Beobachtung
Hallo Woly,
ohne mich jetzt in diese Diskussion einmischen zu wollen möchte ich eine Beobachtung wiedergeben, die ich zunächst an mir, später dann auch an Bekannten/Freunden/Verwandten gemacht hab, mit denen ich mitgefahren bin.
Je nach Erfahrung und Einstellung definiert jeder irgendwann mal für sich, wie schnell „genau richtig schnell“ ist. Das mag für den einen „Tacho plus 20%“ für den anderen „exakt Tachoanzeige“ und für den dritten „Tachoanzeige plus eigene Toleranz, daß es nicht allzu teuer wird“. Natürlich mit ganz beliebigen Abstufungen dazwischen und auch mit Unterschieden je nach Wetter, Straßen- und Verkehrslage.
Trotzdem hat ein jeder (vom „Schleicher“ bis zum „Drängler“ *g*) sich über Leute aufgeregt, die vor ihm (respektive ihr *g*) herschleichen, genauso wie sich jeder über die Leute aufgeregt hat, die in dieser oder jener Situation „zu schnell“ fahren*. Und ich bin da auch keinen Deut besser, schließlich fahr ja ich immer und in jeder Situation genau richtig schnell (naja, siehe oben, ich bild’s mir zumindest ein *g*), wer langsamer fährt, „schleicht nutzlos“ durch die Gegend und wer schneller fährt oder gar an Stellen überholt, wo ich das nicht täte, ist ein „lebensmüder, verantwortungsloser Raser“.
Das einzige Problem ist, daß ich vielleicht für den „idiotischen Schleicher“ ein ebenso „idiotischer Drängler“ bin und für den „lebensmüden Drängler“ ein „fahrendes Hindernis“. Und daß die Definition von „genau richtig schnell“ eben bei jedem Autofahrer ein bisserl anders ist. Das einzige Problem ist, daß es da keine „offizielle“ Regelung gibt, was in dieser oder jener Situation „genau richtig“ ist.
Wie soll man sich in solchen Fällen korrekt verhalten? Wie
sind Eure Erfahrungen?
Hmmm, irgendwie hab ich da oben ja sauber an Deiner Frage vorbei geschrieben, was? Aber ich für mich habe entschieden so zu fahren, daß ich mit den Folgen leben könnte. Sprich, wenn da Kinder am Straßenrand spielen, kann es passieren, daß ich statt erlaubter 30 km/h auch Schritttempo fahre und wenn weit und breit nix und niemand zu sehen ist, können aus den 30 auch schonmal ach-nee-man-muß-sich-ja-nicht-selber-belasten-ich-sag’s-lieber-nicht *g* werden 
Vielleicht noch eine Sache, die ich in irgendeiner dummen Fernsehsendung mal gesehen hab, als ich grad so den Führerschein hatte „wären Sie innerorts statt 65 km/h nur die erlaubten 50 km/h gefahren, könnte diese Frau noch leben“ (ist jetzt völlig aus dem Zusammenhang gerissen, ich glaub, da war’s einfach so, daß der Fahrer mit 50 gerade noch so hätt bremsen können oder so…). Und irgendwie krieg ich diesen Satz nicht raus aus meinem Kopf und versuche so zu fahren, daß ich das niemals hören werde…
Etwas philosophische Grüße, hoffentlich hilft Dir die Antwort trotzdem weiter 
Petzi
*D. war da die Krönung. Wir fahren so „gemütlich“ (fand D. zumindest) mit 80 auf der Autobahn im Baustellenbereich, wo 60 erlaubt war. Hinter uns setzt einer zum Überholen an, darauf D: „60 ist erlaubt, wir fahren 80 und dieser #§% überholt noch“. Ich konnte mir dann ein „naja, dann sind wir ja schon 20 km/h zu schnell“ leider nicht verkneifen, womit ich einige Sympathien bei D. verscherzt hab *ggg* Aber das Beispiel fand ich klassisch: Für D. war in dieser Situation 80 (statt der erlaubten 60) „genau richtig“ während für den uns überholenden eben die 100 (oder was auch immer er halt gefahren ist) „genau richtig“ war… Und für den Fahrer zzz wären vielleicht die erlaubten 60 „genau richtig“ und bereits D. ein skrupelloser Raser. Also alles irgendwie eine Frage der Perspektive 