Vermögen aufbrauchen - gerade jetzt sinnvoll?

Schönen guten Tag zusammen,

Finanzkrise hin oder her - wir planen, innerhalb der nächsten 12 Monate fast unser gesamtes Geld für den Neubau eines EFH auszugeben. Alles, bis auf ein kleines Polster von 3.000 € meinerseits und mein Mann macht in den kommenden 2 Jahren noch einen Sparvertrag über 10.000 € voll, welcher auch als Polster dienen soll.

Ich pers. denke mir jetzt: ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um all sein Geld auszugeben - in Anbetracht der derzeitigen Finanzkrise?

Wie denkt ihr darüber?

Würde mich über eure Beiträge freuen.

LG, Eva

Ich pers. denke mir jetzt: ist genau jetzt der richtige
Zeitpunkt, um all sein Geld auszugeben - in Anbetracht der
derzeitigen Finanzkrise?

Jetzt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ! Die Investition in ein Haus wirft auch nicht unbedingt eine gute Rendite ab.

Wie denkt ihr darüber?

Ich habe hier schon mehrfach geäußert, das die Entscheidung für oder gegen ein Eigenheim eher eine psychologische, denn eine wirtschaftliche Frage ist. Ob sich der Kauf in finanzieller Hinsicht lohnt ist auf lange Sicht sehr fraglich.

Hallo Eva,

Ich pers. denke mir jetzt: ist genau jetzt der richtige
Zeitpunkt, um all sein Geld auszugeben - in Anbetracht der
derzeitigen Finanzkrise?

Das sehe ich ähnlich. Ihr wollt das Haus ja nicht wegen der Finanzkrise bauen, oder? Ihr habt euch das wahrscheinlich gut überlegt, euch einen Bauplatz angesehen, etc.

Zwar kann so ein Haus im Wert verlieren, aber dass der Wert gegen Null geht, ist doch sehr unwahrscheinlich. Da muss schon etwas Schlimmes passieren (Giftmüllskandal, Störfall im Kernkraftwerk, etc.)

Wenn ihr ein Passivhaus baut, macht ihr euch sogar von weiter steigenden Energiekosten relativ unabhängig. … Und das bedeutet, dass das Haus in 20 oder 30 Jahren wohl einen sehr viel höheren Wert haben wird als ein Haus, das eine Ölheizung hat.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,
Da werde ich zustimmen. Niemand weiß genau wie die Sache mit der Börsenkrise ausgehen wird, und falls die Kassandrenmahnungen sich als begründet erweisen, ein Eigenhaus ist die richtigste Methode sein Geld zu sichern. Allerdings sollte man die Finanzplanung sehr vorsichtig durchdenken. Falls sich die Geschichte vom 1929 wiederholt, kein Geld auf der Bank ist gesichert, und dazu noch auch kein Arbeitsplatz. Besonders vorsichtig muss man allerdings bei der Finanzplanung sein, das Darlehen von der Bank so klein wie möglich halten und was dem Polster angeht, um einen oder zwei Jahre Arbeitslosigkeit zu überkommen.

Hallo Eva,

Die „Finanzkrise“ hat auch dafuer gesorgt, dass die Zinsen im letzten halben Jahr deutlich angestiegen sind. Gerade jetzt lohnt es sich also, Geld z.B. auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen. Demgegenueber ist wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt, eine Hypothek aufzunehmen (mit ebenfalls hohen Zinsen).

Davon unabhaengig ist es nicht falsch, Geld in ein Haus zu stecken, sofern das Haus per se - kraft seiner Lage - attraktiv und leicht zu verkaufen ist. Es kommt dann noch ein bisschen darauf an, wofuer genau ihr das Geld ausgebt. Eine moderne Heizung oder hochwertige Fenster sind nie falsch. Ein Lichttherapie-Dampfbad oder eine Vogelvoliere mit Marmorfussboden hingegen wirken sich kaum wertsteigernd aus.

Gruss
Christoph

Also bei unserem Haus geht es weniger um die Rendite, sondern um unsere Altersvorsorge. Natürlich planen wir energetisch sinnvoll und bauen ausserdem sehr hochwertig. Der Bankkredit hält sich zum Glück auch in Grenzen.

Es ist einfach Zufall, dass gerade jetzt die Finanzkrise da ist und auch noch schlimmer werden wird. Drum weiß ich nicht, ob es gut ist, kein Geld mehr zu haben, bzw. das Geld in Wohneigentum umgewandelt zu haben. Aber Abwarten bringt uns sicher auch nicht weiter.

Ich pers. denke mir jetzt: ist genau jetzt der richtige
Zeitpunkt, um all sein Geld auszugeben - in Anbetracht der
derzeitigen Finanzkrise?

Jetzt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ! Die Investition in
ein Haus wirft auch nicht unbedingt eine gute Rendite ab.

Hallo, nicht mehr Rendite ist das Zauberwort, sondern Werterhalt, Sicherheit und Versorgung… und wenn man dann noch die Inflationsrate übertölpeln kann, ist alles gut! Wir müssen umdenken, Herr Nordlicht!

Gruß cooler

Hallo Eva,

grundsätzlich kann ich deine Bedenken teilen, was man aber nie vergessen sollte: Was passiert, wenn ihr euer gesamten Eigenkapital in das Haus steckt, und keinerlei Rücklagen habt. Was macht ihr dann, wenn das Auto, die Waschmaschine o.ä. kaputt geht? dann müsst ihr einen Kredit aufnehmen, weil all eure Reserven verbraucht sind.
Also ich persönlich (kann aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein) finde ein Polster von ca. 10 TEUR sehr beruhigend.

LG
Deli

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Hallo Eva,
Keinesfalls ist es so, dass Geld ab sofort nichts mehr wert ist. Wenn du deiner Bank nicht traust, kannst du ja alles abheben und spaeter, wenn sich die Lage beruhigt hat, wieder einbezahlen. Es gibt keinen besonderen Grund, jetzt Geld auszugeben. Es gibt ebenfalls keinen Grund, Geld gerade jetzt in ein Haus zu investieren.
Ich wuerde sogar behaupten, gerade jetzt lohnt es sich, ein paar Tausender verfuegbar auf die hohe Kante zu legen und Boerse sowie Rohstoffpreise genau zu beobachten, um dann zum richtigen Zeitpunkt einzusteigen. Viele werden jetzt den Fehler machen, sich enttaeuscht von den Maerkten abzuwenden und sich erst dann wieder fuer sie zu interessieren, wenn die Kurse schon bald erneut am Zenit sind.
Gruss
Christoph

Hallo,
allerdings glaube ich (sofern eine Regulierung kommt) dass die Vermehrung von Geld (ohne Wertschöpfung) nie mehr so möglich sein wird, wie zuvor! Zumindestens nicht für den Normalo - hat den Vorteil, dass auch die Verluste nicht mehr so gravierend möglich sind!
Außerdem werden die Leute umdenken und nur noch wirklich ÜBRIGES (Spiel)Geld in spekulative Anlagen stecken und damit ihre Altersversorgung überwiegend auf solide Fundamente stellen!

Gruß cooler

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Hallo Eva,
Du schreibst, dass sich der Kredit im Rahmen hält, das Haus aber ein hochwertiges Haus wird. Wenn Du 30 Prozent des Verkehrswertes an Barvermögen aufbringen kannst, es spielt ja auch die Lage des Grundstücks eine entscheidende Rolle (und natürlich Eure Arbeitsplätze, bzw. Eure Qualifikationen), dann baut das Haus.

Das entscheidende ist und bleiben die Kreditkonditionen. Ihr solltet neben günstigen Zinsen auf hohe Tilgung achten und natürlich auf 100 Prozent Auszahlung. Die häufigste Form der Immobilienfinanzierung ist das Annuitätendarlehen. Bei einem Verkehrswert von zum Beispiel 180.000 EUR minus 30 Prozent Eigenkapital benötigt Ihr noch 126.000 EUR von der Bank. Bei einem Kredit mit 5 Prozent Zinsen und 1 Prozent Tilgung bei einer zehnjährigen Laufzeit bleibt Euch eine Restschuld von 110.151,86 EUR. Kann die Berechnung später auch als Anhang schicken.

Danach folgt die Anschlussfinanzierung über die Restschuld mit evtl. höheren Zinsen. Zu den Finanzierungskosten kommen aber noch die Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent des Kaufpreises, die Notarkosten für den Kaufvertrag, die Kosten für die Grundbucheintragung und wenn nicht über einen Privatanbieter gekauft auch noch die Maklercourtage, meistens als Käuferprovision, zwischen 5,5 und 5,8 Prozent des Kaufpreises.

Das Grundstück muss natürlich voll erschlossen und Lastenfrei sein, sonst kann es böse Überraschungen geben.
Wenn evtl. noch eine Erbschaft, früher oder später ins Haus steht, solltet Ihr bei der Bank über Sondertilgungsvereinbarungen verhandeln.

Wenn Ihr das Alles bedacht habt und ein gesichertes, gutes Einkommen, warum nicht.
Viele Grüße, Brain

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Hallo, nicht mehr Rendite ist das Zauberwort, sondern
Werterhalt, Sicherheit und Versorgung… und wenn man dann
noch die Inflationsrate übertölpeln kann, ist alles gut! Wir
müssen umdenken, Herr Nordlicht!

Einverstanden, ganz meine Meinung. Aber auch das ist bei einer Immobilie nicht unbedingt gegeben. Auf Sicht von 20 bis 30 Jahren erwarte ich eher eine abnehmende Nachfrage nach Immobilien, sodaß der, der heute neu baut, dann ein reparaturbedürftiges Haus hat, dass er nicht mehr so ohne weiteres verkaufen kann.