Ich habe die zahlreichen Antworten auf Ihre Frage nicht gelesen, aber kann noch folgendes ganz pauschal sagen.
Zwangsversteigerung ist ein spannendes (auch tragisches) Geschäft, oft sehr kompliziert und der Erfolg ist von sehr vielen Faktoren abhängig.
Man sollte sich erstmal sehr mit der Materie befasssen und die rechtlichen Voraussetzungen (ZVG) gut kennen. Dazu gehört auch das Grundbuchrecht. Da Sie ja sagen, sie sind nicht auf den Kopf gefallen, können Sie sich das ja aneignen (ich schlage vor, zumindest das Brot und Butter Wissen vorher! zu haben, um zumindest für die ersten einfachen Fälle gerüstet zu sein, dann an den weiteren Fällen dazulernen).
Aber natürlich ist das wichtigste die Markteinschätzung. Und vergessen wir nicht, dass es die Fehleinschätzung zur Entwicklung des Immobilienmarktes (und zwar für kleine Immobilieneinheiten! wie Einfamilienhäuser und ETW) durch die weiltweite sogenannte Finanzmarktelite war, die zur größten Finanzmarktkrise seit zumindest 1920 geführt hat. Dieser Markt ist schwierig.
Zugegeben er ist in Deutschland viel weniger volatil als zum Beispiel in den USA oder auch in anderen Ländern. Das hat verschiedene Gründe. Eines allerdings zeichnet sich auch hier seit Jahren ab: Es ist die Mikrolage, die entscheidend ist. Das bedeutet: Man muss das Haus sehr gut kennen und auch die Lage sehr gut kennen! Es gibt nicht selten Fälle, wo Häuser eines Viertels sehr gut verwertbar sind und nur wenige Häuser weiter stehen ganze Viertel jahrelang leer. Das ist zwar öfter eher bei Büro- und Geschäftsgebäuden so, kommt aber auch bei Wohneinheiten vor. Was will der Markt wirklich gestern - heute und morgen - ist die Frage.
Es sind viele in- und ausländische sehr professionelle Immobilienexperten in Deutschland tätig. Geld ist genug vorhanden. Sicher beschäftigen die sich mehr mit großen Einheiten. Also es gibt immer wieder Schnäppchen. Ob es allerdings eins war, weiß man erst später. Wenn die Gläubigerbank überzeugt ist, dass das Objekt aus welchen Gründen auch immer, zur Zeit unter Wert gehandelt wird, wird sie lieber weiter warten und Makler beschäftigen (es gibt da so viele, die Geschäft machen wollen und emsig Käufer suchen).
Und die Makrolage spielt natürlich auch eine Rolle. Es gibt tausende Objekte in Ostdeutschland die überhaupt keinen Käufer finden. Keinen heißt auch der zweite ZV Termin ging ohne Gebot ab (bekanntlich gibt es da keine Grenzen mehr) Warum kauft das nicht jemand wenigstens für ein paar Euro? Weil man sich nicht die Folgekosten ans Bein binden will, es trotz toller Straßen Infrastrukturprobleme gibt (wo ist der Arbeitsplatz??), schlechtes Einkommen im Osten Mietpreissteigerungen erschweren und die Prognose für den Osten immer noch als unzureichend angesehen wird.
Man kann natürlich anderer Meinung sein und dagegen Wetten. Sicher gibt es auch im Westen noch Schnäppchen. Wenn sie viel Zeit und Geduld und das nötige Fingerspitzengefühl und die Abgeklärtheit für dieses Geschäft haben, warum nicht.
Viel Erfolg wünscht
ikarusfly