Verkündigung?

Liebes Formum,

auf einer Autofahrt sah ich neulich ein Schild, auf dem „Maria Verkündigung“ stand. Sollte es nicht „Verkündung“ heissen? Offenbar ist es ein feststehender Begriff, dennoch wirkt er „falsch“.
Wovon leitet sich „Verkündigung“ ab? Von einer „versehentlichen Kündigung“ doch wohl kaum…

Bin gespannt auf alle Antworten,

Andreas

Lieber Andreas,
ein Blick ins Lexikon zeigte dir, dass es beides gibt und dass beide Nomen von einem Verb abgeleitet sind:

_ ver|kün|den [mhd. verkünden] (geh.): 1. a) (ein Ergebnis, einen Beschluss o.Ä.) öffentlich [u. feierlich] bekannt machen: ein Urteil v.; die Menschenrechte v.; b) laut [u. mit Nachdruck] erklären: freudestrahlend verkündete sie ihre Verlobung; sie verkündete stolz, dass sie gewonnen habe. 2. (landsch.) durch den Pfarrer von der Kanzel herab aufbieten (3). 3. (selten) verkündigen (1): eine Irrlehre v. 4. ankündigen, prophezeien: ein Unheil v.; Ü seine Miene verkündete (verhieß) nichts Gutes.

Ver|kün|dung , die; -, -en: das Verkünden.

ver|kün|di|gen (geh.): 1. feierlich kundtun; predigen: das Evangelium, das Wort Gottes v. 2. verkünden (1, 4).

Ver|kün|di|gung , die; -, -en: 1. das Verkündigen (1). 2. feierlich Verkündigtes; Botschaft.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Gruß Fritz

Toll, vielen Dank!

Bin sehr erstaunt, hatte noch nie davon gehört.

Ich verstehe jetzt „Verkündigung“ als einen mit Blattgold, Putte und Posaune bestückten, linguistischen Dekoartikel :smile:

Andreas

ig
Hallo Andreas,

da dieses „ig“ die Bedeutung ins irgendwie sakrale, feierliche hebt, und bei uns das Feuerzeug zu nichts anderem benutzt wird, als Kerzen anzuzünden, zum Geburtstag, zu Advent und Weihnachten und auf dem Friedhof, heißt das Feuerzeug bei uns auf Initiative unserer kleinen Tochter die „Anzündigung“.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger