Verharmlosung rechter Gewalt

Hallo miteinander!

In einigen Diskussionsbeiträgen weiter unten wird die Auffassung vertreten, daß in diesen Zeiten rechte Gewalt mit linker grundsätzlich gleichzusetzen ist.
Ich halte diese Meinung für völlig falsch, ja sogar für gefährlich, weil sie ein Klima der Toleranz für rechte Gewalttäter schafft.
Ich halte fest: In Deutschland gibt es zu den „National befreiten Zonen“ kein linkes Äquivalent. Ausländische Studenten in den neuen Bundesländern z.B. werden bei Antritt ihres Deutschlandaufenthaltes von der Stadtverwltung oder der Polizei über Verhaltensmaßregeln informiert. So z.b.:
In welche Stadtteile man sich als Andersfarbiger besser nicht begeben sollte.
Das man beim Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr immer nahe beim Fahrer sitzen soll, um schnell Hilfe zu erhalten etc. pp.

No-go-Areas gibt es natürlich auch für andersartige Deutsche, z.B. sind gefärbte Haare, verlotterte Kleidung oder eine Behinderung der Gesundheit in manchen Gegenden nicht gerade zuträglich.

Ich halte weiter fest, daß es in den letzten Jahren keine Morde mit linksextremen Hintergrund gab. So schlagen Linke keine Penner tot, jagen keine Ausländer durch die Stadt, zünden keine Asylbewerberheime samt Insassen an, lassen keine Schwarzen verbluten nachdem diese aus lauter Angst durch eine geschlossene Glastür gesprungen sind, etc.
Straftaten der extremen Linken und der Autonomen beschränken sich im wesentlichen auf Eigentumsdelikte, auf Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, auf Sachbeschädigung und auf Körperverletzungen. Zahlenmäßig sind diese übrigens wesentlich geringer als die 14.000 rechtsextremen Straftaten im Jahr 2000 (+ 18% gegenüber 1999).

Die Idiologie der Rechten ist meines Erachtens, wenn man sie konsequent umsetzt, wesentlich gefährlicher als die der Linken. Das Ziel des überwiegenden Anteils der rechten Parteien, aber gerade auch der Kameradschaften und Gruppen wie der SSS (Skinheads-Sächsische Schweiz), liegt im Erreichen eines totalitären Führerstaates ohne Möglichkeit der Opposition. Ein solcher Staat, so die Utopie, soll sich dadurch auzeichnen, daß er kulturell, wirtschaftlich und militärisch allen anderen Staaten überlegen ist. Eine Rassenidiologie wird als Gestz manifestiert und erhebt den Volksdeutschen über Angehörige aller anderer Nationen und Völker.

Linke Idiologien sind dagegen stärker gesplittert und differieren unter Umständen gewaltig voneinander. So wünschen sich die Anarchisten eine andere Zukunft als Mitglieder der kommunistischen Plattform der PDS. Diese wiederum haben andere Utopien als die Maoisten, die Leninisten und die Stalinisten. Diese wiederum streben nach anderen Zielen als die Autonomen. Während Mitglieder verschiedener radikaler Umweltschutgruppen wieder ein anderes Weltbild vertreten.
So gut wie allen linken Utopien ist aber gemein, daß Fremde und Angehörige anderer Nationen und Völker gleichrangig zu „den Deutschen“ geachtet und respektiert werden. Der Hass auf alles Fremde ist ihnen fremd. Aus der Tatsache Deutscher zu sein wird keine Überlegenheit abgeleitet.

Die Gemeinsamkeiten beider Richtungen, der extremen Linken wie auch der Rechten, ist der Umbau der Gesellschaft und letztlich ein mehr oder weniger gleichgeschalteter Staat.
Im Gegensatz zu den Rechten, die immer noch auf die Errungenschaften des Nationalsozialismus verweisen und sogar den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust verteidigen, hat der überwiegende Anteil der Linken das Scheitern ehemals real existierender linker Staatsmodelle akzeptiert und deren Schwächen erkannt. So kenne ich z.B. keine linke Veröffentlichung die die Deportation Andersdenkender durch Stalin in die Gulags verteidigt. Im Gegensatz dazu findet man „revisionistische“ Ausschwitzleugner wie Sand am Meer.
Mein Fazit ist, daß im Gegensatz zur Rechten Idiologie die Linke durch ein deutliches Mehr an Toleranz und Freiheit gekennzeichnet ist.

Gruß
Tom

Hallo Tom,

endlich ein guter Artikel der das Thema rechter Gewalt auf den Punkt bringt. Den hab ich mir direkt ausgedruckt.

Grüße
Michael

Hallo Tom,

auch, wenn ich dir vom Gefühl her intuitiv zustimmen möchte, so muss ich doch auf einige m.E. logische Widersprüche hinweisen:

Hallo miteinander!

In einigen Diskussionsbeiträgen weiter unten wird die
Auffassung vertreten, daß in diesen Zeiten rechte Gewalt mit
linker grundsätzlich gleichzusetzen ist.
Ich halte diese Meinung für völlig falsch, ja sogar für
gefährlich, weil sie ein Klima der Toleranz für rechte
Gewalttäter schafft.

Wenn Gewalt, gleich welcher Art, abgelehnt wird, schafft das ein Klima der Toleranz für Gewalt…?? Nicht logisch, oder?

Ich halte fest: In Deutschland gibt es zu den „National
befreiten Zonen“ kein linkes Äquivalent. Ausländische
Studenten in den neuen Bundesländern z.B. werden bei Antritt
ihres Deutschlandaufenthaltes von der Stadtverwltung oder der
Polizei über Verhaltensmaßregeln informiert. So z.b.:
In welche Stadtteile man sich als Andersfarbiger besser nicht
begeben sollte.
Das man beim Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr immer nahe
beim Fahrer sitzen soll, um schnell Hilfe zu erhalten etc. pp.

No-go-Areas gibt es natürlich auch für andersartige Deutsche,
z.B. sind gefärbte Haare, verlotterte Kleidung oder eine
Behinderung der Gesundheit in manchen Gegenden nicht gerade
zuträglich.

Ich halte weiter fest, daß es in den letzten Jahren keine
Morde mit linksextremen Hintergrund gab. So schlagen Linke
keine Penner tot, jagen keine Ausländer durch die Stadt,
zünden keine Asylbewerberheime samt Insassen an, lassen keine
Schwarzen verbluten nachdem diese aus lauter Angst durch eine
geschlossene Glastür gesprungen sind, etc.
Straftaten der extremen Linken und der Autonomen beschränken
sich im wesentlichen auf Eigentumsdelikte, auf Vergehen gegen
das Betäubungsmittelgesetz, auf Sachbeschädigung und auf
Körperverletzungen. Zahlenmäßig sind diese übrigens wesentlich
geringer als die 14.000 rechtsextremen Straftaten im Jahr 2000
(+ 18% gegenüber 1999).

Ich stimme dir sicher zu, dass die rechte Gewalt gemeiner, verabscheuungswürdiger und sicher auch häufiger auftritt.
Ich kenne aber leider auch Fälle, in denen linke Gewalt mehr als nur Hasch-Rauchen und Grafitti-Sprühen ist.
Bullen verprügeln, am Wochenende mit Baseball-Schlägern in „rechte“ Viertel ziehen, um "aufzumischen, Autonome, die in’s Skin-Lager überwechseln und zurück - das gibt es leider auch.

Deswegen bin ich der Meinung, die konsequente Ablehnung jeder Gewalt und Dummheit ist notwendig. Sonst verharmlost man eben auch linke Gewalt (siehe unten von mir beschriebenes, selbst erlebtes Beispiel), selbst, wenn diese vielleicht nicht so häufig ist.

Die Idiologie der Rechten ist meines Erachtens, wenn man sie
konsequent umsetzt, wesentlich gefährlicher als die der
Linken. Das Ziel des überwiegenden Anteils der rechten
Parteien, aber gerade auch der Kameradschaften und Gruppen wie
der SSS (Skinheads-Sächsische Schweiz), liegt im Erreichen
eines totalitären Führerstaates ohne Möglichkeit der
Opposition. Ein solcher Staat, so die Utopie, soll sich
dadurch auzeichnen, daß er kulturell, wirtschaftlich und
militärisch allen anderen Staaten überlegen ist. Eine
Rassenidiologie wird als Gestz manifestiert und erhebt den
Volksdeutschen über Angehörige aller anderer Nationen und
Völker.

Linke Idiologien sind dagegen stärker gesplittert und
differieren unter Umständen gewaltig voneinander. So wünschen
sich die Anarchisten eine andere Zukunft als Mitglieder der
kommunistischen Plattform der PDS. Diese wiederum haben andere
Utopien als die Maoisten, die Leninisten und die Stalinisten.
Diese wiederum streben nach anderen Zielen als die Autonomen.
Während Mitglieder verschiedener radikaler Umweltschutgruppen
wieder ein anderes Weltbild vertreten.
So gut wie allen linken Utopien ist aber gemein, daß Fremde
und Angehörige anderer Nationen und Völker gleichrangig zu
„den Deutschen“ geachtet und respektiert werden. Der Hass auf
alles Fremde ist ihnen fremd. Aus der Tatsache Deutscher zu
sein wird keine Überlegenheit abgeleitet.

Die Gemeinsamkeiten beider Richtungen, der extremen Linken wie
auch der Rechten, ist der Umbau der Gesellschaft und letztlich
ein mehr oder weniger gleichgeschalteter Staat.
Im Gegensatz zu den Rechten, die immer noch auf die
Errungenschaften des Nationalsozialismus verweisen und sogar
den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust verteidigen, hat der
überwiegende Anteil der Linken das Scheitern ehemals real
existierender linker Staatsmodelle akzeptiert und deren
Schwächen erkannt. So kenne ich z.B. keine linke
Veröffentlichung die die Deportation Andersdenkender durch
Stalin in die Gulags verteidigt. Im Gegensatz dazu findet man
„revisionistische“ Ausschwitzleugner wie Sand am Meer.
Mein Fazit ist, daß im Gegensatz zur Rechten Idiologie die
Linke durch ein deutliches Mehr an Toleranz und Freiheit
gekennzeichnet ist.

Ich mache einen Unterschied zwischen Gewalt und Ideologie.
Auch ich halte die rechtsextremen Ideologien für sehr viel gefährlicher. Deswegen ist aktuell vor allem diese ideologisch zu bekämpfen.
Aber Gewalt lehne ich ab, und da sehe ich nicht auf die dahinter stehende Ideologie…

Gruß
Tom

Gruß
Salzmann

Danke Tom!
Dein Posting trifft genau den Punkt.

Gruss Joe

Sehr richtig!! OT
ot

dito

Präzisierung
Hi Salzmann!

Wenn Gewalt, gleich welcher Art, abgelehnt wird, schafft das
ein Klima der Toleranz für Gewalt…?? Nicht logisch, oder?

Da hatte ich mich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt! Hier nun die Präzisierung. Bei einigen Artikeln weiter unten wurde rechte Gewalt verharmlost und in Frage gestellt. Die NPD z.B. wurde eine Partei genannt die für Recht und Ordnung steht. Ich meine hierzu, daß die Schwere linksextremer Straftaten sowie deren Häufigkeit hinter den rechtsextrem motivierten Straftaten zurückbleibt.
Natürlich lehne ich jede Gewalt ab, aber ich würde auch nicht so weit gehen zu sagen, daß es keine Abstufung von Gewalt gibt. So ist es für mich um Potenzen gravierender wenn ein unschuldiger, farbiger Familienvater von angetrunkenen Skins zu Tote getreten wird, als wenn sich Linke und Rechte gegenseitig in irgendwelchen „Bandenkriegen“ die Baseballschläger um die Ohren schlagen.

Zum Stichpunkt „Idiologie“ den Du ansprachst. Meiner Meinung nach ist die Idiologie hinter der Tat schon ein entscheidender Faktor. So machte erst der idiologische Unterbau sowie das daraus entstanden Klima des Hasses, den Massenmord an den Juden Europas erst möglich. Genau wie in China, Vietnam, Kambodscha oder Russland die diversen Revolutionen mit den damit verbundenen Morden erst möglich wurden durch gezielte Propaganda und Verbreitung einer Idiologie im Vorfeld.

Bestes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Die Morde der RAF. Es gibt zahlreiche Organisationen in Deutschland und Europa auf deren Konto weit mehr Morde gehen als auf das der RAF. Trotzdem wurde diese Gruppe mit einem immensen Aufwand bekämpft. Das gefährliche an der RAF war ja schließlich die Unterfütterung ihrer Straftaten durch eine Idiologie.

Für das Opfer ist es natürlich egal, ob es von den Kugeln eines Terroristen getroffen, oder von einem Auto überfahren wird.

Gruß
Tom

Gruß
Tom

Hi

SEHR guter Report, voellig dacore.

Bye
Hans

========

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tom,

Hier
nun die Präzisierung. Bei einigen Artikeln weiter unten wurde
rechte Gewalt verharmlost und in Frage gestellt. Die NPD z.B.
wurde eine Partei genannt die für Recht und Ordnung steht.

ist natürlich hirnrissiger Unfug und gefährliches Geschwätz, solche Verharmlosungen von sich zu geben, absolut d’accord

Ich
meine hierzu, daß die Schwere linksextremer Straftaten sowie
deren Häufigkeit hinter den rechtsextrem motivierten
Straftaten zurückbleibt.
Natürlich lehne ich jede Gewalt ab, aber ich würde auch nicht
so weit gehen zu sagen, daß es keine Abstufung von Gewalt
gibt. So ist es für mich um Potenzen gravierender wenn ein
unschuldiger, farbiger Familienvater von angetrunkenen Skins
zu Tote getreten wird, als wenn sich Linke und Rechte
gegenseitig in irgendwelchen „Bandenkriegen“ die
Baseballschläger um die Ohren schlagen.

Ich hatte auch geschrieben, dass rechte Gewalt meistens verabscheuungswürdiger auftritt.
Trotzdem halte ich es für mich persönlich für aufrichtiger, jede Gewalt und jeden Gewalttäter zu verurteilen.
Wie unten beschrieben habe ich es selbst erlebt, dass sog. Linke in den sog „Bandenkriegen“ eben auch verabscheuungswürdige Taten begehen.
Wenn ich sagen würde, ich verurteile die Gewalt der Rechten, die linke Gewalt ist zwar auch nicht schön, aber nicht so schlimm, dann hätte ich ein schlechtes Gefühl. Gerade, weil ich die geistige Leere in den Köpfen und die Primitivität Autonomer (ich kenne ein paar persönlich) auch fürchte.

Bis dann,

Salzmann