Verhalten einer 'Freundin' unverständlich

Hallo, schön, dass es dieses Forum gibt. Ich hoffe damit eine differenzierte Sicht auf mein „Problem“ zu bekommen.

Die Sache ist folgende: Ich (30, weibl., glücklich verheiratet) bin schon länger auf der Suche nach einer Freundin, um auch sog. „Frauenkram“ :wink: bequatschen zu können - das, womit ein Ehemann nicht so viel anfangen kann. Ich habe einige „Schönwetter-Freundinnen“, mit denen ich gut plaudern kann, aber sie sind alle nicht das, was ich mir unter einer richtigen Freundin vorstelle. Die Gespräche bleiben doch eher oberflächlich, man unternimmt mal etwas, aber das wars dann auch schon. Wenn es mir wirklich schlecht ginge, würde ich mich keiner dieser Freundinnen komplett anvertrauen wollen.

Nun habe ich vor zweieinhalb Jahren eine in etwa gleichaltrige Frau kennengelernt - sie ist meine Instrumentallehrerin. Hauptberuflich arbeitet sie als Grundschullehrerin, so wie ich auch. Neben diesen äußerlichen „Übereinstimmungen“ verstanden wir uns gleich recht gut. Aus der einen Unterrichtsstunde bei mir zu Hause wurden regelmäßig 2, weil wir so viel zu bequatschen hatten. Das meiste beruflich, aber auch ein paar private Dinge. Bei ihr hatte ich bald das Gefühl, sie sei meine „Seelenverwandte“, also genau das, wonach ich so lange gesucht hatte. Ich fühlte mich verstanden und konnte auch einmal loswerden, wenn mich was bedrückte.

Ich war mir aber bei ihr nicht sicher, ob sie das mit der „Seelenverwandtschaft“ genauso empfindet wie ich. Ich wollte sie damit nicht „überfordern“, dass ich unter Umständen mehr in ihr sah als sie in mir. Und so dachte ich, ich würde mit der Zeit schon merken, wie viel ihr an mir läge. Mich aufdrängen wollte ich jedenfalls nicht.

Seit sie mich als fb-Freundin hinzugefügt hat, chatten wir fast täglich, fast immer geht es von ihr aus. Alle 1 - 2 Wochen sehen wir uns zum Instrumentaluntericht. So weit, so gut. Das Problem, das ich habe ist, dass einiges in ihrem Verhalten nicht stimmt.

Sie hat mir z.B. erzählt, dass sie sich in einen verheirateten Mann verliebt hat und jetzt so darunter leidet, dass er sich nicht von seiner Ehefrau trennen will wegen des gemeinsamen Kindes. Ich versuchte, als sie mir das im Chat berichtete, sie zu trösten… auf einmal war sie für eine halbe Stunde weg. Sie sagte, sie habe mit einer Freundin am Telefon darüber reden müssen. Das hat mich sehr traurig gemacht, weil ich dachte, auch den Status einer „Freundin“ zu haben.

Ich nahm mich nach dieser „Aktion“ wieder sehr zurück und wir sahen uns erst wieder beim Unterricht. Es war wie immer nett.

Wenn ich mit ihr etwas abseits des Unterrichts unternehmen wollte, war sie meist „verplant“. Einmal hat es im letzten Winter zum gemeinsamen Wintersport gereicht… und wir hatten einen schönen Tag - so sah sie das auch. Sie fragt mich am Wochenende auch oft, ob ich was vorhätte, aber fragt nie, ob ich etwas mit ihr machen möchte. Ich denke mir dann: „O.k., sie will nicht, ich hab’ s verstanden…“ sage zwar, ich sei noch unverplant, aber frage nicht, ob ich zum Konzert mitkommen soll, zu dem sie hingehen möchte. Anbiedern ist das Letzte, was ich will - und Mitleid auch.

Dann, sobald ich online bin, quatscht sie mich wieder an. Ich chatte gern mit ihr, nach wie vor. Nun hatte sie ihren 30. Geburtstag. Über Äußerungen auf fb von anderen Leuten kam ich drauf, dass sie offensichtlich eine Party feiert. Mich hat sie nicht eingeladen. Für mich ist das ein klares Signal. Ich bin vielleicht zum Quatschen im Internet gut, aber fürs „echte“ Leben und eine gemeinsame Freizeit nicht. Gefühlsmäßig passt es aber nicht zu dem, was ich empfinde. Ich fühle mich nach wie vor in ihrer Gegenwart wohl, habe ihr das auch einmal gesagt, worauf sie meinte, wir seien „seelenverwandt“. Warum werde ich dann so behandelt? Warum verbringt sie ihre Freizeit mit Leuten, denen sie weniger persönliche Details erzählt? Ich habe mir schon überlegt, das mit dem Instrumentalunterricht bei ihr zu beenden und ihr künftig aus dem Weg zu gehen. So gern ich sie habe - meine Hoffnung, eine „echte“ Freundin gefunden zu haben, lässt sich kaum verdrängen. Es tut mir weh, wenn von ihrer Seite nicht mehr kommt. Warum dann immer diese Chatterei? Ich kenn mich nicht aus.

Ratlos… Colette*

Distanz
Hallo Colette,

ich schließe aus Deiner Beschreibung, dass diese „Freundin“ Dich auf Distanz hält und halten will - warum auch immer.

Du wirst das so akzeptieren (müssen) oder von Dir aus den Kontakt reduzieren/abbrechen; Für sie scheint es so jedenfalls zu passen.

Desweiteren scheint es so zu sein, dass Du mit dieser „Zurückweisung“ nur schlecht bis gar nicht klarkommst - dafür kann aber die „Freundin“ nichts.

Hallo Colette,

ich stimme Uwe zu.

Deine Freundin scheint es zu genügen mit dir ein lockeres freundschaftliches Verhältnis zu haben, dass sich hauptsächlich während der Lernstunden und im Chat abspielt. Ich vermute, dass sie kein Interesse hat aus der lockeren Freundschaft eine intensivere zu machen, denn sonst hätte sie sich schon öfters außerhalb der Lernstunden mit dir treffen wollen. Das wird vermutlich nichts gegen dich sein, sie sucht ja den Kontakt mit dir. Ich vermute eher, dass sie schon eine oder ein paar enge Freundin(nen) hat und ihr das völlig ausreicht. Ist natürlich nur eine Vermutung meinerseits.

Du kannst nichts erzwingen. Aber warum möchtest du die komplette Freundschaft aufgeben? Du verstehst dich doch so ganz gut mit ihr. Belasse es doch bei dieser Art der Freundschaft. Eine richtige enge Freundin wird dir irgendwann über den Weg laufen. Das ist genau wie mit einer Partnerschaft :wink: Irgendwann wenn man nicht damit rechnet trifft man den richtigen Menschen :smile:

Gruß

Samira

Hallo,

die anderen haben ja schon gesagt, es sei besser, sich zu distanzieren. Das scheint vielleicht richtig zu sein.

Die Sache ist folgende: Ich (30, weibl., glücklich
verheiratet) bin schon länger auf der Suche nach einer
Freundin, um auch sog. „Frauenkram“ :wink: bequatschen zu können

  • das, womit ein Ehemann nicht so viel anfangen kann.

Was meinst Du mit „Frauenkram“?

Ich habe
einige „Schönwetter-Freundinnen“, mit denen ich gut plaudern
kann, aber sie sind alle nicht das, was ich mir unter einer
richtigen Freundin vorstelle. Die Gespräche bleiben doch eher
oberflächlich, man unternimmt mal etwas, aber das wars dann
auch schon. Wenn es mir wirklich schlecht ginge, würde ich
mich keiner dieser Freundinnen komplett anvertrauen wollen.

Wenn es Dir schlecht geht, sollte Dein Mann für Dich auch da sein, oder ist das auch „Frauenkram“?

Nun habe ich vor zweieinhalb Jahren eine in etwa gleichaltrige
Frau kennengelernt - Bei ihr hatte ich bald das Gefühl, sie sei
meine „Seelenverwandte“, also genau das, wonach ich so lange
gesucht hatte. Ich fühlte mich verstanden und konnte auch
einmal loswerden, wenn mich was bedrückte.

Ein Begriff wie „Seelenverwandtschaft“… assoziiert bei mir etwas, das Freundschaft übersteigt. Außerdem scheint sie von Dir zu wissen, was Dich bedrückt?

Ich wollte
sie damit nicht „überfordern“, dass ich unter Umständen mehr
in ihr sah als sie in mir.

Dass Du also mehr für sie empfindest, als sie für Dich fühlen könnte?

Und so dachte ich, ich würde mit
der Zeit schon merken, wie viel ihr an mir läge. Mich
aufdrängen wollte ich jedenfalls nicht.

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen… das klingt ein klein wenig auch so, als seist Du so etwas wie in sie verliebt.

Seit sie mich als fb-Freundin hinzugefügt hat, chatten wir
fast täglich, fast immer geht es von ihr aus. Alle 1 - 2
Wochen sehen wir uns zum Instrumentaluntericht. So weit, so
gut. Das Problem, das ich habe ist, dass einiges in ihrem
Verhalten nicht stimmt.

Sie hat die Initiative ergriffen… und nun lässt sich Dich aber irgendwie am langen Arm verhungern?
(Und vielleicht ist ihr auch umgekehrt Dein Verhalten etwas unheimlich/ suspekt/ nicht so ganz einsichtig?)

Sie hat mir z.B. erzählt, dass sie sich in einen verheirateten
Mann verliebt hat und jetzt so darunter leidet, dass er sich
nicht von seiner Ehefrau trennen will wegen des gemeinsamen
Kindes. Ich versuchte, als sie mir das im Chat berichtete, sie
zu trösten… auf einmal war sie für eine halbe Stunde weg.
Sie sagte, sie habe mit einer Freundin am Telefon darüber
reden müssen. Das hat mich sehr traurig gemacht, weil ich
dachte, auch den Status einer „Freundin“ zu haben.

Dazu kann man sicher mehrere Interpretationen finden… Vielleicht war das eine Frau (und sogar uralte Freundin), die sie bereits längere Zeit zuvor schon in diese Beziehungskonflikte eingeweiht hatte und mit der sie redete, weil die ausgerechnet anrief, als Ihr gechattet habt… es muss ja gar nichts damit zu schaffen haben, dass sie lieber mit der anderen über ihre Emotionen spricht… kann auch sein, dass sie einfach beides „nutzte“, froh war, einerseits mit Dir darüber zu chatten, andererseits auch mit der anderen telefonisch (und etwas direkter) reden zu können.

Ich nahm mich nach dieser „Aktion“ wieder sehr zurück und wir
sahen uns erst wieder beim Unterricht. Es war wie immer nett.

Und wie kam das bei ihr an, dass Du - nachdem sie Dir das anvertraut hatte - anscheinend distanzierter warst? Weiß sie, dass Du Dich zurückgesetzt gefühlt hast?

Wenn ich mit ihr etwas abseits des Unterrichts unternehmen
wollte, war sie meist „verplant“. Einmal hat es im letzten
Winter zum gemeinsamen Wintersport gereicht… und wir hatten
einen schönen Tag - so sah sie das auch.

Vielleicht hat sie viel vor, macht viel, ist eben einfach wirklich möglichst in Aktion? Und wie kam es dann dazu, dass Ihr zusammen Wintersport gemacht habt? Das passt ja eigentlich nicht da rein.

Sie fragt mich am
Wochenende auch oft, ob ich was vorhätte, aber fragt nie, ob
ich etwas mit ihr machen möchte. Ich denke mir dann: „O.k.,
sie will nicht, ich hab’ s verstanden…“ sage zwar, ich sei
noch unverplant, aber frage nicht, ob ich zum Konzert
mitkommen soll, zu dem sie hingehen möchte. Anbiedern ist das
Letzte, was ich will - und Mitleid auch.

Ist das üblich in Eurer Beziehung, dass Du was planst/ unternimmst und Dein Mann was anderes unternimmt am Wochenende?

Dann, sobald ich online bin, quatscht sie mich wieder an. Ich
chatte gern mit ihr, nach wie vor. Nun hatte sie ihren 30.
Geburtstag. Über Äußerungen auf fb von anderen Leuten kam ich
drauf, dass sie offensichtlich eine Party feiert. Mich hat sie
nicht eingeladen. Für mich ist das ein klares Signal. Ich bin
vielleicht zum Quatschen im Internet gut, aber fürs „echte“
Leben und eine gemeinsame Freizeit nicht.

Was quatscht sie denn mit Dir?
Und kann es nicht sein, dass sie auch verunsichert ist?

Gefühlsmäßig passt
es aber nicht zu dem, was ich empfinde. Ich fühle mich nach
wie vor in ihrer Gegenwart wohl, habe ihr das auch einmal
gesagt, worauf sie meinte, wir seien „seelenverwandt“. Warum
werde ich dann so behandelt? Warum verbringt sie ihre Freizeit
mit Leuten, denen sie weniger persönliche Details erzählt?

Weil das einfacher ist?

Ich
habe mir schon überlegt, das mit dem Instrumentalunterricht
bei ihr zu beenden und ihr künftig aus dem Weg zu gehen. So
gern ich sie habe - meine Hoffnung, eine „echte“ Freundin
gefunden zu haben, lässt sich kaum verdrängen. Es tut mir weh,
wenn von ihrer Seite nicht mehr kommt. Warum dann immer diese
Chatterei? Ich kenn mich nicht aus.

Ja, lass es. Du willst anscheinend viel mehr als sie geben kann.

Oder aber versuche, mit ihr offen zu sprechen, sage ihr, dass Du es als verletzend empfunden hast, dass sie Dich anscheinend ausgrenzt aus ihrem Freundeskreis.
Dann kannst Du ja immernoch gehen… aber dann weißt Du, was sie wirklich fühlt und denkt, oder?

Gruß, IHF

Hallo!

Was meinst Du mit „Frauenkram“?

Dinge, die meine Ehe betreffen z.B. - manchmal ist es gut, wenn ein Außenstehender eine Situation beurteilt.

Wenn es Dir schlecht geht, sollte Dein Mann für Dich auch da
sein, oder ist das auch „Frauenkram“?

Natürlich… ist er ja auch. Nur gibt es auch mit dem besten Partner manchmal Differenzen, über die man gern auch mit unbeteiligten Personen spricht, denen man vertraut.

Vielleicht war das eine Frau (und sogar uralte Freundin), die
sie bereits längere Zeit zuvor schon in diese
Beziehungskonflikte eingeweiht hatte und mit der sie redete,
weil die ausgerechnet anrief, als Ihr gechattet habt… es
muss ja gar nichts damit zu schaffen haben, dass sie lieber
mit der anderen über ihre Emotionen spricht… kann auch sein,
dass sie einfach beides „nutzte“, froh war, einerseits mit Dir
darüber zu chatten, andererseits auch mit der anderen
telefonisch (und etwas direkter) reden zu können.

Ist ja völlig o.k. und legitim… was ich nicht o.k. finde, ist, dass SIE diese andere Freundin angerufen hat, während ich mir das Gehirn zermartert habe, wie ich sie wieder aufmuntern könnte.

Und wie kam das bei ihr an, dass Du - nachdem sie Dir das
anvertraut hatte - anscheinend distanzierter warst? Weiß sie,
dass Du Dich zurückgesetzt gefühlt hast?

Ich glaube nicht, dass sie das gemerkt hat.

Vielleicht hat sie viel vor, macht viel, ist eben einfach
wirklich möglichst in Aktion?

An fehlender Freizeit liegt es nicht. Sie „erzählt“ mir ja teilweise, dass sie fad hat.

Und wie kam es dann dazu, dass
Ihr zusammen Wintersport gemacht habt? Das passt ja eigentlich
nicht da rein.

Sie hat von sich aus gesagt, sie ginge mit.

Ist das üblich in Eurer Beziehung, dass Du was planst/
unternimmst und Dein Mann was anderes unternimmt am
Wochenende?

Nein. Aus beruflichen Gründen ist es möglich, dass mein Mann und ich uns die überwiegende Zeit des Tages sehen… an einem Tag des Wochenendes tun wir deshalb mit anderen Leuten was.

Was quatscht sie denn mit Dir?

Banales, aber auch berufliche und beziehungstechnische Dinge, die sie bedrücken/beschäftigen.

Und kann es nicht sein, dass sie auch verunsichert ist?

Mag sein.

Gefühlsmäßig passt
es aber nicht zu dem, was ich empfinde. Ich fühle mich nach
wie vor in ihrer Gegenwart wohl, habe ihr das auch einmal
gesagt, worauf sie meinte, wir seien „seelenverwandt“. Warum
werde ich dann so behandelt? Warum verbringt sie ihre Freizeit
mit Leuten, denen sie weniger persönliche Details erzählt?

Weil das einfacher ist?

Möglich.

Danke und Gruß Colette*

Hallo Colette! Ist Deine Freundin in deinen mannverliebt? Gruß Erika

Definitiv NICHT!!!