Hallo,
vielleicht ist das auch schon jemanden passiert:
Ich mache eine Verhaltenstherapie und bin letztens mit meinem Therapeuten in eine andere Stadt gefahren, um Konfrontationsübungen zu machen. Jetzt meine Frage: Muß ich meinem Therapeuten das Zugticket bezahlen? Und wenn er einen Kaffee trinken will, muß ich das bezahlen? Denn am Ende der Therapiesitzung wollte er Spesen von mir haben. Ich war ziemlich verwirrt, ist das Rechtens?
Dankeschön!
Nein - das ist nicht rechtens! Solche Kosten müssen vorher vereinbart sein, damit Sie entscheiden können, ob Sie das bezahlen (bzw. mitmachen) wollen oder nicht. Ohne vorherige Kostenvereinbarung ist dies nicht statthaft. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Therapeuten darüber und zahlen Sie nichts, zumal er über Ihren (eventuellen) Kostenträger solche vorab genehmigten Kosten erstattet erhält.
Mit freundlichen Grüßen
Dietger M. Sander, Dipl.Psch.
Ja, es ist üblich für Konfrontationsübungen entstandene Auslagen dem Therapeuten zu erstatten.
Es ist allerdings nicht üblich, da vorher nicht drüber zu reden. So kann es sein, daß man sich gegen bestimmte Maßnahmen entscheidet, weil das zu teuer wäre (Beispiel Flugangst). Einzelheiten müßte der Therapievertrag regeln. In Abhängigkeit davon, ob privat oder gesetztlich versichert, könnte es sein, daß die Kasse auf Anfrage etwas erstattet.
Hallo,
- normaler Weise antworte ich nihct auf anonyme Fragen
- Spesen gehen immer zu Lasten des Klienten
- das wird i.d.R. vorher besprochen
- die Bundesverbände geben da auch Auskunft oder:
- die Anwälte gegen Gebühr: http://www.anwalt.de
Beste Grüße
Albrecht Henze
Hallo Yersinja,
eine sichere Antwort kann ich Dir nicht geben. Aber da Verhaltenstherapie auf Krankenkasse geht in Deutschland (ich vermute mal Du bis in D? ich vermute Deine V.THerapie geht auf Kasse?) ist die Frage im Kern: Kann der Therapeut seine Spesen über die Kasse abrechnen? Mein Gefühl sagt mir, dass er es nicht kann. Aber am besten frag hierzu mal Deine Krankenkasse, die können das beantworten. Wenn die Kasse es nicht zahlt, dann ist es ja auch keine Lösung, dass er auf den Kosten sitzenbleibt, Du würdest das Zugticket sicher auch bezahlt bekommen wollen, wenn Du für jmd in eine andere Stadt fährst und dass er den Kaffee nicht sich selber kochen kann sondern durch die Konfrontationsübung in der anderen Stadt der Kaffeekauf nötig wird, ist m.E. auch einzusehen.
Das mag jetzt nicht die Antwort sein, die Dir gefällt… Ich würde das Ganze aber auch aus einer anderen Perspektive betrachten: Der Therapeut ist entweder a) emotional unintelligent oder b) er macht so einen Ausflug in eine andere Stadt das das erste mal (oder c: es ist Teil Deiner Konfrontationstherapie, wie Du damit umgehst 
Weil eins ist klar: Er hätte es Dir im Voraus sagen müssen. Wenn Du einen Kuchen kaufst, sagt man Dir auch den Preis im Voraus.
Ciao
Was das Recht sagt kann ich dir nicht genau sagen, aber m.E. korrekt wäre es so etwa VORHER zu besprechen. Beim Zugticket kann ich je nach Höhe der Ausgaben sogar verstehen, wenn jemand das Geld haben möchte, den Kaffee hätte er schon spendieren können.
Viel Glück dir noch!
Hallo Yersinja,
verwirrt zu sein ist nach der Erfahrung sicher ein berechtigtes Gefühl!
Der Therapeut hat bei Konfrontationsübungen besondere Möglichkeiten, seinen Extraaufwand bei der Krankenkasse abzurechnen. Sollten darüber hinaus Kosten entstehen, dann muss vorher geklärt werden, wer diese übernimmt. Das macht in der Regel die Krankenkasse nach vorheriger Anfrage, wenn z. B. eine Fahrt in eine andere Stadt für die Konfrontationsübung erforderlich ist, weil nur dort ein hoher Turm steht o.ä… Ist die Fahrt in eine andere Stadt der ausdrückliche Wunsch des Patienten, obwohl die Konfrontationsübung auch im Heimatort durchgeführt werden könnte, dann sind in der Regel die Kosten vom Patienten zu zahlen.
Seinen Kaffee muss der Therapeut auf jeden Fall selbst bezahlen!
Viel Erfolg beim Gespräch mit dem Therapeuten.
Gruß, Klarinia
Hallo, ich kann leider nicht sagen, ob das Rechtens ist, zumindest aber befremdlich insofern, als Sie nicht vorher darüber gesprochen haben. Es wäre richtiger gewesen, wenn der Therapeut Sie darauf hingewiesen hätte und Sie hätten z.B. Ihre Krankenkasse fragen können. Es kann ja sein, dass die nur das übliche Honorar zahlt und alles, was darüber hinaus geht vom Klienten übernommen werden sollte. Zu fragen ist, wenn Letzteres der Fall wäre, ob die Konfrontationsübung in einer anderen Stadt für den Erfolg der Therapie dringend erforderlich ist, das müßte der Therapeut ggf. bei der Kasse geltend machen (oder Sie).
Ich würde auf jeden Fall mit dem Therapeuten sein Vorgehen besprechen, die Rechnung ohne Vorwarnung zu präsentieren erscheint mir fragwürdig.
Gruß C.Franz
Hallo,
ich kann dir zwar keine handfesten Gründe nennen, aber bin mir so ziemlich sicher, dass du nicht bezahlen muss! Das ist ja witzig… Ich werde aberr mal nachhören und dir gegebenenfalls nochmal schreiben.
Machs gut
Also die Ausgaben für das Zugticket finde ich soweit in Ordnung, denn er macht das ja nicht zu seinem Vergnügen. Bei Fahrten mit dem Auto zum Beispiel auf der Autobahne bezahlt ja auch der Patient den Sprit.
Aber den Kaffee musst Du nicht bezahlen, das wäre Privatsache des Therapeuten. Zudem dürfte dann auch das Keffetrinken nicht mehr als Therapiezeit gelten. Das wäre dann auch schon wieder Privatsache und fraglich, was das mit der Therapie noch zu tun haben sollte.
Hallo,
vielleicht ist das auch schon jemanden passiert:
Ich mache eine Verhaltenstherapie und bin letztens mit meinem
Therapeuten in eine andere Stadt gefahren, um
Konfrontationsübungen zu machen. Jetzt meine Frage: Muß ich
meinem Therapeuten das Zugticket bezahlen? Und wenn er einen
Kaffee trinken will, muß ich das bezahlen?
Danke für die Antwort. Mir war nicht bewußt, dass ich anonym schreibe. Muß ich mal gucken, wie ich das deaktivieren kann…
Nochmal zur Frage: Aber warum darf er Spesen von mir verlangen? Er hat sich in ein Cafe gesetzt und ich durfte meinen Übungen draußen mit den Menschen machen, während er Zeitung gelesen und Kaffee getrunken hat. Manchmal hat er schon rüber geguckt, die letzte halbe stunde war ich ganz alleine, weil er sich die Füße vertreten mußte.
Ich habe noch nie eine Therapie gemacht, deshalb weiß ich nicht, was okay ist und was nicht.
Einen schönen Tag
Gruß
S.Jankowski
Hallo Schlumpfine,
danke, dass du dich rumhorchen willst.
Zu meiner Geschichte: Ich stand mit meinem Therapeuten an der Bushaltestelle auf dem weg zurück und plötzlich sagte er:„ich bekommen noch Spesen von Ihnen“.Die Krankenkasse sagte, dass nur die Therapie bezahlt wird, mehr nicht (finde ich ja okay). Ich finde alles ein bisschen komisch, vorallem, weil er sich bei meinen Übungen in ein cafe gesetzt hat (auf die Draußenterasse) und Zeitung las (für ihn sind diese Übungen sicherlich langweilig). in der letzten halben stunde ist er sogar weggegangen, weil ihm so kalt war und er sich die Füße vertreten wollte. Soviel Desinteresse … ich versuche verständnis aufzubringen, bin aber nicht dazufähig.
Einen schönen Tag
S.
Hallo, danke für die Antwort.
Ich sehe das auch so.
Aber als wir auf dem Rückweg waren, sagte er zu mir:ich bekomme noch Spesen von Ihnen (wir waren ca. 3h unterwegs). Während der Übung saß er auf der Außenterrasse eines Cafes und hat Zeitung gelesen (ab und zu hat er hoffentlich geguckt),in der letzten ca. 15 minuten ist er weggegangen, weil ihm kalt war und er sich die Füße vertreten wollte und gesehen hat, dass ich ja alles gut machen. Ich fühle mich nicht ernst genommen und soll für soviel desinteresse auch noch spesen zahlen…
achja, die Krankenkasse bezahlt nur reine Therapiezeit.
Viele Grüß
S.Jankowski
Hallo yersinja,
naja, im nachhinein Spesen zu verlangen, klingt nicht gerade koscher.
Grundsätzlich: deine Krankenkasse übernimmt eigentlich die Kosten der Behandlung, oder du bezahlst die komplette Behandlung selbst. ich gehe mal davon aus, daß du die behandlung über die Krankenkasse laufen läßt. in diesem Fall muß sich dann dein Therapeut die Kosten (Ticket, Kaffee & Kuchen, und sonstigen tralala) von der Krankenkasse ersetzen lassen. Ich könnte mir aber vorstellen, daß die Krankenkasse Kuchen u.ä. nicht als Mittel der Heilung betrachtet - heißt: sie bezahlt das nicht. in diesem Fall müßte dein Therapeut das mit dir vorab besprechen. - also welche maßnahmen er als sinnvoll betrachtet (und natürlich auch warum), inwieweit die Kosten übernommen werden, und wenn die kosten nicht übernommen werden, wie hoch sie sind und ob du zustimmst sie zu übernehmen.
ich bin kein fachmann für wirtschaftsrecht, aber soweit ich weiß ist das schließlich eine art vertrag: leistungen und kosten werden VORHER vereinbart und beide vertragspartner stimmen dem dann zu (sofern sie einverstanden sind).
von der psychologisch/therapeutischen Seite ist das ähnlich: verhaltenstherapie ist keine geheime raketenwissenschaft - transparenz ist ein (wissenschaftliches) kernmerkmal, also vorher klären und nicht hinterher rumeieren. zudem hat der therapeut eine art fürsorgepflicht. er soll dich vor schaden schützen, die er (aus fachlicher sicht) erkennen kann, du jedoch als patient nicht erkennen kannst. und die Spesen sind nunmal nachteilig für dich und das sie auftreten werden, konnte er schließlich vorab erkennen.
ich denke, du bist im recht mit deinen zweifeln. die frage ist allerdings, was du nun praktisch damit machst. wenn dein therapeut gut ist bzw die Behandlung dich gesunden läßt, würde ich dir empfehlen die behandlung bei ihm fortzusetzen, aber trotzdem die sache zu klären. du kannst ihm die sachlage aus deiner sicht erklären und einfordern, daß er in zukunft solche dinge vorab mit dir bespricht (und zwar konkret) und dein einverständis dazu einholt.
alternativ kannst du natürlich auch die behandlung bei einem anderen therapeuten fortsetzen. allerdings gibt es oft lange wartelisten (es könnte also schon fast eine ewigkeit dauern, bis du wieder woanders weitermachen kannst). zudem habe ich den eindruck, daß es häufig therapeuten gibt, die dem wissenschaftlichen standard nicht gerecht werden - also „neuer therapeut“ ist leider keine garantie für „besserer Therapeut“.
aufgrund der gut abgegrenzten problematik (- spesen für einen auswärtstermin) würde ich dir empfehlen das mit deinem therapeuten zu klären (ob die krankenkasse das übernimmt und wie sowas in zukunft gehandhabt werden soll). das würde für dich nebenbei auch ein kleines training in selbstwirksamkeit sein (- „sein recht einfordern“). und das wiederum würde im einklang mit einem der grundprinzipien der verhaltenstherapie stehen, nähmlich: VT ist Hilfe zur Selbsthilfe.
ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. wenn fragen sind, dann frag einfach.
mit besten Grüßen,
Daniel
- ganz einfach: die Anfrage mit Vor- und Zunamen unterschreiben und die Visitenkarte ausfüllen
- ist S.Jankowski eine Dame oder ein Herr?
- ich würde dringend den Therapeuten wechseln bei seiner Dienstauffassung, es sei denn, es war eine Prokations-Therapie und sein De-Interesse hatte fachliche Hintergründe. Aber die hätte er hinterher aufklären müssen. Ansonsten bleibt es dabei, dass die Konditionen vorher klar vereinbart sein müssen. Alles andere ist schlicht unprofessionell.
Beste Grüße
Albrecht Henze
Hallo Yersinia,
vielen Dank für deine Anfrage. Die Antwort hängt vermutlich davon ab, ob deine Therapie von der Kasse bezahlt wird, oder ob du Selbstzahler bist. Ich bin zwar kein niedergelassener Psychologe, aber ich vermute stark, dass er im ersten Fall Zeit und Fahrtkosten über die Kasse abrechnen kann. Den Kaffee natürlich nicht, der ist sein Privatvergnügen (kommt mir auch ein bisschen kleinlich vor, oder?). Wenn du Selbstzahler bist, stellt er dir die Zeit und die Fahrtkosten in Rechnung. Allerdings sollte er dich darüber wenigstens informieren. Vorher.
Viele Grüsse
Walter
Hallo,
es handelt sich hier wohl eher um eine rechtliche als therapeutische Frage. Da bin ich wohl nicht der richtige Experte.
Viele Grüße
Hallo Du,
tut mir leid, da kann ich dir leider nicht helfen. Deine Verwirrung kann ich gut verstehen. Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass dein Therapeut dich nicht vorher darüber informiert hat, dass du die Extras bezahlen musst. Ich empfehle Dir, Dich bei deiner Krankenkasse zu erkundigen, die können dir sicher weiterhelfen. Für das Verhältnis zu deinem Therapeuten ist es sicher auch sinnvoll, mit ihm darüber zu sprechen (wg. Vertrauensbasis. Viel Erfolg bei deiner Therapie!
Hallo Yersinja,
sorry, dass ich jetzt erst antworte.
Die zusätzlichen Kosten bei Konfrontationssitzungen müssen tatsächlich vom Patienten getragen werden, wenn es sich um eine ambulante Psychotherapie über die Krankenkasse handelt. Der Therapeut kann für jede Sitzung den gleichen Satz abrechnen - und da sind Zugtickets nicht enthalten. Das heißt, er würde seine Tickets ansonsten privat bezahlen. Der Patient sollte aber natürlich vorher darüber aufgeklärt werden.
Ich hoffe, Du kannst das mit dem Therapeuten klären!