Vermeintliches Expertenwissen

Hallo zusammen, liebe Community!

Wirklich? Ist es nicht etwas komisch hier im Internet Ratschläge zu geben und anzunehmen, zu Themen, wie Herzinfarkt, seltenen Krankheiten, Grenzfällen und vielen anderen Themen, von denen der Laie doch kaum Ahnung hat.
Die Gefahr ist doch, dass sich hier jemand als vermeintlicher Profi hervortut und Ratschläge gibt, die ersie gar nicht verteilen kann. Oft wird ja geraten sich an einen Arzt zu wenden, was absolut richtig ist, aber wahrscheinlich nicht immer.

Was meint ihr dazu? Bringt dieses Forum etwas, oder haben wir am Ende so viele Ratschläge verteilt, dass am Ende einer deswegen nicht zum Arzt geht, so dass letztendlich eine schwere Infektion, ein Krebs oder eine Depression übersehen wird?

Ich finde, es schadet nie, einmal zu hinterfragen, was man überhaupt macht - und hier finde ich es besonders wichtig, da es um Gesundheitsfragen geht.

Besten Gruß

Hi,

bevor ich antworte, kurze Rückfrage: Wie weit bist du schon im Studium?

Grüße
Liete

Hallo,

dieses Brett hat mir persönlich sehr viel in Bezug auf meine Erkrankungen und der Diagnostik gebracht.
Vor allem die Nennung der Diagnosemöglichkeiten durch die Experten, so konnte ich gezielter Blutuntersuchungen bei meinen Ärzten einfordern.
Zwar kenne ich mich in Medizin etwas aus, mir fehlte aber der Schlüssel für die verschiedenen Blutwerte, die nicht stimmten.
Mir fehlten Zusammenhänge zwischen den einzelnen Werten.
Die Aussagen in diesem Brett Medizin habe ich zusammengetragen, überprüft, nachgegoogelt, Ärzte darauf angesprochen. So bin ich einen großen Schritt weitergekommen.

Was meint ihr dazu? Bringt dieses Forum etwas, oder haben wir
am Ende so viele Ratschläge verteilt, dass am Ende einer
deswegen nicht zum Arzt geht, so dass letztendlich eine
schwere Infektion, ein Krebs oder eine Depression übersehen
wird?

Das Forum bringt Anstöße, um dann den eigenen Arzt darauf anzusprechen. Er entscheidet dann. Ich finde, so intelligent sollte jeder User sein. Bei einer Infektion und Fieber - Arzt. Bei Krebs muß die erste Stelle der eigene Arzt sein, Hilfestellung zu Therapiemaßnahmen, die nicht so bekannt sind, sind durch das Forum sicher hilfreich durch verschiedene Meinungen. Eine Depression übersieht sogar ein Arzt in der Praxis! Das sind sicher Einzelfälle.

Und wie gesagt, jeder Mensch muß so intelligent sein zu wissen, er kann Ratschläge ausprobieren, wenn es ihm dann schlechter geht ab zum Arzt.

Hiermit bedanke ich mich übrigens für die unzähligen guten medizinischen Ratschläge!

Gruß
Karin

Vermeintliche Bildung
Hallo,

abgesehen davon, dass es hier einige hervorragende Fachleute gibt, die durchaus auch mal einen allzu schrägen Ratschlag wieder gerade rücken:

Bevor man über Dinge klagt, die man bestenfalls affektiv begründen kann, könnte es - hier in diesem Brett, aber auch im richtigen Leben - hilfreich sein, den „Beipackzettel“ zu lesen, bevor man ans Verordnen geht :smile:. In diesem Fall wäre das, sich die Vorschaltseite dieses Brettes zu Gemüte zu führen, in der explizit und in dicken roten Lettern folgendes geschrieben steht:

Die Auskünfte und Ratschläge, die hier im Medizin-Brett erteilt werden, sind unverbindliche Stellungnahmen anderer Nutzer, die eine professionelle Beratung oder Behandlung keinesfalls ersetzen.

In der Hoffnung, dass du als künftiger Profi ein wenig sorgfältiger agierst als es im Moment den Anschein hat.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo brooks,

Ist es nicht etwas komisch hier im Internet
Ratschläge zu geben und anzunehmen, zu Themen, wie
Herzinfarkt, seltenen Krankheiten, Grenzfällen und vielen
anderen Themen, von denen der Laie doch kaum Ahnung hat.

nein, ist es nicht! Es ist immer die Frage, wie Mehrwert generiert wird.

Mein Mann (immer gesund mit tollen Blutwerten und ein Sportler) hatte im Februar 2011 Blut im Urin.

Ich habe mich übers Internet kundig gemacht und auch von Betroffenen (Nicht-Experten) erfahren, was dies bedeuten könnte. Daraufhin habe ich darauf insistiert, dass mein Mann zum Arzt geht und eine Sonographie machen lässt (dieser Rat kam aber von den Betroffenen)! Ein „normaler“ Hausarzt hätte es sicherlich mit Blasenentzündung abgetan!

Diagnose: Nierzenzellkarzinom (Tumorgröße 10x11x12 cm).

Wir haben sofort alles unternommen, waren in einer sehr renommierten Uni-Klinik, er wurde drei Mal operiert, da sich in beiden Lungenflügeln bereits Metastasen gebildet hatten…aber die wirklich wichtigen Auskünfte habe ich über das spezifische Nierenkebs-Internetforum erhalten, wo Betroffene und Angehörige aktiv sind: Wie habe ich welche Werte zu deuten, welche Fragen muss ich stellen, was bedeutet die Einahme von Sutent, die auf uns hätte zukommen können, wie stark sind bereits die Lymphkonten befallen etc.

Das hat mir kein „Gott in Weiß“ erzählt, sondern ich musste sie fragen! Aber man benötigt eben auch Wissen, um Fragen stellen zu können.

Wenn Du ein „Gott in Weiß“ werden möchtest, dann achte bitte darauf, was die Angehörigen und die Patienten äußern!

Mein Mann ist drei Monate nach der Diagnose mit zweimonatigen KH-Aufenthalt elendig krepriert; hier bei mir zu Hause!

Das KH hat sich mehr oder minder noch entschuldigt, dass es keine umfangreiche Eingangsdiagnostik vorgenommen hat! Sie hätten meinen Mann gar nicht mehr operieren müssen, da der Krebsbefall schon so fortgeschritten war! Haben sie aber!

Da haben mir die „Laien“, die in meiner Rückschau um einiges mehr Ahnung in der Gesamtbetrachtung haben, mir sehr viel mehr geholfen!

Außerdem habe ich mir als Laie erdreistet, hier auch mal einen Thread reinzustellen: Mit dem Grundtenor, dass man bei Krebs-Diagnose grundsätzlich auf eine umfangreiche Eingangsdiagnostik bestehen muss.

Ich hoffe, Du machst Deinen Job besser, aber Deine durchschimmernde Arroganz scheint eher dazu zu führen, Menschen auseinanderzunehmen, um sie dann in ihren Tod zu entlassen.

Danke und viele Grüße

Kathleen

Hallo!

Ich will doch nur, dass die Nutzer auch mal etwas reflektieren. Das kann doch nie schaden. Grundsätzlich will ich doch gar nicht kritisieren was hier so geschieht. Manchmal allerdings stößt man auf Ratschläge, die einem selbst als Laien zweifelhaft erscheinen können.

Es freut mich, dass wenigsten einige auf die Diskussion angesprochen habe. Sorry für die späte Rückmeldungen…

Gruß

HallO!

Ich hoffe, Du machst Deinen Job besser, aber Deine
durchschimmernde Arroganz scheint eher dazu zu führen,
Menschen auseinanderzunehmen, um sie dann in ihren Tod zu
entlassen.

Das hoffe ich auch! Es tut mir leid, dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Und du kannst deinem Ärger auch gerne Luft machen, und meinetwegen auch bei mir abladen (wir kennen uns ja nicht). Finde ich aber schon hart, wie du mich persönlich gerade angehst.

Eigentliich wollte ich jetzt nicht über unsere Gesundheitssystem philosophieren, aber wäre es dir nicht lieber gewesen, dass du einen Arzt gehabt hättest, der dir geholfen hätte, anstatt eines anonymen Forums?

Gruß

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Hallo!

Sehr gut! Tatsächlich habe ich das gelesen, aber hält man sich da wirklich dran? Das ist doch wohl mehr eine rechtliche Absicherung, als ein wirksames Mittel vor Mißbrauch.

Gruß

Hallo

Das freut mich sehr! Ich denke genau das ist der Sinn eines Forums!

LG

Sorry für die späte Rückmeldungen…

Abgesehen von meinem Beitrag. Schade. Dann hätte ich es dir adäquat erklären können. Dann eben so:

Ich sehe das Forum hier als erweiterte Laienätiologie; viele haben heute nicht (mehr) die Freunde, mit denen sie über ihre Symptome sprechen können, bevor sie sich entschließen, den Arzt aufzusuchen oder eben nicht. Meist ist das hier ja auch das, was gesagt wird: „Geh zum Arzt.“
Darüberhinaus gibt es diejenigen, die herkommen, in der Hoffnung, ihre Diagnose besser zu verstehen. Du weißt oder wirst lernen, dass ein Arzt leider nicht immer die Zeit hat, um den Patienten stundenlang zum Experten seiner eigenen Krankheit zu machen, wobei das natürlich ein herrlicher Zustand wäre, wenn das von den Kapazitäten her möglich wäre.
Nicht jeder hat einen Mediziner im Bekanntenkreis.

Leider gibt es hier die esoterischen Spukgespenster, die trotz Brettbeschreibung nicht müde werden, ihren Unfug zu verbreiten, oder auch andere Beiträge, die man… naja… maximal in Pfeife rauchen könnte. Dafür wird ja von Moderatoren und den anderen Mitgliedern gegengelesen und vermittelt, wenn etwas nicht stimmt.

Und zu guter Letzt haben auch die „Experten“ einen Benefit; vielleicht willst ja auch du dich hier einbringen. Es kann dir nur helfen zu lernen.

Grüße
Liete

Leider muss ich in die gleiche Kerbe hauen. Meine letzten beiden Diagnosen musst ich auch „zum Arzt mitbringen“ - zur endgültigen Bestätigung.

Oft scheinen Ärzte nach dem Motto zu handeln: Häufiges kommt häufig vor und seltenes selten - und in meiner Praxis gar nicht. (Deswegen interessiere ich mich auch nicht dafür, forsche ggf. nach oder versuche sonst wie zu helfen.)

Ohne jetzt auf die oft beklagte unzureichende Bezahlung zu kommen (ich glaube, die meisten verdienen noch immer sehr gut) - wenn ich nur aus Geld- und Prestigegründen Arzt werde bzw- geworden bin, sollte ich vielleicht nochmal überlegen, ob ich nicht was anderes machen sollte. Denn wie oben beschrieben hängt oft das Leben der Patienten von der Motivation der Ärzte ab.