Hallo,
ein 11-jähriges Kind überquert mit Fahrrad eine Kreuzung mit Ampelanlage und wird von einem abbiegenden Auto angefahren.
Das Kind springt im Moment des Aufpralls vom Fahrrad ab und bleibt unverletzt, das Fahrrad ist ziemlich Schrott.
Diverse Zeugen. Einige ziehen das Fahrrad unter dem Auto hervor, andere beruhigen das Kind.
Die PKW-Fahrerin fährt rechts ran, befragt das Kind, ob alles o.k. ist, übergibt diesem einen Zettel mit ihrem Namen und Anschrift und fährt dann weiter.
Das Kind ruft die Mutter an „bin angefahren worden, Fahhrad Schrott“, die Mutter holt das Kind von der Unfallstelle ab.
Zu Hause angekommen meldet sich die PKW-Fahrerin telefonisch und bestätigt, dass sie am Unfall schuld sei und die Ampel für das Kind „grün“ war. Aus Stress und Aufregung habe sie nicht am Unfallort gewartet sondern sei nach Hause gefahren. Außerdem habe das Kind „so groß“ ausgesehen, mit dem Rest selber fertig zu werden. Natürlich übernehme sie die Kosten für die Fahrradreparatur.
Die Mutter ist unsicher, ob das Kind - völlig geschockt - nicht doch verletzt ist und was nun zu bedenken ist und ruft die Polizei an.
Die Polizei schickt sofort einen Streifenwagen. Die Beamten befragen das Kind zuhause und rufen die Unfallverursacherin an, diese bestätigt wieder, die Schuldfrage sei unstrittig, die Ampel habe für das Kind auf „grün“ gestanden (sonst wäre sie ja auch nicht abgebogen) und sie sei völlig im Stress gewesen. Die Beamten weisen die PKW-Fahrerin darauf hin, sie hätte die Unfallstelle nicht verlassen dürfen, auch wenn das Kind angegeben hat, es hätte keine Verletzungen.
Aufgrund dieses Telefonates wird keine Anzeige erstattet.
Die Reparatur soll einverständlich direkt beim Fahrradhändler von der Unfallverursacherin bezahlt werden.
Das Fahrrad ist mittlerweile repariert und steht beim Händler.
Das Problem: die Unfallverursacherin meldet und kümmert sich nicht mehr. Das Unfall selber ist vor etwa 2 Wochen passiert. Sie wurde von der Mutter und vom Fahrradhändler informiert, dass das Rad seit 4 Tagen abholbereit ist.
Die Mutter wird nun die Reparatur erstmal selber bezahlen, um das Rad abholen zu können.
Aber natürlich hat die Mutter nun doch ziemlich die Nase voll und erwägt, die weitere Abwicklung einem Anwalt zu übergeben.
Fragen:
- ?? das war doch Unfallflucht ?? Oder?
- das Fahrrad wird täglich für den Schulweg gebraucht. Gibt es - ähnlich wie bei PKW-Unfällen - Nutzungsausfall für Fahrräder?
- was ist mit den Kosten für einen Anwalt? Unter welchen Umständen müssten diese von der Unfallverursacherin getragen werden?
- ODER: sollte die Mutter die Unfallverursacherin nun lieber zum 5. Mal anrufen und wieder herzlich um die Regulierung bitten?
Was würdet ihr der Mutter raten? Der SAchschaden ist zwar recht gering, aber dass die Unfallverursacherin sich nun so gar nicht mehr darum kümmert ist doch ärgerlich.
Zumal die Mutter ihr noch sagte, dass zumindest eine Entschuldigung dem Kind gegenüber angebracht wäre…
Viele Grüße
Sophia
Fragen:
- ?? das war doch Unfallflucht ?? Oder?
Zitat:
Jeder, dessen Verhalten irgendwie zu einem Unfall beigetragen haben kann, ist verpflichtet, nach einem Verkehrsunfall mit Fremdschaden an der Unfallstelle zu warten, um insbesondere dem Geschädigten, die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung zu ermöglichen.
von: http://www.abc-recht.de/ratgeber/auto/falle/unfallfl…
Hi,
- was ist mit den Kosten für einen Anwalt? Unter welchen
Umständen müssten diese von der Unfallverursacherin getragen
werden?
diese müssen immer vom Unfallverursacher (bzw. seiner Haftpflichtversicherung) getragen werden (Alle Unfallkosten werden addiert und nach dem „Verschuldensanteil“ auf die Verursacher umgelegt).
Hier gibt es eigentlich nur einen Rat: ab zum Anwalt und ihm die Regulierung überlassen. Warum sich hier noch zusätzlich Ärger machen?
Gruß Stefan
Fragen:
- ?? das war doch Unfallflucht ?? Oder?
Im Prinzip nicht unbedingt, da die Frau dem Unfallgegener alle Notwendigen daten hinterlassen hat. Aber da es sich um einKind handelt könnte das ein Richter ganz anders sehen und das ist m.E. der springende Punkt.
- das Fahrrad wird täglich für den Schulweg gebraucht. Gibt es
- ähnlich wie bei PKW-Unfällen - Nutzungsausfall für
Fahrräder?
ja:
http://www.fa-technik.adfc.de/Ratgeber/Gutachten/
- was ist mit den Kosten für einen Anwalt? Unter welchen
Umständen müssten diese von der Unfallverursacherin getragen
werden?
http://www.unfallundwasnun.de/nunfall/anwkosten.htm
- ODER: sollte die Mutter die Unfallverursacherin nun lieber
zum 5. Mal anrufen und wieder herzlich um die Regulierung
bitten?
Was würdet ihr der Mutter raten?
Also ich würde jetzt zu letzten mal Anrufen und sie auf zwei dinge Hinweisen -nicht drohen-
- Wenn die gütliche Einigung (Schaden+Nutzungsausfall) nicht sofort
erfolgt übergibtst DU die Sache auf Ihre Kosten einem Anwalt.
- Auch wenn die Polizei schon da war, könnte ein Anwalt immernoch eine Anzeige wegen Unfallflucht erstatten und das könnte sie den Führerschein kosten - wenn der Richter das auch so sieht.
Dabei ruhig und sachlich bleiben, sobald Du merkst dass keine Einigung zu erzielen ist auflegen und Anwalt anrufen.
Aber wenn Dir dass zu stressig ist, kannste auch gleich zum Anwalt gehn…kost ja nix.
Übrigens kannst Du, falls Du Dir unsicher bist auch den Anwalt vom ADAC anrufen
http://www.adac-vertragsanwalt.de/
Das ist nur für Mitglieder, ein Anruf frei. Aber als ich letztesmal angerufen hab, ham die mich gar nicht nach meiner Mitgliedsnummer gefragt…
Viel erfolg und bring es schnellst möglich hinter Dich,
ElC.
Hallo,
schick doch einfach ihrer Versicherung die Rechnung. Die soll den Schaden bezahlen. Wenn der Schaden - wie wohl vermutlich der Fall ist - gering ist, kann sie den der Versicherung ersetzen und verliert noch nicht einmal den Schadenfreiheitsrabatt.
Damit hast Du jedenfalls den geringsten zusätzlichen Aufwand. Den Namen der Versicherung solltest Du aus dem Polizeiprotokoll bekommen und das Nummernschild und Namen hast Du ja.
Gruß
Peter
Hallo
Das Problem: die Unfallverursacherin meldet und kümmert sich
nicht mehr.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einfach nur über Weihnachten/Silvester verreist ist, finde ich am größten. So dumm kann doch niemand sein, jetzt noch die Geschädigten prellen zu wollen, wo ja alles klar ist.
Aber etwas zuu unbesorgt scheint sie ja doch zu sein. Alleine schon das Kind mit dem kaputten Fahrrad da alleine stehen zu lassen finde ich schon nicht sehr toll.
Ich würde aber noch keinen Anwalt beauftragen, das ist doch auch für einen selbst auch viel Aufwand. Ich würde aber allmählich sehr deutlich werden, dass es langsam nervt wie sie sich verhält, und mit einem Anwalt drohen.
Anfang Januar wird sie ja wohl zurück sein aus ihrem eventuellen Urlaub. Oder sie macht Skiurlaub bis zum 8.1.
Gib doch mal ihren Namen bei Google ein, manchmal erfährt man was.
Ob es einen Nutzungsausfall für Fahrräder gibt, glaube ich nicht, außer man kann Kosten nachweisen, indem man sich ein Fahrrad mietet. Ansonsten gelten m.W. solche Sachen meistens als Bagatellen, die nicht gesetzlich geregelt sind (rechtsfreier Raum).
Viele Grüße
Thea
Servus!
- ?? das war doch Unfallflucht ?? Oder?
Kann man, wie schon dargestellt, so und so sehen. Aber warum darüber den Kopf zerbrechen? Es geht doch nur um das Feststellungsinteresse, und dem hat die Frau mE genügt. Wie das jetzt strafrechtlich gesehen zu bewerten ist, kann der Familie des Kindes letztlich egal sein.
- das Fahrrad wird täglich für den Schulweg gebraucht. Gibt es
- ähnlich wie bei PKW-Unfällen - Nutzungsausfall für
Fahrräder?
Na klar.
- was ist mit den Kosten für einen Anwalt? Unter welchen
Umständen müssten diese von der Unfallverursacherin getragen
werden?
Unter allen!
- ODER: sollte die Mutter die Unfallverursacherin nun lieber
zum 5. Mal anrufen und wieder herzlich um die Regulierung
bitten?
Die Mutter sollte diese Sache jetzt uind alle künftigen Unfälle sofort in anwaltliche Hände geben. Es ist mir absolut unverständlich, wieso manche Leute sich bei unverschuldeten Unfällen so einen Riesenkopf machen, Internetforen befragen und sich von Laien verückt machen lassen, selbst Telefon- und Portokosten bis zum Erbrechen ausgeben und keine Nacht ruhig schlafen. Das Leben kann doch so einfach sein!
Hallo,
naja.
Wahrscheinlich ist die Mutter bisher davon ausgegangen, dass es eine Bagatelle ist und wollte nicht gleich einen großen Rummel darum machen.
Vielleicht ist die Mutter auch eine, die zu viel von sich auf andere schließt und eben das Angebot, den Unfall ohne großen Zirkus und ohne große Kosten regulieren zu lassen in umgekehrten Rollen sehr dankend und engagiert angenommen hätte.
Höchstwahrscheinlich ist sie einfach enttäuscht über das Verhalten der Unfallverursacherin. Und genervt.
Alles in allem: ein wohl leider mißglückter Versuch, einen unverschuldeten Unfall ohne großen Aufwand zu regeln. Schade.
Mit Gruß
Sophia