Verlegen

Hallo,

schon bei dem bloßen Wort assoziiert jeder was anderes.

a) Der eine verlegt immer seinen Hausschlüssel, findet ihn dann aber wieder.
b) Der ander ist immer verlegen, wenn er beim Chef erscheinen muß.
c) Und Verlage verlegen Bücher, brauchen diese aber zumeist nicht suchen, weil sie ein gut sortiertes Archiv haben.

Und nun die Preisfrage. Was haben a), b) und c) gemeinsam?

Gruß Steffi

a) Der eine verlegt immer seinen Hausschlüssel, findet ihn dann aber wieder.
b) Der ander ist immer verlegen, wenn er beim Chef erscheinen muß.
c) Und Verlage verlegen Bücher, brauchen diese aber zumeist nicht suchen, weil sie ein gut sortiertes Archiv haben.

d) Und Verlage verlegen Biere, brauchen diese aber zumeist nicht zu suchen, weil es umgehend weggesoffen wird.

mfg:stuck_out_tongue:it
[verlegener.verleger]

Hallo, Steffi,

du hast vergessen, dass man auch Rohre verlegen kann.

verlegen, verlegen und verlegen sind regelmäßige Verben; also:

ich verlege, er verlegte, sie hat verlegt!

Dagegen stammt: Sie ist verlegen! von dem unregelmäßigen Verb verliegen.
Genauer: Es ist Partizip II zu mhd. verligen „durch Untätigkeit faul werden“.

Gruß Fritz

a) Der eine verlegt immer seinen Hausschlüssel, findet ihn
dann aber wieder.
b) Der ander ist immer verlegen, wenn er beim Chef erscheinen
muß.
c) Und Verlage verlegen Bücher, brauchen diese aber zumeist
nicht suchen, weil sie ein gut sortiertes Archiv haben.

Tach Steffi,

darf ich die Situation noch ein bißchen verschärfen?
Verlegen hatte sich ein Ritter im Mittelalter, wenn er - des Winters und der Witterung wegen - nicht aus seiner Motte, Burg oder was immer kam.
Wenn er also untätig herumsitzen oder -liegen mußte.

Daher auch unser „verlegen“ als Adjektiv, welches eigentlich ein Part. Perf. ist.

Gruß - Rolf

Hallo,

also mit der Grammatik habe ich es nicht so. :frowning:

Gut, verlegen sein und etwas verlegen hat verschiedenen Ursprung.

Verlegen sein in Bedeutung von faul (sein müssen -> Ritter im Winter) verstehe ich, aber ich finde die Brücke zu jemandem der vor Verlegenheit rot anläuft nicht, denn schließlich muß der ja nicht unbedingt faul gewesen sein. Vielleicht traut er sich ja nur nicht der Angebeteten seine Liebe zu gestehen.

Einen Gegenstand verlegen, ob nun zufällig (Schlüsselbund) oder absichtlich (Rohre) ist auch klar.
Aber warum verlegen Vèrlage (Bücher, Bier…)?

Gruß Steffi

Hi,

Fazit wäre demnach: der verlegene Verleger verlegte stets etwas, wenn er bei einer Frau kein Rohr verlegen konnte.

Ciao,
Romana

Hallo!

Verlegen sein in Bedeutung von faul (sein müssen -> Ritter im Winter) verstehe ich, aber ich finde die Brücke zu jemandem der vor Verlegenheit rot anläuft nicht, denn schließlich muß der ja nicht unbedingt faul gewesen sein.

Die Assozizion geht etwa so: der Ritter, der sich verliegt, verstößt gegen den Ehrenkodex des Ritters. Deshalb muss er sich vor seinen Mitrittern schämen und er schämt sich, er wird verlegen.

Einen Gegenstand verlegen, ob nun zufällig (Schlüsselbund) oder absichtlich (Rohre) ist auch klar. Aber warum verlegen Vèrlage (Bücher, Bier…)?

Auch hier muss man noch bedenken, dass die Vorsilbe „ver-“ nicht nur „etwas falsch machen“ bedeutet wie bei verwählen, sich verirren, sich verfahren, sondern auch eine Ausbreitung, Erweiterung, Vergrößerung wie bei verteilen, verbreitern, verlängern. Auch ein Teppichboden wird verlegt oder Fliesen oder Knochensteine, Platten im Garten etc.

Und ein Verleger legt seine Verkaufsobjekte auf einem Tisch oder Brett, er verlegt seine Bücher auf einem Verkaufsstand. So wie ein Bankier seine Münzen auf einer Bank ausgebreitet hatte.

Verleger,Drucker und Händler waren anfangs der Buchdruckerei oft dieselbe eine Person.

Verleger nannte man auch die Händler, die das Webgut an die Weber verteilte und dann die gewebten Tuche um geringen Lohn übernahmen und dann um gutes Geld verkauften.

Nicht nur Heine und Hauptmann haben das thematisiert; auch bei Karl May gibt es das als Lektürestoff.

Gruß Fritz

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Hallo, Steffi,

Verlegen sein in Bedeutung von faul (sein müssen -> Ritter
im Winter) verstehe ich, aber ich finde die Brücke zu jemandem
der vor Verlegenheit rot anläuft nicht,

Grimm schreibt unter VERLIEGEN http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

  1. aus den obigen bedeutungen hatte sich der begriff des unthätig sein _entwickelt, und da unthätigkeit oft auf unschlüssigkeit und rathlosigkeit beruht, so ist die bedeutung ‚rathlos, unschlüssig, zweifelhaft‘ in dieser weise _verlegen heute am geläufigsten. das wort in dieser bedeutung ist noch nicht alt…

Aber warum verlegen Vèrlage (Bücher, Bier…)?

Unter VERLEGEN http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu… findest Du

  1. aus dem hinlegen an fremden ort entsteht die bedeutung: (geld) hinweggeben, besonders hingeben für einen andern, für etwas, was uns fremd ist. daher auslegen…

  2. während verlegen in obiger bedeutung allmählich verlischt, hat die wendung ein buch verlegen, eigentlich die druckkosten für das buch eines andern übernehmen, sich bis heute erhalten…

(Hervorhebungen durch mich)

Gruß
Kreszenz

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Danke, gut erklärt. owT
.

Eine Anekdote :

Ein Kunde von mir, Hersteller von Kunststoffrohren, hatte einen neuen Firmenslogan präsentiert, der lautete „Überlegen verlegen“.

Mein Gesprächspartner bei dieser Firma fragte mich, wie ich ihn denn fände. Diplomatisch antwortete ich :„Da muss ich erst mal verlegen überlegen“

MfG
Klaus