit. Die geben ihr irgendwie das
Gefühl, als ob es das normalste von der Welt ist, was in jeder
anderen Familie auch vorkommt, Z.b. durch Erklärungsversuche
vom Vater, daß der Sohn sich sicher nichts dabei gedacht hat,
der wollte schließlich auch mal ne Frau (er hatte mir seinen
damals 19 Jahren noch nie ne Freundin).
Ich glaube für die Tochter wäre es besser gewesen, wenn sie
niemals mit ihren Eltern darüber geredet hätte.

der umgang des vaters, sein „argument“ zeigt mehr als nur blanke überforderung meine ich mal. diese haarsträubene aussage zeigt wovon
ich überzeugt bin auf grund meiner vielen kontakte über jahre hinweg mit opfern von missbrauch. das eine tat möglich wird, das ein junge
seine schwester missbraucht bedeutet im vorfeld muss in der familie vieles nicht richtig gelaufen sein. im detail kann ich es nat. nicht
sagen - aber wenn der vater jene haltung als „begründung und legitimation“ vorgibt, kann man meiner ansicht nach davon ausgehen,
diese schutzbehauptung gibts nicht erst seid gestern…

und wenn man sich das mal vorstellt… ist der gedanke nicht so abwegig dass ein junge sich an seiner schwester vergreift.

die haltung von eltern spiegelt sich in sovielen bereichen des lebens und wirken sich auf die kinder aus. leider ist es mir nicht möglich das besser oder genauer zu beschreiben.

mangelndes mitgefühl und gar ablehnung für die gefühle der tochter ist da nur ein weiteres merkmal und hat erstmal nichts mit überforderung zu tun. denn ich kann überfordert sein und dennoch meinem gegenüber ihre oder seine gefühle lassen.
dazu brauchts aber nat. ein mindestmass an gewissen „kompetenzen“.
hätten diese seitens der eltern vorgelegen, wäre es sicher nie zu so einer tat gekommen. missbrauch sexueller natur geht immer noch mit anderen dingen einher - seelischer z.b - im falle von geschwistern
werden u.U. beide damit erfahrungen haben - aber damit lehne ich mich nun sehr weit aus dem fenster.

die betroffene frau sollte sich an einen profi wenden, nur so kann sie u.a. die familienstruktur aufschlüsseln und das dürfte hilfreich sein rückblickend, in der gegenwart und zukunft und ihr u.a. auch bei der so wichtigen distanz und abgrenzung helfen. es gibt keinen schmerzlosen weg - aber es gibt wege die am ende wirklich was bringen.

diese vielen spekulationen hier helfen da gar nicht wie ich meine.

LG
nina

Hallo Elke,
Sie hätte sich doch eigentlich sagen müssen, daß da manchen
Leuten etwas komisch dran vorkommt und die sich fragen, warum
sie sich das gefallen ließ, ohne sich zumindest sofort
hinterher bei ihren Eltern zu beschweren.

Kopfschüttel, Ohne Worte

Ich denk da grad an meine eigenen Töchter, die jüngste etwa so
alt wie Natalie. Das hätte bei denen mal jemand versuchen
sollen!

Biste dir da wirklich soooooo sicher?
Sei froh, daß es bei ihnen noch nie jemand versucht hat, dann würdeste wahrscheinlich anders reden.

Aber nein, sie erklärt nichts, sie verlässt sich eben voll auf
die gerade moderne Ansicht, daß die Männer sowieso immer die
Bösen sind. … sich selber einzugestehen,
dass sie ganz einfach „versagt“ hat. Das ist es, womit sie
sich nicht abfinden kann!

Das ist nun wirklich totaler Quatsch.

Aber ich sehe inzwischen ein: So etwas ist kein Thema für so ein Forum.

3 „Gefällt mir“

Liebe Nina

aber ich bin froh, dass du es getan hast. ich danke für den
einblick.
dieser ist sicher nicht nur für mich hilfreich gewesen zu
verstehen.

Ich freue mich, dass Du mich
da verstehst. Ging ja nicht allen so. :wink:
Es grüßt Dich
Branden

Hallo Nathalie,

ich denke, Deine Freundin hat nur zwei Möglichkeiten: entweder sie redet selbst mit ihrem Bruder oder sie begibt sich in eine Therapie.

Von den Eltern bei einem derartigen Vorfall, der schon Jahre zurückliegt, wirklich Hilfreiches zu erwarten, wird meistens vergeblich sein. Eltern sind nicht neutral. In dem Moment, in dem sie sich auf die Seite eines Kindes stellen, stellen sie sich gegen das andere. Dass dann hilflose Erklärungs- und Beschwichtigungsversuche folgen, ist zwar falsch aber nachvollziehbar. Sie sind mit dem, was sie jetzt wissen, ebenfalls überfordert.

Was würde sich Deine Freundin vorstellen, was geschehen müsste, damit sie sich besser fühlt? Rückgängig zu machen ist der schlimme Vorfall ja leider durch nichts mehr.
Möchte sie, dass der Täter bestraft wird? Dann sollte sie ihn anzeigen. Mit allen Konsequenzen. Dem Verhältnis zu ihren Eltern ist dieser Weg sicher nicht zuträglich, aber es kommt hier in erster Linie darauf an, was sie selbst will.

Vielleicht möchte sie aber auch „nur“, dass der Täter weiss, welch schlimme Tat er begangen, was er angerichtet hat und wie sehr sie darunter leidet. Dann sollte sie mit ihm reden (auf neutralem Terrain). Vielleicht bedauert er seine Tat längst, aber auch er kann sie ja nicht mehr ungeschehen machen. Dass er all die Jahre geschwiegen hat, muss ja nicht heissen, dass er sie nicht aufrichtig bedauert. Falls dem wirklich so wäre, so muss sie ihm durchaus nicht verzeihen. Aber vielleicht hilft es ihr ja in irgend einer Weise.

Deiner Freundin (Dir) wünsche ich, dass sie einen guten Weg aus diesem großen Konflikt findet.

Mara

Hi, danke, aber sie hängt sehr an ihren Eltern, trotz alledem.
Dieser ständige Streit mit den Eltern ist für sie sehr
schlecht zu ertragen.