Liebe/-r Experte/-in,
Ich möchte ein altes, unsaniertes Haus aus der Familie überschrieben bekommen. Dazu muß ich meinen Bruder ausszahlen. Er lehnt einen Gutachter ab, da Gutachter zu unterschiedlche Angaben machen, Geld kosten und nicht den Marktpreis wiederspiegeln. Er hat bedenken, dass das Haus vom Grundstückswert durch einen Baugutachter abgezogen wird. Seiner Meinung gibt es genug Interessenten an äleren Einfamilienhäusern die Geld zahlen würden. Wie kann man einen realistischen Marktwert ermitteln ohne das Objekt zu veräußern? Wie kann ich mich mit ihm einigen?
Gruß H. Haufe
Sehr geehrter Herr Haufe,
in Ihrer Situation würde ich folgendes vorschlagen:
Sie einigen sich mit Ihrem Bruder darauf, dass Sie das
Haus über eine oder mehrere Zeitungsanzeigen zum
Verkauf anbieten. Als Verkaufspreis setzen Sie ein, was Ihr Bruder für realistisch erzielbar hält.
Dann können Sie feststellen, wie die Resonanz bei den Kaufinteressenten sein wird. Weiterhin erhalten Sie
durch die Kaufinteressenten die Bestätigung, dass Ihre
Kaufpreisvorstellung akzeptiert wird und Kaufinteresse
gezeigt wird (Handelseinigkeit und Wunsch einen Notartermin zu vereinbaren). Oder die Interessenten sagen Ihnen, das Ihre Preisvorstellung überzogen ist und man macht Ihnen ein Kaufangebot.
Außerdem bin ich sicher, dass sich auf Ihre Zeitungs- anzeige auch Makler melden werden, die Ihnen ihre Dienste anbieten. Die können Sie ja dann mal zunächst unverbindlich zu einer Hausbesichtigung bestellen und nach ihrer Einschätzung bezüglich eines am Markt erzielbaren Verkaufspreises befragen, sowie einen Maklervertrag in Aussicht stellen, aber keinen
Vertrag abschließen, mit der Begründung, dass Sie nur
einen Maklervertrag abschließen würden, wenn für den Verkäufer keine Maklergebühr anfallen würde.
Mit freundlichem Gruß, aus dem Rhein-Neckar-Dreieck
Rudolf Hoffmann
Tja, das „Problem“ liegt bei Ihrem Bruder.
Ohne das Objekt zu veräußern gibt es nur die Möglichkeit sich untereinander zu einigen oder ein Gutachten einzuholen. Im ersten Fall wird sicherlich eine Seite benachteiligt, der zweite Fall ist die unabhängige Variante. Die üblichen Vorurteile haben Sie bereits benannt.
Wichtig vor der Beauftragung ist sich gemeinsam auf einen Sachverständigen zu einigen. Als „Qualitätsmerkmal“ dient die öffentliche Bestellung und Vereidigung des Sachverständigen oder die Zertifizierung. Die Erstbenannten haben vor Gericht und vorm Finanzamt einen erheblichen Glaubenvorschuss, da sie bevorzugt von Gerichten, u.a. in Scheidungs- oder Erbschaftsangelegenheiten, beauftragt werden.
Alternativ können Sie aber auch den örtlichen Gutachterausschuss mit einem Gutachten beauftragen. Da der Gutachterausschuss ebenfalls unabhängig ist, eine Quasi-Behörde darstellt und als Gremium mit 3 Sachverständigen urteilt. Der Gutachterausschuss führt die Kaufpreissammlung und hat damit alle lokalen Kaufverträge vorliegen. Evtl. lässt sich Ihr Bruder darauf ein.
Wichtig: Beauftragen Sie gemeinsam und stellen sie im voraus klar, dass das Ergebnis für beide Seiten bindend ist.
Viel Erfolg
Hallo,
schwarze Schafe und Schwachverständige gibt es leider überall. Leider auch unter den Gutachtern für Bewertung.
Eine fachgerechte Verkehrswertermittlung muss sich nach BauGB §194 und der Wertermittlungsverordnung (demnächst ImmowertVerordnung) richten. Der Verkehrswert wird hier mit dem Marktwert gleichgesetzt. Sie sollten ein oder zwei Sachverständige mit Regionalkenntnissen zum gemeinsamen Gespräch bitten, den Bewertungsablauf en Detail erläutern und sich Mustergutachten zeigen lassen.
Wenn Ihr Bruder auch dann noch beratungsresistent ist können Sie eigentlich nur noch das Grundstück auf Verhandlungsbasis anbieten und so den Markt abckecken.
LG
Volker Drusche
Vielen Dank Herr Hoffmann, das sind ja schon eine ganze Menge Informationen. Sie haben sich wirklich große Mühe gegeben und ich freue mich wieder ein Stück voran gekommen zu sein. Ich denke, dass ich damit bei meinem Bruder wieder gut argumentieren kann.
Nochmals vielen Dank!
Viele Grüße
Heiko Haufe
Vielen Dank Herr Klocke, das sind ja schon eine ganze Menge Informationen. Sie haben sich wirklich große Mühe gegeben und ich freue mich wieder ein Stück voran gekommen zu sein. Ich denke, dass ich damit bei meinem Bruder wieder gut argumentieren kann.
Nochmals vielen Dank!
Viele Grüße
Heiko Haufe
Vielen Dank Herr Drusche, das sind ja schon eine ganze Menge Informationen. Sie haben sich wirklich große Mühe gegeben und ich freue mich wieder ein Stück voran gekommen zu sein. Ich denke, dass ich damit bei meinem Bruder wieder gut argumentieren kann.
Nochmals vielen Dank!
Viele Grüße
Heiko Haufe
Hallo Herr Hoffmann
Habe heute ein Gespräch mit meinem Bruder gehabt. Alle sind dämlich, nur er nicht. Jedenfalls konnte ich mir x-mal anhören wieviel Unsinn ich von mir gebe. Ich solle ihm endlich einen gefühlmäßigen Wert zum Haus nennen, anders machen es Käufer auch nicht. Ich hatte ihm 20000 für das Haus angeboten, da meinte er, dann kauft er es selber.
Baujahr ca. 1912, großes Einfamilienhaus, 80% Unterkellert (5 Räume ca. 3x4m, Keller feucht - Jahrelang 0,5m tiefes Wasser drin auch letzten Winter, Dach von 1912, keine Fassadenisolierung, Dachisolierung aus Brettern mit Lehmstroh umwickelt, knapp die Hälfte des Hauses ist Anbau aus den 70-80ziger jahre der DDR, Fenster aus DDR oder Älter, Bad aus 70ger Jahre, 50% des Dachstuhl von Holzwurm befallen, Zentralheizung aus DDR, Mauerwerk in Ordnung feste Garage in gutem Zustand, Elektrik wurde zuletzt Mitter der 70ger verändert
2Schuppen 4x6m gut erhalten mit Asbest bedeckt und ein von 1930 mit stark maroden Dach - regnet schon an 2 Stellen durch,
Das einzige was nach der Wende geändert wurde, meine Eltern haben einen Gasbrenner einbauen lassen (1992)
Ich hatte an drei Wer- weiss- was - Fachleute geschrieben. Sämlich Argumente interessierten ihn nicht. Ich solle endlich mit diesem dummen Gequatsche aufhören und ihm einen Wert nennen den ich bereit bin zu zahlen. Hier gehr es aber um 10000de Euro. Ich würde doch gerne einen Anhaltspunkt von einem Fachmann haben oder ist das so abwägig?
Zudem würde er im eventuellen Pflegefall meines wollen, dass eine Polin mit im Haus wohnt die ihn pflegtund die er bezahlt damit mein Vater nicht in ein Pflegeheim muß.
Damit ist die Angelegenheit für mich wohl erstmal erledigt.
Gruss Heiko Haufe