ich hoffe hier kann mir jemand helfen. Mein Bekannter hat vor selbständig zu werden. Und zwar hat er vor die landwirtschaftliche und die forstwirtschaftlichen Produkte z.B. Weizen, Gerste, Holz, usw. im Ausland einzukaufen und hier an die Genossenschaften (z.B. Reifeisen-Genossenschaft), Mischfutterwerke oder Holzhandlungen zu verkaufen.
Welche Probleme könnten für ihn entstehen? Hat man überhaupt eine Chance in dieser Branche oder ist der Markt im Deutschland schon aufgeteilt?
wenn der Kollege nicht aus der Branche stammt und noch nicht mit diesen Produkten beruflich gehandelt hat, wenn er nicht den Markt, d.h. die wichtigsten Teilnehmer des Marktes kennt, wenn er nicht weiß, wie die Handelsstrukturen der Genossenschaften sind, dann soll er gleich die Finger davon lassen oder erstmal 5 Jahre bei der Raiffeisen arbeiten.
wenn er zudem nicht weiss, welche Handelsbeschränkungen und Handelsbestimmungen seitens der EU für landwirtschaftliche Ein-/Ausfuhren gelten und er nicht weiss welche Strafzölle oder Subventionen bei welchem Produkt in welche Richtung Import/Export fällig werden oder welche besonderen lebensmittelrechtlichen oder Tierfutterrechtlichen Vorschriften es gibt:
Lass er es besser sein.
gruss
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ich danke dir erstmal für deine Antwort. Mein Bekannter war schon in diesem Bereich tätig aber er hat nicht mit Ausland gehandelt. Die übrigen Punkte die du aufgezählt hast könnte man doch durch Recherche lösen. Oder nicht?
die wichtigsten Teilnehmer des Marktes
Handelsstrukturen der Genossenschaften
welche Handelsbeschränkungen und Handelsbestimmungen seitens der EU für landwirtschaftliche Ein-/Ausfuhren gelten
-welche Strafzölle oder Subventionen bei welchem Produkt in welche Richtung Import/Export fällig werden
welche besonderen lebensmittelrechtlichen oder Tierfutterrechtlichen Vorschriften es gibt
derzeitige Marktlage und Entwicklung in den nächsten 10 Jahren
Auswirkungen auf die Marktpreise durch die Abschaffung der EU- Agrarsubventionen
Vielleicht kann mir jemand sagen wo ich die Info zu diesen Punkten kriege (eine spezielle Homepage oder Beratungsstellen).
ich fürchte, auch ein in dem Bereich bereits tätig Gewesener wird mit einer HP oder einer Beratungsstelle nicht sehr weit kommen. Das Thema „Märkte für ldw. Produkte“ und insbesondere „Marktlenkung in der EU“ ist ein Dschungel.
Ich habe mich mit der Materie vor Jahren einige Semester lang befasst und kann nicht behaupten, nach all dieser Zeit irgendwelche heute noch brauchbaren Detailinformationen liefern zu können, außer der obigen: Die genannten Märkte, die einerseits unverändert weitgehend von Brüsseler Dirigismus bestimmt sind, unter dessen Schutzmantel sich andererseits eher fest gefügte closed shops Marke BayWa und Raiffeisen entwickeln und halten, und zu dem parallel drittens ein Weltmarktgeschehen stattfindet, angesichts dessen deutsche Bauern bloß mit den Ohren schlackern (Beispiel: für das nicht marktregulierte Produkt Hopfenextrakt befindet sich der Weltmarkt in den Händen von meines Wissens drei Global Playern), sind sehr mühsam auch bloß in Grundzügen zu erfassen und verhalten sich wegen dem Einfluss der Brüsseler Agrokratie ungefähr wie eine Amöbe: Grade wenn man sieben Scheinfüßlein zu kennen glaubt, treiben sie drei neue aus und zwei alte werden eingezogen.
Als einen Zugang empfehle ich das Studium der Inhaltsverzeichnisse der „Agrarwirtschaft“ incl. Buchbesprechungen und das Besorgen der (sicher nicht sehr zahlreichen) Aufsätze der letzten Jahre, die dabei interessant sein könnten. Näheres dazu:
Zum Ausgleich und als Ergänzung für die etwas theorielastige „Agrarwirtschaft“ liefert die Praktikerzeitschrift Top Agrar ziemlich interessante Details über das laufende Geschehen. Sie ist hauptsächlich produktionstechnisch orientiert, aber man kann ihr auch einiges über das aktuelle Marktgeschehen entnehmen:
Wenn Dein Bekannter den Mut hat gegen Konzerne mit erfahrenen Mitarbeitern und existierenden Kunden-und Lieferantenbeziehungen anzutreten, einige Hunderttausende Euro im Rücken um in entsprechende Vorkassen und Bürgschaften zu treten und die Zeit und die Geduld zu lernen, dann nur zu.
Wenn nicht ist „locals“ Vorschlag zu bevorzugen, erst einmal das Ganze als Angestellter zu betrachten um Innenansichten zu erlangen.