Verlust des kurzzeitgedächtnisses

werte gemeinde,

weiß jemand, wann es zum verlust des kurzzeitgedächtnisses kommen kann?

kann großer streß und angst der auslöser sein?
„muß“ man demenz als krankheit ins auge fassen?

es geht um eine lebenskrise eines 50-jährigen menschen, dessen partner lebensbedrohlich erkrankt ist.

medizinisch wird alles untersucht, ich frage nur, um evtl. worte des trostes spenden zu können.

danke,
tilli

Hallo, es können einige Neurologische Krankheiten in Frage kommen, aber auch ein psychischer Schockzustand.
Im allgemeinen geht man von 3 Phasen aus, die ein Ereignis brauch um abgespeichert zu werden, erst einmal gibt es das ultrakurzzeitgedächtnis, was da nicht hängenbleibt ist sofort wieder aus dem Fokus verschwunden, da es nur eine Art Filter dessen ist, was wichtig sein könnte. Im Kurzzeitgedächtnis landen also jene Dinge die wir eine Weile behalten wollen. Und was wirklich aufhebenswert ist kommt ins Langzeitgedächtnis.
Vergleich es mal mit RAM und Festplatte.
Wenn aber quasi der RAM voll ist mit Sorgen, dann kann er nicht vernünftig arbeiten. Dann bekommt die Festplatte aber auch nicht unbedingt was für sie bestimmt ist (Den Einkaufszettel oder so ist schon Langzeitgedächtnis)

In so einem Zustand ist eine gewisse Schusseligkeit normal.
Dagegen hilt nur, das zu tun wonach einem gerade am meisten ist, also offenbar sich um diese andere kranke Person zu kümmern, bis man sicher ist, dass es ihr so gut geht wie es eben derzeit möglich ist.
Oder auch mal hemmungslos zu heulen. Oder sich mal um sich selbst kümmern. oder oder
Wichtig ist nur, dass ggf. jemand anderes den Schussel im Auge behält, damit er nichts vergisst, was schaden könnte (Herd anlassen oä). Also einfach ein bisschen im Auge behalten und wie ja offenbar schon getan wird, auch das organische abklären. Nur weil man sich grad um jemand anderen sorgt, heißt ja nicht, dass man nun immun gegen Alzheimer und Co ist.
Gruß
burli

Hallo, es können einige Neurologische Krankheiten in Frage
kommen, aber auch ein psychischer Schockzustand.

Wenn aber quasi der RAM voll ist mit Sorgen, dann kann er
nicht vernünftig arbeiten.

. Nur weil man sich grad um jemand anderen sorgt,
heißt ja nicht, dass man nun immun gegen Alzheimer und Co ist.

nein, natürlich nicht. niemand sagt, dass es nicht auch doppelt und dreifach kommen kann.
aber mein gefühl sagt mir, dass es vielleicht wirklich eher ein schock ist. die person neigt -in meinen laienaugen- zum somatisieren und hat tausenderlei zipperlein.
ich würde einfach gerne zuhören und ein kleines hoffnungsschimmerchen schenken, sofern das verantwortbar ist.

grüße
tilli

Ok, das ist dann aber doch etwas anderes als verlustiges Kurzzeitgedächtnis. Das kann auch davon kommen, wenn man zu lange mit anderen einsamen alten Menschen in Wartezimmern rumhängt.
Manche Leute reden gern über ihre Krankheiten statt übers Wetter, ist irgendwie spannender. Und wenn dann noch die passenden Symptome in der Gesundheitssendung auf dem 3. kamen, dann muss man dringend wieder mal zum Arzt, um den zuzutexten nachdem man sich mit den anderen alten LEuten im Wartezimmer unterhalten hat und wer hat die coolste Krankheit gespielt hat.

Da ist Trost spenden evtl genau das falsche, das zieht dich nur mit rein, weil du dich so leicht ausnützen lässt. (Fährst du mich mal hierhin und dorthin, denn ich kann das ja nicht mehr) Auf Selbstmitleid sollte mannicht allzusehr eingehen.
Ein bisschen „oh…wIRKlich… na das ist aber was, was sagt denn der Doktor dazu…“ eben Klönschnack ist evtl eher angebracht.
Gruß burli

Ok,
Manche Leute reden gern über ihre Krankheiten statt übers
Wetter, ist irgendwie spannender.

naja, ein echtes leiden sehe ich schon. es sind teils auch „handfeste“ diagnosen erkennbar. die seltenste form der gürtelrose zum beispiel oder pfeiffersches drüsenfieber aus dem nichts. auf jeder zweiten feier krank. allergien gegen die interessantesten dinge.

selbstmitleid alleine ist das nicht, denke ich. es ist wirklich traurig mit anzusehen. immer nervös und sehr gestreßt.

ich bin nur mittelbar beteiligt, aber irgendwie nimmt mich das doch mit und ich frage mich, ob ich helfen kann.

tilli

Hallo, doch wer hat diese Diagnosen gestellt, ein Arzt oder sie selbst?
Wenn viele sonderbare Erkrankungen zusammenkommen, dann ist das schon recht merkwürdig. Ok alle haben was mit dem Immunsystem zu tun, mal ist es zu aktiv (Allergie), mal anfällig (Gürtelrose) und Pfeiffer kommt nicht aus dem nichts, sondern ist eine Infektion wie eine Grippe, also irgendwo muss sie sie herhaben.
Gürtelrose und Pfeiffer sind Gründe nicht mit einem todkranken, womöglich Immunsupprimierten Menschen zusammenzukommen (Wenn ich mal bei der Freundin der Freundin auf Krebs oder ähnliches tippe).

Es gibt also durchaus Gründe, weshalb sie solche Geschichten auch erfinden könnte.
Sie braucht auch Aufmerksamkeit, sucht Zuwendung, hat festgestellt dass sich so andere Menschen mitkümmern (Stichwort „Erlente Hilflosigkeit“)
Sie braucht Entschuldigungen, weshalb sie nicht zur anderen Freundin kann
Oder sie befasst sich derzeit zu stark mit medizinischen Themen und hat daraus eine Hypochondrie entwickelt, entweder eine echte (so dass sich das auch auf extrem unwahrscheinliche Krankheiten steigern kann) oder eine Medizinstudentenhypochondrie (wo man aus jedem Räuspern neben der Erkältung auch auf fieseste Erkrankungen kommt, weil man einfach zuviele Krankheiten kennengelernt hat)

Ich sage das nicht, weil ich denke, dass du dich unnütz sorgst, sondern weil ich dir Möglichkeiten erläutern will, was auch dahinterstecken könnte. Und in dem Fall würdest du ganz leicht ausgenutzt werden für ein (von ihr durchaus auch unbewusst angewendetes) Spiel.
Wenn du dich also voll reinhängst, kann es sein, dass sie dich aufreibt. Ihr ist womöglich mit gut zureden eher geschadet als geholfen, da sie selbst dieses Spielchen dann bis ins unendliche fortführt und dich mit reinzieht.

Wenn du dies im Hinterkopf behälst hast du womöglich die Kraft rechtzeitig die REißleine zu ziehen, bevor du dich selbst damit kaputt machst. Ein bisschen Unterstützung ist ok, aber versuch die Struktur dahinter zu erkennen, was die Ursache für all ihre Krankheiten ist. Und da denke ich derzeit eher an einen psychischen Knacks durch die Stresssituation, als an echte körperliche Krankheiten.

Gruß Burli