Verhalten der Angebotskurve zum Preis

Hey :wink:

Warum in alles in der Welt tendiert der Preis eines Produktes zu steigen, je mehr von diesem Produkt produziert wird?

oder, anders gefragt:

Warum ist der Preis höher, je mehr von einem Produkt produziert wird?

Liegt es alleine daran, dass die Produktionskosten steigen, je mehr produziert wird?

oder gibt es noch weitere Gründe? Ist das überhaupt ein Grund?

Liebe Grüße
ElaMiNaTo

Hallöle, das folgt aus dem Gewinnmaximierungkalkül der Unternehmen und i.a. aus den Eigenschaften der Produktionsfuntkion. Üblichweise unterliegt eine Prodfkt. dem „ersten Gossenschen Gesetz“, wonach der marginale Ertrag zwar positiv, aber abnehmend ist. MaW, die Prodfkt. is normalerweise konkav (also mit abnehmender Rate) steigend.

Bei konstanten Faktorkosten (wenn die Produzenten also Preisnehmer an den Faktormärkten sind), sind dann die marginalen Kosten der Produktion steigend. Gewinnmaximierende Unternehmen werden in dieser Situation (selbst im Wettbewerb stehend) höhere Preise nehmen müssen, wenn sie mehr herstellen sollen (etwa aufgrund eines positiven Nachfrageschocks, also einer Verschiebung der N-Kurve nach rechts oben).

Vielleicht hast Du „Fixkostendegression“ als Gegenargument im Kopf? Wenn die Kostenfunktion eines Unternehmens zB K=F+vX ist, dann werden bei geringen Ausbringungsmengen die Durchschnittskosten fallen. Man würde also erwarten, dass das Unternehmen weniger verlangen muss, wenn es mehr herstellt. Aber zum einen ist es für Gewinnmaximierung nicht so entscheidend, wie die DK verlaufen, denn es kommt auf die marginalen Kosten (MK) an. Zum anderen nimmt die Fixkostendegression irgendwann ab, und die steigenden variablen Kosten setzen sich durch.

Hope this helps,
scio

hallo,

wenn die frage volkswirtschaftlich zu interpretieren ist (also angebots und nachfragekurven auf märkten), ist die frage doch recht einfach zu beantworten:

für wie viel geld wärst du bereit zu arbeiten?
5 €/h…recht wenig —> wenige leute würden ihre arbeitskraft für 5 €/h einsetzen;
50 €/h…recht viel —> viele leute wären bereit ihre arbeitskraft für 50 €/h einzusetzen

so ist das auch auf allen anderen märkten…um so höher der erziehlbare preis eines gutes um so mehr unternehmen wären bereit dieses gut zu produzieren und zu verkaufen.

Hallo :smile:

Also ich bin eine Null, was Wirtschaft anbelangt. Ich habe mir mal das Gewinnmaximierungskalkül angeschaut.

Bevor ich schreibe, sage ich erstmal, was ich unter den Begriffen verstehe:

Marginale Kosten sind für mich die Kosten, welche entstehen, um eine weitere Produkteinheit herzustellen. Im allgemeinen sind es für mich auch die Kosten, welche einfach nicht all zu hoch sind (ensprechend der Übersetzung des Wortes „Randkosten“).

Mit dem, was du geschrieben hast, bedeutet das für mich:

Die Unternehmen wollen am liebsten soviel produzieren, wie es nur möglich ist, aber an einem Punkt sind die Kosten für das Unternehmen sehr hoch, will es weitere Produkteinheiten herstellen (z.B. Mietung oder Kauf neuer Produktionshallen, neue Maschinen, Arbeitskräfte etcetera, weil das vorhandene einfach nicht mehr ausreicht). Das schlägt sich dann wiederum im Preis der angebotenen Produkte nieder, um die Kosten die durch die Produktion weiterer Produkte entstanden sind.

Was es mit dem ersten Gossenschen Gesetz auf sich hat, kann ich mir noch nicht so genau erklären.

Je mehr ein Unternehmen von einem Produkt herstellt, umso mehr sinkt der Nutzen des Produktes. Zu erst nimmt die Rate nach oben stetig ab und kann sogar dann nach unten fallen. Ich kann jetzt irgendwie keinen Zusammenhang sehen, zwischen dem Nutzen eines Produktes und seiner Preisentwicklung.

Vielleicht ist es ja der: Etwas, was einem einen hohen Nutzen bringt, dafür gibt man gerne (viel) Geld aus. Je mehr man aber etwas hat, umso weniger braucht man es. Ergo: Man kauft weniger oder man kauft es einfach gar nicht mehr. Solange man in dem „man kauft es weniger“ Kurvenanteil ist (während die Produktion stetig steigt), müssten die Preise auch irgendwann steigen, weil die marginalen Kosten eben irgendwann sehr hoch sind.

Wie dem auch sei in beiden Fällen führt es eben dazu, dass sich die marginalen Kosten der Produktion im Preis des Produktes niederschlagen.

Liege ich hier richtig mit meinen Vermutungen? :smile:

BWL oder VWL?
Hallöchen,

das Problem ist, dass mir nicht ganz klar ist aus welcher Sicht Du das Ganze betrachtest, und scheinbar vermengst Du sogar viele Sichten.

Betriebswirtschaftliche Kosten/Nutzen Rechnung, Stückzahlpreise, EVA, blabla… je mehr desto besser, solange der Produktionspreis pro Stück unter dem Verkaufspreis liegt.

Mikroökonomische Haushaltstheorie, Preistheorie, Produktionstheorie…

Makroökonomische Gütermärkte und Arbeitsmärkte…

Irgendwo muss man trennen, sonst muss man ein derart komplexes Modell bauen.

Tendentiell:

Es hängt von vielen Faktoren ab, was passiert.

Nur beispielhaft aus der Makroökonomik:
Wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, dann steigt der Marktpreis trotz steigender Menge. Sollte die Nachfrage gesättigt sein, bricht der Marktpreis zusammen.
Bei inferioren Gütern fällt der Marktpreis mit der in der Wirtschaft verfügbaren Geldmenge, bei superioren steigt er, bei Substitutionsgütern kann er steigen bis zu einem Punkt, wo die Nachfrage plötzlich zusammenbricht, weil das Geld in andere Güter investiert wird.

Ebenfalls beispielhaft aus der BWL:
Man muss trennen zwischen Produktionspreis (=Kosten) und Verkaufspreis.
Da nicht klar ist, um welchen der beiden Preise es sich handelt, kann man die Frage auch nicht beantworten.
Ebenfalls muss eindeutig klar sein, ob vom Preis auf die Produktionsmenge oder von der Produktionsmenge auf den Preis geschlossen werden soll. Diese Relation ist zwar bedingt, aber nicht äquivalent.
Bei gegebener Kostenfunktion und Preisfunktion und bei verfügbarer Kapazität kann man die Produktionsmenge optimieren, um den Gewinn zu maximieren.
Ebenso kann man bei fester Kapazität, Kostenfunktion und Preisfunktion die Produktionsmenge so optimieren, dass man den höchsten Stückpreis / den höchsten Gewinn erreicht.
Das Vorgehen ist entsprechend anders: Im Fall 1 geht man an die Grenzkapazität, im Fall 2 reguliert man durch die Stückzahl den Preis. Das funktioniert jedoch nur, sofern man ein hinreichend großes Marktsegment beherrscht…

Und jetzt das Ganze noch mit Mikroökonomik und in einem einzigen Modell und Du kannst Romane schreiben!