Vermittlungschancen für scheuen Kater?

Hallo,

da ich im Tierheim auf diese Frage keine ehrliche Antwort erwarte möchte ich euch fragen: wie schätzt ihr die Vermittlungschancen für dieses Tier ein?

Ein Kater, schwarz, etwa 1/2 Jahr alt, noch nicht kastriert. Er mag keine Menschen, lässt sich (noch) nicht anfassen und haut zu, wenn ein Finger näher als 10 cm an ihn ran kommt. Mit Katzen versteht er sich (lt Th) aber sehr gut, ist also nicht grundsätzlich unsozial. Und mit Geduld könnte man ihm vielleicht auch beibringen, dass er keine Angst vor Menschen haben muss, er ist ja noch jung.

Wir überlegen, diesen Krümel als neuen Partner für unseren 1,5 Jahre alten Kater aus dem Heim zu holen. Unser Problem dabei ist, dass er exakt so aussieht wie unser Kater, der vor vier Wochen verschwunden ist. Dieser lag uns sehr am Herzen und es fiele uns schwer, ihn durch einen optischen Doppelgänger zu ersetzen.

Ich frage mich nur, welche Vermittlungschancen ein kleiner scheuer Kater auf dem Kuscheltiermarkt hat, wenn im gleichen Raum sechs zutrauliche, verschmuste Kitten leben. Meine Befürchtung ist, dass er auf der Strecke bleibt, bevor der Kleine im Heim versauert würde ich ihn nehmen. Es kann aber auch sein, dass ich das falsch einschätze und der Kleine genauso gute Chancen hat wie die anderen. In diesem Fall würde ich mich für ein Tier entscheiden, was dem verlorenen Kater nicht so furchtbar ähnlich sieht.

Ich sollte noch erwähnen, dass es leider etwas dringend ist, die Entscheidung soll noch heute fallen.

Viele Grüße
Sue

hi

wie schätzt ihr die
Vermittlungschancen für dieses Tier ein?

Ein Kater, schwarz, etwa 1/2 Jahr alt, noch nicht kastriert.
Er mag keine Menschen, lässt sich (noch) nicht anfassen und
haut zu, wenn ein Finger näher als 10 cm an ihn ran kommt. Mit
Katzen versteht er sich (lt Th) aber sehr gut, ist also nicht
grundsätzlich unsozial.

dann hätte er allerbeste Chancen irgendwo als Freigänger zu landen, er ist noch nicht alt, er ist hübsch und er ist selbstbewusst - ich glaube er hat bessere Chancen auf ein artgerechtes Leben als die Schmusekätzchen nebendran, die dann womöglich ihr restliches als reine Hauskatzen (womöglich noch allein) verbringen müssen

Gruß H.

Hallo Sue,

da die meisten Leute sich gerne selber von der Katze „aussuchen“ lassen, werden natürlich zuerst die mitgenommen, die auch auf Menschen gut zugehen können/wollen. Da hat dieser Kater natürlich schlechte Chancen.

Außerdem ist er auch noch schwarz und schwarze Tiere sind aus irgendeinem Grund unbeliebter.

Für einen Laien ist er wahrscheinlich auch nichts und die meisten Menschen möchten gerne selber von ihrem Tier bekuschelt werden.

Ich denke, dass er keine so guten Chancen hat …

Das wichtigste ist doch, dass sich die beiden Kater miteinander verstehen, die werden ja schließlich auch die längste Zeit zusammen verbringen. Und mit viel Geduld kannst Du ihn ja vielleicht noch ein wenig umformen. Mit der Zeit, wenn Du ihn besser kennengelernt hast, wirst Du in ihm auch nicht mehr Deinen verschwundenen Kater sehen.

Das einzige, was mich etwas verwundert, ist, dass das Tierheim ihn unkastriert abgibt. Solltest Du ihn zu Dir nehmen, hol’ das bitte schnell nach.

Schönen Gruß

Jacqueline

Hallo Sue,

ich denke auch, dass du schon nach einiger Zeit merken wirst, dass er nur optisch dem Vorgänger ähnelt, aber er hat sicher einen ganz anderen Charakter. Wie wenn anfangs zwei Babykatzen völlig gleich aussehen, man aber später merkt, dass sie völlig unterschiedlich sind.

Ich glaube, die meisten Leute, die ins Tierheim gehen, würden sich nicht für ein als ziemlich scheu geltendes Tier entscheiden. Wie stehen die Chancen, dass er - wenn er im Tierheim - bleibt, zutraulich wird? Ich denke, nicht so gut wie in einer Familie. Ich hätte auch Mitleid mit ihm.

Wie auch immer du dich entscheidest, viel Glück und Freude mit der neuen Mieze.

-)late_bird

Hallo,

aus meiner Tierschutzerfahrung sind die Chancen noch gut, sofern der Kater:

a) nicht in einem Tierheim ist, wo mehr als 50 Katzen zu vermitteln sind
b) nicht in einem Tierheim auf dem Lande ist
c) noch unter 10 Monaten alt ist.

Sollte eine der Bedingungen nicht (mehr) zutreffen, sinken die realen Vermittlungschancen schlagartig auf praktisch 0, außer er ist optisch irgendwie auffällig (Langhaarkatze z.B., reinweiß und hörend, usw.). Sein Vorteil ist die Jugend und die Sozialverträglichkeit, denn er benötigt ja einen Halter mit Geduld und Katzenerfahrung - solche Menschen haben ja i.d.R. bereits Katzen. Neukatzenhalter wollen meist Jungtiere, die bereits zutraulich sind.

Ich habe übrigens vor 9 Jahren ein Brüderpärchen aus dem Tierheim geholt, welches genau auf diese Beschreibung passt. Es hat sehr lange gedauert, bis sie zutraulich wurden, aber es war jede Mühe wert.

Gruß,

Myriam

Hallo nochmal und danke für eure Antworten.

Wir hatten uns nun gerade entschlossen, den armen Kerl zu nehmen, haben im Tierheim angerufen - und er ist gerade dabei in ein neues Heim umzuziehen.

Es hat sich also erledigt… schön für ihn.

Danke für eure Ratschläge.

Gruß
Sue

Unser Problem dabei ist, dass er exakt so aussieht wie unser :Kater, der vor VIER Wochen verschwunden ist. :smiley:ieser lag uns sehr am Herzen und es fiele uns schwer, ihn durch einen optischen Doppelgänger zu
ersetzen.

Sorry, aber Euer Kater ist erst 4 Wochen weg???

  • Das kann bei Katern mal sein.

  • Unser Kater war schonmal 8 Wochen weg und stand dann
    glücklicherweise wieder quietschvergnügt vor der Tür.

  • Ich würde erstmal abwarten ob der Liebe nicht doch noch auftaucht.

Grüßchen, Motorradmieze

Sorry, aber Euer Kater ist erst 4 Wochen weg???

Ja. Bei einem Tier, das vorher noch keine Nacht im Freien verbracht hat ist das eine lange Zeit.

  • Das kann bei Katern mal sein.

Ich kenne meine Kater wahrscheinlich etwas besser. Mir war leider bereits nach 24 Stunden klar, dass er nicht mehr wieder kommt. Anrufe bei jedem Tierarzt der Stadt, bei Tierheim und Katzenhilfe, und Verteilen von Suchplakaten in der Umgebung (bis in Gegenden, wo er höchstwahrscheinlich nie gewesen ist) waren eigentlich nur Beschäftigungstherapie.

  • Unser Kater war schonmal 8 Wochen weg und stand dann
    glücklicherweise wieder quietschvergnügt vor der Tür.

Schön wärs… Aber ich glaube nicht mehr dran, zumal in der Nähe eine tote Katze auf der Straße lag. Eine Identifizierung war leider nicht mehr möglich, von Farbe und Größe her passte es aber.

  • Ich würde erstmal abwarten ob der Liebe nicht doch noch
    auftaucht.

Hätten wir gern gemacht und wir haben uns die Entscheidung für ein neues Tier wirklich nicht leicht gemacht. Bei aller Liebe für den verschwundenen Kater haben wir aber auch die Verantwortung für seinen Bruder, der es nicht kennt, allein zu sein und sehr darunter leidet.

Gruß
Sue

Hallo,

Hätten wir gern gemacht und wir haben uns die Entscheidung für
ein neues Tier wirklich nicht leicht gemacht. Bei aller Liebe
für den verschwundenen Kater haben wir aber auch die
Verantwortung für seinen Bruder, der es nicht kennt, allein zu
sein und sehr darunter leidet.

das kann ich durchaus verstehen. Wir haben, als unser Kater gestorben war, 3 Tage später einen neuen Kater geholt, weil unser anderer Kater keinen Spielgefährten mehr hatte. Seit dem Zeitpunkt weiss ich auch, dass man gleichzeitig große Trauer (über den verstorbenen Kater) und große Freude (über den neuen Kater, der sich sofort mit dem anderen verstanden hat) empfinden kann - seltsame Mischung.

Gruß, Niels