Vergrößerungsgläser in der Antike

Guten Tag,

kamm mir jemand sagen, ob (und wenn ja, seit wann und wo und wie) in der Antike Vergrößerungsgläser benutzt wurden? Ich habe eine winzige Kamee (Durchmesser etwa 1,5 cm) aus angeblich griechischer Zeit (roter Obsidian mit - wahrscheinlich - Alexanderprotrait), Fundort Ägypten, gesehen. Die Geauigkeit der Arbeit war ca. 1/20tel mm!! Und nun frage ich mich, welche Instrumente dafür benutzt wurden.

Ganz vielen Dank für Eure Antworten - ich bin auch für Literaturhinweise dankbar.

Susanne

Hallo Susanne,

das ist ein noch relativ unerforschtes Gebiet, das Du da ansprichst. Ich habe hier eine sehr interessante Diplom-Arbeit ausfindig gemacht, die von den so genannten „Visby-Linsen“ handelt. Darin findest Du auch ein Kapitel über die bisher bekannte Geschichte der Optik: http://www.fh-aalen.de/sga/studium/diplom/sonstig/os…

Viele Grüße
Jana

Hallo !

Zum Schleifen von Augengläsern nahm man schon immer „Beryll“. Von da stammt auch die Bezeichnung „Brille“.

Beryll [der; griechisch, französisch], durchsichtiges oder durchscheinendes, glasglänzendes Mineral, wasserhell oder in verschiedenen Farben; Edelstein; hexagonal, Härte 7½–8; bildet langprismatische, selten tafelige, oft walzenförmige Kristalle; findet sich u. a. in Glimmerschiefer, in Drusen und auf Klüften des Granits; Abarten: Smaragd (grün), Aquamarin (grün bis blau), Morganit (Bixbit, Cäsium-Beryll; rosarot), Heliodor (grünlich gelb); chemische Formel A12Be3 [Si6O18].

Gruß max

Hallo Jana,

vielen Dank für die Adresse. Ja, unerforscht - ich habe schon viel gesucht und bin nicht wirklich fündig geworden. Die von Dir gefundene Diplomarbeit verweist ja auch nur auf relativ „junge“ Linsen. Bei erwähnter Kamee handelt es sich aber um eine, wohl so in der Ptolemäerzeit, hergestellte. Und dann ist da auch noch die Frage, welche Werkzeuge benutzt wurden. Die müssen ja entsprechend fein gewesen sein …

Trotzdem herzlichen Dank,
Susanne

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kamm mir jemand sagen, ob (und wenn ja, seit wann und wo und
wie) in der Antike Vergrößerungsgläser benutzt wurden? Ich
habe eine winzige Kamee (Durchmesser etwa 1,5 cm) aus
angeblich griechischer Zeit (roter Obsidian mit -
wahrscheinlich - Alexanderprotrait), Fundort Ägypten, gesehen.
Die Geauigkeit der Arbeit war ca. 1/20tel mm!! Und nun frage
ich mich, welche Instrumente dafür benutzt wurden.

Hallo !

Mit Hörnern am Kopf??? Sicher eine Fälschung der tüchtigen neapolitanischen Schnitzer!

Ein paar Daten aus der Optik :

200 v. Chr. werden in Rom Wandspiegel aus geschliffenem vulkanischen Glas (Obsidian) verwendet.

  1. Jh. n. Chr. Der röm. Politiker und Dichter Seneca beschreibt, dass eine mit Wasser gefüllte Glaskugel ein Bild vergrößert.

Diese Glaskugeln oder Schalen mit Wasserfüllung wurden schon lange vorher zur Vergrößerung benutzt.

Gruß max

an Max
Hallo Max,

ja, genau - Hörner am Kopf und eine Neptungabel! Fälschung? Dann bin ich wieder zufriedener :smile:. Das ist einfach zu genau gearbeitet!
Und danke noch für die Wasserschalen. Habe das schon mal wo gelesen, wußte aber nicht, welche Zeit.

Gruß Susanne

P.S. Weißt Du vielleicht auch, wann solche Fälschungen üblich waren? Wie gesagt, habe das in Ägypten gesehen. Dort waren im 19. Jh. und danach viele gute Fälschungen von altägypt. Dingen für die Engländer und Co. am Markt. Ist das dann auch diese Zeit?

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Hallo

Man nennt sie auch „Gemmen“.
Eine der bekanntesten Gemmen ist die von Alexander dem Großen. Die Widderhörner auf beiden Seiten deuten auf Jupiter Ammon hin, dessen Sohn zu sein Alexander sich rühmte.

Cameen sind Edelsteine, auf denen die Figuren halb erhaben herausgearbeitet sind.
Die alten Römer und Griechen waren in der Kunst, Cameen und Gemmen herzustellen, sehr bewandert.
Für Gemmen wurden vorzugsweise Amethyste, Hyazinthe, Karneole und Achate genommen. Zu den Cameen nahm man außer diesen solche Steine, die aus verschiedenen übereinanderliegenden verschiedenfarbigen Schichten bestanden und arbeitete dann die Figuren so aus, dass sie aus der obigen Schicht bestanden, während der Grund durch die untere Schicht gebildet wurde. Onyr und Sardonyr.
Man hat, da diese Steine äußerst selten sind, nachträglich viele Cameen gefälscht. Das heißt, nachgemacht und als echte auf den Markt gebracht. Wahrscheinlich fing man mit der Fälscherei an, als die ersten Nordeuropäer (wohl Engländer) sich für Altertümer interessierten.
Wer mal Pompeji besucht hat, weiß, dass der Bus dann die Touristen dann zu den vielen Schnitzereien rund um Neapel bringt und dort alles hergestellt und verkauft wird, was der Tourist unbedingt braucht.

Sammlungen dieser Steine wurden schon im Altertum angelegt und führten/führen den Namen „Daktyliotheken“. Die bekanntesten Sammlungen waren/sind in Paris, St. Petersburg, den Haag, Florenz und natürlich Neapel.
Also, wenn Du mal in eine dieser Städte kommst, besuch die Sammlungen und frag, ob Deine echt ist. Oder beim Bayrischen Rundfunk „Kunst und Krempel“.

Gruß Max

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