'verkaufsrang' bei amazon: bewertungsmassstab?

hallo!

bei amazon.de wird wird zu einem bestimmten buchtitel auch immer ein „verkaufsrang“ genannt.
währe ja sehr interresant zu wissen, wie verbreitet ein bestimmtes buch ist. nur: was heisst so ein wert, womit kann man den vergleichen?

giebt es unabhängig von amazon eine orientierungsmöglichkeit, welche (gesamt-) verkaufszahlen wieviel bedeuten?
marktanteile z.b.?

grüsse
hannes

Eher weniger
Hallo Hannes,

ich denke, solche Verkaufsränge muß man mit Vorsicht in den Maßstab eines tatsächlichen Markterfolges eines Buches übersetzen. Ich weiß nicht, wie der Verkaufsrang bei Amazon zustandekommt, aber selbst wenn dieser tatsächlich genau das wiedergibt, was man sich denken würde, nämlich die Stellung des Werkes auf der Liste der in den größten Mengen verkauften Werke, gibt es doch Faktoren, die das wieder relativieren:

  • Es mag Bücher geben, für die Amazon trotz der Größe kein repräsentativer Händler ist; manches mag (z.B. aufgrund amazoneigener Werbekampagnen) überdurchschnittlich oft dort geordert werden - und damit würde man bei einem einfachen Hochrechnen des Amazon-Verkaufsranges auf die Wirklichkeit des gesamten Buchmarktes das Buch überbewerten.

Umgekehrt kann es ähnliche Faktoren geben, die das Buch bei Amazon als „schwächer“ erscheinen lassen, als das tatsächlich der Fall ist: mir ist ein Fall bekannt, wo ein Sachbuch aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen Amazon und dem Verlag ganz aus dem Programm verschwand, obgleich es sich gesamtdeutsch bestens verkaufte.

Schwierig wird es zudem, wenn Du ein Buch untersuchst, das es nicht nur in mehreren Ausgaben gibt (was wiederum bedeutet: mehrere Verkaufsränge für ein Buch!), sondern das auch in Lizenzausgaben erschien - dann ist nur mit erheblichem Aufwand an eine relativ verläßliche Gesamtzahl zu kommen. Fast jeder Verlag kennt nur die eigenen Zahlen - und rückt sie oft nur geschönt raus.

Außerdem: wenn z.B. jemand im Verlag feststellt, das Buch sei 1 Million mal verkauft worden, dann kann das immer noch bedeuten, daß davon die Hälfte noch in den Läden liegt und nicht mehr verkauft wird (was bei kurzlebigen Bestsellern - Filmbüchern z.B. - vorkommen kann). Jeder Zwischenhändler ist ein Unsicherheitsfaktor mehr.

Bei den klassischen Bestsellerlisten (Spiegel & Gong) läuft die Ermittlung über „repräsentative“ Umfragen bei ausgewählten Sortimenten. So entstanden aber auch zahlreiche selbstgemachte Bestseller, bei denen die Buchhändler auf den Schmökern sitzenblieben, dann aber trotzdem behaupteten, das Buch verkaufe sich gut. Daraufhin stieg das Buch in die Bestsellerliste auf, und DANN ERST verkaufte es sich.

Alles in allem: als ungefähre Maßstäbe können solche Verkaufsränge ganz nützlich sein, als absolut gültige Zahlen würde ich sie aber dennoch nicht zu sehen empfehlen.

Gruß,

Pengoblin