mein Mann und ich haben beschlossen, das Haus zu verkaufen. Als wir mit einigen Bekannten darüber sprachen meinten die, dass man zunächst den Verkehrswert bestimmen müsse. Da ich nicht wusste was das ist, hab ich danach gegoogelt und bin auf diese Infoseite gestoßen. Und jetzt die Frage ist denn der Verkehrswert gleich bedeutend mit dem geold was man am Ende dafür kriegt,oder lediglich ein Schätzwert? Und ist es nötig sowas zu veranlassen`? Vielen Dank für die Antworten
Und jetzt die Frage ist denn der
Verkehrswert gleich bedeutend mit dem geold was man am Ende
dafür kriegt,oder lediglich ein Schätzwert?
letzteres, aber mit einer mehr oder weniger soliden Grundlage.
Verkaufpreise sind nachfrageabhängig. Liegt das Haus in einer aufstrebenden, gefragten Gegend, kann dieser Schätzwert (deutlich) übertroffen werden, ist die Gegend mau und die Nachfrage auch, kanns auch (deutlich) nach unten gehen, auch wenn bei einem seriösen Gutachten solche ‚weichen‘ Faktoren berücksichtigt sein sollten.
Und ist es nötig
sowas zu veranlassen`?
Nötig nicht. Aner so habt ihr eine grobe Orientierung, welcher Preis zu erwarten ist.
Ihr könnt auch vergleichbare! Objekte suchen und deren Preise anschauen, nur müsst ihr diese Vergleichbarkeit auch erkennen, sonst vergleicht ihr Äpfel mit Birnen.
Extrembeispiel:
Euer Haus ist soweit in Schuss und liegt in einer Superlage, nur davon wist ihr nichts. Vielleicht könntet ihr 300.000 €damit erzielen.
Ihr seht aber mehrere Häuser, die rein äußerlich eurem ähnlich sind, die aber in einer kaum gefragten Gegend liegen. Die kosten nur 200.000 €, die ihr auch als euren Verkaufpreis ansetzt.
Der Käufer reibt sich dann erst die Augen und dann die Hände.
Umgekehrt würdet ihr euch wundern, daß ihr keine Interessenten kriegt.
Bevor man so ein Gutachten erstellen lässt, würde ich dazu raten, das eigene Haus mal mit den Immobilienangeboten im Internet und in den örtlichen Zeitungen zu vergleichen. Damit bekommt man schon eine Orientierung, in welchem Bereich sich der Preis bewegen kann. Natürlich sind die Preise in den Inseraten mehr oder weniger Wunschpreise der Verkäufer, die vom letztendlich erzielten Preis deutlich abweichen können. Aber das ist beim Verkehrswert genauso.
Und jetzt die Frage ist denn der Verkehrswert gleich bedeutend mit dem geld was man am Ende dafür kriegt,
Der Verkehrswert ist der Betrag, den ein Käufer bereit ist, für das angebotene Objekt zu bezahlen. Man kann den von einem Makler. Gutachter etc. bestimmen lassen, weiß dann aber immer noch nicht, ob man zu diesem Preis einen Käufer findet. Preise bilden sich durch Angebot und Nachfrage, nicht durch Gutachten und Expertisen.
Einen Eindruck vom Verkehrswert Eures Hauses bekommt ihr, wenn ihr in einer Immobilienbörse vergleichbare Objakte sucht und die Angebotspreise vergleicht (wobei noch nicht gesagt ist, dass zu diesen Preisen auch gekauft wird).
Hallo Razampa,
wenn Ihr keine Vorstellung habt kann so ein Gutachten zumindest eine grobe Orientierung bringen, also so schlecht ist das nicht.
Der erzielbare Preis ist auch immer ein wenig Glückssache.
Gruß elmore
Man muss die juristische und die ökonomische Sichweite unterscheiden.
Für ökonomische Vorteilhaftigkeitsentscheidungen ist die juristische Sichtweise uninteressant,
da hiermit keine Handlungsalternativen verbunden sind.
Darüber hinaus bleibt es natürlich jeder Partei überlassen, ein solches Gutachten (das sich an die eigenen Interessen orientiert) als Grundlage für Verkaufsverhandlungen in Auftrag zu geben.
Hallo,
bei Zwangsversteigerungen wird ein Gutachten erstellt. Sowas (also die Methode) koennte generell helfen. Das Gutachten enthaelt den Vergleichswert, den Ertragswert und den Sachwert. In dieser Art das eigene Objekt sehen kann nie schaden. http://de.wikipedia.org/wiki/Grundst%C3%BCcksbewertung
Gruss Helmut
was der Verkehrswert ist, steht im §194 BauGB und hast Du ja schin in Deinem Link gefunden. Er ist sowas wie der markttypische Durchschnittskaufpreis einer vergleichbaren Immobilie zu einem vergleichbaren Zeitpunkt.
Ein Verkehrswertgutachten *kann* ein relativ gutes Verkaufsargument sein. Abweichungen bis zu 25 % nach oben und unten sind aber durchaus je nach örtlicher Marktlage möglich. Wenn man sich die 1 bis 2 Tausend EUR für sowas sparen will, kann man sich auch erst mal an die Bank oder Sparkasse seines Vertrauens wenden. Die schätzen sowas für „kleines Geld“ auch. Einen Makler würde ich wegen der doch noch größer als bei Banken empfundenen Parteilichkeit nicht empfehlen.