Vergewaltigung

Fall: (geschrieben im Auftrag von jemand anderes)

Hallo,

Bruder (damals 19) hat Schwester(damals 14) vor 15 Jahren gewaltsam seinen Penis in den Mund gesteckt. Die ganzen Jahre hat Schwester da zwar öfter dran gedacht, aber hatte immer ein gutes Verhältnis zum Bruder und ist mit ihm gut klar gekommen. Sie weiß nicht warum. Das war Vergangenheit für sie.

Aber seit einiger Zeit muss sie da ständig dran denken und sie verachtet ihn dafür sehr.
Sie könnte kotzen wenn sie ihn sieht. Warum das erst seit einiger Zeit ist und nicht die ganzen Jahre über weiß sie nicht. Kann sie sich nicht erklären.

Sie hat das ihren Eltern jetzt erzählt, weil die gemerkt haben, das etwas anders ist. Sie sagen, sie glauben ihr die Geschichte, das ist zwar ne Riesensauerei was er damals gemacht hat, aber das wäre doch kein Grund, jetzt auf einmal nicht mehr normal mit ihm umzugehen nach so vielen Jahren.

Sie hat nur noch Streit mit ihren Eltern. Die haben da kein Verständnis für, warum sie sich so abweisend zu ihrem Bruder verhält. Sie machen ihr nur immer ständig Vorwürfe, dass sie alles kaputt machen würde und sie die Eltern krank machen würde.

Warum verhalten sich ihre Eltern so?
Die stellen den Bruder als das Opfer dahin.
Was hat sie ihren Eltern getan?
Sie wohnt eine Etage unter ihren Eltern. Wäre es vielleicht besser auszuziehen, um etwas Abstand zu gewinnen?

Vielen Dank

Fall: (geschrieben im Auftrag von jemand anderes)

Schon klar. :wink:

Warum verhalten sich ihre Eltern so?

Ich würd mal denken, dass die auch genervt sind, wenn ihre großen Kinder da immer noch bei ihnen in der Bude hcken und dann auch noch Stess machen.

Wäre es vielleicht
besser auszuziehen, um etwas Abstand zu gewinnen?

Aber 100 % ig.
Undzwar bald.
Gruß,
Branden

Hi Nathalie,

Warum verhalten sich ihre Eltern so?
Die stellen den Bruder als das Opfer dahin.
Was hat sie ihren Eltern getan?
Sie wohnt eine Etage unter ihren Eltern. Wäre es vielleicht
besser auszuziehen, um etwas Abstand zu gewinnen?

Du scheinst das Hauptproblem in der Beziehung/im Umgang Eltern-Tochter zu sehen und da wäre m. E. „Abstand“ angeraten.

N’Abend,

meine Antwort ist auf jeden Fall laienhaft, aber ich versuch mal, mich da rein zu versetzen.

Die ganzen Jahre
hat Schwester da zwar öfter dran gedacht, aber hatte immer ein
gutes Verhältnis zum Bruder und ist mit ihm gut klar
gekommen. Sie weiß nicht warum. Das war Vergangenheit für
sie.

Sie hat es vermutlich damals gut verdrängt und irgendetwas ist ihr jetzt wiederfahren, dass ihr dieses Erlebnis in Erinnerung gerufen hat. Die abgespeicherten, aber ausgeblendeten Daten wieder sichtbar gemacht hat. Das kann vieles gewesen sein. Ein Blick ihres Bruders, ein Nachrichtenbericht, sonst was.

Aber seit einiger Zeit muss sie da ständig dran denken und sie
verachtet ihn dafür sehr.

was ich durchaus verstehe…
Fänd ich auch zum Kotzen!

Sie hat das ihren Eltern jetzt erzählt, weil die gemerkt
haben, das etwas anders ist.

jaja, schon klar - und hinterher wollten sie’s lieber nicht wissen…

Sie sagen, sie glauben ihr die
Geschichte, das ist zwar ne Riesensauerei was er damals
gemacht hat, aber das wäre doch kein Grund, jetzt auf einmal
nicht mehr normal mit ihm umzugehen nach so vielen Jahren.

verstehe: es war zwar ne Riesensauerei von ihm damals, aber jetzt isse von IHR eine, das ans Tageslicht zu bringen… ‚bitte schweigen! wir wollen das nicht hören‘

Sie machen ihr nur immer ständig Vorwürfe, dass sie
alles kaputt machen würde und sie die Eltern krank machen
würde.

na logisch: sie bringt das Idyll ins Wanken. Ihr Sohn hat ihrer Tochter so was angetan, so was, worüber man allenfalls spricht, wenn’s mal wieder in den Nachrichten kommt…

Warum verhalten sich ihre Eltern so?

weil sie’s nicht wahr haben wollen. Zumindest nicht in ihrer Familie. DAs ist normal, glaube ich.

Was hat sie ihren Eltern getan?

nichts - aber sie sagt Dinge, die ihnen unangenehm sind. Und sie können nicht wissen, wem sie diese Dinge noch so erzählt… vielleicht den Nachbarn… u.U. machen sie sich insgeheim auf Vorwürfe, weil sie vielleicht damals davon schon was mitbekommen haben… wer weiß.

Sie wohnt eine Etage unter ihren Eltern. Wäre es vielleicht
besser auszuziehen, um etwas Abstand zu gewinnen?

Etwas Abstand? Ganz ehrlich und vielleicht ein wenig aus dem Bauch heraus: ich würde den Kontakt abbrechen und mich räumlich ganz schnell von den Eltern trennen/lösen. Mein eigenes Leben leben und ne Therapie anfangen, wenn sie meint, das ihr das was nützt.

Irgendwann könnte der Kontakt zu den Eltern vielleicht wieder ok sein. Allerdings mit so einem Bruder wüsste ich nicht, ob ich mit dem noch mal freundschaftlich umgehen könnte… aber vielleicht zumindest neutral.

Vielen Dank

Gern geschehen!

Gruß
Demenzia

Hi,

auch nur ein paar Kommentare:

  • Die Sache ist noch nicht vejährt. Eine Strafanzeige wäre also immer noch möglich, wenngleich natürlich höchst fraglich ist, ob da eine Verurteilung bei rauskommt. Aber vielleicht hilft es der Dame ja schon, das „bloß“ anzuzeigen.

  • Es ist imho nachvollziehbar, dass sie da nicht damals sofort mit „rausgerückt“ ist, sie war schließlich fast noch ein Kind. Allerdings - _jetzt_ ist es zumindest seltsam spät, und sie muß sich zumindest fragen lassen, warum sie erst jetzt damit kommt. Wäre das nicht auch schon vor zehn Jahren drin gewesen?

  • Die Irritation ihrer Eltern ist insofern nachvollziehbar, als dass sie - s.o. - sich damit wirklich arg Zeit gelassen hat und ich zumindest nichts darüber lesen kann, was sie denn eigentlich erwartet. Der „heile Welt“-Faktor tut dann noch das seinige dazu. Welche Reaktion würde sie denn für adäquat halten?

  • Sie ist nicht gezwungen mit ihren Eltern oder ihrem Bruder Kontakt zu haben, oder? Wenn sie diesen nicht aushält, soll sie’s eben lassen und ihr Leben so gestalten, wie es _ihr_ gut tut.

  • Räumlicher Abstand und professionelle Hilfe wären sicher eine gute Idee.

Gruß,

Malte

Hallo

also ich sehe das ganze Problem irgendwie so wie Branden.
Schwester, inzwischen 29, wenn ich richtig gerechnet hab, nervt Eltern
auf einmal mit Sache, die vor 15 Jahren geschehen ist!
Ganz davon abgesehen, warum Schwester sich damals nicht gleich gemeldet hat, immerhin war sie 14, und warum Schwester das bisher so gut verdrängt hat, was sollen die Eltern denn machen?
Ihren Sohn übers Knie legen und verhauen? Ihn verstoßen? Hassen? Enterben?
Ich denke die Eltern wissen schon, warum die Tochter das auf einmal ausgräbt, aber irgendwann haben Eltern auch ein Recht auf ihre Ruhe!
Und wenn Schwester nicht damit fertig wird, sollte sie eventuell mal einen Psychotherapeuten aufsuchen. Das wird Schwester nun gar nicht in den Kram passen, aber es ist, ohne jede Schuldzuweisung, definitiv ihr Problem.

mfg Nemo

grüss dich,

eswürde meiner ansicht nach den rahmen sprengen, auf das alls im detail einzugehen - sexueller missbrauch ist ein schweres und komplexes thema.
allein das übliche verhalten von eltern ist schon eine geschichte für sich, die man hier kaum auf den punkt bringen kann. auch deine anderen fragen sind nicht mit wenigen worten zu beantworten. das opfer zu tätern gemacht werden oder täter zu opfern ist typisch und üblich und so sehr es zum kotzen ist, es gibt zumindest erklärungen für so ein verhalten. das z.b hilft dem ehemaligen opfer im umgang in der gegenwart und auch bei weiteren entscheidungen.

deshalb empfehle ich die seite hier:
www.kinderschreie.de
wenn du diese seite weitergibst und darauf hinweist, dass die person am besten alles in ruhe und genau durchliest, wird sie danach schon ein ganzes stück mehr hinterblicken was du hier erfragt hast.

des weiteren stehen dort auch links für betroffene. sie kann sich also direkt mit anderen betroffenen austauschen, sich rat holen oder nachlesen wie es anderen ergangen ist oder wie sie was angegangen sind.

auch rechtliche fragen und vieles mehr werden dort beantwortet.
des weiteren können diese vielen informationen ihr helfen sich zu sortieren und auch entscheidungen zu fällen ob sie zb eine therapie machen will. denn mit dem ekel wird es sicher nicht getan sein, aber die bewusstwerdung der auswirkungen und spätfolgen muss man sich auch erstmal bewusst machen (fehlformuliet, aber guter hoffnung, dass ich dennoch verstanden werde).

begriffe wie genervtheit oder ähnliches im zusammenhang mit den eltern oder auch die formulierung der eltern - es war eine schweinerei - sind mehr als übel und sollten die betroffene person nicht beirren.
diese methoden der komplizenschaft sind wie gesagt üblich.

auch wenn der rahmen eines solchen themas das forum hier sprengt, finde ich, gewisse lapidare äusserungen sollten zu so einem thema nicht erbracht werden. aber das ist meine persönliche haltung. nicht nur deshalb empfehle ich seiten die sich gezielt mit sexuellen übegriffen befassen, da hat die person mehr chancen auf gehör und verständnis und vor allem kompetenz.

auf der homepage von den kinderschreien findet sich auch eine hotline - diese hotline ist ein verein, dort könnte sie sich auch hinwenden zur hilfe und klärung, sortierung etc - aber das kann sie alles genau anschauen, diese hotline hat nat. eine eigene seite - einfach anklicken.

mein pers. rat - gib der person nur die informationen weiter, diesie nicht zusätzlich verletzen oder das verhaltensmuster aus ihrem umfeld im negativen bestätigt. unsicherheit besteht genug, sonst hätte sie nicht all die jahre geschwiegen und verdrängt. das ist keine freiwillioge massnahme sondern immer ein ergebnis der familienstruktur die ursächlich vieles möglich macht. doch weiter will ich mich nun nicht aus dem fenster lehnen. den weg kann ihr eh niemand abnehmen.

in diesem sinne wünsche ich viel kraft und mut auf dem wege.
vielleicht findet sie ja ihren weg und vielleicht macht sie eine therapie als einen von vielen wegen. oft braucht es dazu aber im vorfeld z.b so ein forum. es wird ihr in jedem fall eine hilfe sein.

es gibt eine menge möglichkeiten und die sollte sie nutzen.

in diesem sinne,

alles gute

LG
nina

Familienstrategien

Hi Nathalie,

Daß Erlebnisse von Grenzüberschreitungen (vor allem sexuelle) vor und während der Pubertät von Mädchen über lange Zeitspannen bis in höhere Lebensalter verdrängt werden, ist jedem Psychotherapeuten mit einiger Erfahrung ein sehr bekanntes Phänomen.

Insbesondere wenn diese Gewalthandlungen in Familien recht engem Zusammenhang stattfinden, gehört diese Langzeitverdrängung beinahe zur Standard-Konfliktstruktur.

Warum das so oft korreliert ist ein weites Feld und sicher hier nicht zu diskutieren.

Daß Eltern diese Gewalthandlungen vormals nicht wirklich wahrgenommen haben, muß oft in Frage gestellt werden. Daß sie es aber, wenn sie später davon erfahren (dann nämlich, wenn der Tochter durch wohlbestimmte Auslöse-Ereignisse die Verdrängung aufgebrochen wird) entweder leugnnen, sogar für Lüge oder Phantasie halten, oder - im günstigsten Fall - für unwichtig abzutun versuchen und damit den Täter decken, das hängt oft sogar kausal mit der Langzeitverdrängung der Frau zusammen.

Eine pathologische Familienkommunikation, in der das soziale Image der intakten, harmonischen und moralisch integren Familie rücksichtslos über intime Vertrauensverhältnisse dominiert, ist die Verdrängung für das Kind oft eine Überlebensstrategie - die Angst davor, den Familienkonnex explosiv zu zerstören, ist schon dem Kind sehr präsent, zumal solche Gewalthandlungen fast immer mit einer emotionalen Erpressung zur Geheimhaltung begleitet sind.

Das eigentliche Trauma kann dadurch überhaupt nicht verarbeitet werden, die Verdrängung wird durch den Druck des Familenverbundes sozusagen betoniert. Und umgekehrt wird oft vom Opfer der bestehende Familiendruck auch - zumindest unbewußt - als „Schutzfunktion“ ausgenutzt, um der Bewußtwerdung (und damit der Reaktualisierung) der Demütigung, die das Gewalterlebnis ja mindestens bedeutet hat, auszuweichen.

Das ist ein fataler Zirkel, der nicht nur die Langzeitverdrängung verständlich macht, sondern der auch die späte Aufarbeitung des ursprünglichen Traumas erheblich erschwert. Das vom Opfer vorausgesetzte (und jetzt bestätigte) Mißtrauen, und die ebenfalls jetzt bestätigte Angst vor dem Vorwurf der Unglaubwürdigkeit kann sogar als zusätzliche, sekundäre Traumatisierung angesehen werden.

Daß die Eltern leugnen oder versuchen, die Ereignisse für unwichtig zu erklären, ist umgekehrt der Versuch, ihr Familienimage zumindest vor sich selbst aufrecht zu erhalten, und außerdem natürlich der Versuch, sich vor dem Selbstvorwurf freizuhalten, in der früheren Zeit nichts bemerkt zu haben.

Die Frau wird dadurch nachträglich bzw immer weiter zum Opfer der vorgetäuschten moralischen Integrität. Die Folge ist dann, daß die Frau oft sich selbst eine Schuld am früheren Geschehen zuschreibt (was sie als Kind fast immer schon eh gemacht haben wird - aber das ist ein anderes Teilproblem).

Die Eltern arbeiten sogar systematisch daran mit, indem sie diese altbekannte heimtückische “wir werden krank daran“-Strategie fahren.

Von einem „in der Bude hocken“ kann ich in deinem Posting nichts erkennen. Aber der enge Familienzusammenhang (Wohnen im selben Haus oder in enger Nachbarschaft) ist sicher nicht nur ein Symptom, sondern auch ein Nährboden für diese dramatische Familienentwicklung.

Es wäre naiv, zu glauben, daß diese komplizierte Vernetzung durch ein simples räumliches Distanzieren von der Familie zu bewältigen wäre. Im Gegenteil: Die “wir werden krank daran“-Strategie verhindert das ja sogar – jedenfalls solange die Frau nicht gelernt hat, gegen diese Strategie radikal zu rebellieren, was unter dem moralischen Druck nicht ohne Weiteres möglich sein wird. Eine sicherlich der fast 30-Jährigen anzuratende Psychotherapie hat zusätzlich die Aufgabe, ein sinnvolles dialogisches Konfliktverhalten in der Familie zu erlernen. Man kann der Frau nur wünschen, daß sie für diesen langen Lernprozess genügend Geduld, Durchhaltevermögen und Mut aufbringt.

Mit guten Wünschen

Metapher

Ich würd mal denken, dass die auch genervt sind, wenn ihre
großen Kinder da immer noch bei ihnen in der Bude hcken und
dann auch noch Stess machen.
Gruß,
Branden

Hi, aber die hocken gar nicht in der Bude, weder Bruder noch Schwester.
Außerdem machen die keinen Stress, das kommt einfach immer so.
Z.B. Sonntag, Eltern der beiden planen nettes Familienessen, Tochter hat keine Lust zu kommen, schon ist der Streit Tochter-Eltern da.
Wenn die Eltern akzeptieren würden, daß Tochter keine Lust hat, käme es gar nicht zum Streit.

mein kompliment metapher - vielleicht merkt mancher der hier ein statement losgelassen hat ein wenig, wie übel die eigene aussage war.
des weiteren ist mir klar, dass du sicher nicht brauchst, aber dennoch ists mir ein bedürfnis an der stelle! - für dich, für die betroffene und wie schon erwähnt…

beste grüsse

nina

Hallo Metapher,

ich finde deine Ausführungen sehr gut.
Ich möchte die von Natalie geschilderten Probleme auch in keiner Form verharmlosen oder verniedlichen.

Nur wüsste ich gerne, wie sich Eltern die von ihren erwachsenen Kindern nach 15 Jahren, plötzlich mit so einer Situation konfrontiert werden, verhalten sollen!
Wobei nun im Grunde gleich ist, ob sie es wirklich nicht wussten oder nur geschickt verdrängt haben.
So etwas kommt nämlich, wenn auch zum Glück in weit weniger schwerwiegender Form, immer wieder vor.
Die häufigen Familienstreitereien, gerade an Weihnachten, sind meiner Meinung nach ein sehr sprechendes Beispiel dafür.

mfg Nemo.

Hi Rainer,

Nur wüsste ich gerne, wie sich Eltern die von ihren
erwachsenen Kindern nach 15 Jahren, plötzlich mit so einer
Situation konfrontiert werden, verhalten sollen!

Vielleicht einfach die Gefühle der Tochter zulassen?
Wenn die Tochter eine Aussprache o.ä. initiiert, das
unterstützen.

Gruß
Elke

hi

Nur wüsste ich gerne, wie sich Eltern die von ihren
erwachsenen Kindern nach 15 Jahren, plötzlich mit so einer
Situation konfrontiert werden, verhalten sollen!

ZUHÖREN und der Tochter GLAUBEN, sich mit dem Thema auch mal auseinandersetzen - hellhörig werden und die Tochter nicht auch noch beschuldigen

Gruß H.

Hi,

nachdem Methapher schon alles gesagt hat, noch etwas von mir.

Mich würde interessieren ob die Eltern den Sohn schon zu einer Art Aussprache gebeten haben. Oder ob die Eltern glauben (oder sich so verhalten) als ob’s mit „ihrem“ Geständniss dann auch gut wäre. (was sich so anhört)

Mir kam beim lesen nur so ein Gedanke (ich spinn jetzt mal herum).
Sie hat mit ihren Eltern geredet, die Eltern zeigen Mitleid und verstehen, aber wollen im Grunde dann auch ihre Ruhe. Sprich: Pack keine jahrzehnte alten Leichen aus! Du hast mit uns geredet, gut ists.

Ich kann mir aber vorstellen dass diese Eltern, falls das nicht recht schnell zum Bruder getragen wird was da erinnert wurde, den Bruder in irgendeiner Weise davon unterrichten. Und sei es dadurch, dass sie sich auch anders verhalten, oder ne Anspielung machen, oder am Telefon, beim nächsten Besuch (wohnt der auch da?) herumweinen wie „krank sie sind“ und welche Nerven sie ließen in den letzten Tagen. Sobald er nachfragt, wird da sicher geplaudert.

Sollte das dann aufs Tapet kommen, könnte ich mir ein richtig gutes Theater vorstellen. Dass dieser Bruder geknickt um Entschuldigung ankommt, kann ich mir nicht vorstellen. Ich könnte mir eher vorstellen dass er nen ziemlichen Wirbel veranstalten und seine Schwester zum Mitschulidgen oder zur Verführerin machen wird.

Daher würde ich mir an ihrer Stelle recht schnell nen sicheren Platz suchen (sehr gute Freundin?), wo man im Falle der Fälle auch mal ein paar Wochen untertauchen kann und so schnell wie möglich ne Therapie anfangen. Mit einem Fachmann sollten solche Konfrontationen besser ausgehalten werden können (denke ich als Laie mal).

Wobei ich hoffe dass eher die Schwester diejenige ist die die Konfrontation (ein)leitet. Dazu braucht sie, neben den ganzen anderen Dingen, sicher eine starke professionelle Hilfe.

Grüsse
Helena

Mich würde interessieren ob die Eltern den Sohn schon zu einer
Art Aussprache gebeten haben. Oder ob die Eltern glauben (oder
sich so verhalten) als ob’s mit „ihrem“ Geständniss dann auch
gut wäre. (was sich so anhört)

Haben die Eltern wohl nicht gemacht. Aber ich glaube, das möchte die Tochter auch gar nicht. Weil ihr das peinlich ist, dem Bruder -der das sicher schon alles vergessen hat- zu erzählen, daß sie darunter leidet. Sie wollte das ihren Eltern auch gar nicht erzählen, das kam nur so, weil die Eltern sie gelöchert haben, warum die Tochter manchmal so abweisend zum Bruder ist, darauf hin hat sie das dann nur erzählt.

Sie hat mit ihren Eltern geredet, die Eltern zeigen Mitleid
und verstehen, aber wollen im Grunde dann auch ihre Ruhe.
Sprich: Pack keine jahrzehnte alten Leichen aus! Du hast mit
uns geredet, gut ists.

Ja, genauso ist es.
Was sie denken weiß ich ja nicht und die Tochter auch nicht, aber erst seit dem sie es ihren Eltern erzählt hat, kommt sie da erst so schlecht klar mit. Die geben ihr irgendwie das Gefühl, als ob es das normalste von der Welt ist, was in jeder anderen Familie auch vorkommt, Z.b. durch Erklärungsversuche vom Vater, daß der Sohn sich sicher nichts dabei gedacht hat, der wollte schließlich auch mal ne Frau (er hatte mir seinen damals 19 Jahren noch nie ne Freundin).
Ich glaube für die Tochter wäre es besser gewesen, wenn sie niemals mit ihren Eltern darüber geredet hätte.

Ich kann mir aber vorstellen dass diese Eltern, falls das
nicht recht schnell zum Bruder getragen wird was da erinnert
wurde, den Bruder in irgendeiner Weise davon unterrichten. Und
sei es dadurch, dass sie sich auch anders verhalten, oder ne
Anspielung machen, oder am Telefon, beim nächsten Besuch
(wohnt der auch da?) herumweinen wie „krank sie sind“ und
welche Nerven sie ließen in den letzten Tagen. Sobald er
nachfragt, wird da sicher geplaudert.

Nein, das glaube ich nicht. Da wird nicht von geredet, der Bruder wird mit offenen Armen empfangen. Durch die drei Enkelkinder kommt er auch sehr oft, und das Verhältnis würde die Mutter niemals aufs Spiel setzen. Außerdem geben sie die Schuld an dem „krank werden“ ausschießlich der Tochter, da die nicht so funktioniert wie die Eltern es gerne hätten. Mit dem Sohn ist ja alles „normal“.

Wenn die Eltern akzeptieren würden, daß Tochter keine Lust
hat, käme es gar nicht zum Streit.

Die Tochter wäre gut beraten, wenn sie sich nicht darum kümmern würde, ob ihre Eltern das akzeptieren.
Wenn sie nicht hingehen möchte, sollte sie nicht hingehen.

Wenn die Eltern akzeptieren würden, daß Tochter keine Lust
hat, käme es gar nicht zum Streit.

Die Tochter wäre gut beraten, wenn sie sich nicht darum
kümmern würde, ob ihre Eltern das akzeptieren.
Wenn sie nicht hingehen möchte, sollte sie nicht hingehen.

Hi, danke, aber sie hängt sehr an ihren Eltern, trotz alledem.
Dieser ständige Streit mit den Eltern ist für sie sehr schlecht zu ertragen.

hallo branden,

was ist los sag? so unfeinfühlig habe ich dich bisher nie wahrgenommen. du steigst gar nicht auf das problem ein sondern reduzierst es wie ich finde auf dinge, die nicht von der vorgeschichte zu trennen sind, da ja ein unmittelbarer zusammenhang besteht.

du wirst doch wissen, dass sie weiss, dass sie am besten nicht hingehen sollte für eine weile. und du weisst auch, dass personen in dem moment nicht können was so leicht scheint, das es für sie das schwierigste überhaupt ist.

ich will dir nichts unterstellen branden und du bist mir auch keine antwort schuldig - ich möchte nur anmerken - ich verstehe deine aussagen nicht (wie ich es finde, muss ich nicht anmerken).

LG
nina

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Nochmal, weil Du weiter unten leider nicht drauf geantwortet hast:

Was für ein Verhalten erwartet sich die Tochter denn von ihren Eltern?
Und: Hat sie das auch geäußert, dass sie das erwartet?

Es ist schon klar, dass man sich seitens der Eltern anderes Verhalten _wünschen_ würde, aber wenn die entspr. Erkenntnis auf deren Seite nunmal nicht da ist, dann kann man das nicht ändern, sondern muss etwas dafür tun, sie zu erreichen.

Gruß,

Malte

Nochmal, weil Du weiter unten leider nicht drauf geantwortet
hast:

Was für ein Verhalten erwartet sich die Tochter denn von ihren
Eltern?
Und: Hat sie das auch geäußert, dass sie das erwartet?

noch viel wichtiger zu wissen wäre m.E. ob diese deutliche Bevorzugung des Sohnes vor der Tochter erst seit dem „Gespräch“ oder schon zuvor bestand bzw. zumindest von der Tochter schon zuvor als solche erlebt wurde.

Viele Grüße
Franz