Verlag gründen, der nur übersetzt

Hallo

Ich versuche mich gerade darüber zu informieren, was man alles beachten muss, wenn man einen Verlag gründen will, der ein „Nischenprodukt“ herausbringen will und diese Bücher vom engl. ins deutsche übersetzt.

Ich brauche die Lizenz des engl/us-Verlages

Mit-übersetzter min. drei. besser vier.
Wie bezahlt man diese? Pro Wort etwa 0,10€ habe ich irgendwo mal gelesen, oder werden die wenn die fest eingestellt sind, mit einem normalen Gehalt bezahlt? Gibts das überhaupt bei Übersetzern?

Was muss ich noch beachten?

dank für hilfestellung
rick

Hallo Rick

Ein Verlag hat zum Hauptgeschäftszweck den Verkauf von Büchern. Du
solltest Dich also zuerst darum kümmern, wo Dein Markt sein könnte
und wie die Absatzchancen sind.

Freie Übersetzer findest Du im Internet ohne Probleme und viele davon
geben auf ihren Seiten auch Preise an.

Viel Erfolg.

Gruss
Heinz

Hi!

Ich versuche mich gerade darüber zu informieren, was man alles
beachten muss, wenn man einen Verlag gründen will, der ein
„Nischenprodukt“ herausbringen will und diese Bücher vom engl.
ins deutsche übersetzt.

  1. Gewerbe beim Gewerbemeldeamt anmelden

  2. sich bei der deutsche ISBN-Agentur anmelden und so viele ISBN kaufen, wie man Titel zu veröffentlichen beabsichtigt.

Fertig ist der Verlag.

Ich brauche die Lizenz des engl/us-Verlages

Beim englischen oder us-amerikanischen Verlag anfragen und die Veröffentlichungsrechte des gewünschten Buches für den deutschen Markt kaufen. Wenn das Buch für den deutschen Markt interessant ist, wirst du viele Konkurrenten ausstechen müssen (d.h. hohe Lizenzkosten zahlen), anderenfalls ist es wohl fraglich, ob sich die deutsche Version eine uninteressanten Titels am Markt platzieren lässt.

Mit-übersetzter min. drei. besser vier.
Wie bezahlt man diese? Pro Wort etwa 0,10€ habe ich irgendwo
mal gelesen, oder werden die wenn die fest eingestellt sind,
mit einem normalen Gehalt bezahlt? Gibts das überhaupt bei
Übersetzern?

„Übersetzer“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung, also kann sich jeder, der mehr oder weniger eine Fremdsprache beherrscht, Übersetzer nennen.

Übersetzungen werden vorzugsweise als Aufträge vergeben. Preise richten sich nach Menge auf Zeilen- oder Wortbasis, nach Komplexität des zu übersetzenden Textes und nach der Sprache, aus der übersetzt werden soll. Siehe hier: http://www.sprachendienst.de/

Was muss ich noch beachten?

Vor allem eine vernünftige Unternehmensplanung (Stichwort Business Plan), eine detaillierte Kalkulation, ein schlüssiges Marketingkonzept. Viel Luft (in finanzieller Form) zum Durchhalten.

Grüße
Heinrich

Hallo,

der von Heinrich genannte „Sprachendienst“ ist ein
Übersetzungsdienstleister, wie es viele gibt.
Werbung für einen Übersetzungsdienstleister zu machen,
ist weder im Sinne des Forums noch hilfreich für
denjenigen, der eine Frage hat.
Besser ist es, hier den Bund der Dolmetscher und
Übersetzer als Informationsquelle anzugeben,
http://www.bdue.de.
Hier hat man Zugriff auf eine große Übersetzerdatenbank,
außerdem hat man es mit einem unabhängigen Fachverband
zu tun.
Die Auswahl des richtigen Übersetzers ist keine ganz
einfache Sache. Ich bin in der technischen Dokumentation
tätig; hier ist es noch relativ einfach, einen guten
Übersetzer zu erkennen. Doch in der Belletristik wird
es richtig schwierig. Das Wohl und Wehe eines Buches
hängt davon ab, ob die gute Schreibe des Autors auch
in der übersetzten Fassung herüberkommt.
Ephraim Kishon beispielsweise fand nach dem Tod seines
langjährigen deutschen Übersetzers nie wieder einen, der
seinen Ansprüchen genügte - er übersetzte seine Geschichten
fortan selbst ins Deutsche.
Bei technischen Übersetzungen verwendet man inzwischen
Translation Memory Systeme, für literarische Übersetzungen
sind diese nicht brauchbar. Die Bezahlung nach Zeilenpreis
kenne ich auch eher nur für die technischen Übersetzungen;
bei literarischen Übersetzungen wird häufig pauschal abgerechnet.
Das ist einer der Gründe, warum sich als Übersetzer mit
technischen Übersetzungen mehr verdienen lässt als mit
literarischen.
Auf jeden Fall würde ich bei literarischen Übersetzungen
zunächst eine bezahlte Probeübersetzung anfordern und diese
durch einen anderen - etablierten Übersetzer in dem Gebiet -
gegenlesen lassen. Bei großen bzw. dauerhaften Projekten
wäre es mir zu riskant, mit schlechten Übersetzungen auf
der Nase zu landen.

Viele Grüße

Tanja

P.S. Ich bin weder Übersetzer noch Mitglied des BDÜ