Kontrolle eines Stromklaus
Hallo Ihr Gebeutelten,
was ich nachfolgend schreibe ist kein Werbebrief, sondern das, was mir passiert ist…
Bin von 9 Jahren in die Wohnung eingezogen. Dieses war die Wohnung des Vermieters, der dann später ins Hinterhaus gezogen ist. Wie es halt so ist, bedingt durch Einrichtung und den täglichen Kampf mit den verschiedensten Dingen, fiel mir erst im Laufe der Jahre auf, dass mein Jahres-Stromverbrauch doch sehr verschieden ausfiel. Ich lies darauf hin meinen Stromzähler überprüfen. Dies ergab keine Auffälligkeit.
Dieser Zustand änderte sich erst, als die Mieter im Hinterhaus (Mietnomaden) zwangsgeräumt wurden. Dabei wurde festgestellt, dass eine Steckdose in deren Garten über meinen Zähler lief.
Jetzt wusste ich ja, woher mein Stromverbrauch gekommen war. Immer, wenn denen der Strom abgedreht wurde, lebten sie lustig mit meinem Strom weiter. So weit so gut. Dem Hausherren Bescheid gesagt, dass ein Elektriker die Leitungen in Ordnung bringt. Vier Wochen später wurde mir dann im Brustton der Überzeugung gesagt, dass alles in Ordnung gebracht worden wäre…
Darauf wurde dann die Wohnung im Hinterhaus entrümpelt und Renovierungen und Umbauten vorgenommen. Das dauerte ungefähr ein Vierteljahr. Als ich dann meine Jahresendabrechnung des Stromes bekam, musste ich mich erst mal setzen. 8000kWh verbraucht. Den Stadtwerken war es egal. Die wollten nur ihr Geld. Wutschnaubend ging ich wieder zum Hausherren. Dieser versprach, nochmals alles überprüfen zu lassen, was er aber, wie ich später herausfand, doch nicht getan hatte…
Der Hausherr verkaufte das Haus und der neue Besitzer wurde auf mein Drängen hin sofort tätig und fand auch den Stromabgriff zum Nachbargarten. Dieser wurde dann sofort abgestellt. Als ich dann die Jahres-Endabrechnung bekam, wusste ich auch gleich, wo der Hase langlief. Nicht nur der alte Hausherr, sondern auch der neue hatten sich zur Renovierung und Altbausanierung kräftig an der Steckdose bedient und ums zu vertuschen, nach der Renovierung die Leitung tatsächlich getrennt…
Nun ist ja endlich alles gut und ich meldete meinen Gaszähler ab, weil erstens die Preise laufend steigen (abhängig vom Benzinpreis) und weil mir der Verbrauch (nur eine einzige Gasheizung auf Sparflamme) viel zu hoch erschien. Hat zwar den Schornsteinfeger gestört, aber mir 750 Euro im Jahr erspart. Habe dann ein Jahr mit Strom geheizt und festgestellt, dass ich tatsächlich 450 Euro gespart habe.
Und jetzt komme ich auf den Punkt.
Alle sprechen von Smart Metering und dass die wenigsten Deutschen mit diesem Begriff etwas anfangen könnten. Nun bieten dies die Energieversorger ja nicht gerade auf dem Präsentierteller an, weil es ja passieren könnte, dass aus Stromverbrauchern plötzlich Stromsparer würden. Habe mich dann an eine Zentrale gewandt, die es jedem ermöglicht, fast kostenlos mit einem nagelneuen digitalen Stromzähler seinen Verbrauch (sekündlich!!!) über Internet zu kontrollieren und grafisch zu beobachten. Habe dann so lange gebohrt, bis mir nach einem Viertel Jahr so ein Gerät eingebaut wurde und nun wurde ich zum Beobachter. Ich kann genau unterscheiden, welche Geräte bei mir in der Wohnung laufen, erkenne meinen Standby Verbrauch und oh Schreck, wer mir wann Strom klaut.
Schon wieder? Ich hatte das Kapitel schon abgeschlossen und freute mich schon auf eine wesentlich niedrigere Endabrechnung. Natürlich gleich wieder den Hausherren angerufen. Mal sehen wann der in die Gänge kommt.
Jetzt hatte der ehemalige Hausherr einen Keller als Wohnung umgebaut mit Stromversorgung und fließendem Wasser. Denkbar wäre, dass dies auch wieder über meinen Zähler läuft. Die neuen Nachbarn haben dort ihre Waschmaschine und Co. stehen.
Kurz:
Ohne einen digitalen Stromzähler wäre mir das wahrscheinlich nicht nachweisbar aufgefallen, aber so kann ich sofort, auch von unterwegs, sehen, ob ohne meine Anwesenheit (ich lebe alleine) der Grundverbrauch sich plötzlich drastisch erhöht. Und dazu noch mit der typischen Energieverbrauchskurve einer Waschmaschine.
to be continued…
Nur noch zur Info. Es gibt bis jetzt seit 2010 die Vorschrift, dass digitale Zähler in neue Wohnungen eingebaut werden müssen. Dem Privatmann bleibt quasi keine Chance, einen digitalen Zähler eingebaut zu bekommen, selbst dann nicht, wenn er ihn selbst bezahlen will. Nur über diesen Weg einer Dienstleistungsfirma, die alle Stromversorger in Deutschland unter Vertrag nimmt, gibt es diese Ausnahmeregelung, dass auch digitale Zähler in Altbauten oder bereits bestehenden Wohnungen eingebaut werden dürfen.
Sollte jemand interessiert sein auch so ein Teil eingebaut zu bekommen, soll er/sie mir eine Mail schreiben und ich gebe die Adresse der Homepage weiter.
oder googeln
Transparenz Strom verstehen Umwelt schonen