Vermietung - Sicherheiten

Hallo liebe Experten!

Mal angenommen Frau H möchte eine Wohnung vermieten. Leider hat sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Vermietung ebendieser Wohnung gemacht und möchte daher nun - soweit es geht - auf Nummer Sicher gehen. Welche Möglichkeiten gibt es? Schufaauskunft speziell für Mietsachen? Gibt es sowas? Wenn ja, müssen dem potentiellen Mieter die hierfür angefallenen Kosten erstattet werden - ggf. auch bei nicht zustandekommen des Mietvertrags?

Danke & Gruß,
Anke

Achso, Kaution wird natürlich verlangt - inwiefern darf diese für evtl. anfallende Mietschulden genommen werden?

Die vollständige Sicherheit wird es nie geben. Eine Schufa-Auskunft speziell für Mieter gibt es nicht. Hier aber ein paar Punkte, bei denen die meisten unseriösen Mieter schon kein Interesse mehr an der Wohnung zeigen:

  1. Verdienstbescheinigung

  2. Bankauskunft und Schufa-Auskunft (kann sich der Mieter kostenlos bei der Schufa selbst holen und dann vorlegen)

  3. Nachfragen, wo der Mieter die letzten Jahre gelebt hat. Name und Anschrift der letzten beiden Vermieter geben lassen und dort auch anrufen. Bei einer solchen Nachfrage kommen die erstaunlichsten Dinge ans Tageslicht - angefangen damit, dass der Mieter dort unbekannt ist bis hin zu Räumungsverfahren oder permanenter gerichtlicher Streitigkeiten.

  4. Im Fragebogen den Mieter ausdrücklich nach Räumungsverfahren, bereits geleisteter eidesstattlicher Versicherung und Mietschulden befragen und unterschreiben lassen. Lügt er, gibt das später evtl. den Grund für eine Anfechtung des Mietvertrages.

Hallo Anke,

Mal angenommen Frau H möchte eine Wohnung vermieten. Leider
hat sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der
Vermietung ebendieser Wohnung gemacht und möchte daher nun -
soweit es geht - auf Nummer Sicher gehen. Welche Möglichkeiten
gibt es?

Frau H könnte zunächst mal überlegen, woran es gelegen haben mag, dass es gerade mit den Mietern dieser Wohnung immer wieder Probleme gab. Mitunter ist des Pudels Kern ein ganz anderer, als man glaubt.

Schufaauskunft speziell für Mietsachen? Gibt es
sowas? Wenn ja, müssen dem potentiellen Mieter die hierfür
angefallenen Kosten erstattet werden - ggf. auch bei nicht
zustandekommen des Mietvertrags?

Der Mieter hat keine Kosten, da er ja keine Daten abruft. Er müsste allerdings in eine Schufaauskunft einwilligen. Daran scheitert es sicherlich mitunter, denn gerade die begehrten solventen Mieter haben es keineswegs nötig, als Bittsteller aufzutreten und sich nackt auszuziehen.

Ich bin früher beruflich bedingt alle paar Jahre umgezogen, Geld spielte bei der Wohnungssuche nie eine Rolle. Vermietern, die glaubten, ihre Wohnung sei ein Göttergeschenk und man müsse sich jetzt aber in der schriftlichen Prüfung ganz arg anstrengen, damit man sich für Verhandlungen auch nur präqualifiziert, musste ich dann auch schon mal kurzerhand mitteilen, dass ich in der Zwischenzeit ohne Offenbarungseid ein anderes, höherwertiges Objekt in besserer Lage gefunden hätte, dessen Besitzer mir, meinem Auftreten, meiner Kleidung und meinem Auto ohne Schwierigkeiten angesehen hatte, dass ich nicht dem mittellosen Prekariat entstamme.

Achso, Kaution wird natürlich verlangt - inwiefern darf diese
für evtl. anfallende Mietschulden genommen werden?

Sofern die Mietschulden tatsächlich Mietschulden sind, das heißt: Die Miete unberechtigt nicht oder nicht vollständig bezahlt wurde.

Im übrigen ist die Kaution in Verbindung mit der im Voraus fälligen Miete genau das, was solch merkwürdige Fragebogenaktionen überflüssig machen soll (und bei gehöriger Menschenkenntnis auch macht): Eine finanzielle Sicherheit für den Vermieter.

Gruß
smalbop

Hallo.

Man muss immer bedenken, dass man dem Mieter einen Vermögenswert von 100.000 Euro und mehr überlässt. Sich hier auf die Optik oder den Eindruck zu verlassen, ist fahrlässig. Entscheidend ist, kann er sich die Wohnung leisten, was verdient er, ist er bereits auffällig geworden wegen Miet- und anderen Schulden. Der Mieter kann sich jederzeit bei der SCHUFA eine Bescheinigung ausstellen lassen und diese Bescheinigung dem Vermieter vorlegen. Wenn ein Mieter dafür kein Verständnis hat, wird er auch kein Verständnis für das Eigentum von Fremden haben.

Ein protziges Auftreten alleine, wie unten genannt, ist eher ein Negativmerkmal und zeigt nicht, dass der Mieter solvent ist, sondern dass er solvent erscheinen möchte. Wichtig ist seine Vorgeschichte, wie oft umgezogen, aus welcher Gegend kommt er, wer waren die vorherigen Vermieter.

Wichtig ist auch die Zeit nach dem Einzug. Man sollte für den Mieter immer ein offenes Ohr haben und seine Kritik ernst nehmen, sich dabei aber nicht über den Tisch ziehen lassen und im Ernstfall sofort reagieren.

Alles Gute bei der Vermietung.

Hallo,

danke für die tolle Antwort. Allerdings kann man sich halt nicht immer darauf verlassen das jemand der durch ein tolles, überzeugendes Äußeres / Auftreten besticht auch wirklich die Miete regelmäßig bezahlt und die Wohnung ordentlich behandelt.

Eine Wohnung kostet einiges an Geld und stellt dementsprechend einen Wert dar. Wenn du eine Wohnung zu vermieten hättest möchtest du dir bestimmt auch sicher sein dein Geld regelmäßig zu bekommen und nicht nachher noch auf einer halb demontierten Wohnung hocken zu bleiben. Und genau deshalb habe ich die Frage hier gestellt.

Schöne Grüße

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Ein protziges Auftreten alleine, wie unten genannt, ist eher
ein Negativmerkmal und zeigt nicht, dass der Mieter solvent
ist, sondern dass er solvent erscheinen möchte.

Spielst du auf meinen Beitrag an? Von Protzen schrieb ich nicht, sondern davon, dass man mir halt zwangsläufig anmerkt, dass ich zu einer ganz bestimmten und in aller Regel gut situierten Gesellschaftsschicht gehöre. Ich kann auch nichts dafür und werde jedenfalls weder in Sack und Asche zu einer Wohnungsbesichtigung erscheinen noch meine Bildung verleugnen, um bloß nicht solvent zu erscheinen. :smiley:

Wichtig ist
seine Vorgeschichte, wie oft umgezogen, aus welcher Gegend
kommt er, wer waren die vorherigen Vermieter.

Untaugliche Kriterien. Neben den Mietnomaden gibt es auch Leute wie mich, die aus beruflichen Gründen alle paar Jahre umziehen, und zwar nicht zwei Straßen weiter, sondern in eine ganz andere Region. Das hinderte meine jeweiligen Vermieter später nicht, ihr Bedauern zu äußern, wenn ich kündigen musste.

Hallo

danke für die tolle Antwort. Allerdings kann man sich halt
nicht immer darauf verlassen das jemand der durch ein tolles,
überzeugendes Äußeres / Auftreten besticht auch wirklich die
Miete regelmäßig bezahlt und die Wohnung ordentlich behandelt.

Selbstverständlich ist es nicht zu 100 % auszuschließen, dass man einer Art „Heiratsschwindler“ und geschicktem Blender aufsitzt. Wobei diese „kultivierte“ Sorte von Betrügern eher nicht zum Demolieren neigen dürfte, sondern allenfalls zu Unterschlagung von Miete.
Sie dürften auch recht selten sein und sind sowieso schnell wieder über alle Berge, da die juristische Auseinandersetzung gescheut wird.

Man muss sich als Vermieter wohl damit abfinden, dass Mieter in den meisten Fällen eines gemeinsam haben: Nicht genug Geld, um sich ein Haus kaufen zu können. Doch ist nicht jeder gleich ein Asozialer, der nicht so viel Geld hat wie der Erbe eines Mietshauses.

Wenn Du Angst vor Betrug hast und nach Absicherung suchst, so muss ich Dir sagen, dass man mit einem ausreichenden Maß an krimineller Energie bestimmt auch falsche Gehaltsmitteilungen und Referenzschreiben hinkriegen kann. Jedenfalls einfacher als ein überzeugendes Auftreten. Menschenkenntnis ist noch immer der beste Weg.

Gruß
smalbop

Hallo.

Weisst du, ich vermiete schon seit mehr als 20 Jahren und habe wirklich schon alles erlebt. Mieter, die mit einem Porsche vorgefahren sind, Hermes-Gürtel und Brioni-Anzüge trugen und nach einem Monat die Miete nicht mehr bezahlt haben. Ich hatte schon einen, der vorgab, ein Arzt zu sein und es stellte sich heraus, dass weder sein Name noch sein Beruf der Realität entsprochen hat (seitdem lasse ich mir eine Kopie des Personalausweises geben). Mit dem protzigen Auftreten wollte ich zum Ausdruck bringen, dass die Optik alleine gar nichts aussagt und Zeichen von Reichtum oft nur dazu verwendet werden, um etwas vorzutäuschen, das nicht vorhanden ist.

Die Anzahl der Umzüge sagt manchmal nichts aus, da muss ich dir recht geben, aber nur wenn ein sachlicher Grund hierfür vorliegt. Wenn jemand wie du beruflich oft umzieht, mag es in Ordnung sein, wenn aber ein Mieter innerhalb von Hintermöhrenbach in 5 Jahren 5 mal umgezogen ist, spricht das schon Bände.

Wichtig sind Fakten. Und dazu gehören Arbeitgeberbescheinigungen und die SCHUFA-Auskunft, etc. Ausserhalb der Fakten interessiert mich wenig und wenn ein Mieter dann zickig tut („was geht sie das an“ oder ähnliches), dann weiss man auch schon Bescheid. Dann fehlt ihm einfach das Bewusstsein dafür, dass ich ihm auch Vertrauen entgegenbringe, wenn ich meine Wohnung, in die ich hohe Beträge investiert habe, ihm über Jahre oder Jahrzente überlasse.

Und ich habe ein Vierteljahrhundert gemietet. Ich gebe dir recht, dass das Auftreten eines Zuhälters, wie von dir geschildert, nicht für pünktliche Zahlung bürgt. Deswegen würde ich mich auch vor allem aufs Auftreten des Mieters verlassen und nicht nur auf pure Anzeichen von Kohle. Ja, Betrüger haben in der Regel Geld, sonst wären sie ja keine, und manchmal (selten) haben sie auch Stil. Porschefahrende Brioniträger sind in der Hinsicht „kultivierter Mieter“ ein klassischer Missgriff.

Nimm dir mal eine halbe Stunde Zeit, mit deinem potentiellen Mieter über Gott und die Welt zu reden. Da wird dir sehr schnell nicht nur klar werden, ob er in einer festen und gut bezahlten Anstellung ist, sondern auch, ob er von seinem Elternhaus Sinn für Anstand und Moral mitbekommen hat. Eine meiner Vermieterinnen hat das Gespräch in der Hinsicht mal sehr geschickt geführt. Muss man natürlich können, sonst muss man sich halt auf Papiere ungewisser Herkunft verlassen.

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Stimmt, reden hilft ungemein. Ich lade auch oft gerne einen Mietinteressenten, der die Wohnung haben möchte, zum Kaffee-Trinken ein. Nach einer halben Stunden weiss man mehr. Leider hat man nicht für alle die Zeit. Wenn es aber um hochpreisige Wohnungen geht, sollte man sich diese Zeit nehmen.

und ich versuche die Mietvertragsverhandlungen im häuslichen Umfeld des potentiellen Mieters durchzuführen. Bei fadenscheinigen Ausreden werde ich dann immer vorsichtig.
Ein bodenständiger Handwerker war und ist mir als Mieter schon immer lieber gewesen, als ein gelackter Irgendwas. Ein Porsche, eine Rolex oder ein Armani-Anzug ist für mich grundsätzlich ein Ausschlusskriterium. Wer mit soetwas zum Besichtigungstermin kommt will einen Schein erwecken der mit der Realität nichts zu tun hat, oder er lebt auf Kredit, oder er passt nicht in meine Mietobjekte.

vnA

TOP Antwort !

Selbstauskunft ausfüllen lassen ( gibst auch als download )

Verdienstbescheinigung

Schufaauskunft

Dann klappst auch mit dem Mieter !:smile:

Gruß
Wolle