Hallo,
ich stehe vor einem Gespräch mit dem Partner einer Freundin. Er ist sich seiner Gefühle nicht mehr sicher und zwischen den beiden gibt es ein ziemliches hin und her, die konkrete Story ist hier nicht so wichtig. Nun hat sie mich gebeten, als gute Freundin aber aussenstehende Person, mal mit ihm zu sprechen und ein bißchen, sagen wir zu coachen. Grundsätzlich fühle ich mich dazu auch in er Lage.
Ich habe keine professionelle Ausbildung in dieser Richtung, denke aber, dass es in so einem Gespräch wichtig ist, bestimmte Grundsätze einzuhalten, wie möglichst objektiv zu bleiben, keine Ratschläge zu geben, die richtigen Fragen zu stellen. Jetzt möchte ich einfach mal fragen, ob jemand ein paar Tips geben kann, bzw. mir einen link zu einer Seite sagen kann, auf der Tips für die Führung eines solchen Gesprächs stehen, damit ich mich noch ein bißchen vorbereiten kann.
Vielen Dank, Lorinda.
Um Himmels Willen . . .
Hi Lorinda,
Dein Vorhaben in allen Ehren, aber was Du da leisten willst, muss quasi scheitern.
Wenn Du die geeignete PRIVATPerson (nicht professioneller Coach oder Mediator) bist, um mit beiden Beteiligten zu reden, dann tu´ das auch als Privatperson. 1. weisst Du ohnehin nicht, ob man Dich in der Rolle als Coach oder mediator akzeptiert und 2. dürftest Du (ohne entsprechnde Ausbildung und Erfahrung) ziemlich überfordert sein.
Hör´ doch einfach als Freundin beider Beteiligten die jeweilige Seite an, stelle Verständnisfragen und versuche zu erfahren, was bzw. wie die beiden sich das weitere Leben vorstellen. Kommt dabei heraus, dass es professioneller Hilfe bedarf, müssen die sich selbst darum kümmern . . .
Hallo,
ehrlich gesagt habe ich so eine Antwort schon befürchtet, bzw. fest damit gerechnet. Aber was kann ich inhaltlich damit anfangen? Und inwiefern geht sie auf mein Anliegen ein? Sie hilft mir gar nicht weiter.
Meinst Du, mir ist nicht klar, dass ich nicht die gleiche „Arbeit“ leisten kann, wie ein ausgebildeter Psychotherapeut? Das ist doch gar nicht mein Anspruch! Aber auch ein Gesräch und eine Beratung unter Freunden kann man besser oder schlechter gestalten. Und mir geht es darum, für solche Gespräche im persönlichen Bereich etwas dazuzulernen. Das ist durchaus ein respektables Anliegen, oder?
Also, immer noch dankbar für hilfreichere Antworten und Tips bleibt
Lorinda
Hallo, Lorinda,
die Warnung war nicht von ungefähr.
Mag sein, dass beide Deine Freunde sind. Das bedeutet aber auch, dass du beim besten Willen Deine freundschaftlichen Gefühle aus einem Gespräch nicht heraushalten kannst.
Um erfolgreich zu vermitteln, sind aber Deine eigenen Gefühle nur hinderlich und färben und verfälschen die Argumente beider Seiten.
Fazit, gerade weil Du mit beiden befreundet bist, kann der Versuch eigentlich nur in die Hose gehen und im Endeffekt wirst Du beide Freunde verlieren.
Gruß
Eckard
(kein Psych, hab nur lange genug gelebt.)
Hallo,
Puh, ich will es mir ja nicht verscherzen, aber es geht so weiter wie erwartet.
Nehmen wir doch mal an, dass ich auch schon ein paar Jahre gelebt habe und mir durchaus im Klaren darüber bin, was für Probleme solche Gespräche mit sich führen.
Hat also irgendjemand auch positive, hilfreiche Hinweise?
L.
Wer Augen hat zu lesen . . .
Hallo Lorinda - zum II.
ehrlich gesagt habe ich so eine Antwort schon befürchtet, bzw.
fest damit gerechnet.
Dann scheinst Du für dieses Forum mehr Realitätssinn zu haben als für Dein Vorhaben.
Aber was kann ich inhaltlich damit
anfangen? Und inwiefern geht sie auf mein Anliegen ein? Sie
hilft mir gar nicht weiter.
Ich schrieb im zweiten Absatz (den Du offenbar gar nicht mehr wahrgenommen hast):
Hör´ doch einfach als Freundin beider Beteiligten die jeweilige Seite an,
stelle Verständnisfragen und versuche zu erfahren, was bzw. wie die
beiden sich das weitere Leben vorstellen. Kommt dabei heraus, dass es
professioneller Hilfe bedarf, müssen die sich selbst darum kümmern . . .
Wat willste denn nu?
Meinst Du, mir ist nicht klar, dass ich nicht die gleiche
„Arbeit“ leisten kann, wie ein ausgebildeter Psychotherapeut?
Das ist doch gar nicht mein Anspruch! Aber auch ein Gesräch
und eine Beratung unter Freunden kann man besser oder
schlechter gestalten. Und mir geht es darum, für solche
Gespräche im persönlichen Bereich etwas dazuzulernen. Das ist
durchaus ein respektables Anliegen, oder?
Dann wären Deine Freunde in ihrer akuten Situation also quasi Deine „Versuchsobjekte“, an denen Du testet, ob und wie Du es drauf hast ?!
Also, immer noch dankbar für hilfreichere Antworten und Tips
Bau´ einfach Deine Resistenzen ab!
Mach das nicht!
Hi Lorinda,
heikler geht’s nicht, Du bist anschließend garantiert die Doofe, egal, wie die Geschichte ausgeht. Biete den beiden an, bei einem Gespräch zwischen den beiden zu moderieren, also ohne jede sachliche Einmischung oder Stellungnahme für ein faires Klima zu sorgen. Alles andere würde dazu führen, dass Du hinterher mindestens mit einem, schlimmstenfalls mit beiden verfeindet bist.
Gruß Ralf
Hallo,
ich habe die erfahrung gemacht, dass sich jeder nur wirklich selbst helfen kann. Das gilt viell. auch für deine freunde. Wenn du ihnen ein guter zuhörer bist - wäre das sicher gut. Ich glaube an diese theorie, dass es im wesentlichen ziemlich egal ist, was der „Therapeut“ von sich gibt… es kommt nur darauf an, dass der gegenüber anfängt sich zu öffnen und zu reden… am ende redet er nur für sich selbst.
Ist es nicht so, dass jeder eigentlich schon weiß was gut und richtig für ihn ist?
Ich habe aufgegeben rational an zwischenmenschliche dinge heranzugehen… es ist zwar sehr interessant dinge die man sieht zu ananlysieren… doch in der praxis…
wenn du deinem freund gegenübersitzt - und wenn ihr euch mögt schaut ihr euch in die augen - alles was man dann tun oder lassen sollte - weißt du dann schon. Versuch nicht zu denken - versuch einfach auf dich selbst zu hören.
alles gute
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Hi Lorinda,
Hat also irgendjemand auch positive, hilfreiche Hinweise?
Ich kann mich nur dem Vorschlag hier anschließen: das Gespräch mit beiden zu führen. Wenn das Gespräch nur mit einem Partner geführt wird, kommt es fast zwangsläufig zum Misstrauen des anderen (was haben die da über mich/uns geredet?) - Freundschaft hin oder her. Und dieses Misstrauen ist m.E. auch berechtigt, weil man einem Freund, einer Freundin oft Dinge sagt, die man dem eigenen Partner aus Rücksicht z.B. nicht sagen möchte (Die ist mir zu fett geworden oder es ist mir peinlich, wie er in der Öffentlichkeit auftritt etc.)
Wenn es Dir gelingt, eine wirklich neutrale Stellung bei so einem Gespräch einzunehmen und Dich hauptsächlich als (Nach-)Fragende einzumischen, dann könnte das durchaus hilfreich sein. Vermeide es aber, einen Eindruck (Bewertung!)zu formulieren; wenn, dann nur nach dem Motto „Könnte es sein, dass …“. Und ich würde es zur Bedingung vor dem Gespräch machen: Wenn ihr euch anfangt zu streiten, dann gehe ich. (Und das dann auch konsequent einhalten.)
Gruß,
Anja
Hallo Lorinda,
vielleicht wäre es gut, wenn Du Dir vorher über das Ziel Deiner Vermittlerrolle Klarheit verschaffen würdest. Möchtest Du nur als Übermittlerin von Fakten zwischen den Beiden fungieren, oder ihm möglichst auch noch auf die Sprünge helfen (ihm die Sicht Deiner Freundin darlegen)?
Aus Deinem Posting stellt sich für mich die Sache folgendermaßen dar:
Die beiden haben es nicht geschafft, darüber zu reden, welche ihrer Erwartungen an die Beziehung, an den Partner, nicht erfüllt worden sind. Offenbar hat momentan er damit ein größeres Problem, denn seine Gefühle sind nicht mehr so, wie sie anfangs waren und er weiss nicht genau, wo er steht, sie wiederum weiss nicht, wie nahe er ihr noch ist. Die beiden haben sich vermutlich auch nicht darüber verständigen können, was sich verändern sollte, sofern etwas Veränderbares gibt, damit diese Beziehung noch eine Chance hat.
Ich finde auch, dass sich in erster Linie die beiden über Einiges Klarheit verschaffen müssten.
Falls Du jedoch dem Zweiergespräch mit ihm den Vorzug gibst, sei nicht überrascht, wenn er Dich nicht als neutrale Person sieht, sondern als Stellvertreterin Deiner Freundin, der er ebenfalls „nix Genaues“ sagen kann oder will.
Gutes Gelingen
wünscht Mara
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hallo lorinda,
sprich gleichzeitig mit beiden, und bitte sie als erstes, die gesamte geschichte vom anfang an zu erzählen.
erst der eine und der andere hört zu, dann umgekehrt.
und zwar sehr subjektiv. das kennenlernen, das verlieben, die partnerschaft insgesamt, die augenblickliche situation usw.
wichtig ist, daß keiner den anderen unterbrechen darf.
dann wissen erstmal alle beteiligten, wie die sicht auf die partnerschaft ist.
strubbel
T:open_mouth:)
Hallo,
Danke, für die Antworten, da waren ein paar Sachen dabei, die ich gut fand und die ich berücksichtigen werde. Ich halte es durchaus auch für sinnvoll, mit beiden zu reden, weiß aber noch nicht, ob er dazu bereit ist. Ich werde sehen.
Also, vielen Dank,
Lorinda.
wenn das mal nicht
nach hinten losgeht…
nicht nur, was deren beziehung angeht, sondern auch, was deine beziehung zu beiden angeht.
mfg:smile:
rene
danke, für den Tip. Das ist ja echt hier noch gar nicht gesagt worden!