Verlängerung meiner Therapie! HILFE

Guten Tag,

ich habe ein Problem…
Ich bin seit 2005, mehr oder weniger dauerhaft, in ambulanter therapeutischer Behandlung. Mein Therapeut hat schon mehrere Verlängerungsanträge gestellt, die bisher immer genehmigt wurden. Der letzte Antrag auf 80 folge Stunden wurde, von dem von der Krankenkasse beauftragten Gutachter, auf 40 gekürzt.
Diese sind nun auch verbraucht…

Ich benötige dringend (!) noch mehr Zeit für die Therapie. Mir ist bekannt, dass man normalerweise nach Ablauf der genehmigten Stunden für zwei Jahre gesperrt ist.

Gibt es nicht auch Sonderregelungen in besonderen Fällen?
Ich sollte eigentlich eine stationäre Behandlung beginnen, jedoch konnte ich diese aus familiären Gründen nicht antreten.
Daher wurde mir eine Tagesklinik empfohlen, dort stehe ich seit März auf der Warteliste.

Ich muss unbedingt noch mit meinem Therapeuten arbeiten können.

Vielleicht weiß jemand einen Rat! Vielen Dank!

Vielleicht ist Abnabelung doch nicht das Schlechte
Hi

Der letzte Antrag auf 80 folge Stunden wurde, von dem
von der Krankenkasse beauftragten Gutachter, auf 40 gekürzt.
Diese sind nun auch verbraucht…

Dein Therapeut h ä t t e rechtzeitig ein Obergutachten anfordern können, aber das ist jetzt wohl zu spät. Vielleicht hat er ja auch gedacht, dass irgendwann mal jede Therapie enden muss.
Obwohl - es gibt ja diesen schönen Aufsatz von Sigmund Freud:
„Die endliche und die unendliche Analyse“. :wink:
Gruß,
Branden

Nach meiner Erfahrung sind die SachbearbeiterInnen bei den Krankenkassen meist freundlich und hilfsbereit. Vielleicht versuchst Du die zuständige Kollegin oder den zuständigen Kollegen ans Telefon zu bekommen und ihn zu fragen, unter welchen Bedingungen die Krankenversicherung bereit wäre, noch ein paar Stunden - für den Übergang - zu finanzieren. Es kann ja eigentlich nicht im Interesse der Krankenkasse sein, wenn Du - etwas salopp formuliert - während der Wartezeit auf einen Platz in der Tagesklinik ganz „zusammenklappst“.

Aber das ist ja an sich schon eine wichtige Frage: Meinst Du denn wirklich, dass Du in dieser Situation wirklich „zusammenklappen“ würdest? Oder, besser gefragt, was befürchtest Du denn, was bei einem kurzfristigen Wegfall der Therapie passieren würde? Du ahnst, worauf ich hinaus will? Könnte es nicht sein, dass Du stabil genug bist, um eine überschaubare „therapiefreie“ Zeit ganz gut durchzustehen? Versteh mich nicht falsch, da ich ja gar nicht weiß, wegen welcher Probleme Du die Therapie machst, kann ich jetzt nicht behaupten „Du schaffst das schon“. Aber was meint Dein Therapeut dazu? Traut er es Dir zu, dass Du die anstehende Wartezeit ohne größeren Schaden überstehst? Sicher hat er, da er ja wusste, dass die Stunden auslaufen, in den letzten Sitzungen verstärkt an Deiner Stabilisierung gearbeitet, um Dich so auch auf den (ungünstigen) Fall einer „Lücke“ zwischen den therapeutischen Maßnahmen vorzubereiten.

Gruß
Arbeyterson

Guten Tag,

ich bin, um ehrlich zu sein, noch nicht auf die Idee gekommmen selbst bei der Krankenkasse anzurufen.

Ich kann nicht einschätzen wie ich die, wahrscheinlich anstehenden zwei Jahre ohne Therapiestunden, bewältigen werde.

Im Februar und April diesen Jahres habe ich zwei Selbstmordversuche hinter mich gebracht. Ich war jeweils ein paar Tage untergebracht.
Ich hätte eine stationäre Behandlung beginnen können, aber das ging/geht aus den schon genannten Gründen nicht.

Im Dezember 08 habe ich mit EMDR(dürfte ja bekannt sein) begonnen und bin der Meinung, dass mir diese Therapieform helfen kann. Nur das die schon genannten Ereignisse eine Stabilisierung erforderten und wir nicht an den ursprünglichen Problemen weiter arbeiten konnten.

Ich kann nicht begreifen, weshalb die Krankenkasse einen kostenintensiven stationären Aufenthalt finanzieren würde, aber mir keine zusätzlichen Stunden bewilligt.

Kann mein Therapeut jetzt auch noch ein Obergutachten einreichen?

Ich danke an dieser Stelle der Anonymität ^^
und wünsche noch einen angenehmen Tag.

Noch mal gaaanz langsam, ich verliere sonst den Faden. Die zwei Jahre beziehen sich auf die „Sperrfrist“ der Krankenkasse: Nach Abschluss oder Abbruch einer Therapie kann nicht gleich mit einer neuen begonnen werden. Aber Du hattest doch von der Tagesklinik gesprochen, bei der Du auf der Warteliste stehst. Die Zeit bis zur Aufnahme dort ist zunächst zu überbrücken, nicht wahr? Da reden wir doch von viel kürzeren Zeiträumen.

Ein Forum ist nicht unbedingt der richtige Ort, um die Details Deiner Lebensumstände in aller Breite darzulegen. Und so sollte ich mir die Frage wahrscheinlich ganz verkneifen, welche familiären Gründe es sein könnten, die Dich daran hindern, in stationäre Behandlung zu gehen. Es klingt ein wenig so, als könnte das unter den gegebenen Umständen doch noch die sinnvollste Option sein. Verzeih, ich bin kein „Kliniker“, aber doch durch und durch Psychologe und da drängt sich bei „es geht nicht“ sofort die Frage auf: „ist das denn wirklich so“. Was ich meine: Es müssen schon sehr, sehr schwerwiegende familiäre Gründe sein, die einen Menschen nach zwei Suizidversuchen daran hindern, in die Klinik zu gehen. Mal ein Schuss ins Blaue hinein: Wenn es um Fragen der Art „Und wer sorgt dann für…“ geht - da lassen sich gute Lösungen finden und da sind erstaunliche Hilfeleistungen möglich, für die die Versicherer aufkommen.

Gruß
Arbeyterson

PS: Die Frage nach dem Gutachten kann Dir mit Sicherheit Deine Versicherung beantworten.

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Ich sollte eigentlich eine stationäre Behandlung beginnen,
jedoch konnte ich diese aus familiären Gründen nicht antreten.

Hallo,
wenn es Dir wichtig ist, das kriegst Du das mit der Family geregelt.
Wenn nicht, ist es nicht so dringend.

Wenn du stationär Therapie machen sollst, scheint es Dir schon länger nicht gut zu gehen. Das kann keine -noch so langwierige Therapie leisten.
Irgendwann muss ein Klient auch wieder "alleine laufen " können.
Nicht allein die Dauer einer Therapie bringt den Erfolg, sondern auch die Tatsache, inwieweit man sich einbringen kann.

Gruß
KOsmokatze

Hi ARbeyterson,

Mal ein Schuss ins Blaue hinein: Wenn es um Fragen der Art
„Und wer sorgt dann für…“ geht - da lassen sich gute
Lösungen finden und da sind erstaunliche Hilfeleistungen
möglich, für die die Versicherer aufkommen.

Das ist ja schon ein Paradoxon: Wenn der Suizidversuch geklappt hätte, wer sorgt denn dann für die Familie? Da ist man dann schon ein bisschen länger weg …

Ich kenne das zu gut aus der Suchtarbeit. Es werden immer wieder Gründe vorgeschoben, warum eine stationäre Therapie aus beruflichen oder familiären Gründen nicht angetreten werden kann. Der eigentliche „Grund“ ist aber oft ein ganz anderer.

Gruß,

Anja

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Ich denke, die Therapie ist für dich ausgereizt.

Du solltest versuchen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Dein Gedanke, jetzt mit EMDR weiterzumachen, zeugt von einer gewissen Resistenz, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Wenn du feststellst, dass es ohne Therapie tatsächlich nicht geht, kannst du immer noch das Angebot, dich für einige Wochen stationär behandeln zu lassen, in Anspruch nehmen. In akuten Notfällen, gibt es keine Wartezeit.

Ich denke, die Therapie ist für dich ausgereizt.

Mit dieser Aussage gehe ich nicht konform.
Ich bin der Meinung, dass ich lange Zeit brauchte, um mich ausreichend auf die Therapie einzulassen. Darüberhinaus sind viele Stunden damit verstrichen, meinen Alltag zu Stabilisieren.

Du solltest versuchen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen.
Dein Gedanke, jetzt mit EMDR weiterzumachen, zeugt von einer
gewissen Resistenz, Eigenverantwortung zu übernehmen.

EMDR soll mir dabei helfen belastende Ereignisse anders abzuspeichern, damit sie in der Gegenwart als nicht mehr so belastend empfunden werden. Daher verstehe ich nicht, in welchem Zusammenhang die mangelnde Eigenverantwortung steht.

Wenn du feststellst, dass es ohne Therapie tatsächlich nicht
geht, kannst du immer noch das Angebot, dich für einige Wochen
stationär behandeln zu lassen, in Anspruch nehmen. In akuten
Notfällen, gibt es keine Wartezeit.

Das ist richtig. Jedoch handelt es sich dann um ein akut Krankenhaus und auch dort geht es hauptsächlich um die erneute Stabilisierung.
Eine spezifische Klinik hat Wartezeiten von bis zu einem Jahr. Nur hier kann sich, meiner Meinung nach, ein langfristiger Behandlungserfolg einstellen.
Aber wie schon geschrieben, habe ich aus familiären Gründen nicht die Möglichkeit an einer stationären Behandlung teilzunehmen…

Ich denke, die Therapie ist für dich ausgereizt.

Mit dieser Aussage gehe ich nicht konform.
Ich bin der Meinung, dass ich lange Zeit brauchte, um mich
ausreichend auf die Therapie einzulassen. Darüberhinaus sind
viele Stunden damit verstrichen, meinen Alltag zu
Stabilisieren.

Es gibt auch eine gewisse Therapieabhängigkeit. Das Ziel einer jeden wirklich guten Therapie ist es, den Patienten so schnell wie möglich selbständig werden zu lassen. Nach einigen Jahren der Behandlung ohne dass diese Selbständigkeit erreicht wurde, scheint mir persönlich das Ziel verfehlt zu sein.

Du solltest versuchen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen.
Dein Gedanke, jetzt mit EMDR weiterzumachen, zeugt von einer
gewissen Resistenz, Eigenverantwortung zu übernehmen.

EMDR soll mir dabei helfen belastende Ereignisse anders
abzuspeichern, damit sie in der Gegenwart als nicht mehr so
belastend empfunden werden. Daher verstehe ich nicht, in
welchem Zusammenhang die mangelnde Eigenverantwortung steht.

EMDR ist absoluter Humbug. Selbst wenn man daran glauben sollte, reicht nach den Befürwortern dieser Methode bereits eine einzige Therapiestunde aus. Dass du dich gerade für diese Methode entschieden hast, zeugt für mich persönlich von einer Resistenz gegenüber einer Besserung deines Zustandes. Der Zusammenhang zwischen mangelnder Eigenverantwortung und dem Bedürfnis, diese Therapie anzuwenden liegt meiner Meinung nach darin, dass traumatische Erlebnisse mit der „Winke-Winke-Methode“ weggezaubert werden sollen, ohne dass der Patient auch nur ein klein wenig zum Loslassen beitragen muss.

Wenn du feststellst, dass es ohne Therapie tatsächlich nicht
geht, kannst du immer noch das Angebot, dich für einige Wochen
stationär behandeln zu lassen, in Anspruch nehmen. In akuten
Notfällen, gibt es keine Wartezeit.

Das ist richtig. Jedoch handelt es sich dann um ein akut
Krankenhaus und auch dort geht es hauptsächlich um die erneute
Stabilisierung.
Eine spezifische Klinik hat Wartezeiten von bis zu einem Jahr.
Nur hier kann sich, meiner Meinung nach, ein langfristiger
Behandlungserfolg einstellen.
Aber wie schon geschrieben, habe ich aus familiären Gründen
nicht die Möglichkeit an einer stationären Behandlung
teilzunehmen…

Auch hier denke ich persönlich, dass die Familie nur als Vorwand genommen wird. Was denkst du, passiert mit deiner Familie, wenn du einen Unfall haben solltest? Auch dann würden sich Lösungen finden lassen. Andererseits sehe ich in einem Klinikaufenthalt die grosse Gefahr einer Manifestierung der Grundstruktur. Aber das kannst nur du für dich alleine entscheiden.

Nach einigen Jahren der Therapie sollte meines Erachtens der Patient wieder in das Leben hinaustreten und Altes loslassen. Dazu gehört natürlich der Wille, auf eigenen Beinen zu stehen. Eine Therapie alleine bewirkt absolut nichts, wenn dein Wille nicht darauf gerichtet ist.

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