Vermögen des Vatikan

Moin Ralf,

Was ist denn gemeint, wenn Du eine Gemeinschaft als
‚Sekte‘ bezeichnest?

Ethischer Sektenbegriff / Theologischer Sektenbegriff. Ersterer war’s in meinem Falle. Mike hatte es bereits auch schon so verstanden.

Was „wir eigentlich wissen“ ist doch nur,
dass Du den Begriff irgendwie im abwertenden Sinne
meinst.

Siehe oben. Deshalb nutze ich den Begriff, den der ethische Sprachgebrauch dafür vorsieht.

‚Sekten‘ ist für Dich offensichtlich eine
Sammelbezeichnung für religiöse Gemeinschaften, an denen Du
irgend etwas auszusetzen hast.

Ach, Unsinn. Lies’ Dir durch, was Mike dazu geschrieben hat.

Und wenn ich nun den Begriff in
gleicher Weise wie Du verwende - nur, dass mir andere Dinge
und andere Gemeinschaften missfallen?

Dann ist das doch Deine Sache. Du solltest aber nicht versuchen, Birnen und Äpfel zu addieren, denn am Ende hast Du doch nur Birnen und Äpfel und keine Birpfel.

Ich habe ein tiefes Misstrauen bei solchen Unterstellungen wie
„eigentlich wissen, was gemeint ist“.

Ja, dann musst Du halt fragen, wie was gemeint ist und nicht von Anfang an irgendwelche Querbrücken konstruieren, indem Du den ethischen mit dem theologischen Sektenbegriff kreuzt. Dann bekommst auch nicht solche Antworten, denen Du ein „tiefes Misstrauen“ entgegenbringen musst.

Ich weiss es eben
nicht , ob es nicht nur die nackte Intoleranz ist, die
sich hinter einem solchen unausgesprochenen und
vorausgesetzten angeblichen Konsens versteckt.

Ja. Intoleranz. Im Falle von UL ist es Intoleranz. Und wenn Du Dich damit befasst hättest, würdest Du dem sicherlich auch folgen können. Zudem betrachte ich jede Organisation kritisch, deren Aussteiger sich in Selbsthilfegruppen sammeln.

Im Übrigen
denke ich, dass jemand, der sich so vehement zu einer Religion
bekennt, in deren heiliger Schrift solche Geschichten stehen
wie die in Apg 4.32 - 5.11 vielleicht in seinem Urteil über
das Gebaren von ‚Universelles Leben‘ etwas zurückhaltender
sein sollte.

Das unterstreicht nur, dass Dir „Universelles Leben“ (UL) vollkommen unbekannt ist. Ansonsten würdest Du nicht die Apostelgeschichte, sondern eher den Titusbrief bemühen.

Das durfte man bei einem Juristen ja wohl auch erwarten. Und
daher weißt Du natürlich auch, dass es ein Unterschied ist, ob
man sich sachlich mit Argumenten auseinandersetzt oder ob man
stattdessen den Argumentierenden persönlich angreift und
versucht, ihn - z.B. auf Grund seines religiösen Bekenntnisses

  • zu diskreditieren.

Also, zu Deinem Verständnis von „Denunzianz“ und „Diskredition“ sind mir einige Dinge doch sehr unklar. Dein Hinweis auf einen „persönlichen Angriff“ nehme ich nicht ernst, denn er ist schlichtweg aus der Luft gegriffen und beweist seine Unhaltbarkeit jedem, der meine Beiträge liest.

Letzteres ist eine Taktik für
Winkeladvokaten. Und nein - ich bezeichne Dich ausdrücklich
nicht als solchen. Aber Dein Posting war eindeutig
unsachlich.

Weil ich - für jedermann - nachvollziehbare Zusammenhänge anhand von Quellennachweisen dargestellt habe? Ich verstehe nicht, warum Du es als unsachlich betrachtest, wenn man versucht, Hintergründe und Beweggründe einer Seite zu durchleuchten, um damit zu wissen, über was man diskutiert.

Ich habe nachvollziehbare Zusammenhänge dargelegt.

… die allerdings völlig irrelevant sind, weil sie mit der
hier diskutierten Sachfrage nach dem Vermögen der katholischen
Kirche und seiner Herkunft nicht das geringste zu tun haben.

Deshalb habe ich auch nicht auf die Urfrage geantwortet, sondern auf ein späteres Posting von Nick Cox und dabei den Faden auch erst aufgenommen, als Nick selbst schrieb, dass ihm die Sache nicht besonders seriös erscheint. Aus diesem Grunde sind die Zusammenhänge eben nicht irrelevant, sondern ziemlich passgenau auf das Posting von Nick abgestimmt. Und es ist in diesen Brettern einigermaßen üblich, dass sich nicht jede Antwort unmittelbar auf die Ausgangsfrage bezieht, sondern es auch Antworten auf Antworten gibt.

Die Tatsache, dass jemand einer bestimmten Sekte angehört,
bedeutet nicht automatisch, dass er Desinformation betreibt.
Genau dies aber hast Du unterstellt - oder wie ist Dein
Posting sonst zu verstehen?

Und auch das nochmal…mein Posting ist auch heute noch so zu verstehen, wie ich es damals gemeint habe und wie ich es Dir in meinem letzten Posting bereits versucht habe, darzulegen.

Wer ernennt denn „Bürgerbewegungen“ und wer bestimmt, wieviel
Bürger ihr mindestens angehören müssen und welcher Konfession
sie angehören dürfen bzw. welcher nicht?

Mal ein kleines Fallbeispiel:

[Beispiel ein]
Ich kann heute ein Beratungsunternehmen für Politik anmelden, ohne tatsächlich die Absicht und das Wissen zu haben, als Berater in politischen Fragen tätig zu werden. Ich melde einfach nur an. Einmal im Jahr schicke ich jedem bekannten Politiker einen Brief, indem ich ihn zu einer Veranstaltung einlade, obwohl es diese gar nicht geben wird, denn ich bin nur an seinem Antwortschreiben interessiert. Dann, in zehn Jahren, entschließe ich mich doch, mein vor 10 Jahren angemeldetes Beratungsunternehmen aufzunehmen und schreibe meinen potenziellen Klienten, dass mein Unternehmen zehnjähriges Bestehen feiert und welche Politprominenten in dieser Zeit so zu meinen „Korrespondenzpartnern“ zählten. Damit sage ich dann nicht die Unwahrheit, aber ich täusche mehr vor, als ich bin, zumal der Gutmütige mir nicht Unredlichkeit unterstellt, sondern daraus liest, dass ich seit zehn Jahren ein erfolgreicher und bei bekannten Politikern angesehener Berater bin. Damit habe ich durch eine geschickte Wortverhüllung tatsächlicher Umstände ein ganz anderes Licht auf mich geworfen, als es mir in Wirklichkeit zustehen würde. Und das ist bereits, wenn auch nicht unmittelbar greifbar, eine Art des Betruges.
[Beispiel aus]
Und daher geht es nicht darum, worüber und wie sich eine „Bürgerbewegung“ definiert, sondern um die Frage, ob im konkreten Fall jemand versucht, andere Menschen mittels einer kleinen Unredlichkeit zu bestimmten Handlungs- oder Denkweisen zu bewegen. Und es ist wohl klar, dass die Menschen eher bereit sind, mich unter der Bezeichnung einer Bürgerbewegung wahrzunehmen, als unter der Überschrift einer religiösen Sondergemeinschaft.

Ich habe lediglich gefordert, den Ursprung der Zahlen herzuleiten

Das muss dann aber wohl in einem anderen Thread gewesen sein

Das zeigt mir doch sehr, dass Du meine Beiträge scheinbar gar nicht richtig/vollständig liest. Ich habe in meiner Antwort auf Nick einen Link zu einer früheren Antwort von mir auf florhof eingestellt. Dort bitte ich ihn, Quellen zu den Zahlenwerken aufzuführen, die er auf einer Seite fand, die in Verbindung mit der Sekte „Universelles Leben“ gesehen wird. Das war zwar in der Tat in einem anderen Thread, was aber unbedeutend ist, denn im gegenwärtigen Thread hättest Du ja die Gelegenheit gehabt, jenes Posting einzusehen. Oder sehe ich das falsch?

Ansonsten finde ich - nebenbei bemerkt - die Webseite als
Informationsquelle ebenfalls unseriös. Eben, weil für die
Zahlen keine verifizierbaren Quellen genannt werden.

Das, Ralf, ist alles, was ich bemängele, und ich hoffe, dass Du mir das irgendwann mal abnehmen wirst.

Dass sie
möglicherweise von einem Sektenangehörigen betrieben wird, ist
dagegen völlig unerheblich.

Nicht dann, wenn die Inhalte mit der Sekte unmittelbar verbunden sind, was ich mit meinen Links und Verweisen, ich frage schon gar nicht mehr, ob Du sie Dir zu Gemüte geführt hast, einigermaßen erfolgreich herzuleiten versuchte. Grundsätzlich, da hast Du recht, muss es nicht heißen, dass ein Sektenangehöriger, wobei wir nicht wissen, wer ein Sektenangehöriger ist, grundsätzlich Quatsch über’s Web vertreibt. Das habe ich aber auch nicht behauptet. Mir ging es nicht um eine Person, sondern um die durch sie vertriebenen Zahlen, die ihre Ursprünge - wie die Links doch sehr zu verdeutlichen scheinen - in einer Initiative o. ä. finden, die im Umfeld der Sekte steht.

Nur um einmal den Unterschied
zwischen einem ‚argumentum ad rem‘ und einen ‚argumentum ad
hominem‘ anhand eines Beispiels aufzuzeigen, falls der noch
nicht klar sein sollte …

Ich hoffe, dass ich Deine Befürchtungen ausräumen konnte.

Gruss
tigger

Hallo tigger,
was bitteschön ist die Definition des „ethischen Sektenbegriffs“? Du erweckst den Anschein, als gäbe es einen allgemein verbindlichen Begriff dieser Art. Ich wiederum bin mir ziemlich sicher, dass Du da nur eine persönliche Definition zu bieten hast - Deine oder die eines selbsternannten (sic!) ‚Sektenkritikers‘. Der Begriff, so wie Du ihn verwendest, ist eine pauschale Zusammenfassung religiöser Gruppen, deren einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sie außerhalb der etablierten Kirchen stehen. Es ist - wie ich schon sagte - ein ideologischer Kampfbegriff mit der für solche Begriffe typischen Unschärfe und Vagheit.

Ich zitiere aus dem Endbericht der 1996 eingesetzten Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Deutschen Bundestages (BTDrucks 13/10950):

„Die Kommission […] lehnt die Verwendung des Begriffs „Sekte“ wegen seiner negativen Konnotation ab. Die Ablehnung des Begriffs „Sekte“ wird auch durch das Ergebnis der Arbeit der Enquete-Kommission unterstützt, daß nur ein kleiner Teil der Gruppierungen, die bislang unter dem Begriff „Sekte“ zusammengefaßt wurden, problematisch sind. Daher wäre eine weitere Verwendung des Sektenbegriffs für alle neuen religiösen und ideologischen Gemeinschaften fahrlässig.
[…]
Während der Arbeit der Kommission wurde immer deutlicher, daß eine pauschalisierende Herangehensweise, die sich des Begriffs „Sekte“ als Oberbegriff für alle Formen neuer […] Art von Religiosität und/oder Weltanschauung bedient, der Vielfalt der Phänomene […] nicht gerecht werden kann. […] Die Verwendung des populären, aber nebulösen „Sekten“-Begriffs […] kann zu Stigmatisierungseffekten führen.
[…]
In Anbetracht der […] Unschärfe und Mißverständlichkeit des Begriffes der „Sekte“ hält es die Enquete-Kommission für wünschenswert, wenn im Rahmen der öffentlichen Auseinandersetzung mit neuen religiösen und ideologischen Gemeinschaften und Psychogruppen auf die […] Verwendung des Begriffes „Sekte“ verzichtet würde.“

Freundliche Grüße,
Ralf

Lieber Ralf,

was bitteschön ist die Definition des „ethischen
Sektenbegriffs“? Du erweckst den Anschein, als gäbe es einen
allgemein verbindlichen Begriff dieser Art. Ich wiederum bin
mir ziemlich sicher, dass Du da nur eine persönliche
Definition zu bieten hast. - Deine oder die eines
selbsternannten (sic!) ‚Sektenkritikers‘.

Nö, da irrst Du Dich, schau’ hier:
http://www.ekd.de/ezw/6230.html
und schau da:
http://www.confessio.de/gemeinschaften/grundlagen/se…
Um, wie Du, den Bundestag zu bemühen:
http://www.agpf.de/Begriff.htm#Bartels

Das Bundesverfassungsgericht billigt Verwendung des Begriffs „Sekte“:
http://www.agpf.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR670-…

Da Du mir den Begriff „Sekte“ in Form der Verwendung eines „Kampfbegriffes“ unterstellt hast:
http://www.agpf.de/Begriff.htm#Kampfbegriff

Der Begriff, so wie
Du ihn verwendest, ist eine pauschale Zusammenfassung
religiöser Gruppen, deren einziges gemeinsames Merkmal ist,
dass sie außerhalb der etablierten Kirchen stehen. Es ist -
wie ich schon sagte - ein ideologischer Kampfbegriff mit der
für solche Begriffe typischen Unschärfe und Vagheit.

Nö, dass dem nicht so ist und ich mir den Begriff entgegen Deiner Meinung eben nicht aus den Fingern gesogen habe, um alle Sondergemeinschaften in einen Topf zu werfen, mögen Dir auch hier wieder Links nachweisen.

"Die Kommission […] lehnt die Verwendung des Begriffs
„Sekte“ wegen seiner negativen Konnotation ab.

Die Arbeitsergebnisse der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages aus den 90’ern sind mir wohl bekannt, da ich mich nicht erst seit heute mit dem Thema befasse. Allerdings ist hier, wie Du selbst zitierst, die Rede von der Konnotation. Da ein Arbeitsergebnis alein jedoch keine gesetzgebende Wirkung hat und es die Begriffsdefinition auch in anderem Sinne gibt (siehe meine Links), möchte ich hier eher von Denotation sprechen.

Die Ablehnung
des Begriffs „Sekte“ wird auch durch das Ergebnis der Arbeit
der Enquete-Kommission unterstützt, daß nur ein kleiner Teil
der Gruppierungen, die bislang unter dem Begriff „Sekte“
zusammengefaßt wurden, problematisch sind. Daher wäre eine
weitere Verwendung des Sektenbegriffs für alle neuen
religiösen und ideologischen Gemeinschaften fahrlässig.

Eben. „…daß nur ein kleiner Teil der Gruppierungen […} problematisch sind.“ Ich lasse mir nicht vorwerfen, dass ich hier alle Gruppen in einen Topf werden würde. Ich beziehe mich gezielt auf eine bestimmte Gruppe („Universelles Leben“), die tatsächlich mit ihrer Umwelt in einem problematischen Konflikt steht, was ich auch noch anhand von zahlreichen Links darzulegen suchte.

Während der Arbeit der Kommission wurde immer deutlicher, daß
eine pauschalisierende Herangehensweise, die sich des Begriffs
„Sekte“ als Oberbegriff für alle Formen neuer […] Art von
Religiosität und/oder Weltanschauung bedient, der Vielfalt der
Phänomene […] nicht gerecht werden kann. […] Die
Verwendung des populären, aber nebulösen „Sekten“-Begriffs
[…] kann zu Stigmatisierungseffekten führen.

Wie gesagt, ich habe den Begriff auch nicht pauschlisierend für alle möglichen Gruppen verwandt, wie Du es meinen Beiträgen hier ständig aninterpretierst und wie es die Enquete-Kommission für unrichtig befinden würde, sondern lediglich für eine bestimmte Gruppe. Da ich somit nicht pauschalisiere, kann uns Dein Zitat nicht weiterhelfen, da die Kommission es nicht für unzulässig erklärt, den Begriff im Einzelfall zu verweden, sondern lediglich in der oberbegrifflichen Pauschlisierung.

In Anbetracht der […] Unschärfe und Mißverständlichkeit des
Begriffes der „Sekte“ hält es die Enquete-Kommission für
wünschenswert, wenn im Rahmen der öffentlichen
Auseinandersetzung mit neuen religiösen und ideologischen
Gemeinschaften und Psychogruppen auf die […] Verwendung des
Begriffes „Sekte“ verzichtet würde."

Und nun Dein gesamtes Zitat auf einen Satz zusammengefasst:

Die Kommission lehnt (in ihrem Arbeitsrahmen) die Verwendung des Sektenbegriffs als pauschalen Oberbegriff für alle Gruppen ab und betrachtet einen andere (kaum definierte) Terminologie als wünschenswert. Ja, und jetzt?

Gruss
tigger

Hallo Tigger,

http://www.ekd.de/ezw/6230.html
http://www.confessio.de/index.htm

Aha - die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der EKD und die Arbeitsstelle für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. In ‚Sektenfragen‘ vielleicht nicht unbedingt unabhängige und unparteiische Instanzen … Aber gut, schaun 'mer mal …

Nunja, was die EKD-Seite angeht, ist da von einem „ethischen“ Sektenbegriff schon einmal nicht die Rede. Dafür heisst es in bemerkenswerter Offenheit:

Es wird schnell deutlich, daß der Begriff „Sekte“ tückisch ist. Sachgemäßer wäre es, von „Sondergemeinschaft“, Religionsgemeinschaft oder - falls nötig - von „konfliktträchtigen Gruppen“ zu sprechen

Das hatte ich hier vermisst - nämlich einen sachgemäßen Sprachgebrauch.

Confessio wiederum scheut sich tatsächlich nicht, den „umgangssprachlichen“ Sektenbegriff zu einem „ethischen“ hochzujubeln und übersieht dabei fröhlich (oder sollte es Absicht sein?) die Problematik, die darin liegt, wenn man automatisch ein Junktim zwischen ‚Sekte‘ und ‚unethisch‘ herstellt. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass das Methode hat. Immerhin findet sich auch dort gleich zu Beginn folgender Hinweis:

Dieser Begriff ist für eine exakte Beschreibung und einen verantwortungsvollen Umgang nicht geeignet, denn
er ist mehrdeutig und darum mißverständlich
er ist ein polemischer Kampfbegriff
er ist stark pauschalisierend in einem Bereich, der sehr viel Unterscheidungsvermögen erfordert.

Das hatte ich hier vermisst - nämlich einen verantwortungsvollen Sprachgebrauch.

Davon abgesehen beziehen sich beide Seiten auf den selben Herrn, nämlich Hansjörg Hemminger. Was meine Vermutung bestätigt:

was bitteschön ist die Definition des „ethischen
Sektenbegriffs“? Du erweckst den Anschein, als gäbe es einen
allgemein verbindlichen Begriff dieser Art. Ich wiederum bin
mir ziemlich sicher, dass Du da nur eine persönliche
Definition zu bieten hast. - Deine oder die eines
selbsternannten (sic!) ‚Sektenkritikers‘.

Kommen wir zu

http://www.agpf.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR670-…

  • zum Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. aka „Aktion für Geistige und Psychische Freiheit“. Was finden wir, wenn wir nun auf „Zum Begriff Sekte“ klicken? Ein Zitat aus dem Brockhaus von 1886, dann ein nur unerheblich aktuelleres aus Meyers Konversationslexikon von 1888 und - Überraschung! - den Verweis auf das Buch eines gewissen Herrn Hemminger. Wie war doch ein gutes Stück weiter oben zu lesen?

Aber tatsächlich ist nur geschickt verschleiert, dass hier
verschiedene Quellen denselben Ursprung haben.

Die AGFP ist mir übrigens noch in bester Erinnerung von ihrem Vorschlag, aus dem Antidiskriminierungsgesetz das Verbot der Diskriminierung aus religiösen Gründen zu entfernen, was sich ja auch bestens mit dem Interesse der etablierten Kirchen verträgt, den ‚Tendenzschutz‘ in ihren Betrieben zu bewahren. Nun ja, der ist ohnehin gerettet, aber das ist ein anderes Thema.

Das Bundesverfassungsgericht billigt Verwendung des Begriffs
„Sekte“:
http://www.agpf.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR670-…

Diese Behauptung ist zumindest irreführend. Von ‚Billigung‘ kann nicht die Rede sein, es bestehen lediglich keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die seinerzeitige (d.h. vor der Empfehlung der Enquete-Kommission) Verwendung durch das Oberverwaltungsgericht, insoweit der Begriff wertfrei verwendet wurde. Als Jurist ist Dir der Unterschied sicherlich bewusst. Zitat:

_Allerdings soll die Bezeichnung „Sekte“ nach der Empfehlung der Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Deutschen Bundestags in Verlautbarungen staatlicher Stellen über Gruppierungen der hier vorliegenden Art in Zukunft nicht weiter verwendet werden. Der Gebrauch im seinerzeitigen Kontext war aber verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.

Das Verwaltungsgericht hat den Begriff „Sekte“ unter anderem deshalb für unbedenklich gehalten, weil er sämtliche kleineren Religionsgemeinschaften unabhängig von ihrer Herkunft umfasse und jedenfalls eine weit über den Kreis der neuen religiösen und weltanschaulichen Bewegungen hinausgehende Gruppe solcher Gemeinschaften bezeichne._

Da Du mir den Begriff „Sekte“ in Form der Verwendung eines
„Kampfbegriffes“ unterstellt hast:
http://www.agpf.de/Begriff.htm#Kampfbegriff

Nun, da ficht die AGFP ihren speziellen Kampf mit Professor Kriele aus. Ich denke nicht daran, jetzt hier pro Kriele Stellung zu beziehen, weise aber darauf hin, dass auf der weiter oben von Dir selbst empfohlenen Confessio-Seite ausdrücklich steht:
er ist ein polemischer Kampfbegriff

Wer sich dafür interessiert, auf welche Argumentation die AGFP da so stringent antwortet, der findet Professor Krieles Artikel hier:
http://www.agpf.de/Kriele.htm#KrieleFAZ und hier: http://www.dalank.de/archiv/kriele.html einen weiteren.

Bezeichnend für die ganze Auseinandersetzung der AGFP mit Professor Kriele ist der weitgehende Verzicht auf sachliche Argumente. Stattdessen verbreitet man sich lieber in aller Breite über die persönliche Weltanschauung von Herrn Professor Kriele und seiner Frau. So etwas in der Art hat ja auch unsere kleine Auseinandersetzung hier angestoßen …

Ich lasse mir nicht vorwerfen, dass ich
hier alle Gruppen in einen Topf werden würde.

Ja, das ist das praktische an solch nebulösen und unspezifischen Begriffen. Man kann offen lassen, wer dazu gehört und wer nicht; auf welche Gruppen, die unter den „theologischen Sektenbegriff“ fallen, der „ethische Sektenbegriff“ zutrifft. Wenn manche Leute beides gleichsetzen oder verwechseln - na, da kann man nix für, man ist ja religiös tolerant … Wenn es konkret wird, dann hat man halt nur über die Gruppe ‚Universelles Leben‘ etwas gesagt.

Freundliche Grüße,
Ralf

P.S.: Man hatte mir in einem mysteriöserweise verschwundenen Posting dieses Threads angeraten, nicht allzuviel Aufwand an eine weitere Diskussion mit Dir zu wenden. In der Tat scheint es mir zunehmend unwahrscheinlich, noch eine gewisse Einsicht zu provozieren. Für meinen Teil erkläre ich hier EOD.

Hallo Ralf,

Für meinen Teil erkläre ich hier EOD.

Nach all dem, was ich zum Schluss Deines letzten Postings lesen musste, hoffe ich doch sehr, dass Dein „EOD“ auch wirklich ernst gemeint ist. Mit Deinem plötzlich aufgetauchten „Helferlein“, der all Deine Ansichten komplett mit einem Satz („Du hast recht“) unterschrieb und dessen Rat („diskutiere nicht mit dem“) Du auch noch befolgst, was mich nicht wirklich wundert, schiesst Du Dir wirklich selbst einen kapitalen Hirsch.

Gruss
tigger