Hallo!
Verlegen sein in Bedeutung von faul (sein müssen -> Ritter im Winter) verstehe ich, aber ich finde die Brücke zu jemandem der vor Verlegenheit rot anläuft nicht, denn schließlich muß der ja nicht unbedingt faul gewesen sein.
Die Assozizion geht etwa so: der Ritter, der sich verliegt, verstößt gegen den Ehrenkodex des Ritters. Deshalb muss er sich vor seinen Mitrittern schämen und er schämt sich, er wird verlegen.
Einen Gegenstand verlegen, ob nun zufällig (Schlüsselbund) oder absichtlich (Rohre) ist auch klar. Aber warum verlegen Vèrlage (Bücher, Bier…)?
Auch hier muss man noch bedenken, dass die Vorsilbe „ver-“ nicht nur „etwas falsch machen“ bedeutet wie bei verwählen, sich verirren, sich verfahren, sondern auch eine Ausbreitung, Erweiterung, Vergrößerung wie bei verteilen, verbreitern, verlängern. Auch ein Teppichboden wird verlegt oder Fliesen oder Knochensteine, Platten im Garten etc.
Und ein Verleger legt seine Verkaufsobjekte auf einem Tisch oder Brett, er verlegt seine Bücher auf einem Verkaufsstand. So wie ein Bankier seine Münzen auf einer Bank ausgebreitet hatte.
Verleger,Drucker und Händler waren anfangs der Buchdruckerei oft dieselbe eine Person.
Verleger nannte man auch die Händler, die das Webgut an die Weber verteilte und dann die gewebten Tuche um geringen Lohn übernahmen und dann um gutes Geld verkauften.
Nicht nur Heine und Hauptmann haben das thematisiert; auch bei Karl May gibt es das als Lektürestoff.
Gruß Fritz