Vergleich Stadtbewohner Landbewohner

Hallo an alle, hab da mal ne Frage welches mich sehr interessiert!!!
Und zwar warum die Stadtbewohner erheblich freier waren als Landbewohner im Hohenmittelalter??

Würde mich auf viele Beiträge sehr freuen!!

Gruß und einen schönen 4.Advent
Ryo

Stadtluft macht frei!

Landbewohner waren oft Leibeigene.

Ein Jahr leben in der Stadt und sie waren frei.

mfgConrad

Hallo, Ryo,

hab da mal ne Frage welches mich sehr
interessiert!!!
Und zwar warum die Stadtbewohner erheblich freier waren als
Landbewohner im Hohenmittelalter??

schmökere mal auf

http://www.kleio.org/mittelalter.html (Kapitel VI und VII),

dann kannst du dir ein Bild machen.

Gruß
Kreszenz

Interessante Seite! *

http://www.kleio.org/mittelalter.html (Kapitel VI und VII),

Danke, Kreszenz!

lg
abu

auch danke und lieben Gruß, jenny

Stadtluft macht frei!

Landbewohner waren oft Leibeigene.

Ein Jahr leben in der Stadt und sie waren frei.

Unter welcher Voraussetzung konnten sie in die Stadt ziehen?

Hallo !
Ein Spruch aus dem Mittelalter, als Hörige (Leibeigene), wenn sie für ein Jahr in die Stadt zogen, frei wurden, wenn ihre Herrn sie nicht zurückforderten.

mfgConrad

Konnten Leibeigene einfach so ein Jahr in die Stadt ziehen? Sie wurden ja für die landwirtschaftliche Arbeit gebraucht.

Konnten Leibeigene einfach so ein Jahr in die Stadt ziehen?
Sie wurden ja für die landwirtschaftliche Arbeit gebraucht.

Hallo, Rolf,
das solltest du dir nicht so einfach als „umziehen“ im heutigen Sinne vorstellen. Da hat sich der Kerl bei Nacht und Nebel fortgeschlichen, sich in den Wäldern herumgedrückt, bis man nicht mehr aktiv nach ihm suchte und dann in einer Stadt als Handlanger, Tagelöhner usw. seinen Lebensunterhalt zu verdienen versucht und wenn er dann immer noch lebte, dann konnte er nach „Jahr und Tag“ versuchen, Bürgerrecht zu erwerben. Allerdings mussten da sicher noch einige Hände gedrückt werden, sprich ohne Moos war schon damals nix los!

Gruß
Eckard

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Ach übrigens …
lieber Rolf,
lies doch mal spaßhalber Grimmelshausen, „Der Abenteuerliche
Simplicissimus“. Vielleicht nicht ganz so einfach zu lesen, aber amüsant und du erfährst sehr viel über das Leben während des 30jährigen Krieges (Ja, nicht ganz Mittelalter, aber doch näher dran als unsere heutigen Vorstellungen.)
Du findest den Volltext im Projekt Gutenberg http://gutenberg.spiegel.de/grimmels/simpl/simpl.htm

Viel Vergnügen!
Eckard

lieber Rolf,

Hallo Eckard!

Ich habe ja noch überhaupt nicht gewußt, daß ich Rolf heiße.
Die vielen vom Gutenberg-Spiegel zur Verfügung gestellten Texte werden aber bereits oft von mir in Anspruch genommen.

Grüße
Ostlandreiter

ACHTUNG!

Bitte die Informationen auf dieser Seite mit sehr viel Vorsicht
genießen. Zumindest bei den Themen, in denen ich mich wirklich auskenne
waren ganz gewaltige Fehler und Mißinformationen enthalten. Dabei
beziehe ich mich nicht auf kleine, unwichtige Details sondern wie
gesagt auf ganz massive Fehlinformation, oder anders gesagt: Blödsinn.

Ich würde daher den Infos auf dieser Seite nicht trauen.

schönen Gruß

Herbert

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Hallo Herbert,

nur aus Interesse: kannst Du dafür ein Beispiel nennen?

gruß
Murmeltier

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Servus OLR,

„Können“ ist hier entweder „Durchmogeln“, wie von Eckard beschrieben, oder tatsächlich organisiert mit Sack und Pack losziehen, wie dieses während der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode im 14.-Anfang 15. Jahrhundert hie und da der Fall war. Achilles (Skript ist leider den Weg vieler Jugendsünden gegangen) hat Quellen für Fälle gefunden, in denen von den Leibherren Ausrufer gedingt wurden, die den wegziehenden Bauern alle möglichen Vergünstigungen verkünden sollten, wenn sie bloß blieben. Offenbar waren hier der Machtausübung der Leibherren Grenzen durch die Zahl ihrer Büttel und das Fassungsvermögen ihrer Verliese gesetzt, wenn ein halbes Dorf abmarschierte.

Schöne Grüße

MM

denen von den Leibherren Ausrufer gedungen wurden, die den
wegziehenden Bauern alle möglichen Vergünstigungen verkünden
sollten, wenn sie bloß blieben.

Hallo, Martin,
und so kamen dann solche Sagen wie die vom Rattenfänger von Hameln in die Welt.

Aber der Spruch „Stadtluft macht frei“ hatte schon seine Berechtigung.
Hier fand ich eine Seite, die m.E. recht gut schildert, wie die Lebensverhältnisse waren: http://www.kleio.org/mittelalter/MaVII.htm

Grüße
Eckard

Aber gerne:

Zitat: „80 - 90 cm lange Schwert, dessen Griff bevorzugt aus Gold
oder Silber gefertigt und mit Edelsteinen besetzt war“

Also erstens ist diese Längenangabe alles andere als aussagekräftig
(Gesamtlänge oder Klingenlänge, Zeitraum, etc) und dann war der
normale Griff aus Holz, das meist gewickelt und dann mit Leder
überzogen wurde. Gold- oder Silbergriffe waren Prunkwaffen
vorbehalten, die entweder zum Angeben getragen wurden, zum Schatz
einer Familie gehörten oder verschenkt wurden. So gut wie keine
Kriegswaffe hatte solche Griffe.

Zitat: "Aber außer dem Schwert gab es noch andere gefährliche Waffen
wie den Stechdolch, den Morgenstern, die Kriegssense, die Glefe (ein
kurzer Speer mit Widerhaken), den Streithammer, die Streitaxt, Pfeil
und Bogen und die Armbrust.

Alle genannten Waffen einschließlich des Pfeilbogens hielt man damals
eines Ritters für unwürdig."

Gerade Stechdolch (ich nehme an Scheibendolch - Stechdolch ist keine
Bezeichnung), Streithammer, Streitaxt, Morgenstern waren Waffen des
Ritters genauso wie z.b die Mordaxt und manchmal sogar die Stange.
Die Glefe hat eher selten einen Widerhaken, normalerweise ist sie
glatt.

Zitat: „Im Holz- oder Lederköcher wurden die Pfeile, die im 14. Jh.
eine Länge von 1 m betrugen, um die Schulter gehängt. Mit einem
englischen Langbogen aus Eibe traf man noch in einer Entfernung von
500 m sicher sein Ziel. Und von einem Fachmann konnten 10 - 12 Pfeile
pro Minute abgeschossen werden, da dieser Bogen den Abschuß von drei
bis vier Pfeilen zur gleichen Zeit ermöglichte.“

Es gab im Mittelalter keine Köcher, die über die Schulter getragen
wurde. Die Pfeile wurden durch den Gürtel gesteckt, in einer Art
Köcher an der Hüfte getragen aber meistens einfach in den Boden
gesteckt.
Mit keinem Bogen trifft man auf 500 m sicher sein Ziel. Schon gar
nicht mit einem Langbogen. Die REICHWEITE eines mittelalterlichen
Langbogens liegt je nach Art der Befiederung und Spitze zwischen 250
und 350 m max! Und da wird nicht mehr gezielt sondern auf eine Fläche
geschossen. Gezielte Schüsse über max. 100 m sind Illusion.

Zitat: „Gerade wegen dieser großen Treffsicherheit wurde die
Verwendung von Pfeil und Bogen und Armbrust in Kriegssituationen im
Jahre 1139 auf dem Zweiten Lateranischen Konzil unter Strafe
verboten.“

Die Armbrust wurde verboten, der Bogen nicht (aber da bin ich mir nur
zu 95% sicher).

Das sind nur die größten Fehler im Bereich „Waffen“.

Weiter im Text…

Zitat: „Angefertigt wurde diese Schutzkleidung, wie bereits im II.
Kapitel erwähnt, vom Waffenschmied. In seinem Plattenpanzer, der bis
zu 46 kg wiegen konnte, durfte sich der Ritter zwar vor feindlichen
Angriffen geschützt fühlen, aber es gab auch viele Nachteile. So
geriet man während des Kampfes schnell ins Schwitzen, beim Anlegen
und beim Ablegen der Rüstung brauchte man mindestens zwei Helfer, und
wegen ihres enormen Gewichtes kam man zu Fuß nur langsam vorwärts.
Außerdem wurde die Sicht durch die Topfhelme so eingeengt, daß man
nicht wußte, wohin man trat. Fiel man zu Boden, kam man ohne fremde
Hilfe nicht wieder hoch!“

Hier stapelt sich der Blödsinn!
Rüstungen wurden - wenn es Plattenrüstungen waren - vom Plattner
gemacht, nicht vom Waffenschmied! Man kam zu Fuß nicht langsam
vorwärts. Man kann in einer Rüstung rennen, Purzelbäume schlagen,
Handstand machen und ohne Steigbügel von hinten aufs Pferd springen.
(der englische König tat das sehr gerne vor Gästen). Fiel man zu
Boden, stand man einfach wieder auf.

Zitat: „Wegen all dieser genannten Schwierigkeiten gab es im
Zeitalter der Ritterheere auch kaum größere Schlachten. Und als die
Ritter im 14. Jh. auf leichter ausgerüstete Truppen - z.B. die
englischen Bogenschützen - trafen, wurde ihnen schließlich auf Grund
ihrer relativen Unflexibilität und Hilflosigkeit eine Niederlage nach
der anderen beigebracht.“

Es gab immer große Schlachten! So ein Blödsinn. Die Plattenrüstung
entwickelte sich erst zum Schutz cap-a-pie aufgrund der Bogenschützen
und Armbrustschützen im 100jährigen Krieg und waren deshalb damals
gar nicht so auf dem Feld. Und gerade wegen verbesserter Rüsttechnik
wurde der gerüstete Kämpfer immun gegen Beschuss mit Bogen. Gründe
für die großen Niederlagen der Franzosen gegen die Engländer lagen
ganz woanders aber NICHT in der Rüsttechnik!

Ich höre hier jetzt auf, sonst wird das hier zu lang - aber ich
könnte noch weitermachen! Ich hoffe das reicht.

schöne Grüße

Herbert

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Hallo Herbert,

Ich höre hier jetzt auf, sonst wird das hier zu lang - aber
ich
könnte noch weitermachen! Ich hoffe das reicht.

Absolut! Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. Wieder ein Beweis, daß man nicht alles glauben sollte, was im Internet steht… ;o)

Danke und viele Grüße
Murmeltier

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