Verhalten gegenüber Depressionskranken

Hallo,

bei einem Geschäftspartner, mit dem ich auch mal einen Satz über das Geschäft hinaus wechsele, fielen mir so nach und nach Kleinigkeiten auf, die mich vermuten ließen, daß er ein gesundheitliches Problem hat. Vor einigen Tagen gab es einen Zwischenfall in den auch ein weiterer Geschäftspartner mit einbezogen ist.
Aus allen Fakten, die uns bisher bekannt sind, wird es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine depressive Erkrankung handeln.
Am seinem Arbeitsplatz heißt es nun er wäre im Krankenhaus und niemans wüßte weiteres. Auch das verstärkt unseren Verdacht.

Wir mögen diesen Menschen und möchten gern zeigen, daß wir ihm den Zwischenfall nicht ankreiden, sondern Verständnis für seine Krankheit haben und ihn weiterhin akzeptieren. Wir denken daran ihn in der Klink zu besuchen. Ich will morgen mal die in Frage kommenden psychatrischen Klinken abtelefonieren und schaun, ob ich ihn ausfindig machen kann.
Es besteht aber nun die Frage wie wir uns am sinnvollsten verhalten, denn der Zwischenfall und das wir nun von seiner Krankheit wissen, wird ihm sicher sehr unangenehm sein, besonders da unsere Beziehung eine geschäftliche ist.

Es gibt ja div. Möglichkeiten für uns.

  1. Warten bis er wieder am Arbeitsplatz ist und so tun als ob nichts war und nur darauf eingehen wenn er selbst damit anfängt.
  2. Ihn besuchen, damit zeigen, daß wir nichts übel nehmen und ihn weiterhin schätzen, aber darüber hinaus smal-talk halten.
  3. Offen darauf eingehen und über den Vorfall sprechen, soweit er es nicht ablehnt und Hilfe anbieten.

Was meint ihr Experten, was wichtiger für ihn ist. Seine Krankheit aus der Geschäftsbeziehung herauszuhalten oder ihm in erster Linie menschlich zu begegnen.

Gruß Steffi

Hallo Steffie,

bei psychisch Kranken sollte man in jeder Hinsicht vorsichtig sein!
Und am Besten vor jeder, noch so gut gemeinten Aktion, eingehend den behandelnden Arzt befragen!

Alles, auch wenn es noch so gut gemeint ist, kann falsch sein, wobei sich das mit dem Fortschritt der Behandlung auch durchaus ändern kann!

Gruß, Nemo.

Hi,

Wir
denken daran ihn in der Klink zu besuchen.

Um Gottes Willen tut das nicht! Ihr habt eine Vermutung! Stellt eine „Diagnose“, obwohl Ihr nichts genaues wisst.

Dem Betreffenden wird es oberpeinlich sein, wenn ihr ihn besucht. Krankheiten sind eine ureigenste und ganz und gar persönliche Angelegenheit, über die nicht jeder mit jedem sprechen will - und schon gar nicht mit „Geschäftsfreunden“ - so gut es auch gemeint sein mag.

Ich will morgen mal
die in Frage kommenden psychatrischen Klinken abtelefonieren
und schaun, ob ich ihn ausfindig machen kann.

Ich hoffe, dass sich diese Kliniken auf ihre Auskunftsverweigerungspflicht besinnen und Dir keine Auskunft geben. Wäre ja noch schöner…

Es besteht aber nun die Frage wie wir uns am sinnvollsten
verhalten, denn der Zwischenfall und das wir nun von seiner
Krankheit wissen, wird ihm sicher sehr unangenehm sein,
besonders da unsere Beziehung eine geschäftliche ist.

Genau deshalb wäre es eine Anmaßung, sich da in seinen persönlichen Bereich einmischen zu wollen.

Was meint ihr Experten, was wichtiger für ihn ist. Seine Krankheit aus der Geschäftsbeziehung herauszuhalten

Ich bin nur insofern „Experte“, da ich schon selbst Patientin in entsprechenden Kliniken war

oder ihm
in erster Linie menschlich zu begegnen.

Das sollte selbstverständlich sein. Aber schwingt Euch bloß nicht zum „Retter“ auf - schon gar nicht, wenn derjenige gar nicht gerettet werden will (was niemand weiß).

Du schreibst ja nichts konkretes über den „Vorfall“, aber egal was es war, es wird ihm schon genug zu schaffen machen und er wird sich überlegen, wie er da raus kommt.

Ich kann nur empfehlen zu warten bis er auf Euch zukommt (und sich ggf. entschuldigt oder was immer angebracht ist). Dann, aber erst dann könnt Ihr Euer Verständnis und Eure Hilfsbereitschaft ausdrücken.

Und behandelt ihn wirklich wie einen Menschen - und nicht wie einen Kranken.

Gruß,

Anja

Hallo Steffi,

Du hast sicher die allerbesten Absichten, aber ich finde alles außer

  1. Warten bis er wieder am Arbeitsplatz ist und so tun als ob
    nichts war und nur darauf eingehen wenn er selbst damit
    anfängt.

ehrlich gesagt unmöglich. Warum sollte er glauben, dass ihr ihm eine Krankheit „übel nehmt“?

Ich will morgen mal
die in Frage kommenden psychatrischen Klinken abtelefonieren
und schaun, ob ich ihn ausfindig machen kann.

Sorry, aber damit wäre mir in der Situation Deines Geschäftspartners nicht nur nicht geholfen sondern ich empfände es als maßlosen Übergriff.

Was meint ihr Experten, was wichtiger für ihn ist. Seine
Krankheit aus der Geschäftsbeziehung herauszuhalten oder ihm
in erster Linie menschlich zu begegnen.

Ich bin keine Psychologie-Expertin, aber da es eine Geschäftsbeziehung ist gelten hier meiner Meinung nach in erster Linie die Regeln des geschäftlichen und gesellschaftlichen Miteinanders. Schickt ihm meinetwegen eine Karte und eine CD (neutral „Gute Besserung“) an seine Firmenadresse mit der Bitte um Weiterleitung. Alles andere ist indiskutabel.

Gruß
Ramona

Hallo,

ich bin erstaunt was für ein klares NEIN als Antwort von Euch kommt.

Zwei Dinge hatten mich/uns zu dem Gedanken veranlaßt.

  • Ich hatte (und werde) nichts genaues über den Vorfall geschrieben. Der Kranke hat sich telefonisch in seiner Notsituation an uns gewand, nicht an Familie oder Freunde. Darum schien es uns als wenn er uns sehr vertrauen würde, obwohl wir nur Geschäftspartner sind. Allerdings konnten wir nicht selbst helfen, sondern mußten andere einschalten.
  • Ich habe auch schon heftige Krisen in meinem Leben gehabt, habe es aber immer als sehr wohltuend und hilfreich empfunden, wenn sich jemand, dem ich generell vertraut habe, mir und meinem Zustand persönlich angenommen hat.

Gut, bevor etwas daneben geht, werden wir uns in Geduld üben und sehen, ob und wie weit er selbst zu reden bereit sein wird.

Erstmal Danke für eure Antworten.

Gruß Steffi

Hallo Steffi,

ich bin erstaunt was für ein klares NEIN als Antwort von Euch
kommt.

Bin ich auch, wo doch niemand weiss was vorgefallen ist oder irgendetwas von diesem Menschen weiss!
Der beste Vorschlag war, wie ich finde, von RSNemo, erstmal den zu bahandenden Arzt befragen. Vielleicht ist es soger das Beste was ihm passieren kann, wenn er sieht dass ihr ihn schätzt(vielleicht).
So würd ich es machen, für die meisten Menschen ist es doch das schönste, wenn man weiss, dass man Freunde hat. Dann solltet ihr aber auch versuchen aus dem geschäftlichen palaber raus zu kommen und interesse an dem Menschen zeigen. Wenn es also dazu kommen sollte, würde ich sagen höchstens zu zweit, evtl. zu dritt und (wichtig!)Witz und Charm nicht vergessen.

MfG
Michl (Kein Experte)

Hi,

Der beste Vorschlag war, wie ich finde, von RSNemo, erstmal
den zu bahandenden Arzt befragen.

Sag’ mal wo sind wir denn eigentlich… Ich weiß zwar nicht so richtig, was „bahanden“ bedeutet, aber ich ahne es.

Schon mal was von Datenschutz, von Persönlichkeitsrechten etc. gehört???

*kopfschüttelnd*
Anja

Hallo,

Schon mal was von Datenschutz, von Persönlichkeitsrechten etc.
gehört???

Glaub schon. Wie wäre es den mit der Frage: „Herr/Frau Doctor halten sie es für angebracht, wenn wir, Geschäftsfreunde von Herrn …, welche er auch als erste wegen seiner derzeitigen Lage kontaktierte, besuchen?“
Sollte Herr/Frau Doctor dann sagen: „Ich bin nicht befugt das zu sagen!“ dann würde ich mit dem Kopf schütteln!
Oder wenn nicht mal dieser kleine Schritt gatan wird, wenn einem Bekannten kein interesse gezollt wird, dann würde ich mit dem Kopf schütteln!
Vielleicht ist das aber echt nur meine Meinung!?

fG
Michi

Hi,

Vielleicht ist das aber echt nur meine Meinung!?

So isses.

Der Arzt kann schließlich nicht wissen, ob der, der da anruft, wirklich ein Freund ist. Ein Schelm wer glaubt, solche Anfragen werden nur aus freundschaftlicher Gesinnung heraus gestellt…

Also ich hoffe, dass mein Arzt nur den Personen über mich Auskunft gibt, die er als meine nahen Angehörigen oder Freunde persönlich kennt bzw. die ich dafür autorisiert habe.

Gruß,

Anja

Hi,

Der Arzt kann schließlich nicht wissen, ob der, der da anruft,
wirklich ein Freund ist.

Ihr schaut zuviel Fern oder habt wohl zuviel negative Erfahrungen gemacht! Tut mir Leid!

Ein Schelm wer glaubt, solche Anfragen werden nur aus freundschaftlicher Gesinnung heraus gestellt…

Ein Schlem, wer Böses dabei denkt.:wink:

Also ich hoffe, dass mein Arzt nur den Personen über mich
Auskunft gibt, die er als meine nahen Angehörigen oder Freunde
persönlich kennt bzw. die ich dafür autorisiert habe.

Also gibt es die Möglichkeit den Arzt zu fragen, jener gibt die Frage weiter an den Patienten und beim nächsten Anruf wäre alles geklärt.

fG
Michi