Verhaltensveränderung – wie helfen?

Hallo zusammen,

angenommen, eine ältere Person hat schon seit Jahren einen kleinen Spleen. Mittlerweile stellt sich heraus, dass ihre Wahrnehmung nicht in üblichen Bahnen verläuft, eher in Richtung Wahn tendiert, der sich auf Personen in ihrem Umfeld erstreckt. Wie kann man dieser Person helfen? Erstmal müsste ja eine Diagnose her. Was gibt es für Schritte, die man anfangs gehen könnte, müsste, sollte?

Ich danke euch für Tipps
Viele Grüße
sgw

Hallo,

Zwang oder Leidensdruck.

Im allgemeinen sucht man nur dann freiwillig psychologische Hilfe, wenn man bereits sehr unter einer Situation leidet (und auch dann oft nur mit viel Überwindung).

Wenn sie also selbst nicht erkennt was bereits abläuft (was jetzt keine Überraschung ist), wird „freundliches, vorsichtiges drauf Hinweisen“ auch nichts bringen. Solange nur die Umgebung darunter leidet gibt es keinen Grund für diese Person sich zu ändern.

Ein notorischer Schuldner wird erst zur Schuldnerberatung gehen, wenn es schon (fast) zu spät ist. Wieder andere merken erst, dass sie (psychologische) Hilfe brauchen, wenn die genervten Verwandten und Bekannten bereits alle die Beziehung abgebrochen haben, und manchmal leider nicht einmal dann.

Etwas bewirken kann man unter Umständen dann, wenn man der Person etwas nehmen kann, das sie auf keinen Fall verlieren möchte. Ich meine das jetzt nicht materiell sondern es muss starken emotionalen Wert haben, z. B. Scheidung androhen. Das ist aber keine Garantie.

Wenn es aber doch soweit kommen sollte: Für die Person da sein.

Selbst oft genug gesehen, und - dazu stehe ich - auch selbst erfahren.

Grüße
Morrighan

Hallo,

könnte-sollte-müsste; nicht könnte-müsste-sollte.

An oberster Stelle steht grundsätzlich das selbstständige und eigentverantwortliche Leben jedes Menschen. Das gilt auch, wenn das Leben nur schwerer wird; das persönliche Schicksal ist ein normaler Lebensumstand, ist ein Teil des Lebens.

Was Sie machen könnten, hängt von den Umständen ab, in denen Sie sich selbst befinden.
Das Sollen hängt dabon ab, in welchem Verhältnis Sie zu der Person stehen. Ob nicht andere, wie z.B. der Hausarzt, die Stadtverwaltung kompetenter sind.

Wenn das klar ist, ergibt sich was getan bzw. was unterlassen werden müsste.

Grüße mki

Konkrete Schritte? Beratungsangebote?
Hallo mki,

ich weiß nicht, wie tief du im Thema steckst, aber als Laie lese ich viele Spitzfindigkeiten heraus. Ich suche nach konkreten Schritten, wie man mit der offensichtlich bestehenden „Störung“ einer Person umgehen kann. Ich würde mich freuen, wenn es Informationen gäbe, wie Angehörige mit einer betroffenen Person umgehen können oder sollten, wer Angehörige beraten kann und wie man evtl. die Schutzmauer der betroffenen Person nach Löchern abklopfen kann, hinter denen der Bedarf nach Hilfe sitzt.

könnte-sollte-müsste; nicht könnte-müsste-sollte.

Die Reihenfolge war rein zufällig.

An oberster Stelle steht grundsätzlich das selbstständige und
eigentverantwortliche Leben jedes Menschen.

Das will niemand der Person absprechen. Im Gegenteil. Aber offensichtlich leidet die Person unter ihrer Wahrnehmung.

Das Sollen hängt dabon ab, in welchem Verhältnis Sie zu der
Person stehen. Ob nicht andere, wie z.B. der Hausarzt, die
Stadtverwaltung kompetenter sind.

Nun, ich maße mir nicht an, psychologisch fundiert helfen zu können. Aber wenn die Familie eine offensichtlich bestehende „Störung“ bemerkt, sollte sie auch irgendwie damit umgehen, ohne der Person das Gefühl zu geben, dass sie spinnt, oder?

Wenn das klar ist, ergibt sich was getan bzw. was unterlassen
werden müsste.

Nehmen wir an, es wäre klar. Was könnte man tun?

Viele Grüße
sgw

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Hallo,

die konkreten Schritte, nach denen Du fragst, ergeben sich aus der Abwägung von können>sollen>müssen.

Nach Rücksprache mit dem Hausarzt und anderen Stellen (Betreuungsstelle der Stadt etc.) zeichnet sich ab, was machbar ist.

Und das müsste entsprechend umgesetzt werden.

Wenn die Familie eine offensichtlich bestehende
„Störung“ bemerkt, sollte sie auch irgendwie damit umgehen,
ohne der Person das Gefühl zu geben, dass sie spinnt, oder?

Die Sorge ist nicht sehr realistisch, wenn die Familie fachlichen Rat hinzu zieht.

Wenn das klar ist, ergibt sich was getan bzw. was unterlassen
werden müsste.

Nehmen wir an, es wäre klar. Was könnte man tun?

Da beißt sich die Katze in den Schwanz:

Was Sie machen könnten, hängt von den Umständen ab, in denen die Familie sich selbst befindet.

Grüße mki

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Hallo schwarzgrauweiss!

Um Dir einen Rat geben zu können finde ich Deine Informationen einwenig zu dürftig. Hat „nur“ die Familie den Spleen festgestellt oder hat ein Arzt es diagnostiziert?
Ist es die Person derentwegen ihr Euch sorgt oder wird sie der Familie eine Last, wie angedeutet wurde?

Grundsätzlich würde ich raten einfach zu zuhören und zu versuchen aufgeschlossen dem gehòrten gegenüber zu sein.

Liebe Grüße Sieglionde

Hallo Sieglionde,

danke für deine Antwort. Ich versuche mal, ein bisschen mehr zu erzählen:

Hat „nur“ die Familie den Spleen festgestellt oder hat ein Arzt es diagnostiziert?

Nein, bisher nur die Familie. Wie viel der Ehepartner der betroffenen Person weiß oder wahrhaben will, ist unklar. Ärzte werden viel konsultiert, aber niemand weiß, ob diese schon etwas diagnostiziert haben.

Ist es die Person derentwegen ihr Euch sorgt oder wird sie der Familie eine Last, wie angedeutet wurde?

Jein. Die Familie sorgt sich um die Person, da sie aufgrund ihrer Wahrnehmung unglücklich ist. Es gibt auch körperliche Symptome, die ich aus meinem „beruflichen Laien-Wissen“ als psychisch begründet beschreiben würde.
Die Sorge gilt aber auch dem Ehepartner, der mit der betroffenen Person zusammenlebt. Er wird teilweise auch vor anderen „an die Wand“ gestellt. Aber er wirkt nach außen, als tangieren ihn diese „Ausfälle“ nicht. Die Familie weiß nicht, ob sie da einschreiten sollte oder nicht. Das Paar lebt absolut selbstständig, aber mittlerweile recht zurückgezogen. Das verunsichert bzw. beunruhigt die Familie.

Grundsätzlich würde ich raten einfach zu zuhören und zu versuchen aufgeschlossen dem gehòrten gegenüber zu sein.

Ich verstehe das so, dass man zuhört, wenn die betroffene Person (oder der Partner) erzählt – und was. Die Personen mit ihren Äußerungen ernst nehmen. Meinst du das so?

Viele Grüße
sgw

Hallo schwarzgrauweiss, guten Abend,

was Du da beschreibst kommt m.E. in der heutigen Zeit öfter vor.
Hat die betroffene Person selbst geäußert das es sie belastet oder ist dies eher eine Annahme der Aussenstehenden?

Du hast das ganz richtig verstanden mit dem Zuhören.

Auch in meinem Leben sind Dinge passiert die nur unglaublich schwer zu aktzeptieren sind (ich selbst habe Jahre gebraucht um meinen eigenen Verstand nicht länger anzuzweifeln).
Mit meiner Familie war ein Umgang nur unter der Vorraussetzung möglich, daß wir die fraglichen Ereignisse konsequent aus unseren Gesprächen eleminiert haben, da es meiner Familie zu viel wurde und ich mich furchtbar darüber geärgert habe, das sie meinten besser zu.wissen was ich erlebt habe als ich selbst.
In solchen Fällen habe ich mir angewöhnt das Beispiel der Seefahrer zu bringen, welchen von den „Landratten“, die zu den damaligen Zeiten sehr häufig kaum weiter als 50km von ihrer Geburtsstätte wegk gekommen sind, auch nicht veglaubt wurde als sie von.Löwen, Giraffen, Elefanten und der Gleichen berichtet habe.

Hoffentlich konnt ich Dir ein stückweit behilflich sein.

Alles Gute Sieglionde