Ich bin neu hier und weiß noch nicht so richtig, wie alles funktioniert. Ich habe eine sehr wichtige Frage:
Meine Oma ist 80 und dement. Sie ist körperlich noch verhältnismäßig fit, vergisst aber wirklich ALLES, ist unkoordiniert und zunehmend aggressiv.
Aber sie ist der Meinung, sie könne perfekt Autofahren. Ich habe das kürzlich auf einer längeren Strecke mit ihr getestet und es war eine Katastrophe. Sie hält zwar das Steuer fest und bleibt halbwegs in der Spur, sobald allerdings mehrere Dinge ihre Aufmersamkeit fordern, macht sie massive Fehler. So hat sie zb zwei rote Ampeln überfahren und wäre mitten in den Querverkehr gerast, hätte ich nicht geschrien.
Nun hat meine Oma leider mitbekommen, dass wir ihre Fahrtüchtigkeit anzweifeln und reagiert darauf äußerst impulsiv und sehr aggressiv. Sie fühlt sich entmündigt.
Wie können wir dafür sorgen, dass sie in eine Verkehrskontrolle gerät oder ihre Fahrtüchtigkeit überprüft wird, OHNE dass wir dabei in Erscheinung treten? Ginge ein anonymer Hinweis beim Verkehrsamt ein, wüsste sie, dass wir dort angerufen haben. Und das wollen wir vermeiden, da sie ohnehin überall Verschwörungen sieht und wir die Vertrauensbasis zu ihr unbedingt erhalten wollen.
Hallo Anna!
Dieses Thema ist immer sehr schwierig zu behandeln.
Theoretisch gibt es nur die Möglichkeit ihr Oma an offizieller Stelle zu melden, wenn sie denn nicht vernünftig ist und ihre leider im Alter nunmal auftretenden Schwierigkeiten weiter ignoriert.
Die Situation, die sie beschreiben stellt nicht nur ein erhebliches Risiko für Ihre Oma dar, sondern für alle Verkehrsteilenhmer, die sich zufällig in ihrer Nähe befinden, vielleicht könnte man dort einen Diskussionsansatz mit ihr finden. Vielleicht wird sie einsichtiger, wenn man ihr nicht versucht den schwarzen Peter zuzuschieben, sondern ihr versucht aufzuzeigen, dass sich heute ziemlich viel im Verkehrsfluß auf deutschen Straßen geändert hat und dass jüngere Verkehrsteilnehmer mit ihrer alt-gelernten Fahrweise nicht umgehen können.
Am Ende bleibt nur der Gang zum Amt. Es muß ja nicht gleich zu einer Überprüfung der Fahrtauglichkeit führen. Vielleicht können sie unverbindlich mal nachfragen, ob es dort vielleicht schon bekannte Konzepte gibt, man muß ja nicht gleich losziehen und Nägel mit Köpfen machen.
Viele Polizeistationen halten auch sogenannte Kontaktbeamte vor, die sich auch mit solchen Themen befassen.
Einfach mal unverbidlich nachfragen.
Viel Glück und Nervenstärke,
Marie
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Das mit der Einsicht meiner Oma haben wir schon sehr oft versucht, es funktioniert nicht. Sie beruft sich darauf, dass sie früher allein bis nach Schweden hochgefahren ist etc. Sie ist der Meinung, laufen könne sie zwar nicht mehr richtig, aber Autofahren, das geht noch.
Es ist leider krankheitstypisch, dass diese Patienten solche Sachen nicht einsehen (vielleicht auch ein wenig alterstypisch - kann man ja auch verstehen - es muss schwer sein, wenn man sein Leben lang aktiv und selbstständig war und nun fast nichts mehr alleine geht). Und logische Argumente ziehen nicht, da sie die angeführten Fakten (wie bspw die roten Ampeln, die sie überfahren hat) sofort wieder vergisst.
Aber Ihr Tipp mit der unverbindlichen Nachfrage bei der Polizei ist super, das werden wir mal ausprobieren.
Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe und einen schönen Tag noch wünscht Ihnen
Hallo, ich bin der Meinung das nur offene Worte etwas taugen. Soll heißen: Gezielt im beisein aller mit dem Arzt darüber sprechen und ggf einen Test machen lassen. Die Behörde benachrichtigen wenn keine Einsicht vorhanden ist. Letztlich geht es um Leib und Leben auch anderer Verkehrsteilnehmer
Gruß Wolfgang
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der Weg über den Hausarzt wäre denkbar. Aber warum gehen Sie nicht selbst zur Verkehrsbehörde? Auch wenn es über den Arzt läuft, wird die Oma Sie verdächtigen.
Muss erst ein Unschuldiger vielleicht sein Leben lassen?
Könnten Sie damit leben?
Schildern Sie die Vorfälle mit den zwei roten Ampeln der Verkehrsbehörde. Die kann dann eine Untersuchung anordnen. Einige Gemeinden/Städte „belohnen“ Senioren auch mit Gratis-Bustickets, wenn sie freiwillig auf die Fahrerlaubnis verzichten.
Also alles was Sie geschrieben haben ist möglich, reden Sie mit wem Sie denken dass es richtig ist. Ämter als auch Hausarzt können da etwas tun. Ach so, ob es Oma nun gefällt oder nicht oder sie Sie hasst oder nicht das ist völlig egal. Das Oma nicht mehr ok ist kann und darf einen anderen Verkehrsteilnehmer, vielleicht ein Kind das unbefangen die Strasse überquert, nicht das Leben kosten.
vor dieser Schwierigkeit stehen immer wieder Familienangehörige.
Der einfachste Weg ist natürlich eine schriftliche Mitteilung an das zuständige Straßenverkehrsamt. Sie könnten dort den Sachverhalt schildern und um Annonümität bitten. Der Versuch einer fingierten Verkehrskontrolle ist immer fragwürdig, da die Beamten die Verkehrsverstöße vor Ort selbst feststellen müssten, um eine entsprechende Untersuchung beim StVA anzuregen. Nur auf Ihren Hinweis hin wird die Polizei vermutlich nicht tätig werden. Sie würde dann höchsten Ihr Erscheinen mit Ihrer Bitte schriftlich festhalten und an das StVA weiterleiten. Somit ist es schon einfacher, Sie würden die Mitteilung an das StVA selbst vornehmen.
MfG
Frank Grunske
das ist eine sehr schwierige Situation. Einerseits soll die Vertrauensbasis zu Ihrer Großmutter rehalten bleiben und man möchte einen geliebten Menschen nicht vor den Kopf stoßen - andererseits sieht man selbst, die Gefahren, denen Ihre Großmutter sich selbst und anderen aussetzt.
Bei uns gibt es für Senioren noch keine Pflichtuntersuchungen auf Ihre Fahrtüchtigkeit, wie z.B. in der Schweiz. Da muss alle 2 Jahre der hausarzt die Fahrtüchtigkeit bescheinigen. Hier ist der Weg über den Hausarzt schwierig. Zum einen hat dieser eine Schweigepflicht, zum anderen aber auch eine Sorgfaltspflicht. Sieht er also sehr deutlich, dass Ihre Großmutter nicht mehr fähig und in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug zu führen müsste er diues auch anzeigen. Vielleicht sprechen Sie mal mit Ihrem Hausarzt darüber. Eventuell gibt es da einen Weg. Sollte das nicht fruchtbar sein und die Fahrtüchtigkeit Ihrer Großmutter wirklich so eingeschränkt sein, dass sie sich selbst und andere im Straßenverkehr erheblich gefährdet, würde ich Sie bitten, selb st den Weg zum örtlichen Straßenverkehrsamt oder Regierungspräsidium zu gehen und dies dort anzu zeigen - dies sage ich als Vater eines Sohnes…
Ich wünsche Ihnen alles Gute mit Ihrer Entscheidung und hoffe, ich konnte ein wenig weiter helfen.
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Liebe Anna,
dein Problem ist wirklich schwierig. Deine Oma reagiert wie alle die an Demenz leiden- sie wird zunehmend agressiv und sieht in jedem einen Feind. Gutes zureden wird nicht helfen, da sie sich dagegen sperren wird. Sie sieht ja ihr Problem nicht. Für eine Kontrolle duch einen Polizeibeamten ist die Begründung sie auf fahrtüchtigkeit untersuchen zu lassen schwierig- es fehlen die objektiven Merkmale, soll heißen, die Vorwerfbarkeit von konkreten Fehlern. Es hilft letzendlich nur ein Test. Dieser muss über das Straßenverkehrsamt laufen. Die Nachfrage beim Hausarzt, der auch den Krankheitsverlauf attestieren kann (Schweigepflicht könnte Schwierigkeiten bereiten) kann hilfreich sein. Ich würde Kontakt mit den Straßenverkehrsamt aufnehmen. Ihr müsst ihren Unbillen darüber in Kauf nehmen- es geht hier letztlich um ihr und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer.
Gruß Jörg F.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Es ist leider genauso, wie Du schreibst.
Das größte Problem, das sich derzeit für mich zeigt, ist, dass ich begreifen muss, dass sie aufgrund ihrer Krankheit einfach nicht mehr der Mensch ist, den ich mein Leben lang kenne und respektiere.
Die Polizei hat mich direkt ans Strassenverkehrsamt überwiesen. Offenbar ist eine Meldung dort wirklich die einzige Möglichkeit, meine Oma und die anderen Verkehrsteilnehmer vor ihr zu schützen.
Noch eine rein praktische Frage:
Wie können andere Leute (zB. meine Familie) auf diese Diskussion zugreifen? Ich finde sie unter „verkehrsrecht“ irgendwie nicht…
du musst mir mal auf die Sprünge helfen- ich kann noch nicht erkennen, wohin deine Fragestellung zum Schluss „Wie können andere…“ gehen soll. Aber ich bin ja auch schon über vierzig, da versteht man nicht mehr so schnell.
Jörg F.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
ich meine mit meiner Frage, dass doch theoretisch auch andere Internetuser auf meine Frage und Eure Antworten zugreifen können müssten. Ich habe ja alles „für sie Suche freigegeben“.
Was muss also bspw. mein Vater tun, damit er diese Diskussion aufrufen kann?
Er ist nämlich auch schon über vierzig
Aber offenbar hat das in diesem Falle nichts mit dem Alter zu tun, sonst würde ich es ja hinbekommen…
Hallo,
eigentlich müsste das der Arzt prüfen und entscheiden,
ob die Patientin noch fahrtüchtig ist oder nicht und ob
es notwendig ist, die Fahrerlaubnis zurück zu geben.
Sollte er sie in diesem Falle nicht davon überzeugen
können, wäre eine Anzeige bei der Polizei zu ihrem
eigenen und zum Schutze Dritter erforderlich.
MfG
webcruiser
Liebe Experten!
Ich bin neu hier und weiß noch nicht so richtig, wie
alles
funktioniert. Ich habe eine sehr wichtige Frage:
Meine Oma ist 80 und dement. Sie ist körperlich noch
verhältnismäßig fit, vergisst aber wirklich ALLES, ist
unkoordiniert und zunehmend aggressiv.
Aber sie ist der Meinung, sie könne perfekt
Autofahren. Ich
habe das kürzlich auf einer längeren Strecke mit ihr
getestet
und es war eine Katastrophe. Sie hält zwar das Steuer
fest und
bleibt halbwegs in der Spur, sobald allerdings mehrere
Dinge
ihre Aufmersamkeit fordern, macht sie massive Fehler.
So hat
sie zb zwei rote Ampeln überfahren und wäre mitten in
den
Querverkehr gerast, hätte ich nicht geschrien.
Nun hat meine Oma leider mitbekommen, dass wir ihre
Fahrtüchtigkeit anzweifeln und reagiert darauf äußerst
impulsiv und sehr aggressiv. Sie fühlt sich
entmündigt.
Wie können wir dafür sorgen, dass sie in eine
Verkehrskontrolle gerät oder ihre Fahrtüchtigkeit
überprüft
wird, OHNE dass wir dabei in Erscheinung treten? Ginge
ein
anonymer Hinweis beim Verkehrsamt ein, wüsste sie,
dass wir
dort angerufen haben. Und das wollen wir vermeiden, da
sie
ohnehin überall Verschwörungen sieht und wir die
Vertrauensbasis zu ihr unbedingt erhalten wollen.
sorry fuer die spaete Antwort. Die email war in meinem Spamordner gelandet und ich habe sie jetzt erst gesehen. Habt ihr schon eine Loesung fuer die Oma gefunden? Es ist schwer aber ich denke ich finde es gut dass ihr darueber nachdenkt. Ich habe das gleiche Problem mit meinem Schwiegervater. Er wollte mit ueber 80 noch von Norddeutschland in die SChweiz fahren. Zum Glueck konnte ich ihn ueberzeugen es zu lassen. Ich sagte ihm, dass auch junge Leute muede werden bei so einer STrecke und dass der Zug doch viel bequemer sei. Auch bei ihm ist es schwierig weil er sonst noch so agil ist. Man will es sich eben nicht zugestehen dass im Alter alles schwieriger wird. Ich denke die Oma ist nicht wirklich auf euch boese sie will es halt sich selber nicht eingestehen dass nicht mehr alles so geht wie frueher. Ich wuerde ihr nochmal liebevoll zusprechen und ihr erklaeren dass eben mit 80 die Reaktion nicht mehr so funktioniert und das ist eben bei jedem 80 jaehrigen so. Meiner Meinung nach versagen hier die deutschen behoerden. In anderen Leandern muss man ab einem bestimmten Alter immer Tests machen. Schickt sie doch in die FAhrschule damit ein unabhaengiger Fahrlehrer entscheiden kann. Dann nimmt sie es vielleicht nicht so persoenlich. Wenn alles andere nicht hilft geht doch mal zum naechsten Polizeirevier und erzaehlt da euer Problem. Da gibt es wenn ihr Glueck habt sicher einen netten Beamten dem etwas einfaellt.
Viel Glueck. Waere nett wenn du mir Bescheid gibst was daraus geworden ist.