Verlustängste?

Hallo Ihr lieben,
Ich versuch das mal zu beschreiben. Es geht darum: Ich habe seid kurzem (ca.3 wochen)immer so komische gedanken. Ein beispiel: Wenn ich aus dem Haus gehe z.b. zur arbeit und mein Mann ist schon weg zur arbeit dann muss ich die ganze wohnung durchsuchen ob auch ja alles aus ist wie z.b Lichter , Herd , Kaffeemaschiene usw. Wenn ich dies nicht tue und mir fällt es auf der arbeit ein das ich das vergessen habe denke ich dann immer es würde brennen und mein Mann kommt ums leben und dann könnte ich durchdrehen. Weil ich das in diesem moment nicht änderen kann.
Oder mein Mann fährt zur arbeit und gerät in einen Autounfall und wir schwer verletzt oder stirbt sogar. Ich weiß das kranke gedanken. Es ist mir ja schon peinlich dann bei meinem Mann auf der arbeit anzurufen um zu fragen ob er gut angekommen ist. Aber ich kann da nix gegen tun.Ich muss dazu sagen ich habe innherhalb von 2 jahren 3 wichtige Menschen verloren. Das hängt da warscheinlich mit zusammen. Aber ich möchte nicht zum arzt gehen. Ich möchte es selber versuchen.Hat jemand vielleicht eine Tip für mich? Wie ich das unterbinden kann.

Liebe Grüße
Jazzy

Hallo Jazzie,

das hört sich nach einer Zwangsstörung an. Ich hatte das auch mal (Herd, Kaffeemaschine, Türen usw. usw. kontrollieren zu müssen) und habe es mit einer Gesprächstherapie ganz gut in den Griff bekommen. Gerade, wenn es wie bei dir erst angefangen hat, ist es glaube ich leichter aus dem Teufelskreis Zwangsgedanken rauszukommen.

Ich wünsche dir viel Glück

Gruß

Samira

Wirklich krankhaft ist dieses Überprüfen von Herd, Licht, Wohnungstür usw erst dann, wenn man es mehrmals kontrolliert obwohl man vor einer Minute erst nachgeschaut hat ob alles in Ordnung ist.
Nach dem plöztlichen Verlust von lieben Menschen, dürfte eine gewisse Angst vor weiteren Verlusten ziemlich normal sein.
Ein guter Freund von mir ist vor wenigen Jahren ganz plötzlich gestorben. Eigentlich war er kerngesund, aber eines Abends war er alleine in seiner Wohnung, wurde bewusstlos und verblutete innerlich. Wäre da irgendjemand dabei gewesen, hätte er den Notartz gerufen und mein Freund würde mit großer Sicherheit heute noch leben. Da fragt man sich dann, wieso man da nicht bei ihm war, wieso man ihn nicht öfters besucht hat. Und gleichzeitig bekommt man angst, dass auf einmal noch andere Freunde einfach so verschwinden könnten…

Für Dich wäre es wichtig über deine Ängste zu reden. Wenn Du nicht proffessionelle Hilde in Anspruch nehmen willst, dann versuche ein offenes Ohr bei deinem Mann oder Freunden zu finden.

Bekloppt ?
Hallo Jazzy,

entschuldige, wenn mein Betreff provozierend klingt - aber hast Du ggf. Angst, für „verrückt“ gehalten zu werden, falls Du Dein Problem Mal mit einem Arzt bzw. Fachmann besprichst?

Offenbar leidest Du an/in Deiner Situation und die Trauer um den Verlust wichtiger lieber Menschen, sowie deren Auswirkungen sollte man nicht unterschätzen. Daran herumzudocktern ist m. E. ebenso gefährlich wie z. B. als Laie einen gebrochenen Arm selbst gipsen zu wollen.

Ich will und kann Dir hier keinen konkreten (und wie von Dir gewünschten) Rat zur Selbstheilung geben - deshalb: Fasse den Mut, Dein Problem/Deine Situation mit einem Arzt (Hausarzt) offen und vertrauensvoll zu besprechen. Ggf. kann der Dir mit Medikamenten helfen oder vermittelt Dir professionelle Hife - für unnötige psychologische Leiden und Experimente solltest Du Dir selbst zu wertvoll sein.

Versuch mal Folgendes:
Vermutlich hast Du einen Teil Deines Urvertrauens durch die erlebten Verluste geliebter Menschen verloren oder so. Nun schießen die Ängste nicht nur vor dem Verlust des Mennes sondern gar auch noch davor, mit daran schuld sein zu können.

Hm, zum Arzt willst Du nicht, tun musst Du aber was. Wäre vielleicht Folgendes denkbar oder hilfreich?

Mach Dir einen Zettel, beschrifte ihn mit den wichtigsten Dingen, die Du keinesfalls vergessen willst zu überprüfen und so. Trag das Datum ein und nimm den Zettel als Checkliste. Stehst Du dann vor der Tür und willst die Wohnung verlassen, so kannst Du sehen, was und ob Du geprüft hast.

Wenn Du Deinen Mann mit einbeziehen kannst, so bitte ihn, Dich ab und an mal anzurufen. Nach Möglichkeit aber nicht zu selben Zeit. Denn dann gewöhnst Du Dich daran und wenn er mal verhindert ist, dann schlagen die Ängste zu.

Einfach vereinbaren, dass er Dich ab und an anruft. So lernst Du wieder ein Fitzelchen Vertrauen (er ruft an!), vielleicht stärkt sich auch wieder Dein Urvertrauen.

Wenn aber die Angstvorstellungen und die Zwangshandlungen schwerer werden, so hab den Mut und geh zum Arzt. Er wird Dir sicher sagen können, wo und was Du als richtige Hilfe bekommst.

Ich wünsche Dir Mut und Gelassenheit und Vertrauen!

„Wenn Du nicht proffessionelle Hilde in Anspruch nimmst…“

Die Hilde würde ich gern auch mal kontakten :smile:

Spaß beiseite. Hört sich wirklich nach einer so genannten Zwangsstörung an, wobei Du entscheidest, ob es „stört“ aber ich denke schon, sonst hättest Du hier nicht gepostet. (muss man da jetzt nicht „geposted“ schreiben…ist das jetzt Deutsch oder Englisch…hmm)
Solche Gedanken, kleine Abergläubische Handlungen usw. sind übrigens normal, da sie fast jeder irgendwo kultiviert. Bei Dir hört es sich aber schon etwas massiver an. Da Zwangsstörungen leider schwer therapierbar sind, würde ich Samiras Rat folgen und schnell proffess. Hilfe aufsuchen um gleich am Anfang gegen zu steuern. Nicht dass Dein ganzer Alltag irgendwann aus Ritualen besteht. Doe Zwangsstörung ist im Grunde ein maskiertes Ding, denn es liegt dem eine Angst zugrunde, die du auf die Weise, z.B. durch Kontrollhandlungen symbolisch zu bewältigen versuchst. Das klappt zwar, denn es geht Dir dann vorüber gehend besser, aber es wäre besser, zum Ursprung dieser Angst gehen zu können um sie ursächlich zu bearbeiten. Das ist aber alleine schwierig, denn wer stellt sich schon gern den Ängsten. Man will da lieber weg. Es gibt jedoch Therapeuten, die da schon etwas mehr Erfahrung haben und Dir bei dieser Begegnung helfen können. Ist auch wichtig, dass Du diese „komischen“ Gedanken mal offen aussprechen und ausmalen kannst. Auch dabei hilft Dir ein entsprechend ausgebildeter Therapeut. Viel Erfolg!

Erst mal ein großes Dankeschön an alle,

Ich habe jetzt ja zeit gehabt ein wenig drüber nach zudenken was ich nun tue. Eure antworten haben meine entscheidung untermauert, meinen ganzen mut zusammen zu nehmen und zu einem Arzt zu gehen.

Da ist jetzt noch vllt. die angst das er mich nicht ernst nimmmt. Aber das ist wohl wieder ein blöder gedanke. :smile:
Das ist warscheinlich meine erste Aufgabe meinen Ängsten auszuweichen

Ganz liebe grüß

Jazzy