Verkaufs-Seminar geben in Japan - worauf achten?

Hallo zusammen,

für einen meiner Industrie-Kunden, der an japanische Händler liefert, soll ich in Japan ein Verkaufs-Seminar geben.

Hat jemand Erfahrung mit japanischen Seminarteilnehmern? Gibt es spezielle Tipps, was man besser vermeiden sollte? Besonderheiten, die man unbedingt berücksichtigen sollte? Ich weiß nicht, ob Damen und Herren anwesend sein werden. Wenn ja, was ist bei einer geschlechtsgemischten Gruppe zu beachten?

Wie schaut es aus bei einer Vorstellungsrunde? Was wird üblicherweise offen kommuniziert? Was gilt als zu privat?

Ist es in Japan üblich, in Kleingruppen bestimmte Seminar-Aufgaben zu erledigen? Ist so etwas wie Brainstorming am Flip-Chart üblich?

Wie schaut es aus mit Ironie gegenüber den Schwächen des eigenen Produkts? Wie werden Mitbewerber-Produkte behandelt? Ähnlich wie in Deutschland (Schwächen offen eingestehen und relativieren - Mitbewerber niemals direkt schlecht machen)?

Für Tipps aus konkreter Erfahrung dankt

Burkhard

ein guter Tipp:

wenn du sowenig über die japanische Mentalität weßt, dann lass es leiber mit dem Seminar.

Ansonsten würde ich mich in eine Bibliothek setzten und alles lesen, was dort über japanische Sitten und Gebräuche greifbar ist. (Im besonderen im Verhältnis Angestellter-Firma)

gruss

Hallo Burkhard,

ich kann Dir wirklich nur die Teilnahme an einem Japan-Seminar empfehlen. Die Sache mit dem „Gesicht verlieren“ ist z.B. immer noch sehr verbreitet.

Grüsse

Sven

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Hallo Burkhard,

meine Vorredner liegen falsch.

Ich lebe und arbeite seit vielen Jahren hier in Japan und habe eine japanische Frau.

Ich weiss gar nicht warum alle diese Vorurteile gegenüber Japaner haben. Vor 50 Jahren war es vielleicht noch so, aber da waren die Deutschen auch noch etwas anders.

Du kannst mir gerne eine Mail schreiben [email protected]

Grusss

Markus

Hallo Markus,

bei jüngeren Jahrgängen gebe ich Dir recht - ich war vor 6 Wochen in Thailand zum Tauchen und sowohl die Tauchlehrer als auch viele Schüler waren Japaner(innen). Alles absolut locker…

Aber in der Industrie sitzen halt immer noch die älteren Jahrgänge, insbesondere in den höheren Posten.

Da kommen noch solche Sachen, dass man nicht „nein“ sagen kann, ohne Beisein des Oberhäuptlings gar nichts entschieden wird und wenn der Oberhäuptlich da ist, dann spricht nur er, ausser er delegiert weiter.

Lustig dagegen finde ich die Sache mit dem Einschlafen mitten im Meeting, um dann, wenn das eigene Thema dran ist, kurz vom Nachbarn geweckt zu werden - so krieg’ ich natürlich auch jede Menge Stunden beim Arbeiten zusammen.

Grüsse

Sven

meine Vorredner liegen falsch.

Ich lebe und arbeite seit vielen Jahren hier in Japan und habe
eine japanische Frau.

Ich weiss gar nicht warum alle diese Vorurteile gegenüber
Japaner haben. Vor 50 Jahren war es vielleicht noch so, aber
da waren die Deutschen auch noch etwas anders.

Du kannst mir gerne eine Mail schreiben [email protected]

Grusss

Markus

Hallo Markus,

meine Vorredner liegen falsch.

Ich halte die Aussagen der Vorredner durchaus für richtig. Dabei weniger aus dem Aspekt heraus, wie problematisch Japaner im persönlichen Umgang miteinander sind (was ich auch gar nicht beurteilen kann)
Burkhard geht nicht zum Spass dort rüber, sondern um in einem Seminar Japanern etwas zu verkaufen. Das ist nicht ein geselliges Zusammensein unter gleichen beim Tauchen, sondern ein selbst in Deutschland rel. ritualisiertes Unterfangen.
Wenn Du Dich als Handlungsreisender in Deutschland im Ton vergreifst, dann fliegst Du in der Regel ratz-fatz aus der Runde raus und brauchst in den nächsten Wochen dort nicht mehr anzurufen. Nur: In Deutschland merkst Du in der Regel, wann es kritisch wird und kannst gegensteuern. In Japan bezweifle ich, dass ein Deutscher die ersten Warnzeichen wahrnimmt…

Aus diesem Grund würde auch ich ihm strengstens anraten:
a) ein interkulturelles Training zu besuchen
b) zum Seminar einen japanischen Kollegen mitzunehmen und diesen vorzuschicken.

Grüße
Jürgen

Hallo zusammen,

für einen meiner Industrie-Kunden, der an japanische Händler
liefert, soll ich in Japan ein Verkaufs-Seminar geben.

Hat jemand Erfahrung mit japanischen Seminarteilnehmern?

aus Deinem Bereich nicht, aber mit einigen japanischen Kollegen.
Es wurde schon gesagt, daß jüngere Semester ‚verwestlicht‘ sind und mit den Sitten der Langnasen (–> DU) zurechtkommen.
Ältere (> 50 Jahre) haben da immer noch ihre Probleme.
Speziell, wenn Du denen was verkaufen möchtest, solltest Du mit den Grundlagen der Höflichkeit vertraut sein.
Frag in einem Japaninstitut nach, ob sie (kurzfristig) Seminare dazu anbieten, sie sind meist recht gut gestalltet und bringen Dir sicher einige Einsichten über die japanische Mentalität.
Dann hab ich festgestellt, daß Kenntnisse (es muß kein Expertenwissen sein, ehrliches Interesse reicht) der japanischen Kunst und Philsospie Tore öffnen, die sonst verschlossen blieben.

Deine konkreten Fragen kann ich nicht beantworten, weil ich in diesem Segment nicht erfahren genug bin, aber für diese Fragen sollten die Seminare auch gut sein.

Üb mit Stäbchen essen, geh hier schon mal in ein Japanisches Restaurant und ess typisch japanisches Zeug, nicht nur Suschis.

Gandalf