Verliebtheit als traumatische Erfahrung

Hallo zusammen.
Hier eine extra zugespitzt formulierte Frage, die im Kern (natürlich) aus eigenen Erfahrungen und aktuellen Problemen herrührt.
Wie kann jemand der Verliebtheit überwiegend als leidente Erfahrung erlebt hat (ohne späteren Erfolg), es doch immer wieder schaffen sich zu Verlieben bzw. da ganz hopplahopp hineinzustolpern ?
Ist mir nämlich kürzlich wieder passiert.

Einerseits könnte es ja sein das er sich „immmer“ zu schnell verliebt ?
Er verliebt sich ohne das er sich der begehrten Person sicher sein kann bzw. stellt sich das dann nach dem ersten gemeinsamen Erlebnis , Abend oder ähnl. herraus.

Natürlich macht dieser sich in der Zeit, die er überbrücken muss, in denen er die andere (in meinem Fall) nicht sehen, kann größere Sorgen, als Leute die Verliebtheit eines prozesses Kennen der immer seiner Erfüllung (happy end) endet.

Es liese sich sicher bewergstelligen das leiden zu verringern das Leiden und die Belastung der Verliebtheit zu verringern in dem man sich Sachen einbildet, die die andere Person schelcht oder uninteressiert darstellen… blos dann wäre man ja nicht mehr verliebt. Und eigentlich freut man sich doch immer darauf, bzw. vielmehr auf das erhoffte „happy end“ danach.

Also ein Dilema, mit Hoffnung, bangen.
Eine eindeutige Haltung ist schwehr… die Wünsche und Hoffnungen klar formulierbar.

Das einschätzen der anderen Person wird verunsicht durch die negativen Erlebnisse, die vielleicht auch nie verstanden wurden.

Tja, mir fällt das warten echt schwehr interessiere mich aber auch wirklich für die Thematik (beschäftigt mich ja jetzt schon einen großen Teil meines Lebens immer wieder).

Grüße Sebastian

Hallo Sebastian,

Das Traumatische an der Erfahrung ist im Kern immer die Zurückweisung und die damit verbundenen Gefühle von Kränkung und Verlust.
Gekränkt wird dabei das eigene Ego, das ja im Stadium der verliebten Werbung besonders schön sein will (und ist).
Verlust ist ebenfalls zu 99% ein Gefühl dessen, der „verloren“ hat. Dabei sehen wir oft das phänomen, dass über einen Verlust geklagt wird, wo nie zuvor „Besitz“ da war.

  1. Die Phase der tiefen trauer, vielleicht auch Wut, muss wohl jede/r einmal durch machen. Hier kannst Du dich an frühen Erfahrungen anhalten, als Kind bist Du auch aufgehoben und vielleicht getröstet worden, wenn Du z.B. gestürzt warst und dich verletzt hattest.

  2. Dann kommt eine Phase der inneren Ablösung, Zuversicht.
    Das rasche sich wieder Hineinwerfen in ein neues Abenteuer funktioniert deshalb nicht, weil dabei

  3. die Phase drei übersprungen wird: Hineinhorchen in sich selbst und da vielleicht einen Entwicklungsschritt setzen.
    Vor allem: von Wiederholungen einmal kreativ abgehen.

Damit erst kannst Du Schritt für Schritt für genau jene Frau interessant werden, die dann auch zu Dir passt.

Alles Gute
Volkmar

Guter Titel und prägnante Antwort - danke.

Mir ist ein anderer mit wichtiger Aspekt wichtig, den du nicht erwähnt hast.
Vielleicht kommt er ja auch nicht so oft vor oder ist vielleicht doch nicht so wesentlich.

… Dabei sehen wir oft das phänomen, dass über einen Verlust
geklagt wird, wo nie zuvor „Besitz“ da war.

Das meinst du aber nicht allgemein ?
Sicher schwehr so was zu überpüfen ?
„Besitz“ von Nähe in einem Abend, „Besitz“ von Verliebtheit, Anerkennung Liebe, Fürsorge, Spaß und gegenseitiger Verbundenheit eines Abends, kann „Grundbaustein“/„Auslöser“ des Verliebtseins sein.
Sicherlich sind da starke subjektive Abweichungen möglich, starke Bewertungsunterschiede des „Abends“ denkbar…
Diese oben erwähnte „Nähe“ u. anderes können doch als „Besitz“ (mit deinen Worten) verstanden werden… und damit verloren werden - oder nicht ?

Dieses Erleben lässt den der es erlebt hat wünschen das er dieses wunderbare Erlebnis wiederholen kann/darf, sich wiederholen wird.

Insofern ist mir dieses Verlustgefühl eines Beziehungszustandes an den man glauben wollte/möchte und der aber doch auch faktisch (mehr oder weniger - auch subjektiv) da war, mir ganz verständlich.

Ein weiterer Aspekt möchte ich noch gerne hervorheben.
Tritt zu der Kränkung(sgefühl)/dem Verlust(gefühl) zusätzlich noch Unklarheit und Unverständnis ein stellt sich der „Betroffene“ oft Fragen die er aber (meist) nicht (leicht) beantworten kann, so meine These.
Warum: Schnell Verliebte trennen sich oft ebenso schnell.
Dabei bleibt dann Erklärungen auf der Strecke. Nachfragen wird nicht erwünscht oder anstelle ehrlichen Antwortens werden einfachere Ausreden gestellt bzw. … oder ein Fragen ist rein technisch einfach nicht mehr möglich (Person umgezogen, andere Telefonnummer u.ä.).

Die Person die sich zurückzieht glaubt, sich damit klar ausgedrückt zu haben oder Ihr ist der/die Andere einfach schon egal. Die Zurückziehende spührt nicht mit, das der Andere in in Ungewissheit und Sorge leidet.
Möglicherweise ist deren Situation unterhaltsam, sorglos und die des Unwissenden (der neuen Beziehungsdefinition unwissend) sorgenvoll.
Eine frühzeitiger Korb hätte das Leiden wesentlich verkürzt… Vor allem Ungewissheit empfinde ich belastend (ist ja ganz ähnlich wie bei Stressbewältigung - kannst du aktiv sein, weist in welche Richtung du gehen kannst, ist es nicht so schlimm…).

Für solche Menschen empfinde ich tatsächlich Wut fast Hass manchmal (dabei wäre ich nach deinem Modelle bei Punkt 2 , wenn ich nicht irre.)

Meiner Erfahrung nach, ist diese Feigheit leider sehr verbreitet,
was nicht gerade großes Vertrauen in die Menscheit in mir weckt und meine Menschenkenntnis in Frage stellt.
(Vielleicht hat die meinige einen anderen entdeckt… keine Ahnung).

Hineinhorchen …
Damit erst kannst Du Schritt für Schritt für genau jene Frau
interessant werden, die dann auch zu Dir passt.

Deine These zwischen den Zeilen lautete also, dass die Frau in die ich mich verliebt hatte, nicht zu mir passte.
Begründung: Weil es nicht geklappt hat.
Vielleicht eine gute Argumentation, aber für mich zu lückenhaft zu schicksaalsgläubig.

LGruß Sebastian