Verhalten von anderen verändern: an Denker

Hallo Denker, hallo Forum,

Dein Zitat hat mich zu einer Frage veranlasst…

„Verändern kannst Du nur Dein eigenes Verhalten, nicht das Deines Mannes, das ist eine ganz banale psychologische Erkenntnis, die Dir jeder profesionelle Therapeut bestätigen kann.“

Stimmt, Therapeuten sagen das, und ich habs auch so gelernt :wink:

Meine Frage: Stimmt das überhaupt? Und wenn ja,
warum kommt das bei „Alltagsmenschen“ so wenig an?

Ich glaube, weil unsere Erfahrung uns was anderes sagt.

Einen Menschen, der mir wohlgesonnen ist, kann ich bitten, ein Verhalten zu ändern oder zu unterlassen, und er wird es (vielleicht) tun. Wenn andere mich um sowas bitten, mache ich das meist auch.
Natürlich geht das nicht immer und nicht in beliebigem Ausmaß,
aber sehr häufig funktioniert es doch.

Manchmal wird der Bogen sicher überspannt - wenn man vom anderen zu viel Veränderung erwartet und selber nichts verändern will.

Aber generell würde ich sagen, man kann das Verhalten von anderen Menschen sehr wohl verändern - Freiwilligkeit und ein gesundes Gleichgewicht vorausgesetzt.

Gruß Bixie

Hallo!

Meine Frage: Stimmt das überhaupt?

Ja, das stimmt sogar sehr. Du schreibst es selbst:

Einen Menschen, der mir wohlgesonnen ist, kann ich bitten,
ein Verhalten zu ändern oder zu unterlassen, und er wird es
(vielleicht) tun.

Richtig. Er wird es tun. (oder nicht.) Ich kann es nicht tun. Ich bin auf sein Einverständnis angewiesen. Um dieses Einverständnis zu bekommen, kann ich den anderen natürlich bitten oder ich kann versuchen, ihn zu überzeugen, aber ich muss dabei letztendlich immer seine Autonomie respektieren. Das bedeutet: Er kann sich jederzeit dagegen entscheiden. Alles andere wäre Manipulation oder Zwang, und das lässt kein Mensch auf Dauer mit sich machen.

Wenn der andere (noch) nicht bereit ist, etwas zu ändern, dann kann ich nur daran arbeiten, wie ich selbst mit der Situation umgehe - und zwar für mich selbst. Zwar wird es dann unter Umständen passieren, daß meine Änderung der Anstoß für seine Änderung ist, aber das ist nichts, was sich planmäßíg herbeiführen lässt - um nicht zu sagen: Gehe ich an die Sache mit der Absicht heran, bei dem anderen dadurch eine Änderung zu bewirken, verhindert das unter Umständen die Änderung, weil der Betreffende sich manipuliert fühlt.

Unter Umständen bewirkt meine Änderung aber auch, daß mir die Änderung des anderen nicht mehr wichtig ist. Oder daß sich unsere Beziehung derart verändert, daß die Änderung nicht mehr notwendig ist. Oderoderoder … die menschliche Psyche kennt viele Wege.

Aber generell würde ich sagen, man kann das Verhalten von
anderen Menschen sehr wohl verändern - Freiwilligkeit und ein
gesundes Gleichgewicht vorausgesetzt.

Ja, natürlich kann man das so sagen. Es schadet aber nicht, sich bewusst zu machen, daß es letztendlich immer die andere Person ist, die darüber entscheidet, ob sie sich ändern möchte. Dieses Bewusstsein ist mE nicht soooo weit verbreitet.

Deswegen sage ich lieber: Ja, Du kannst jemanden bitten, sich zu ändern - aber selbst ändern kannst Du ihn nicht.

Gruß,
Max

Hallo bixie,

Aber generell würde ich sagen, man kann das Verhalten von
anderen Menschen sehr wohl verändern - Freiwilligkeit und ein
gesundes Gleichgewicht vorausgesetzt.

da sagt du was wahres, und auch so allgemeines, dass ich mich dazu äußern mag.

Und um ausgehandelte Verhaltensunterschiede geht es nicht, sonst würd ja keine Verabredung klappen, sondern um Wesensänderungen

Und da würde erst mal 2 Thesen aufstellen:

  1. Jeder Mensch beeinflusst jeden (mit dem er Kontakt hat)
  2. Jeder Mensch entwickelt sich aufgrund seiner Eigenart und seiner Erfahrungen

Von daher würde ich folgern:

Man kann einen Menschen nicht in einem bestimmten Sinne beeinflussen, weil der draus macht, was ER will.

Wenn man sich selbst entwickelt, entwickeln sich auch die Mitmenschen.

Wenn man Schwierigkeiten mit einer Person hat, ist es zu 90-99% erfolgreicher, das eigene Verhalten zu ändern, anstatt Verhaltensänderungen vom andern zu fordern.

Der Mensch, erst recht das Unterbewusstsein desselben, ist nicht dumm. Eine eingene Verhaltensänderung nach dem Motto „so mit mir nicht“ ist autentischer und kommt beim Gegenüber besser an. Weil sie ans Gefühl appelieren. Das gefühlsmäßige „Ich bin wütend“ wirkt besser als das intellektuelle „Ich wäre nicht wütend, wenn du …“

So, das ist es erstmal mit intellektuellen Ergüssen.

Gruß, Zoelomat

Hi

Wenn ich so in meine Lebenserfahrung , mein Umfeld und mein Lebenstil zurückschaue , und ein wenig darüber nachdenke , dann kann ich sehr wohl sagen , das ich so einiges an veränderungen auf grund von bitten anderer Personen in mein Lebensstil übernommen habe , aber auch einige Dinge aus diesem oder jenen Grund beabsichtigt gelassen habe , weil das einfach ICH bin , Dinge die man einfach nicht verändern will .

sei es aus einer negativen Erfahrung im Jugendalter , sei es der praktichkeit her , oder einfach weil man nicht austauschbar sein will , seinen typischen Charakter behalten will .

gehen wir mal von einer Beziehung aus , die sich entwickelt .
2 unterschiedliche Personen mit 2 unterschiedlichen Charakterzügen und vorlieben treffen auf einander .
Beide Personen haben erwartungshaltungen , die mehr oder weniger zutreffen .
ein paar Dinge kann man akzeptieren und ein paar Dinge spricht man an …und jetzt kommt die berühmte Frage , weit weit bewegen die sich aufeinander zu .

ganz simples beispiel , und nur als beispiel zum verständniss .

Ein Mann trägt fast nur Pullis oder T-Shirts , weil Pflegeleicht und praktich , die neue Partnerin möchte das er Hemden trägt .
Hemden in seiner Grösse gibt es aber nicht vom Grabbeltisch , die sind entweder zu lang oder spannen am Oberkörper , also nur aus dem Fachgeschäft zu beziehen , sowie dass ein Hemd höchstens 2 Tage getragen werden kann und dann nach der Wäsche gebügelt werden muss , was bei einem Pulli nicht der Fall ist.
dazu hat der Mann kaum zeit .
Vorschlag war , Ok , er käuft ein paar , in dem falle teuere Hemden für schöne Tage , aber Bügeln sollte Sie .
Bügeln abgelehnt , also wurden auch keine Hemden gekauft

wer hat sich da nicht bewegt ??

Toni

Hi,

man kann den Anderen nicht ändern, aber man kann sich selbst ändern.

  • Stimmt.

Warum? Darum.

Nein, das wäre eine blöde Antwort.

Man kann beeinflusst werden durch sein Umfeld/man wird durch seine Umwelt beeinflusst.

  • Stimmt. Wer bestimmt denn nun über einen? Die Anderen oder man selbst?

Im 2. Weltkrieg, hätten alle Soldaten dem Führer folgen sollen und bis zum letzten Atemzug für die Heimat kämpfen sollen. Wäre es nach Hitler gegangen, würde es keine „deutschen“ Männer mehr geben, da diese sich für einen „Heldentod“ geopfert hätten(… die Anderen hätten sowieso gewonnen).

Warum gibt es noch Deutsche? Weil sich manche aus dem Staub gemacht haben, sie sich versteckt haben oder eben auf die andere Seite gewechselt sind. Hat das der Führer befohlen? Nein. Wer hat entschieden? Man selbst.

Wenn ein Freund mich um einen gefallen bittet, kann ich ja oder nein sagen(nachdem ich natürlich nachgedacht habe).

Wenn meine Mutter meint, ich sollte mein Zimmer aufräumen, kann ich es immer noch nicht machen.

Ich entscheide als letzter über mich und meinen Taten(außer ich bin handlungsunfähig, aufgrund einer höheren Macht, die mic körperlich einschränkt).

mfg,

Hanzo

Hallo,

ich denke, das Verhalten eines Menschen kann sich ändern, bzw. durch einen Partner beeinflusst werden, aber nicht seine Grundeinstellung.

Also getragene Socken in den Wäschekorb, Schmutzschuhe vor der Haustüre und Klobrille nach unten - das sind Verhaltensweisen, die sich sicher ändern lassen, spätestns dann, wenn man Rollentausch praktiziert.

Unterschiedliche Grundeinstellungen zu Geld, Ehre, Schönheit, Familie, Macht, Sieg oder Ruhm sind mit Kompromissen kaum bis gar nicht beizukommen.

Gruß
M.

Hossa :smile:

Von der Besten lernen:

http://www.youtube.com/watch?v=lrh32N7G3ag&feature=r…

Viele Grüße

Hasenfuß

Aber generell würde ich sagen, man kann das Verhalten von
anderen Menschen sehr wohl verändern - Freiwilligkeit und ein
gesundes Gleichgewicht vorausgesetzt.

Die Aussage stimmt in doppelter Hinsicht nicht. Der Schlüssel liegt, wie hier schon angesprochen, im Wort Freiwilligkeit. Erfolgt die Veränderung freiwillig, dann hat derjenige selber sein Verhalten geändert.

Es gibt aber noch eine andere mögliche Variante, bei der man tatsächlich das Verhalten eines Menschen ändern kann. Die ist dann allerdings nicht mehr freiwillig und wir bewegen uns im Bereich der Suggestion bzw. Manipulation.

Das ist machbar, in Partnerschaften aber eigentlich nicht erstrebenswert. Das würde wohl auch jeder unterschreiben, bzw. würde sich jeder dagegen aussprechen, dass man den Partner in einer Partnerschaft zu manipulieren versucht.

Achtet man aber mal auf bestimmte Formulierung, die übrigens auch hier sehr oft in den einschlägigen Brettern auftauchen, steckt oft genug dann doch ein Bedürfnis dahinter, über manipulative Maßnahmen zum Ziel zu kommen. „Wie bekomme ich ihn dazu“ ist die Vorstufe. „Wie kann ich sie überlisten“ dann schon über die Grenze rüber.

Da die Versuchung groß ist und das Vorhaben machbar, plädiere ich auch eher dafür, nicht zu formulieren: Man kann nur sein eigenes Verhalten ändern. Denn damit blendet man die sehr reale Gefahr der Manipulation(sversuche) aus.

Hallo,

meiner Erfahrung nach- muss der „Anreiz“ zu Veränderung einfach gross genug- tief genug gehen, damit das geschieht.

Dieses „ich mach das dir zuliebe“ funktioniert auf Dauer niemals.
Und das findet sich in der Kindererziehung genauso wieder wie in einer Partnerschaft.

Solange nicht wirklich tief erfasst wird, daß die Veränderung auch einem selber „etwas bringt“- solange wird man immer wieder in alte Muster verfallen.

Selbst was Diät angeht- kann doch jeder, der das schon gemacht hat- ganz genauso erkennen, daß bei viel Verständnis für Ernährung, Bewegung, Körper etc…man in alte Muster zurückverfällt und damit auf Dauer ja auch keine wirkliche Veränderung stattfindet.

kitty

Moin,

Einen Menschen, der mir wohlgesonnen ist, kann ich bitten,
ein Verhalten zu ändern oder zu unterlassen, und er wird es
( vielleicht ) tun
.

Hervorhebungen von mir.
Er tut es , meinetwegen Dir zuliebe, aber er tut es, nicht Du.

Wenn andere mich um sowas bitten, mache ich
das meist auch.

Eben Du tust es

Aber generell würde ich sagen, man kann das Verhalten von
anderen Menschen sehr wohl verändern - Freiwilligkeit und ein
gesundes Gleichgewicht vorausgesetzt.

Umgekeht wird ein Schuh daraus.
Ein anderer Mensch verändert sein Verhalten, z.B. um Dir lieb zu sein.
Wenn er nicht will, kannst Du tun und lassen was Du willst, es wird keine Änderung eintreten.

Gandalf