Verkäufer verlangt 6€ Versand und versendet für 4€

Hallo Experten,

bei Kijiji habe ich von Privat bestellt, der Verkäufer verlangte für den Versand mit DHL 6€. Angekommen ist nun ein Paket, dass mit Hermes für 4€ versendet wurde. = Betrug?
Eigentlich sind mir die 2€ egal, aber da der bestellte Artikel zudem nicht wie angegeben „einwandfrei“ ist, komme ich mir ein wenig betrogen vor… kann man da nachträglich einen Preisnachlass verlangen?

Grüße
Daniel

Moin,

die Frage taucht immer wieder auf.
Ich nehme auch immer mehr für den Versand als nur das Porto.
Der Karton ist nicht umsonst, auch das Füllmaterial und ggf. die Lieferscheintasche kosten Geld. Der Weg zu Hermes kostet Geld, genauso wie meine Zeit.
Man kennt die Versandkosten vorher. Wenn sie einem zu hoch erscheinen braucht man nicht zu kaufen.

Gruss Jakob

Hallo,

schon klar, dass es alles Geld kostet. Es wäre aber auch kein Problem, diese Kosten als Posten auf die Rechnung zu setzen, bzw. die „Aufwandskosten“ in den Artikelpreis zu packen.
Zwei Versandarten mit entsprechenden Preisen anzubieten, die billigste zu nutzen und die teuerste zu berechnen ist aber schon abzocke - oder?

Grüße
Daniel

Moin,

schon klar, dass es alles Geld kostet. Es wäre aber auch kein
Problem, diese Kosten als Posten auf die Rechnung zu setzen,
bzw. die „Aufwandskosten“ in den Artikelpreis zu packen.

Nun, das ist jedem selbst überlassen wie er das regelt.
Wir liefern ab einer bestimmten Grenze frei Haus.
Darunter werden die Kosten ausgewiesen. Aber wir machen das gewerblich in grossem Stil.

Zwei Versandarten mit entsprechenden Preisen anzubieten, die
billigste zu nutzen und die teuerste zu berechnen ist aber
schon abzocke - oder?

Nun, davor war in Deiner Frage nichts ersichtlich, das zwei Varianten angeboten waren. Letztlich gibts auch viele, die sich über die Versandkosten den Ertrag reinholen, der beim Warenverkauf auf der Strecke blieb.
Nicht nett, aber rechtlich einwandfrei. Es sei denn es war eine bestimmte Versandart zu einem bestimmten Preis vereinbart.
In dieser preislichen Region würde ich das nicht unbedingt Abzocke nennen wollen.
Btw.: War der Verkäufer gewerblich oder Privat?

Gruss Jakob

Hi Daniel,

der Posten heißt Versandkosten und nicht Porto. D. h. die Kosten müssen nicht 1:1 weiterbelastet werden, denn auch die Verpackungszeit und Kosten des Verpackungsmaterials gehören dazu. Die Kosten werden dir vor Auftragserteilung bekanntgegeben, entweder du bestellst und erklärst dich mit den Konditionen einverstanden oder du lässt es (und bekommst keine Ware).

Mal ein Beispiel, wo nicht 1:1 berechnet wird und keiner von Abzocke spricht: die Abholung eines neuen Kfz z. B. in der Autostadt Wolfsburg bzw. beim Autohändler. Da werden einem Überführungskosten berechnet, die so in dieser Höhe gar nicht anfallen…

Ich möchte keine Diskussion über den Sinn und Unsinn bei der Berechnung von Versandkosten anfangen, aber man sieht so allerhand tolles: letztens hatte ich eine Rechnung auf dem Tisch, da betrugen die Versandkosten 2% vom Warenwert… Es gibt sicherlich keine Spediteur, der danach die Frachten an den Versender abrechnet.

Nicht zuletzt deshalb werden bei einem Händler in einer vernünftigen Kalkulation die Versandkosten für Einkaufsartikel mit erfasst. Klar, bei privaten Käufen ist das ärgerlich, aber auch heute unter Berücksichtung des geänderten Kaufverhaltens (Katalog oder I-Net-Shopping) muss sich auch ein Privatmensch angewöhnen Preise und alle Nebenkosten zum Vergleich heranzuziehen. Alles andere ist unrealistisch.

Gruss,
Julia

Hallo,

danke für die vielen Meldungen.

Der Verkauf war von Privat, der Verkäufer hat mir per Mail den Versand per Hermes (4€) oder per DHL (6€) angeboten. Um ihm keine größeren Umstände zu bereiten, habe ich ihm die Wahl der Versandart freigestellt und um Nenneung der Gesamtsumme gebeten -> da wurde Versa. mit 6€ angegeben.

Hätte ich nun um Versand per DHL gebeten, wären wohl 6+2=8€ fällig geworden?!

Wer sich als Verkäufer das Verpacken und zur Post Rennen bezahlen lassen möchte, soll es entweder direkt auf den Artikelpreis aufschlagen, bzw. den Betrag mit in die Versandkosten packen. Andernfalls entspricht die erbrachte Leistung doch nicht mehr dem Angebot?!

Grüße
Daniel

Moin,

Der Verkauf war von Privat, der Verkäufer hat mir per Mail den
Versand per Hermes (4€) oder per DHL (6€) angeboten. Um ihm
keine größeren Umstände zu bereiten, habe ich ihm die Wahl der
Versandart freigestellt und um Nenneung der Gesamtsumme
gebeten -> da wurde Versa. mit 6€ angegeben.

Das sind aber Fakten die Du uns vorenthalten hast :wink:
In dem Fall, also wie angeboten bei Hermes 4,-EUR und DHL 6,-EUR, hätte der Versand mit Hermes auch nur 4,-EUR kosten dürfen bzw. bei 6,-EUR hätte er wie Angeboten mit DHL verschicken müssen.
Die 2,-EUR Differenz sind somit nicht nachvollziehbar. Aber man soll nicht immer gleich böses denken, vielleicht war es einfach ein Versehen.

Hätte ich nun um Versand per DHL gebeten, wären wohl 6+2=8€
fällig geworden?!

Das wäre zumindest erklärungsbedürftig gewesen.

Wer sich als Verkäufer das Verpacken und zur Post Rennen
bezahlen lassen möchte, soll es entweder direkt auf den
Artikelpreis aufschlagen, bzw. den Betrag mit in die
Versandkosten packen. Andernfalls entspricht die erbrachte
Leistung doch nicht mehr dem Angebot?!

Nach Kenntnis dieser neuen Fakten würde ich das auch so sehen, ja.

Gruss Jakob

Das ewige Gejammer und Gemecker
Hallo,

wenn du in der Kneipe ein Bier bestellst und dafür 3,- Euro zahlen sollst, fängst du dann auch das Handeln an weil das Bier im Supermarkt nur 1,- Euro kostet? Den Friseur müsste man dann ja gar nicht bezahlen, denn Dienstleistung kostet ja „nichts“.

Also wenn jemand 10 Euro verlangt und der Käufer das akzeptiert, gilt das als vereinbart. Wir haben in Deutschland Vetragsautonomie, dass heißt Käufer und Verkäufer können im Rahmen der Gesetze die Vertragskonditionen frei aushandeln.

Darüber hinaus ist die Geschichte mit der „Versandkostenabzocke“ so alt wie Onlineauktionen im allgemeinen. Da wird gejammert und gemeckert was das Zeug hält. Aber wenn Versandhäuser wie Otto, Conrad, Neckermann und wie sie alle heißen, statt der 3,XX Euro Porto, die sie tatsächlich zahlen, 6,95 Euro Versandkosten berechnen, kratzt das offensichtlich keinen. Versandkosten berechnen sich eben nicht nach dem reinen Porto.

Zudem setzt der Gesetzgeber voraus, dass jeder, der das 18te Lebensjahr vollendet hat, Lesen und Verstehen kann und somit geschäftsfähig ist, also weiß was er tut. Und wenn 6 Euro vereinbart werden, sind diese auch zu zahlen. Wem es nicht passt, kann ja woanders kaufen. Es zwingt dich doch keiner zu den Konditionen zu kaufen.

Was Betrug ist, kannst Du im übrigen hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Betrug
Ein solcher liegt hier ganz sicher nicht vor. Beschuldigt man jedoch jemanden vorsätzlich oder wieder besseren wissens unberechtigt als Betrüger, würde dies den Tatbestand der üblen Nachrede oder der Verleumdung erfüllen. Also immer schön vorsichtig mit solchen Beschuldigungen.

Gruß

S.J.

bei Kijiji habe ich von Privat bestellt, der Verkäufer
verlangte für den Versand mit DHL 6€. Angekommen ist nun ein
Paket, dass mit Hermes für 4€ versendet wurde. = Betrug?
Eigentlich sind mir die 2€ egal, aber da der bestellte Artikel
zudem nicht wie angegeben „einwandfrei“ ist, komme ich mir ein
wenig betrogen vor… kann man da nachträglich einen
Preisnachlass verlangen?

Grüße
Daniel

Moin Steve,

genauso wie Du habe ich zuerst ja auch reagiert.
Ich dachte auch: och, bitte nicht schon wieder :wink:
Nach einigem Nachhaken kam aber heraus, dass der Verkäufer zwei Versandoptionen anbot. Nämlich einmal Hermes zu 4 Euro und einmal DHL zu 6 Euro. Berechnet wurden dann 6 Euro, verschickt wurde aber mit Hermes.
Letztlich wurscht, weil beides trackbar und versichert. Aber:
Es waren vorher also die Summen bekannt und wurden auch akzeptiert, nur wurde nicht danach vom Verkäufer gehandelt.
Sofern die beiden o.g. Versandoptionen zur Verfügung standen und dem Verkäufer freie Wahl gelassen wurde, so hätte er entweder bei Hermes nur 4 Euro berechnen dürfen, oder aber, da er 6 Euro forderte, mit DHL versenden müssen.
Klar ist das Ganze den Aufwand nicht wert, aber ok war das Verhalten des Verkäufers in diesem Fall wohl nicht.
Und der Fragesteller erwähnte, so erinnere ich mich, auch nicht das Wort Betrug, sondern Abzocke.
Ganz so krass sehe ich das nicht, solange der Verkäufer nicht generell so handelt.

Gruss Jakob