Hallo Martina,
Dirks Vorschlag mit einem redaktionellen Beitrag in Fachzeitschriften solltest Du unbedingt realisieren. Das kostet zumindest für die Veröffentlichung nichts und bringt oft mehr Resonanz als ein Inserat.
Auch wenn Du Software verkaufen möchtest, würde ich keine Software-Zeitschriften zur Veröffentlichung wählen. Suche welche, die von Deiner Zielgruppe gelesen werden. Wenn Deine Software z. B. für Schreinereien gedacht ist, nimmst Du Zeitschriften für die Holzverarbeitung, Fensterbau etc.
Für jedes Fachgebiet gibt es eine große Zahl von Fachpublikationen.
Um Redakteure zur Veröffentlichung zu bewegen, fertigst Du Pressemappen an. Kurz, knackig und informativ muß der Inhalt sein, am besten mit einem reprofähigen Bild dabei. Zusätzlich eine Diskette im Word-Format und Bild als jpg-File kann nicht schaden. Nicht viel Text, weil Du dem Redakteur damit nur viel Arbeit machst. Er muß auf den allerersten Blick erkennen, worum es geht und ob es für seine Zielgruppe von Interesse ist.
Deine Pressemappe fertigst Du in 2 bis 3 verschiedenen Versionen an. Wenn Text und Bild gut sind, werden auch Redakteure stinkfaul und schreiben einfach ab. Danach sind sie sauer, wenn sich der gleiche Text in einem halben Dutzend anderer Zeitschriften findet. Das kannst Du Dir nicht leisten, weil Du auch zukünftig noch etwas von diesen Leuten willst. Nach einem halben Jahr kommt bestimmt ein Update Deiner Software. Wieder das Spiel mit den Pressemappen…„die bewährte Software…blah, blah…steht jetzt in einer neuen Version…“
Damit das alles funktioniert, schickst Du Deine Pressemappe nicht einfach an den Verlag. Du telefonierst vorher mit dem Redakteur, notierst Dir seinen Namen, hälst Kontakt. Verlage sind anonym, es zählt nur der persönliche Kontakt, alles andere versandet, landet auf dem großen Stapel und schließlich im Müll.
Während persönlicher Kontakte zu Redaktionen ergibt sich womöglich die Chance, einen ganz besonderen Leckerbissen an Land zu ziehen, nämlich ganze und mehrere Zeitschriftenseiten für einen Fachaufsatz zu bekommen. Dabei kannst Du zwar nicht hemmungslos wie beim Inserat Werbung pur betreiben, aber letztlich ist der Aufsatz besser als jedes Inserat, für das im übrigen in vergleichbarer Größe zig Tausende Mark fällig wären. Du bekommst das zum Nulltarif und erhälst manchmal sogar noch ein paar Mark Honorar. Anspruchsvoll und trotzdem für die Zielgruppe verständlich geschrieben ist sowas eine Werbegranate. Ach ja, das Wichtigste: Kein Software-Chinesisch! Die Unsitte, sich mit einer unlesbaren Mischung aus Anglizismen, Trivialbezeichnungen, freien Wortschöpfungen, Wortmarken und Fachausdrücken profilieren zu wollen, geht immer daneben und ist eine vertane Chance beim Erreichen neuer Kunden.
Du kannst gerne jetzt und sofort mit dem Verfassen beginnen. Für gute Aufsätze ist jeder Redakteur dankbar. Selbstverständlich bietest Du den gleichen Aufsatz nicht verschiedenen Zeitschriften an. Wenn die das merken, sind sie stinksauer und Du brauchst Dich da nie wieder blicken zu lassen.
Die kleineren redaktionellen Beiträge in verschiedenen Zeitschriften haben für Dich noch einen wichtigen Nebeneffekt: Du bemerkst, von welcher Zeitschrift die größte Resonanz von potenziellen Kunden erfolgt. Das ist dann auch die Zeitschrift, in der sich am ehesten bezahlte Inserate lohnen.
Noch etwas zum Internet: Unterschätze nicht die Kleinbetriebe. Viele verfügen entgegen Deiner Annahme doch über einen Internet-Zugang und nutzen diesen auch zunehmend. Über kurz oder lang wird das Internet für den kleinen Produzenten und Anbieter, wie Du es bist (ich bin in ähnlicher Situation) zur wichtigsten Vermarktungsplattform.
Gruß
Wolfgang