habe mich bei einem Projekt „Vermarktung von Regional-Kaffee“ auf „Point of Sale“ festgelegt.
Allerdings konnte ich im Internet keine Fachberichte darüber finden - und habe mir so einiges selbst aus den Fingern gesogen:
z.B. shop in shop (Post im Edeka…)
Displays (Tchibostand im Obi)
Kiosk (unterliegt nicht dem Ladenschlußgesetz)
Internetplattform
Automaten (vgl. Zigarettenautomat, Kaffeepulverautomat)
Drive in
Marktstand, Messestand
Meine Frage: gibt es eine Gliederung dieser POS, evtl. Fachbegriffe?
Was ist shop in shop? (etwa auch der Metzger im Real… oder müssen es unterschiedliche Geschäftführungen sein - mit getrennten Kassen)
Wo ist der Unterschied zu Tchibo-Displays? (etwa nur durch die Bedienung? Muß Tchibo Miete an Obi zahlen?)
Meine Frage: gibt es eine Gliederung dieser POS, evtl.
Fachbegriffe?
Was ist shop in shop? (etwa auch der Metzger im Real… oder
müssen es unterschiedliche Geschäftführungen sein - mit
getrennten Kassen)
ich kenne Shop-in-Shop-Systeme nur aus dem Bekleidungseinzelhandel. Dort sieht das so aus, daß der Lieferant die Standbauten liefert und einen Teil der Kosten vom Einzelhandel über verschiedene Konstruktionen erstattet bekommt. Die Bestückung mit einer neuen Kollektion findet ebenfalls durch den Lieferanten statt, das Nachlegen übernimmt der Händler, wobei der Lieferant in einem gewissen Rahmen verpflichtet ist, Lieferbereitschaft sicherzustellen.
Die Ware wird auf Namen des Händlers verkauft, d.h. daß die Einnahmen auch in seine Kasse wandern.
Wo ist der Unterschied zu Tchibo-Displays? (etwa nur durch die
Bedienung? Muß Tchibo Miete an Obi zahlen?)
Das kann ich im konkreten Fall nicht beurteilen, aber mir sind nur Fälle (aus dem Bkleidungseinzelhandel) bekannt, in denen das nicht der Fall ist.
Soweit ich weiß, wird der Begriff “Point-Of-Sale” gerne von Werbern benutzt,
und zwar im Zusammenhang mit der Gestaltung von Waren-Präsentation und
Verkaufsförderungsmaßnahmen an einem Verkaufsort- bzw. -punkt (Laden/Kiosk/
Verkaufsveranstaltung/Automatenaufstellung). Geht es bei deinem Projektteil um
soetwas, oder geht es um grundsätzlich mögliche Vertriebsformen bzw.
Vertriebswege für den Kaffee?
Die Suche nach einer Gliederung von POSs ist ja im Grunde genommen die Suche nach
Kriterien, die “irgendwie” eine Rolle spielen. Falls du gewillt bist, diese
Kriterien selbst zu entwickeln, würde ich mich zuerst auf das Projekt beziehen:
Produkteigenheiten, Zielgruppen, Konkurrenten, Branding etc. und damit
einhergehende Anforderungen und Probleme, die das Konzept lösen soll. Eine rein
formale Gliederung würde man aber wohl am ehesten in klassischen Marketing-
Lehrbüchern finden.
Soweit ich das mitgekriegt habe, ist das Shop-in-Shop-Prinzip vor allem im
Bereich der klassischen Kaufhäuser und vor allem bei Bekleidung ein Thema.
Stichwort: “Erlebniseinkauf” (Konsumkritikern dreht sich der Magen um Hier
wird auf die Bekanntheit und Attraktivität *eigenständiger* Marken gebaut. Um das
zu nutzen, werden in sich geschlossene Bereiche eingerichtet, die
markenspezifisch gestaltet sind. Darüber hinaus könnten alle Artikelarten der
Marke hier präsentiert werden, anstatt in der klassischen Abteilungsgliederung
des Kaufhauses “unterzugehen”. Mitunter können ja auch Artikel angeboten, die
nicht als Umsatzbringer interessant sind, sondern die als Merchandising-Objekte
die Marke stützen sollen.
Der “Metzger beim Real” entspricht dagegen einer “klassischen” Abteilung im
Supermarkt (Frischfleisch), auch wenn der Metzgername im speziellen Fall eine
eigene, lokal bekannte Marke sein mag. Der Bäcker im Eingangsbereich ist dann
weder Abteilung und noch Shop-in-Shop, sondern schlichtweg die Filiale einer
Bäckerei(-kette).
Ich schätze, dass der Begriff “Shop-in-Shop” oft nicht allzu streng abgegrenzt
benutzt wird, meine aber, dass das Ziel der Betonung und Inszenierung einer
eigenständigen Marke ein notwendiges Kriterium ist.
Gruß,
Kucker
PS: Es wäre interessant, mehr über Inhalt und Aufbau deines Projekts zu erfahren.
Magen um Hier
wird auf die Bekanntheit und Attraktivität *eigenständiger*
Marken gebaut. Um das
zu nutzen, werden in sich geschlossene Bereiche eingerichtet,
die
markenspezifisch gestaltet sind. Darüber hinaus könnten alle
Artikelarten der
Marke hier präsentiert werden, anstatt in der klassischen
Abteilungsgliederung
des Kaufhauses “unterzugehen”.
was m.E. völlig für den Eimer ist, da der Kunde normalerweise nicht in den Laden geht, um Produkte einer Marke zu kaufen, sondern eine Hose, ein Hemd oder was auch immer. Spätestens nach dem dritten Shop-in-Shop, in dem ich die Ecke mit den Hosen suchen mußte, habe ich jedenfalls die Nase voll.
Genauso schwachsinnig ist im übrigen die Beschilderung von Kaufhäusern allgemein. Daß die Warengruppen nach Etagen sortiert sind, ist totaler Quatsch. Schließlich will man heute nicht auf der 3. Etage einkaufen und vorher schauen, was es dort gibt, sondern Porzellan, Klamotten oder Elektrokram. Wo sich das Zeug befindet muß man sich als Unkundiger erst mal auf der riesigen Tafel raussuchen oder sich mit einem schlecht programmierten und darüber hinaus völlig versifften Informationscomputer utnerhalten. Intuitiv dorthin gehen, wohin man immer ging, geht ja auch nicht, weil die Buden alle drei Wochen komplett umgebaut werden und ganze Abteilungen wechseln, während die Mitarbeiter natürlich ortsfest sind und zukünftig statt Teppichen Schuhe verkaufen.
Kein Wunder, daß es den Warenhausketten so bescheiden geht.