Hallo,
wenn man in einer Firma mehrere Jahre tätig ist, schon einiges durchgemacht hat. Diverse Abmahnungen, Mobbing, Kündigung die zurückgezogen wurde etc.
Wenn man aus dieser Firma seit 4 Jahren weg will, aber sich immer wieder aufgerafft hat, sich gesagt hat es geht schon es wird wieder…
Wenn man jetzt einen Job haben kann und plötzlich nicht mehr weiß was richtig und falsch ist…
Wenn man sehr sensibel ist und durch Depressionen angeschlagen (60% auch wegen der Arbeitssituation)
Wie verlässt man am besten die Firma? Nochmal die Meinung zu allem sagen was man nie sagen durfte? Oder sich weiter „gut stellen“?
Gleich gehen und noch den Urlaub anrechnen lassen, oder die 4 Wochen einhalten der Kündigungsfrist?
Sich wie verabschieden wenn man weiß das man es seelisch nicht durchhält vor Menschen zu stehen die einem sehr weh getan haben, aber zum teil auch „Freunde“ warn…
Wer kann was hierzu sagen?
Hi,
ich kann in etwa nachfuehlen was Du meinst. Bei mir hat es aber Gott sei Dank nur 6 Moante statt 4 Jahre gedauert. Jedoch solltest Du Dich sachlich und professionell von Deinem AG und den Kollegen trennen. Du schadest Dir nur selbst wenn Du nochmal richtig Dampf ablaesst. Das haettest Du vorher machen sollen. Sei froh dass es vorbei ist und gehe erhobenen Hauptes. Und gib ruhig noch 'ne Flasche Sekt und belegte Broetchen aus und danke noch mal persoenlich denjenigen die Dir besonders zugesetzt haben fuer die „Unterstuetzung“. Das wirkt 1000x mehr als eine Abrechnung. Denn so eine Abrechnung spricht sich rum in einer Branche.
K.
Hallo,
wenn man diverse Abmahnungen hat und Kündigungen erlebt hat, die zurückgezogen werden, kann man sich ausmalen, dass das Arbeitszeugnis nicht berauschend ausfallen wird.
Das dann durch ein Nachtreten (die Meinung sagen) weiter zu verschlechtern, ist erstens schlechter Stil und zweitens dumm.
Nein, professionell sein: Freundlich kündigen, ggf. mit Kollegen Abschied feiern (oder auch nicht), aber immer dran denken: Man sieht sich noch einmal, und man will ein gutes Zeugnis bekommen.
Off topic: Wenn man es so weit kommen lässt, hat man ein Problem. Warum ist man nicht viel früher gegangen? Das Kind ist weitgehend im Brunnen.
Gruß Bombadil2
Mahlzeit,
in jedem Fall würde ich die gesetzlichen Fristen einhalten und natürlich meinen Resturlaub sowie auch gleich ein Zeugnis beantragen.
Das ist der formelle Akt.
Der Persönliche ist ein anderes Problem.
Ich hab es mal so gemacht: per mail an alle (einige 100 Mitarbeiter) habe ich mich offiziell verabschiedet und habe einen Satz ähnlich wie „ich bedanke mich bei den KollegInnen, mit denen ich eng, vertrauensvoll und gut zusammen gearbeitet habe, für gute und interssante Jahre hier…“ (zwischen den Zeilen konnte jeder lesen, dass damit nicht ALLE gemeint sind, das war mir ausreichend Genugtuung).
In einer weiteren mail mit einem weitaus kleineren Verteiler habe ich zu einer kleinen Abschiedsrunde eingeladen. Die KollegInnen, die daran teilnahmen, haben mich sehr überrascht mit ihrer persönlichen und emotionalen Verabschiedung. Das war dann irgendwie auch die BEstätigung, dass die Jahre es wert waren, die ich dort gearbeitet habe und hat mich mit einem guten Gefühl in den nächsten Job wechseln lassen.
Übrigens habe ich mich klar, deutlich und sachlich geweigert, meiner damaligen Kollegin, die einer der Gründe meiner Kündigung war, die Hand zu geben und so zu tun als wenn nichts wäre. Das tat gut.
Aber eigentlich wirft man keinen Dreck nach hinten. Schau nach vorn und versuch neutral und sachlich aus dem alten Job zu gehen.
Das wäre mein Rat.
Alles Gute
Demenzia
Sprichwort…
Es gibt da ein Sprichwort: „Man sieht sich immer zweimal im Leben…“
Für mich hat es sich schon oft ausgezahlt, mit diesem Wort im Hinterkopf zu handeln und sprechen.
Niemand kann sagen, welche von den Personen Du in welcher Situation wann wie wiedersiehst.
Von daher mein Rat: Erhobenen Hauptes und würdig gehen und den Anderen Respekt erweisen, sogar dann wenn man so richtig froh ist, sie los zu sein.
Dein Ausscheiden ist nicht die „Stunde der Wahrheit“, sondern ein Neuanfang - und gerade am Anfang kann man sich viel verbauen!
Ähnlich wie geraten wurde: Großer Verteiler mit einer Dankesmail, kleiner Verteiler mit Trunk+Speis…
Gruss,
Michael
Hallo,
ich kann dem vorher geschriebenen nur zustimmen.
Geh mit Würde! Das tut unendlich gut. Ich weiß es aus eigener Erfahrung.
Ich habe mal jahrelang für einen äußerst cholerischen und ungerechten Chef gearbeitet. Manchmal war es die Hölle. Als ich den Absprung endlich geschafft hatte, hat jeder - wahrscheinlich auch er - erwartet, ich würde ab sofort nicht mehr zur Arbeit kommen. Resturlaub und Krankenschein.
Das habe ich nicht getan.
Natürülich habe ich den mir zustehenden Resturlaub beantragt und habe dann am meinem letzten Arbeitstag ein tolles Frühstück für alle (kleines Team, ca. 10 Personen) ausgegeben. Mit allem drum und dran.
Meinem Ex-Chef sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen.
Das hat so gut getan. Das war so ein toller Schlussstrich, der wirkt noch bis heute!
Ich wünsche Dir alles Gute!
Andrea
Danke, das hat mir sehr geholfen.
Mein Problem ist, das wie gesagt ich auf Tränen verzichten will und schon jetzt wo ich hier mit euch diskutiere merke ich das meine Augen feucht werden *lach*
Wie soll ich da nur durch?
Warum man nicht viel früher gegangen ist? Schon mal mit nem Fuß aus der Haustür gewesen? Tv geschaut oder Zeitung gelesen? Ich hab mich immer umgeschaut, beworben, Gespräche geführt, aber die wollten mir immer nur ein nicht vergleichbares Aushilfsgehalt zahlen, aus dem Grund habe ich es so lange dort ausgehalten!
Die Abmahnungen etc. sind „launen der Chefetage“, ich meine ein Chef der sagt „ich weiß du wirst gemobbt aber halte durch das vergeht wieder“… mehr muß ich nicht sagen oder?
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Im übrigen:
Ist es nicht untersagt dem AN ein „schlechtes Zeugniss“ auszustellen?
Hi!
Ist es nicht untersagt dem AN ein „schlechtes Zeugniss“
auszustellen?
Nein, es muss nur wohlwollend formuliert sein.
VG
Guido
Moin,
Ich hab es mal so gemacht: per mail an alle (einige 100
Mitarbeiter) habe ich mich offiziell verabschiedet und habe
einen Satz ähnlich wie „ich bedanke mich bei den KollegInnen,
mit denen ich eng, vertrauensvoll und gut zusammen gearbeitet
habe, für gute und interssante Jahre hier…“ (zwischen den
Zeilen konnte jeder lesen, dass damit nicht ALLE gemeint sind,
das war mir ausreichend Genugtuung).
Super Tipp. Wenn diesen Unsinn jetzt ein paar meiner ca. 200.000 Kollegen ernst nehmen, dann habe ich ja in Zukunft richtig Spass mit innerbetrieblichem Spam.
Aber eigentlich wirft man keinen Dreck nach hinten. Schau nach
vorn und versuch neutral und sachlich aus dem alten Job zu
gehen.
Ja, das ist das einzig erwachsene Handeln beim Abschied.
Grüße
Jürgen
Hallo,
Super Tipp. Wenn diesen Unsinn jetzt ein paar meiner ca.
200.000 Kollegen ernst nehmen, dann habe ich ja in Zukunft
richtig Spass mit innerbetrieblichem Spam.
naja, es lag auch ein wenig an meiner Position, dass ich mich selbstverständlich bei allen Mitarbeitern verschiedet habe… alles andere wäre auch wieder blöd gewesen. Das kann man halt nicht auf jeden so anwenden.
Gruß
demenzia
Hallo,
(…)
ich meine
ein Chef der sagt „ich weiß du wirst gemobbt aber halte durch
das vergeht wieder“… mehr muß ich nicht sagen oder?
Nein, musst du nicht.
Wir haben die Gesamtsituation durchaus verstanden.
Gruss,
TR